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Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle des Kalkgehaltes eines Zementrohmehles
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle des Kalkgehaltes eines Zementrohmehles.
Bei der Zementerzeugung ist es notwendig, die Rohstoffe in genauem Mischungsverhältnis einzusetzen, wobei es vor allem auf das Verhältnis von Kalk (CaC03) zu den andern Verbindungen ankommt. Es ist dabei notwendig, die Zusammensetzung der zu Rohmehl verarbeiteten Rohstoffe dauernd zu kontrollieren, um bei einer Änderung der Zusammensetzung eines Rohstoffes Korrekturen im Einsatz der Rohstoffe durchführen zu können.
Die Kontrolle des Zementrohmehles kann durch die Röntgenfluoreszenz-Methode erfolgen, wobei mehrere Komponenten automatisch und kontinuierlich bestimmt werden können. Da derartige
Einrichtungen aber sehr teuer sind, hat es nicht an Versuchen gefehlt, einfachere und billigere
Analysiereinrichtungen einzusetzen. Derartige Analysiereinrichtungen können automatische oder halbautomatische Titriereinrichtungen sein, die acidimetrisch die Bestimmung des Kalkes (CaCOs) gestatten.
Der Einsatz dieser Analysiereinrichtungen hat sich bisher aus folgenden Gründen nicht durchgesetzt. Die Dosierung der für eine Titriereinrichtung notwendigen kleinen Mengen ist schwierig, weil das Rohmehl staubt, schlecht fliesst und Klumpen bildet. Dadurch wird das Rohmehl teilweise entmischt und würde ungleich der Analysiereinrichtung zugeführt werden, wodurch falsche Ergebnisse erhalten werden. Abgesehen davon sind Dosiereinrichtungen für derartige kleine Mengen nicht bekannt.
Diesen Schwierigkeiten will die Erfindung begegnen. Es wird vorgeschlagen, dass mittels einer Dosierwaage dem Zementrohöl kontinuierlich konstante Mengen entnommen werden und einem Mischgefäss zugeleitet werden, worin durch Zufliessen von Wasser in konstanter Menge und Vermischen wässerige Suspensionen der jeweils kontinuierlich aus dem Rohmehl entnommenen konstanten Mengen mit konstantem Feststoffgehalt von beispielsweise 5% hergestellt werden, worauf von jeder dieser Suspensionen kontinuierlich oder portionsweise die für eine Analysiereinrichtung geeigneten geringen Mengen entnommen werden, worin der Kalkgehalt bestimmt wird, vorzugsweise derart, dass die entnommenen Mengen der Suspension kontinuierlich oder portionsweise mit einem genau dosiertem Überschuss an Salzsäure versetzt werden,
worauf der Überschuss an Säure zurücktitriert wird.
Wenn erfindungsgemäss mittels einer Dosierwaage, beispielsweise einer Dosierbandwaage, grössere Mengen des Zementrohmehles kontinuierlich entnommen werden, so können Klumpen, Staubbildung und schlechtes Fliessen praktisch keine Verfälschung der Zusammensetzung der Probe bewirken, so dass die Probe repräsentativ für das Rohmaterial ist. Da das Zementrohmehl genügend fein gemahlen ist, bereitet auch das anschliessende Suspendieren in Wasser keine Schwierigkeiten, Staubbildung und schlechtes Fliessen stört dabei nicht. Allfällige Klumpen werden zerteilt.
Es ist dabei möglich, durch die Dosierwaage die dem Mischer zugeführte Wassermenge zu regeln, oder es wird bei konstant zulaufender Wassermenge eine konstante Menge Rohmehl zugegeben.
Bei intensiver Mischung ist die Suspension genügend gleichmässig, dass sie repräsentativ ist für das gesamte Rohmehl. Es bereitet dabei keine Schwierigkeiten, die für eine chemische Analyse notwendigen kleinen Mengen zu entnehmen, da sich genügend feine Suspension wie Flüssigkeiten verhalten. Die
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Entnahme kann kontinuierlich durch Pumpen oder portionsweise durch beispielsweise eine
Kolbenpumpe erfolgen.
Der überwiegende Teil der Suspension, der nicht beispielsweise der Analysiereinrichtung zugeführt wurde, kann mit oder ohne vorheriges Eindampfen wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.
Als vorteilhaft wird weiters vorgeschlagen, die Suspension dem Mischgefäss nicht direkt zu entnehmen, sondern in ein überlaufgefäss, das zusätzlich mit einer Rühreinrichtung versehen sein kann, zu leiten. Diesem Rührgefäss werden die kleinen zu dosierenden Mengen entnommen, während der
Grossteil als Überlauf in den Produktionsprozess zurückkehrt.
Eine nach dem erfindungsgemässen Verfahren arbeitende Anlage könnte aus folgenden Teilen bestehen : Mikrodosierbandwaage für 15 kg/h, Dosierwasserpumpe für 300 l/h mit nachgeschaltetem Mischgefäss, worin eine 5% igue Suspension entsteht, diese wäre bei reinem CaC03 als Rohmaterial 1/1 normal ; eine Schlauchpumpe fördert 5 ml/min Suspension und eine weitere 5 ml/min n/l HCI in ein weiteres mit Überlauf versehenes Mischgefäss, dem beispielsweise alle 6 min mittels eines Ventils 40 ml der sauren Mischung abgelassen werden und in ein Titriergefäss gelangen worin mit Hilfe einer Titriereinrichtung mit einem PH-Messgerät der Überschuss an HCI mit n/2 NaOH zurücktitriert wird.
Eine automatische Titriereinrichtung wird zweckmässig mit einem Schreiber und Regeleinrichtungen verbunden sein.
Eine andere Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens könnte beispielsweise wie folgt ausgeführt sein : An einer Transportschnecke für das Rohmehl zur Zementklinkerherstellung wird eine Dosierwaage mit einer Kapazität von 60 kg/h und einer Genauigkeit von 0, 5% angebracht. Die Dosierbandwaage leitet das Rohmehl einem Mischer zu, dem gleichzeitig, durch die Bandwaage gesteuert, Wasser zugeleitet wird, so dass eine 33% igue Suspension entsteht. Durch eine Dosierpumpe werden von dieser Suspension jeweils 20 g entnommen, während der Rest in die Zementproduktion zurückgeführt wird. Die entnommene Suspension wird mit einem Überschuss an genau dosierten n/2 HCI versetzt und die erhaltene Lösung in einer automatischen Titriereinrichtung analysiert.
Diese Titriereinrichtung steuert ein Anzeige-oder Schreibgerät und steuert die Mischung von verschiedenen Rohstoffen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle des Kalkgehaltes eines Zementrohmehles,
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kontinuierlich konstante Mengen entnommen werden und einem Mischgefäss zugeleitet werden, worin durch Zufliessen von Wasser in konstanter Menge und Vermischen wässerige Suspensionen der jeweils kontinuierlich aus dem Rohmehl entnommenen konstanten Mengen mit konstantem Feststoffgehalt von beispielsweise 5% hergestellt werden, worauf von jeder dieser Suspensionen kontinuierlich oder portionsweise die für eine Analyseneinrichtung geeigneten geringen Mengen entnommen werden, worin der Kalkgehalt bestimmt wird, vorzugsweise derart, dass die entnommenen Mengen der Suspension kontinuierlich oder portionsweise mit einem genau dosierten Überschuss an Salzsäure versetzt werden,
worauf der Überschuss an Säure zurücktitriert wird.
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