AT250565B - Verfahren zur Herstellung eines therapeutisch verwendbaren Injektionspräparates von Araneatoxin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines therapeutisch verwendbaren Injektionspräparates von Araneatoxin

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AT250565B AT458264A AT458264A AT250565B AT 250565 B AT250565 B AT 250565B AT 458264 A AT458264 A AT 458264A AT 458264 A AT458264 A AT 458264A AT 250565 B AT250565 B AT 250565B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines therapeutisch verwendbaren
Injektionspräparates von Araneatoxin 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

   Toxin unter aseptischen Bedingungen gewonnen und unmittelbar in einem wasserfreien mehrwertigen Alkohol, wie Glycerin, 1, 3-Butylenglykol oder 1, 2-Propylenglykol eingebracht wird. 



  Vorzugsweise wird die Lösung des Toxins in mehrwertigen Alkoholen mit der Lösung eines kolloidalen, hydrophilen, körperfreundlichen Stoffes, wie Polyvinylpyrrolidon, Dextran, Carboxymethyldextran i oder Carboxymethylcellulose versetzt, wodurch Präparate mit Depotwirkung und exakter Dosierungsmöglichkeit erhalten werden. 



  Es wurde somit überraschenderweise gefunden, dass Araneatoxine unter aseptischen Bedingungen von lebenden Tieren gewonnen und trotz ihrer ausserordentlich grossen chemischen Labilität durch unmittelbar darauffolgendes Einbringen in ein stabilisierendes und konservierendes flüssiges Medium, in dem chemische und vor allem fermentative Einflüsse weitgehend ausgeschaltet sind, in eine minimal ein Jahr lang pharmakologisch aktive Arzneiform gebracht werden können. Es ist damit möglich, das bei der Toxinentnahme anfallende Gift ohne Verluste zu ampullieren und Präparate herzustellen, die sich durch die dem nativen Toxin innewohnenden Eigenschaften auszeichnen. 



  Bei der Verarbeitung von tierischen Giften (Schlangentoxin, Bienengift, Spinnentoxin) verbietet sich i wegen der Eiweissnatur dieser Verbindungen eine Hitzesterilisierung der ampullierten Lösungen. Vorhergehende Filtration der Toxinlösungen durch Asbestfilterschichten ist wegen der damit verbundenen Adsorptionsverluste bei den geringen Toxinkonzentrationen ebensowenig durchführbar. 



  Die aseptischen Bedingungen, die im vorliegenden Verfahren angewendet werden, erstrecken sich auf Arbeitsplatz, Arbeitsgeräte, wie Pinzetten, Glasschalen, Kapillaren und Aufnahmegefässe für die Toxinlösungen. Für die Haltbarmachung von Eiweissstoffen komplexer Natur, wie sie in tierischen Sekreten von der Art der Spinnentoxine vorliegen, ist die Ausschaltung der Anwesenheit von Wasser eine wesentliche Bedingung. Da sich die Spinnentoxine, wie bereits erwähnt wurde, zur Lyophilisierung nicht eignen, werden die von mehreren Spinnen nacheinander gewonnenen Toxinmengen sofort in einen wasser-   
 EMI2.1 
 



   Beispiel 1 : Die Toxinabnahme wird in einem   für Sterilarbeiten geeigneten Raum unter asepti-   schen Bedingungen durchgeführt. Pinzetten, Glasschalen, Kapillaren und alle sonstigen Arbeitsgeräte sind, soweit möglich, mit gespanntem Dampf bzw. Heissluft keimfrei zu machen, der Arbeitsplatz ist durch UV-Bestrahlung und Vernebelung und bakterizid wirkende Aerosole keimarm zu machen. Jeweils eine ausgewachsene, weibliche Spinne der Art Latrodectus tredecimguttatus   (Farn.   Theridiidae) wird mit Hilfe einer Pinzette, die an den Enden je eine halbkugelförmige Schale aus Metall trägt, so fixiert, dass nur der Cephalothorax frei bleibt. Die Spinne wird daraufhin durch Berührung der Chelizeren mit einer Kapillare in Erregung versetzt, wobei sie ihr Giftsekret absondert.

   Die Manipulation wird unter einem Stereomikroskop durchgeführt, wobei das austretende Sekret als winzige, schwach grünliche Tröpfchen an den Chelizeren gut zu erkennen ist. Das Sekret wird mit Hilfe der Kapillare abgesaugt und in eine abgewogene Menge sterilisierten, wasserfreien Glycerins gebracht. Gefässe und Ampullen, die zur Aufbewahrung der Toxinlösung verwendet werden, werden vor und nach der Einfüllung mit Stickstoff, welcher zuvor durch Watte filtriert wurde, begast. Auf diese Weise wird das Toxin von mehreren Spinnen gesammelt und sein Gewicht ermittelt. Die homogenisierte Lösung des Toxins in Glycerin wird so auf Ampullen verteilt, dass sich in einer Ampulle etwa 0,2 mg, d. h. die Hälfte der Toxinmenge befindet, welche eine Spinne bei einem Biss im Durchschnitt abgibt. Die Glycerinmenge wird dabei so bemessen, dass pro Ampulle 0, 1 ml zur Abfüllung kommen. 



   Beispiel 2 : Die Behandlung weiblicher Spinnen der Art Chiracanthium punctorium Villers erfolgt nach Beispiel 1. Um die Abgabe des Toxins zu beschleunigen, wird durch Anlegen von Platinelektroden an Chelizeren und Abdomen jeweils ein Tier in einen Stromkreis von 2 bis 10 V und 0,   5 - 2   mA (bei grö- sseren Spinnenarten bis zu 40 V und 4 mA) gebracht. Danach wird weiter nach Beispiel 1 verfahren. 



   Beispiel 3 : Die Gewinnung des Toxins von Spinnen der Art Latrodectus mactans erfolgt nach den Beispielen 1 und 2. Das Sekret wird in eine abgewogene Menge sterilisierten, wasserfreien 1, 2-Propylenglykols gebracht. Ampullen und Gefässe zur Aufnahme der Toxinlösung werden vor und nach der Behandlung mit wattefiltriertem Stickstoff begast. Die homogenisierte Lösung des Toxins mehrerer Spinnen in 1, 2-Propylenglykol wird so auf die Ampullen verteilt, dass sich in einer Ampulle etwa 0,2 mg,   d. h.   die Hälfte der bei einem Biss aus einem Giftdrüsenpaar erhaltenen Toxinmenge befindet. Die 1, 2-Propylenglykolmenge wird dabei so bemessen, dass pro Ampulle 0, 1 ml zur Abfüllung kommen. Zur Verdünnung der Toxinlösung im Verhältnis   1 + 9   wird vor der Injektion eine sterile,   6% igue,   isotonische Dextran-Lösung (mittl.

   Mol-Gew. 60 000-90 000) verwendet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung eines therapeutisch verwendbaren Injektionspräparates von Araneatoxin durch Gewinnung des nativen Toxins lebender Spinnen, wobei die Spinnen zur Abgabe des Toxins zweckmässig mit Hilfe von schwachen elektrischen Strömen gereizt werden, dadurch gekennzeichnet, dass das Toxin unter aseptischen Bedingungen gewonnen und unmittelbar in einen wasserfreien, mehrwertigen Alkohol, wie Glycerin, 1, 3-Butylenglykol oder l, 2-Propylenglykol, eingebracht wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung des Toxins in mehrwertigen Alkoholen mit der Lösung eines kolloidalen, hydrophilen, körperfreundlichen Stoffes, wie Polyvinylpyrrolidon, Dextran, Carboxymethyldextran oder Carboxymethylcellulose, versetzt wird, wodurch Präparate mit Depotwirkung und exakter Dosierungsmöglichkeit erhalten werden.
AT458264A 1963-12-19 1964-05-27 Verfahren zur Herstellung eines therapeutisch verwendbaren Injektionspräparates von Araneatoxin AT250565B (de)

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