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Vorliegende Erfindung hat eine Vorrichtung zur Umwandlung von hochfrequentem Wechselstrom in Gleichstrom zum Zwecke der Funkontelegraphie zum Gegenstände, um die einlangenden eielitrischen Wellen mit Hilfe der gewöhnlichen, für (gleichstrom be- stimmten Instrumente, wie Spiegelgalvanometer oder Amperemeter, wahrnehmbar nnd messbar zu machen. Die Vorrichtungen der jetztgenannten Art werden von Wechst'istrom. ob er nun hohe oder niedrige Frequenz hat, nicht beeinflusst und um solche Ströme wain'nelmen und messen zu können, müssen besondere Wechselstrominstrumente benützt werden.
Nun ist es aber von grosser, praktischer Wichtigkeit, schwache elektrische Wellen, wie sie t'ei der Telegraphie mittelst Hertzscher Wellen auftreten, mittelst eines gewöhnlichen Spiegel-
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entwickelnden Elektrolyten tanchen, die so gebildete Zelle nur für einen Strom von bestimmter Richtung leitend ist, wofern die Spannung dieses Stromes nicht eine bestimmte Grenze übersteigt. Keine dieser beiden Arten von Gleichrichtern ist aber für hochfrejaenten Wechselstrom brauchbar.
Der hier zum Gleichrichter des Wechselstromes verwendete Apparat beruht auf der bekannten Erscheinung, dass der Zwischenraum zwischen zwei in einem evakuierten Behälter < 'ingeschlossenen Leitern, von denen einer stark erhitzt ist, einseitig leitend ist, indem negative Elektrizität vom heissen zum kalten Leiter nicht aber in umgekehrter Richtung gehen kann. Da der heisse Leiter bis auf eine sehr hohe, etwa bis nahe znm Schmelz-
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hergestellt, etwa in Form eines Glühfadens einer gewöhnlichen elektrischen Lampe.
Der kalte Leiter kann ans verschiedenen Materialien bestehen ; ein blankos hietall, wie Platin
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werden in einem Gtasbehatter eingeschtosson, der der Birne einer Glühlampe ähnlich ist und der Kohlenfaden wird gewöhnlich durch Gleichstrom auf hohe Weissglut gebracht ; die leitende Verbindung zwischen diesem Faden und dem kalten Leiter wird durch in den
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Aluminiumzylinder, welcher von Platindrähten d getragen wird. Die Enden des Kohlenfadens b sind mit Platindrähten verbunden, die an die Speiseleitungen e, f angeschlossen sind. Die Platindrithte sind in der gewöhnlichen Weise in das Glas eingeschmolzen.
Da der Behälter a bis zu einem sehr hohen Grad-zu evakuieren ist und da ansehnliche Mengen Luft an den Leitern okkludieren, so sind diese beim Auspumpen des Behälters zu erhitzen. Der Faden b kann einfach dadurch erhitzt werden, dass man einen elektrischen Strom durch ihn hindurchsendet und der Zylinder c dadurch, dass man auf den Glasbehälter a eine Widerstandsspule aufschiebt, durch die man einen Strom leitet, wobei das Ganze in einem mit Asbest oder dgl. ausgefütterten Kasten eingeschlossen wird. Wird der Zylinder c durch einen Leiter ersetzt, der dadurch erhitzt werden kann, dass man einen Strom durch ihn hindurchleitet, so ist diese Erbitzungsweise der vorstehend angegebenen wohl vorzuziehen.
Der Kohlenfaden wird in der gewöhnlichen Weise durch von der Batterie h gelieferten Gleichstrom auf hohe Weissglut gebracht, wobei der negative Pol der Batterie mit dem Draht e und der positive mit dem Draht. f verbunden ist. Die Drähte d und e sind durch ! die Leitung j miteinander verbunden, in welche die Sekundärwicklung k eines Transformators, wie solche bei der drahtlosen Telegraphie üblich sind, und ein Galvanometer l eingeschaltet ist. m ist die Primärwicklung des Transformators ; ein Ende derselben ist wie tihlieh mit dem Auffang- leiter (Antenne) 11 und das andere hei o mit der Erde verbunden.
Die eben beschriebene Einrichtung wirkt als Gleichrichter, indem sie negative Elektri-
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Richtung gehen lässt, so dass von den Wellen des Wechselstromes, welcher in der Sekundärwicklung k durch den von der Antenne n aufgefangenen Ilertzscbcn Wellen induziert wird, nur solche von einer bestimmten Richtung durch das Galvanometer gehen und einen gleichgerichteten Strom bildend, dieses zum Ausschlagen bringen, wodurch die einlangenden telegraphisclwn Zeichen gelesen werden können.
Die Wirkung kann in folgender Weise verstärkt werden Es werden zwei je dem in
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geordnet ; Is, p sind die Spulen eines Differentialgalvanometers, die mit den Glasbehälters derart verbunden sind, dass in entgegengesetzten Richtungen durch die Glasbehälter fliessende Ströme durch die Galvanomotorspulou in solchen Richtungen fliessen, dass sie auf die Nadel q des Galvanometers im gleichen Sinne wirken. Zu dem Zweck ist der heisse Leiter jedes der Glasbehälter mit dem kalten Leiter dos anderen verbunden und daher lässt der eine
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zitrat b) oss in der anderen Richtung durchgehen.
Die gemeinsame Klemme der beiden Galvanometerspulen p ist mit der Spule k oder irgendeiner anderen Wechselstrom-oder Wellenquelle verbunden und die andere Klemme dieser Quelle ist mit den Glasbehältern, wie gezeichnet, verbunden. Jeder Behälter hat seine besondere isolierte Batterie A zur Erhitzung seines heissen Leiters. Es wird so ein Wechselstrom in zwei Gleichströme zerlegt, die durch die Glasbehälter in entgegengesetzten Richtungen und durch die Galvnnometer-
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galvanometers kann die Gesamtenergie des Wechselstromes nutzbar gemacht worden, statt dass eine Hälfte derselben verloren geht. Auf diese Weise können sehr schwache elektrische Wellen durch ein empfindliches Spiegelgalvanometor wahrnehmbar gemacht werden.
Man kann eine Anzahl dieser Gleichrichter in Parallelschaltung verbinden, wie Fig. 3 zeigt, so dass die durch die einzelnen Gleichrichter gleichgerichteten Wechselströme Gleichströme ergeben, welche sich addieren.
Statt dass man einen den Kohlenbügel umgebenden Metallzylinder verwendet, kann man
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Strom erhitzt werden und den heissen Leiter des Gleichrichters bilden, während die anderen kalt bleiben und den kalten Leiter darstellen. Der Metallzylindor kann auch durch einen Mcerschaumzylinder ersetzt werden, auf den ein schmaler Streifen von Metallfolie in Schraubenlinien gewickelt ist. Das Galvanometer l kann durch irgendein anderes Instrument zur Wahrnehmung von
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oder Aufzeichnen betätigt.
Handelt es sich um stärkere Wechselströme, so kann der heisse Leiter durch einen Stab aus weicher graphitischer Kohle ersetzt werden, der von geeigneten Stützen getragen wird.
Mit Hilfe der vorstehend beschriebenen Vorrichtung ist es auch möglich, Wechselstrom gleichzurichten, ohne dass man einen besonderen Gleichstrom als Heizstrom benötigt.
Lässt man Wechselstrom durch den Kohlenfaden gehen, so dass dieser hell weissglühend wird und verbindet man die eine oder die andere Klemme des Kohlenfadens durch eine ausserhalb des Behälters gelegene Leitung mit der Klemme des über den Kohlenfaden
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gestülpten Mantels oder eines anderen kalten Leiters, so geht durch diese Leitung gleichgerichteter Strom. Es kann daher die Vorrichtung zum Gleichrichten von hoch-oder niederfrequentem Wechselstrom oder von elektrischen Wellen dienen, wenn diese nur hinreichend stark sind, um einen Kohlenfaden bis zur hellen Weissglut zu erhitzen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Empfänger für drahtlose Telegraphie unter Verwendung eines Gleichrichters für die elektrischen Wellen, bestehend aus einem luftleeren Behlilter mit zwei nahe beieinander gelegenen aber einander nicht berührenden Leitern (b, c), von denen einer (b) erwärmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Leiter durch einen ausserhalb des Gefässes liegenden Leiter miteinander verbunden sind, welcher ausser einem bekannten Instrumente (Galvanometer I) zur Anzeige des Gleichstromes die Sekundärwicklung (k) einer Induktionsspule einschliesst, deren Primärwicklung einerseits mit einem Luftleiter und andererseits mit der Erde (0) verbunden ist.