AT272684B - Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen

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AT272684B
AT272684B AT899563A AT899563A AT272684B AT 272684 B AT272684 B AT 272684B AT 899563 A AT899563 A AT 899563A AT 899563 A AT899563 A AT 899563A AT 272684 B AT272684 B AT 272684B
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stumps
fibers
felt
stump
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AT899563A
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Jacques Schweig
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Jacques Schweig
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen 
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen. 



   Die bis heute bekannten Hutstumpen bzw. Hutfilze werden aus tierischen Fasern, z. B.   Hasen- oder   Kaninchenhaaren, Wolle usw., gegebenenfalls unter Beimischung von synthetischen Fasern hergestellt. 



  Bei der Auswahl solcher Fasern trachtete man bisher danach, solche zu verwenden, welche eine natürliche oder eine durch besondere Behandlungen erhöhte Filzfähigkeit besitzen. 



   Die Filzfähigkeit der Rohstoffe ist-wie allgemein bekannt ist-eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Erreichung einer guten Hutfilzqualität. 



   Da synthetische Fasern keine oder im allgemeinen eine ungenügende Filzfähigkeit besitzen, konnte man bis dahin für die Herstellung von Hutfilz nur einen beschränkten prozentualen Anteil an synthetischen Fasern mitverwenden. 



   Es ist zwar bereits vorgeschlagen worden, Hüte aus vollsynthetischen Fasern herzustellen, wobei Gewebe, Gewirke oder Geflechte das Ausgangsmaterial bilden. Solche Hüte haben jedoch nicht das Aussehen von Filzhüten, sondern gleichen eher den als Strohhüte bekannten Hüten. Weiters ist es auch bereits bekannt, fertige Hutstumpen mit Kunststofflösungen zu imprägnieren, doch setzte dies das fertige Vorliegen eines solchen Hutfilzstumpens voraus, so dass die verwendeten Kunststoffe nur als Appreturmittel, nicht aber als Bindemittel, wirkten. Die Herstellung von Hutfilzstumpen aus synthetischen Fasern ist bisher als unmöglich angesehen worden. 



   Es wurde nun überraschenderweise festgestellt, dass die Wahl der als Ausgangsmaterialien zu verwendenden Rohstoffe nicht unbedingt an das Erfordernis der Filzfähigkeit gebunden ist, so dass man nunmehr dank der Erfindung auch in erhöhtem Ausmass Kunstfasern verwenden kann. Man kann nunmehr beliebige Fasern natürlichen oder synthetischen Ursprungs oder   gewünschtenfalls   Mischungen solcher natürlicher und synthetischer Fasern in bekannter Weise in einer Blasmaschine zu einem Wirrfaservlies mischen, welches dann in einer Fachmaschine veranlasst wird, sich durch Saugwirkung auf eine konische Tragform abzusetzen, wobei vorzugsweise durch Behandlung mittels Heisswasser ein abnehmbares Vlies als Rohform für Hutstumpen oder Bandeaux für Hüte entsteht. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die auf der konischen Tragform gebildeten Hutfachen, vorzugsweise nach   leichterVorverfestigung   durch Heissbefeuchtung mit mindestens einem Kunststoff in Form einer Lösung, einer Dispersion oder einer Emulsion behandelt werden, worauf zur endgültigen Verfestigung des Hutstumpens bzw. Hutfilzes der Kunststoff durch Wärmebehandlung ausgehärtet wird. 



   Je nach Wahl des bzw. der Kunststoffe wird man dieselben in Form einer Lösung, einer Dispersion oder einer Emulsion zur Verwendung bringen. 



   Das Wesen der traditionellen Fabrikation von Filzstumpen besteht darin, dass die"Fachen", d. h. jene noch unverfilzten, räumlichen Vliese, erst einem langwierigen und kostspieligen Arbeitsprozess, dem sogenannten Filzen und Walken, unterworfen werden müssen, damit sie die erforderliche Festigkeit 

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 erlangen. Zur Herstellung solcher Produkte kommt als Rohmaterial auch nur ein Fasermaterial in Frage, welches aus filzbaren Fasern besteht. Kunstfasern oder sonstige synthetische Fasern können dabei nur in einem sehr begrenzten Umfang beigemischt werden. Die Erfindung besteht nun darin, dass die unverfilzten lockeren Fasern der Fache nicht durch Walken, sondern durch ein geeignetes Bindemittel, welches auf die Fasern aufgebracht wird, gebunden werden.

   Dabei ergibt sich als bedeutender Vorteil, dass der Prozentsatz an nichtfilzenden Fasern bedeutend grösser gewählt werden kann, weil die Bindung der Fasern untereinander auf ganz neue Weise erreicht wird und die Festigkeit nicht mehr auf der natürlichen Verfilzung der Fasern beruht. 



   Die Erfindung geht also nicht von fertigen Hutstumpen aus. Vielmehr wird durch die Erfindung der Walk-und Filzprozess grösstenteils   überflüssig, weil   die Fache durch die Wirkung der aufgebrachten Kunststofflösung oder Kunststoffdispersion zu einem Vlies verfestigt wird. Diese Vliesverfestigung erfolgt, wie festgestellt werden konnte, an den Überschneidungspunkten der Fasern, so dass eine stabile Raumnetzstruktur entsteht. Im Gegensatz dazu werden bei der Imprägnierung dichter, verfilzter, fertiger Stumpen auch die zwischen den Fasern verbleibenden Zwischenräume grösstenteils ausgefüllt.

   Im Falle des lockeren Gebildes, das die Fache darstellt, sammelt sich das Bindemittel aber hauptsächlich nur dort, 
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 dass der von der Tragform weggenommene Hutstumpen in einer geeigneten, herkömmlichen Walkmaschine einem verkürzten Walkvorgang unterzogen wird, wodurch eine gute Verschlingung der Kaninhaare mit den Polyacrylnitrilfasern erzielt wird. 



   Dem so gebildeten Hutstumpen wird in einer Schleudertrommel ein möglichst grosser Anteil des Wassers, das er beim Vorverfestigen aufgenommen hat, entzogen, worauf er einer Behandlung eines als Bindemittel wirkenden Kunststoffes in Form einer Lösung, Dispersion oder Emulsion unterzogen wird. Die Behandlung selbst kann im Tauchverfahren oder z. B. auch im Aufsprühverfahren erfolgen. Nach dieser Behandlung wird der Hutstumpen in einem Walzenquetschwerk abgequetscht, wobei der Walzendruck zweckmässigerweise je nach dem gewünschten Abquetscheffekt eingestellt wird. Der so abgequetschte, mit dem als Bindemittel wirkenden Kunststoff durchtränkte Hutstumpen kann gewünschtenfalls anschliessend mittels Dampf erhitzt und auf eine Metallform aufgezogen werden, so dass eine leichte Streckung des Stumpens erfolgt.

   Daraufhin wird der Hutstumpen bei zirka 700C getrocknet und hierauf 
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 rend zirka, 5 min einer Temperatur von zirka 100 bis 1700C ausgesetzt, wodurch das Aushärten des im Hutstumpen vorhandenen Kunststoffes bewirkt wird. 



   Das nachstehende, spezifische Beispiel möge die Erfindung noch ausführlicher erläutern. Selbstverständlich lassen sich an Stelle der nachfolgenden Kunststoffmischung beliebige andere, dem Fachmann bekannte Mischungen verwenden. 



   Beispiel l : Man verwendet eine Mischung aus   Kanin- oder andern   tierischen Haaren und Poly-   acrylnitrilfasem   im Verhältnis 70 : 30. Diese Mischung wird auf übliche Weise gefacht,   anschliessend-   sofern es erwünscht ist-leicht angefilzt oder vorgewalkt und eventuell gefärbt. Darauf erfolgt eine endgültige Verfestigung mit einer Binderflotte folgender Zusammensetzung : 
300 g/l   einer 43 igen   Dispersion eines Polymerisate aus Acrylsäurebutylester, Butadien und   5%  
Acrylamid, 
50   g/l   einer   lOoigen,   wässerigen Lösung von Polyacrylamid, 
30 g/l einer 50%igen, wässerigen Lösung von Trimethylolmelamin und 
3 g/l Ammoniumchlorid. 



   Nach der Imprägnierung wird der Stumpen durch Abquetschen von der überschüssigen Flotte befreit, bei   700C   getrocknet und anschliessend während 5 min bei 1500C nacherhitzt. 



   Beispiel 2 : Ein wie in Beispiel 1 hergestellter Stumpen wird mit einer Flotte folgender Zusammensetzung getränkt : 
470 g/l einer   zuigen   Dispersion eines Polymerisates aus Acrylsäurebutylester, 5% Acrylamid und 
 EMI3.2 
 
4 g/l Ammoniumchlorid. 



   Es wird in gleicher Weise wie in Beispiel 1 nachbehandelt. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen aus   Natur-und/oder   Chemiefasern durch Vermischen dieser Fasern und Absetzenlassen dieses Fasergemisches in einer dazu geeigneten Vorrichtung auf Tragformen, dadurch gekennzeichnet, dass die gebildeten Hutfache mit mindestens einem Kunststoff   in Form einer Lösung, einer Dispersion oder einer Emulsion behandelt werden,   worauf zur endgültigen Verfestigung des Hutstumpens bzw. Hutfilzes der Kunststoff durch Wärmebehandlung ausgehärtet wird. 
 EMI3.3 


Claims (1)

  1. Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dassvorderBehandlungmitdemmoplaste, z. B. Vinyl-Polymere, z. B. PVCoderPV-Acetat, Polyalkene, z. B. Polyäthylen, Polypropylen usw., Polymerisate von Dienen, z. B. Polybutadien, Acrylestern und Derivaten davon, z. B. Acrylsäurebutylester, Methacrylsäurebutylester usw., Amide der Polyacrylsäure bzw. der Polymethacrylsäure, Polymerisate von Acrylnitril usw., ferner Aminoplaste, wie z. B. Formaldehyd-Vorkondensate des Melamins, des Harnstoffes, des Acetylendiharnstoffes usw., verwendet werden. <Desc/Clms Page number 4> EMI4.1
AT899563A 1962-11-12 1963-11-11 Verfahren zur Herstellung von Hutfilzstumpen AT272684B (de)

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