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Seemine.
Die moderne IIafenvorteidigung wird hauptsächlich durch Legung von Seeminen durchgeführt, welche beim Anfahren eines feindlichen Schiffes explodieren und infolgedessen das Schiff zum Sinken bringen. Da aber derselben Gefahr die eigenen Schiffe ausgesetzt sind, wenn die Ausfahrt aus dem Hafen angetreten wird, so muss für diesen Fall den Seeminen ausgewichen werden oder es müssen dieso entfernt werden, was jedoch nicht immer ausführbar ist, weil das Entfernen von Seeminen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Bei Anwendung der Seeminen nach vorliegender Erfindung ist es möglich : a) dio Mine durch Anfahren des feindlichen Schiffes explodieren zu lassen, b) von der Zentralstation in beliebigem Augenblicke zur Explosion zu bringen, c) die Minen einzeln oder die ganze Kette von Minen auszuschalten, d. li. für gewünschte Zeit ungefährlich zu machen,
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0)'eine etwa beschädigte Mine sofort ausfindig zu juachen.
In der Zeichnung stellen dar :
Fig. 1 Draufsicht der Seemine,
Fig. 2 die Seemine im Schnitte nach A - B,
Fig. 3 die Seemine im Schnitte nach
Fig. 4 hervorragende, isolierte Drahtstücke, Fig. 1) und 6 Details der Umdrehungs-und Feststellvorrichtung und
Fig. 7,8, 9 Schaltungsschema der elektrischen Verbindung.
Die Mine besteht ans der äusseren 1 und der inneren Umhüllung 2 in Kugelform, die miteinander mittels Holzeinlagen . 3 verbunden sind. Der Innenraum der oberen Hälfte ist mit einem explosiven Matcriale (Pulver, Schiessbaumwolle u. dgl.) 4 ausgefüllt und enthalt
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führende Leitungsdrähte 7, 8 bzw. 9, 10.
Die Drahtstücke 6 (Fig. 4) sind umeinander gewunden und mit Glas oder einem anderen spröden Isoliermateriale umgeben, welches sofort abspringt, sobald die Windungen gebogen und dadurch die Drähte blossgelegt werden, so dass der elektrische Strom nunmehr kreisen kann, wei die Verbindung durch das Wasser erfolgt.
Unterhalb der anderen Hälfte der Mine befindet sich eine rinnenförmige Umhüllung 11, von welcher zwei Arme 12 auslaufen ; diese dienen zur Aufnahme der Zapfen 13, wodurch die Mine drehbar ist.
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Rinne 11 (Fig. 2) dient zur Aufnahme eines'kleinen Elektromotors 15, der mittelst des elektrischen Stromes von der Zentrale aus betätigt wird. Zu dem Zwecke laufen von der Zentrale zwei Leitungsdrähte 16, 17 (bzw. ein Kabel) durch einen der Zapfen 13, die den elektrischenStromdemMotoremittelstSchleifkontaktezuführen.
An beiden Enden der Rinne 14 befindet sich je @ne Feder 18 (FIg. 2, 5), die einen unten abgedichteten Stift 1. 9 umgreift und hochhält. Gleichzeitig drücken ihn aber zwei schwächere, in den Führungshülsen 20, 21 (Fig. 6) angebrachte Spiralfedern nieder, so
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der Umhüllung 11 vorgesehene Aussparung 23 einschnappen lassen, wodurch die Stellung der Mine fixiert wird.
Die Wirkungsweise entspricht dem einen oder anderen eingangs erwähnten Zwecke, je nach der in den Fig. 7, 8 und 3 beispielsweise dargestellten Schaltung, u. zw. : Ad a) Wird die Mine durch ein feindliches Schiff angefahren, folglich eine hervorstehende
Drahtwindung 6 umgebogen. daher blossgelegt, so kreist der elektrische Strom von der Zentrale 24 (Fig. 7) durch den Umschalter, 85 (strichlierte Stellung), den Draht 10, die beschädigte Drahtwindung 6, den Draht 9, 8, Zünder 5 und Draht 7 zur Zentrale zurück. Dadurch wird ein feiner, die Leitungen 7, 8 im Zünder 5 verbindender Platin- draht glühend und dadurch die Explosion hervorgerufen.
Ad b) und c) Bei Schaltung nach Fig. 8 kann die Explosion der Mine nur von der Zentrale aus veranlasst werden ; die äussere Beschädigung allein (durch das Schiff) bleibt wirkungslos.
Ad d) Soll die Mine vor der Beschädigung, d. h. vor dem Anfahren eines Schiffes geschützt werden, so ist der Elektromotor J5 in Gang zu setzen ; zu diesem Zwecke wird der elektrische Strom durch die Drähte 16, 17 dem Motore zugeführt, welch letzterer die äussere Umhüllung 1 rechts hinaufsteigt ; der freigegebene Stift 19 kehrt wieder in seine Hochstellung (Fig. 5) zurück und in dem Masse, als sich die Lage des Schwer- punktes verlegt, dreht sich die Mine herum, bis der Elektromotor die andere Feder 18 und den anderen Stifte niederdrückt. Auf diese Weise gelangen alle Drahtwindungen 6 in die rinnenförmige Umhüllung 11, welche sie vor unbeabsichtigter Beschädigung schützt.
Vorsichtshalber ist hiebei der elektrische Strom zu unterbrechen (Fig. 7 voll gezeichnete Stellung des Umschalters).
Ad e) Die Untersuchung von Minen bezüglich einer etwa vorgekommenen Beschädigung erfolgt nach der in Fig. 9 dargestellten Schaltung bzw. Stellung des Umschalters und 26. Die Leitung zum Zünder 5 bleibt in diesem Falle unterbrochen und der Strom kann einen anderen Weg einschlagen, falls die Isolierung einer Windung 6 zerstört wäre. Ist sie intakt geblieben, so kann der Strom nicht kreisen, was z. B. am Galvano- meter zu erkennen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Seemine, bestehend aus einer äusseren und inneren Umhüllung (1, 2), zwischen welchen in der unteren Hälfte ein von der Zentrale aus mittelst des elektrischen Stromes zu verschiebender Elektromotor (15) behufs Verlegung des Schwerpunktes bzw.
Umdrehung
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Drahtleitungen (7, 8, , 10) angebracht sind, von denen ein Paar (7, 8) im Zünder mit feinem Platindrahte, das andere (9, 10) hingegen mit herausragenden, von einem spröden Materiale umgebenen, d. h. isolierten Drahtstücken (6) verbunden ist, zum Zwecke, die Mine im Falle der Beschädigung des spröden Isoliermateriales (durch Anfahren eines feindlichen Schiffes) explodieren zu lassen, oder nötigenfalls umzudrehen und die Drahtstücke (6) durch eine rinnenförmige Umhüllung (11) vor der Beschädigung zu schützen, in beiden Fällen
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zu lassen, sowie die Eruierung einer beschädigten Mine ohne Zeitverlust durchführen zu können.
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