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Schaukelsessel
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schaukelsessel, bestehend aus einem Sesselgestell und einer aus einem Sitzrahmen mit Rückenlehne und einer Beinstütze gebildeten Sitzeinheit, die zur Durchführung einer Schaukelbewegung schwenkbar im Sesselgestell gelagert ist, wobei der Sitzrahmen und die Beinstütze in Abhängigkeit voneinander bewegbar sind.
Es sind bereits viele Ausführungen von Sesseln bekannt. Unter anderen auch in verschiedene Lagen verstellbare Sessel. Je nach den Erfordernissen oder der gewünschten Sitzlage konnten entsprechende Einstellungen des Sitzrahmens und/oder der Rückenlehne vorgenommen werden. Es ist auch schon bekannt, an Sitzrahmen verschwenkbar eine Beinstütze anzuordnen, die in verschiedenen Stellungen arretierbar ist.
Bei einer weiteren bekannten Ausführung (USA-Patentschrift Nr. 3, 055, 703) handelt es sich um einen Verstellsessel. Einerseits kann er in eine Ruhestellung und anderseits in eine Schwenkstellung gebracht werden. Schon allein die Umstellung von der Ruhestellung in die Schwenkstellung kann nicht bei Benutzung des Sessels erfolgen, vielmehr muss der Benutzer den Sessel verlassen, um diesen in die Schwenkstellung zu bringen. Ausserdem ist eine Schwenkbewegung während der Benutzung nicht möglich. Dies ist durch die Tatsache zu belegen, dass die Schwenkachse des Sitzes unmittelbar unter der Sitzfläche liegt, so dass es ruckartiger Bewegungen des Benutzers bedarf, um eventuell eine Verstellung zu ermöglichen.
Die Rückführung aus der hintersten Stellung des Sitzes vom Sitz aus ist nicht möglich, da die Beinstütze und der diesbezügliche Betätigungshebel einen annähernd rechten Winkel einschliessen und daher die Krafteinwirkung auf die Beinstütze ohne Erfolg bleibt, da die einwirkende Kraft vom einen Lager des Betätigungshebels abgefangen wird. Eine Schaukelbewegung ist daher schon aus diesem Grunde nicht möglich, da das Vorwärtsführen des Sitzes durch den Benutzer nicht ohne weiteres möglich ist. Ausserdem wirkt sich eine angeordnete Feder keinesfalls gewichtsausgleichend aus, sondern kann bestenfalls als Hilfe beim Zurückführen des Sitzes in die vordere Ruhestellung angesehen werden.
Bei dieser Ausführung handelt es sich also um einen Verstellsessel, der in verschiedene Stellungen gebracht werden kann, wobei die Beinstütze und der Sitz in Abhängigkeit voneinander bewegt werden. Ein vom Benutzer während des Sitzens verschwenkbarer und bewegbarer Sitz kann dadurch nicht geschaffen werden.
Auch eine andere Ausführung ist ebenfalls nicht als Schaukelsessel zu verwenden. Es ist ebenfalls nur eine ruckartige Bewegung möglich. Es ist z. B. nicht möglich, durch Anlehnen an die Rückenlehne bei der Benutzung des Sessels eine Verstellung desselben zu erreichen, da dazu die Schwenkachse des Sessels zu weit hinten am Sitz angeordnet ist.
Durch diese Ausgestaltung kann ferner nicht erreicht werden, dass der Sitz und die Beinstütze in einer Stellung in einer einzigen Ebene liegen. Dies wird durch die komplizierte konstruktive Lösung der Übertragungshebel bewirkt. Diese konstruktive Ausgestaltung ist aber dadurch bedingt, dass die Schwenkachse des Sitzes unmittelbar unter der Sitzfläche bzw. sogar an der Rückenlehne angeordnet ist, so dass Möglichkeiten geschaffen werden müssen, die trotzdem ein weites Ausschwenken der Beinstützen gewährleisten.
Die Erfindung hat sich nun zur Aufgabe gestellt, einen Sessel zu schaffen, der besondere
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Aufbau zu gewährleisten und anderseits ein Verkanten des Sitzrahmens zu vermeiden.
Der Bewegungsvorgang ist nun folgendermassen :
Sobald der Sitzrahmen --3-- bzw. die Rückenlehne-4-in Pfeilrichtung-9- verschwenkt wird, drängt der Hebel --13-- infolge seiner Lagerung an einem Fixpunkt am Sesselgestell die Beinstütze --5-- in Pfeilrichtugn --16-- nach oben. Die Beinstütze wird dabei um die Lagerstelle --17-- verschwenkt. Durch die starre Betätigungsstange --14-- zwischen dem Hebel - 13-und der Verbindungsstange --15-- wird mit der gleichen Bewegung die Fussstütze --6-um die Achse --18-- in Pfeilrichtung --19-- ausgeschwenkt.
Die Seitenwangen--20-des Sitzrahmens--3--sind als unten offene Profile, vorzugsweise U-Profile ausgebildet, so dass sie die Übertragungsstangen und Verbindungsstangen mindestens teilweise aufnehmen und dadurch abdecken.
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--22-- schwenkbarLangloch --23-- greift ein am Rohrstück --7-- angeordneter Bolzen --24-- ein. Dadurch ist eine Bewegungsbegrenzung gegeben. Mit geringem Abstand vom Bolzen--24--ist am Rohrstück --7-- ein Exzenterbolzen --25-- gelagert, mit dem eine Betätigungsstange --26-- verbunden ist.
Durch Verdrehen des Exzenterbolzens --25-- wird die Leiste --22-- zwischen diesem und dem
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Die Einstellung bzw. Feststellung der Sitzeinheit kann daher in jeder beliebigen Stellung erfolgen. Die Leiste--22--dient ferner als Endanschlag.
Die dargestellte Feder wird an Hand des Beispiels nach den Fig. 6 und 7 näher erläutert.
In eingeschwenktem Zustand befinden sich sowohl die Beinstütze als auch die Fussstütze im Bereich unter dem Sitzrahmen, so dass der Sessel auch in der normalen Lage ohne Behinderung durch die Bein-und Fussstützen benutzt werden kann. Da die Fussstütze grösserer Verschmutzungsgefahr ausgesetzt ist, wird diese beispielsweise mit Leder oder einer entsprechenden Imitation überzogen.
Die Fig. 4 und 5 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, das im Prinzip den gleichen Aufbau wie das Beispiel nach den Fig. 1 und 2 besitzt, bei dem jedoch keine Fussstütze
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--29-- fürBeinstütze --30-- aufnimmt. Die Verbindungsstange --31-- ist leicht abgewinkelt, so dass eine leichtere Bewegung ermöglicht ist. Bei ganz ausgeschwenkter Beinstütze liegt diese in einer Ebene mit dem Sitzrahmen und in eingezogener Stellung derselben schlisst diese einen annähernd rechten Winkel mit dem Sitzrahmen ein. Die Lagerstelle --29-- ist sehr hoch liegend gewählt, damit die Beinstütze entsprechend weit ausschwenkt.
Je nach der Anordnung der Stange--31--bzw. dem Abstand A der Lagerung von der Lagerstelle --29-- kann natürlich eine kleinere oder grössere Ausschwenkung der Beinstütze erreicht werden. Das Sesselgestell--32--ist relativ weit nach hinten gezogen, so dass eine ausreichend gute Standfestigkeit erreicht wird.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 6 und 7 besteht der Sitzrahmen --33-- aus im wesentlichen ein Dreieck bildenden Seitenrahmen, welche durch Stege miteinander verbunden sind. Die
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Die Sitzeinheit --36-- wird durch eine Feder-42--in ihrer Ruhestellung gehalten (Fig. 6).
Dabei ist diese Feder so bemessen, dass beim Schwenkvorgang der Sitzeinheit --36-- bei einer entsprechenden Belastung Gewichtsausgleich herrscht.
Das Sesselgestell --37-- ist beim Beispiel nach den Fig. 6 und 7 aus zwei Seitenrahmen gebildet, die durch entsprechend viele Stege miteinander verbunden sind. Die Seitenrahmen sind dabei aus drei
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od. dgl.
In der Ruhestellung der Sitzeinheit stehen die Beinstützen --38-- und die Sitzfläche--45-- in einem annähernd rechten Winkel zueinander. Bei den gezeigten beschriebenen Beispielen ist die Rückenlehne starr mit dem Sitzrahmen verbunden. Selbstverständlich ist es aber auch denkbar, hier eine Verstellmöglichkeit zu schaffen, so dass verschiedene Einstellungen von Sitzrahmen und Rückenlehne erfolgen können.
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In den Zeichnungen sind die Polsterungen bzw. Verkleidungen des Schaukelsessels nur schematisch oder aber gar nicht dargestellt. Natürlich können hier alle bekannten Möglichkeiten zur Anwendung kommen.
Am einfachsten und zweckmässigsten ist ein Aufbau des Schaukelsessels aus Metallrohren.
Selbstverständlich liegt es aber auch im Rahmen der Erfindung, eine Holzkonstruktion oder eine Konstruktion aus andern bekannten Materialien zu verwenden.
Wesentlich ist es jedoch, dass sich Sitzrahmen und Beinstütze in gegenseitiger Abhängigkeit bewegen lassen, was bislang nicht möglich war. Bei einer Bewegung des Sitzrahmens wird die Beinstütze verschwenkt und bei einem Verschwenken der Beinstütze wird der Sitzrahmen mitbewegt. Dies gelingt eben nur durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung. Es ist daher auch eine Rückstellung der Sitzeinheit in die Normalstellung bei Benutzung des Sessels möglich, ohne erst mühsam den Sessel verlassen zu müssen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schaukelsessel, bestehend aus einem Sesselgestell und einer aus einem Sitzrahmen mit Rückenlehne und einer Beinstütze gebildeten Sitzeinheit, die zur Durchführung einer Schaukelbewegung schwenkbar im Sesselgestell gelagert ist, wobei der Sitzrahmen und die Beinstütze in Abhängigkeit
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dass ein in an sich bekannter Weise einerseits an der Fussstütze unterhalb der Verbindungsstelle von Fussstütze Sitzrahmen und anderseits am Sesselgestell gelagerter Hebel (13,41) annähernd in Schwenkrichtung des Sitzrahmens angeordnet ist.
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