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Blechschere für Scherenlinien von Blech-Walzenstrassen
Gegenstand des Patentes Nr. 219381 vom 15. Juni 1961 ist eine Blechschere für Scherenlinien von Blech-Walzenstrassen, insbesondere Grobblechstrassen, die je ein feststehendes Untermesser und ein bewegliches Obermesser aufweisen und in einander gegenüberliegender Aufstellung als Besäumscheren zur Anwendung kommen. Um zu vermeiden, dass beim Rückhub der gleichzeitig schneidenden Messer der beiden gegenüberliegenden Scheren das Blech angehoben wird und die Messer durch Reibung an den geschnittenen Kanten verschleissen, wurde gemäss dem Stammpatent vorgesehen, dass das bewegliche Schneidmesser bei jedem Rückhub in eine Ebene zurückführbar ist, die gegenüber der Schneidebene versetzt ist.
Eine Ausführungsform einerBesäumschere gemäss diesem Patentwurde in dem Zusatzpatent Nr. 226501 beschrieben, laut welchem mehrere zu einem trommelartigen Obermesserträger zusammengefasste Schwenkbalken vorgesehen sind, der Messerträger frei drehbar gelagert ist und der Anzahl der Schwenkbalken bzw. Obermesser entsprechend an mehreren Stellen an einen unter einem Hebelarm zur Drehachse angreifenden hin-und hergehenden Schneidantrieb anschliessbar ist.
Bei dieser Konstruktion ist noch von Bedeutung, dass die Achse des trommelartigen Messerträgers in waagrechtgeführten Lagerstücken gelagert ist und die Einrichtung zum Verlagern des Messerträgers vor dem Rückhub aus zwei Kniehebelgestängen besteht, die einerseits an den Lagerstücken und anderseits am Scherengehäuse abgestützt sind, wobei an den ausknickbaren Gelenkpunkten umsteuerbare Antriebe angreifen.
Die Verwendung von Kniehebelgestängen als Einrichtung zum Messerrückzug erfordert es, dass die Kniehebel beim Schnitt in einer Strecklage sind, um die horizontale Komponente des Schnittdruckes unmittelbar in das Scherengestell weiterzuleiten. Diese Strecklage stellt sich aber nur bei einer zum Blech hin orientierten vordersten Stellung der Lagerstücke ein, die durch verstellbare Anschläge zur Einstellung des Messerspaltes veränderbar ist. Dies bedeutet, dass die Kniehebelgestänge nicht mehr in eine Strecklage kommen können, wenn die Lagerstücke zur Einstellung eines grösseren Messerspaltes in ihrer vorderen Anschlaglage vom Blech zurückversetzt sind. In diesem Fall muss ein Teil der horizontalen Komponenten des Schnittdruckes in die Antriebsvorrichtung des Messerrückzuges gehen.
Ziel der Erfindung ist es, die Verstelleinrichtung für den Messerrückzug von der Messerspalteinstellung unabhängig zu machen und von Komponenten des Schnittdruckes freizuhalten. Dieses Ziel erreicht die Erfindung dadurch, dass die am Scherengestell abgestützten Gelenkachsen der einen Laschen der Kniehebelgestänge in Bewegungsrichtung ihrer Lagerstücke verstellbar sind. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, bei jeder Messerspalteinstellung eine Strecklage des Kniehebelgestänges einzustellen. Letztlich dient die Erfindung dem absatzfreie Besäumen von Blechen, da die horizontale Komponente des Schnittdruckes stets von in Strecklage befindlichen Laschen der Kniehebelgestänge aufgenommen bzw. übertragen wird.
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Dem gleichen Ziel dient auch die weitere Ausgestaltung der Erfindung, die darin besteht, dass die an den Lagerstücken gelagerten und angreifenden Teile des Kniehebelgestänges durch je eine Exzenterwelle ersetzt sind, an deren Exzenter die am Scherengestell abgestützte Lasche angreift, wobei an den Exzenterwellen hin-und hergehende Antriebe zum vorübergehenden Verstellen der Exzenter im Sinne einer Verkürzung des Abstandes zwischen der Schwenkachse des Messerträgers und den Gelenkachsen angreifen. Dadurch wird eine Gelenkstelle zwischen zwei Kniehebelgestängeteilen vermieden und auch die Baubreite der Schere verringert.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel einer Besäumschere gemäss der Erfindung dargestellt, deren Aufbau im Zusammenhang mit weiteren Erfindungsmerkmalen nachstehend erläutert wird. Es zeigen : Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch die Schere in einer Lagerebene des trommelartigen Messerträgers nachderLinie I - I in Fig. 3 ; Fig. 2 einenTeil derAntriebsvorrichtung für die Messerrückzugseinrichtung im Schnitt nach der Linie n-II in Fig. 1 und Fig. 3 eine Rückansicht der Schere in Pfeilrichtung A in Fig. 1, eine Lagerseite im Schnitt nach der Linie III - III in Fig. 1 und Fig. 4 einen SchnittnachderLinieIV-IVinFig. 3invergrössbertemMassstab.
Zur Aufnahme von vier Obermessern l dient ein trommelartiger Messerträger 2, dessen Umriss
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l zur Darstellung der Anordnung von nur zwei Obermessern l und la strichpunktiert dargestelltfesten Untermesser 15 zusammen, um ein Blech 16 zu besäumen.
Der Messerträger 2 ist über die Achse 3 in zwei seitlichen Lagerstücken 5 frei drehbar ge- lagert und wird - wie im Zusatzpatent beschrieben - von einer Kurbelwelle 9 aus über nicht dargestellte Stössel reversierend angetrieben.
JedesLagerstück 5 ist in Führungen 14a des Scherengestelles 14 verschieblich geführt. Zum vorübergehenden Verlagern der Lagerstücke 5 und damit der Messertrommel 2 während des Rück - hubes vom Blech 16 weg dient eine Rückzugseinrichtung, die an jedem Lagerstück 5 angeordnet
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4nähererläutertwird. EinLagerstückin denen über Wälzlager 30,31 eine Exzenterwelle 32 gelagert ist. An dem Exzenter 32a der Exzenterwelle 32, der eine Lasche des Kniehebelgestänges nach dem Zusatzpatent ersetzt, greift eine Lasche 17 an, die mit einer Gelenkachse 19 gelenkig verbunden ist. Die Gelenkachse 19 ist in einem gabelförmigen Verstellstück 33 gelagert, das mit einer Gewindespindel 34 undrehbar verbunden ist.
Die Spindel 34 sitzt in einer drehbaren, aber unverschieblichen Mutter 35, die am vorderen Ende eine Kegelradverzahnung 35a trägt. Die Kegelradverzahnung 35a steht mit einem Kegelrad 36 im Eingriff, das über eine senkrechte Achse 37 von einem Schneckenradantrieb 38,39 gedreht werden kann. Das Schneckenrad 38 und die Schnecke 39 sind in einem Gehäuse 40 gelagert, das an einer Aussenwand des Scherengestelles befestigt ist, wie Fig. 3 zeigt. Aus Fig. 3 ist auch zu ersehen, dass die Schnecken 39 beider Lagerseiten von einem Motor 41 aus über eine gemeinsame Antriebswelle 42 antreibbar sind. Durch eine Magnetpulverkupplung 43 kanndieSchnecke 39 der rechten Lagerseite abgeschaltet werden.
Indem die Gelenkachse 19 der Laschen 17 über die Teile 34 - 43 in Richtung der Führungen 14a der Lagerstücke 5 verstellt werden können, ist der Messerspalt ohne Verschwenkung der Laschen 17 oder der Exzenter 32a der Exzenterwellen 32 einstellbar. Wenn die Magnetpulverkupplung 43 gelöst wird, kann man über die Messerspalte-Einstellvorrichtung der linken Lagerseite die Messertrommel 2 zum Blech 16 etwas schräg stellen, was unter Umständen zur Vermeidung von Absätzen beim Besäumen eines Bleches notwendig ist.
Die Messerrückzugseinrichtung zum Verlagern des schneidenden Obermessers während des Rückhubes vom Blech 16 weg arbeitet unabhängig von der Messerspalteinstellung, indem auf den Exzenterwellen 32 aussen je eine Kurbel 45 drehfest aufgesetzt ist (Fig. 4), an denen senkrecht stehende Schubstangen 46 angreifen. Die Kurbeln 45 werdenwährend des Rückhubes des schneidenden Ober- messers la hin-und hergehend betätigt, u. zw. über je eine auf der Hauptantriebswelle 9 sitzenden Nockenscheibe 47, mit der je ein bei 48 am Scherengestell gelagerter Gabelhebel 49 über zwei Tastrollen 50,51 zusammenarbeitet, an denen die Schubstangen 46 gelenkig angreifen.
Dreht sich die Hauptantriebswelle 9 beispielsweise in der angegebenen Pfeilrichtung, so führen die Gabelhebel 49 eine Bewegung im Uhrzeigersinn aus, wodurch die Schubstangen 46 hochgehen.
Über die Kurbel 45 werden die Exzenter 32a der Exzenterwellen 32 aus einer waagrechten Totpunktlage in der Weise verstellt, dass die Lagerstücke 5 und damit die Messertrommel 2 vom Blech 16 weg verlagert werden.
Bei weiterer Drehung der Hauptantriebswelle 9 gehen die Schubstangen 46 wieder in Aus-
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gangslage nieder, in der die Schnittdrücke von den Lagerstücken 5 über die Totpunktstellung befindlichen Exzenter 32 und die Laschen 17 von den Gelenkachsen 19 und letztlich vom Scherengestell 14 aufgenommen werden. Eine Änderung des Messerspaltes über die Messerspalteinstellung 34-43' wirkt sich inAnbetracht der senkrechten Lage der Schubstangen 46 kaum auf die Stellung der Exzenter 32a aus, so dass die eigentlichen Messerrückzugsantriebe 45 - 51 unabhängig von der Messer- spalteinstellung stets von Schnittdrücken frei sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Blechschere für Scherenlinien von Blech-Walzensrassen nach Patent Nr. 226501, dadurch gekennzeichnet, dass die am Scherengestell (14) abgestützten Gelehkachsen (19) der einen Laschen (17) der Kniehebelgestänge in Bewegungsrichtung ihrer Lagerstücke (5) verstellbar sind.
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gelagerten und angreifenden Teile desKniehebelgestänges durch je eine Exzenterwelle (32) ersetzt sind, an deren Exzenter (32a) die am Scherengestell (14) abgestützte Lasche (17) angreift, wobei an den Exzenterwellen hin-und hergehende Antriebe zum vorübergehenden Verstellen der Exzenter (32a) im Sinne einer Verkürzung des Abstandes zwischen der Schwenkachse (3) des Messerträgers (2) und den Gelenkachsen (19) angreifen.