<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zum Anheben, Unterstützen und Verschieben von Lasten
Die Erfindung betrifft eine von Hand zu betätigende Vorrichtung zum Anheben und Unterstützen von
Lasten mit Hilfe eines Hebels und zum Verschieben dieser Lasten auf Rollen.
Motorgetriebene Vorrichtungen zum Anheben und Verschieben von Lasten sind bekannt, ein Beispiel dafür ist der Gabelstapler. Diese Vorrichtungen sind verwickelt und kostspielig.
Anderseits sind von Hand zu betätigende Vorrichtungen für denselben Zweck bekannt ; zu ihnen gehören die Schub-oder Stechkarren. Diese Karren haben indessen den Nachteil, dass sie die dauernde Anlegung einer Kraft erfordern, um die Last angehoben zu halten, dass sie ferner wegen des verhältnismässig kleinen Verhältnisses zwischen Hebekraft- und Lasthebelarm, das meist nur etwa 5 : 1. beträgt, nur verhältnismässig geringe Lasten und wegen der begrenzten Abmessungen der Schub- oder Stechkarren nur wenig Raum beanspruchende Lasten zu befördern erlauben, da grössere sperrige Lasten nicht stabil auf dem Karren stehen könnten.
Nachteilig ist auch, dass solche Karren beim Laden und Entladen die Anwendung ungleicher und schlecht beherrschbarer Kräfte erfordern und daher die Gefahr besteht, dass die Last während dieser Vorgänge umkippt oder zu Boden fällt.
Die Erfindung bezweckt, eine von Hand zu betätigende Vorrichtung zum Anheben, Unterstützen und Verschieben von Lasten zu schaffen, welche die genannten Nachteile vermeidet. Diese Vorrichtung, die einfach und bequem zu handhaben ist, ist vorzugsweise dazu bestimmt, zusammen mit andern gleichen Vorrichtungen verwendet zu werden. Eine in Gebrauchsstellung senkrechte Tragplatte weist an ihrem unteren Ende einen unter die Last einführbaren seitlichen Flansch auf, ferner eine Rolle, die zwischen einer Arbeitsstellung, in der sie die Tragplatte nach unten überragt, und einer eingezogenen Stellung, in der sie ihn nicht überragt, parallel zur Tragplatte verschiebbar ist. Ein einerseits mit einem an einer die Rolle tragenden Stütze, anderseits an der Tragplatte angelenkter Hebel zum Verschieben der Rolle in bezug auf die Tragplatte bilden einen Kniehebelmechanismus.
Die Erfindung ist gekennzeichnet durch einen Anschlag, der den Schwenkweg des Hebels nach Überwindung des Totpunktes des Kniehebelmechanismus begrenzt.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt. Es zeigen Fig. 1 in Seitenansicht die Vorrichtung in ihrer Ruhestellung, von der der Last entgegengesetzten Seite her gesehen, wobei sich der Hebel in seiner Grundstellung und die Tragplatte in ihrer tiefsten Stellung mit hochgezogener Rolle befindet, Fig. 2 dieselbe Vorrichtung in Ansicht von vorn, wobei der Hebel sich in einer Zwischenstellung im labilen Gleichgewicht befindet, und Fig. 3 dieselbe Vorrichtung, in Seitenansicht von der Lastseite her gesehen, wobei sich der Hebel in seiner Endstellung und die Rolle stabil in Rollstellung befindet.
Die dargestellte Vorrichtung weist eine Tragplatte 1 aus Metallblech auf, die in Gebrauchslage der Vorrichtung senkrecht steht. Diese Platte ist in der Nähe ihres unteren Randes rechtwinklig abgebogen, so dass sie einen waagrechten Flansch bildet, der dazu bestimmt ist, unter die Last eingeführt zu werden, um sie anzuheben und zu unterstützen.
An ihrem oberen Rand ist die Tragplatte so abgebogen, dass sie einen Handgriff 3 bildet, mittels
<Desc/Clms Page number 2>
dessen die Vorrichtung bei Nichtgebrauch getragen werden kann.
An der Tragplatte ist ein Handbetätigungshebel 4 auf einem Zapfen 5, der an einem in der Tragplatte durch Pressen gebildeten Auge 6 sitzt, schwenkbar gelagert.
Der Betätigungshebel 4 erstreckt sich über den Zapfen 5 hinaus, und an seinem Ende ist auf einem zum Zapfen 5 parallelen Gelenkbolzen 7 eine Stütze angelenkt, die aus zwei gleichen
EMI2.1
und dem freien Ende des Hebels 4 befindliche Hauptteil dieses Hebels bildet. Das Verhältnis b : a kann ohne weiteres grösser sein als 25 : 1, während das entsprechende Hebelarmverhältnis bei einem Schub- oder Stechkarren bei 5 : 1 liegt.
Der Hebel 4 und die Stütze 8 bilden einen Kniehebelmechanismus, bei welchem der kleinste (Fig. l) und der grösste (Fig. 3) Öffnungswinkel zwischen diesen beiden Gliedern durch das Auftreffen des Zapfens 5 auf die eine oder andere von zwei Anschlagflächen 9 und 10 bestimmt ist, die am benachbarten Ende der beiden die Stütze 8 bildenden Flacheisen gebildet sind.
Im Bereich dieses Endes werden die beiden Flacheisen durch den zwischen ihnen am Bolzen 7 angelenkten Hebel 4 im Abstand voneinander gehalten.
Am entgegengesetzten Ende der beiden Flacheisen ist zwischen ihnen eine Laufrolle 11 frei drehbar auf einem Achszapfen 12 gelagert und hält sie im Abstand voneinander.
Der Achszapfen 12 wirkt mit Führungsmitteln zusammen, die dafür sorgen, dass er sich in ungefähr senkrechter Bahn verschiebt, wenn die Tragplatte 1 selbst senkrecht steht. Zu diesem Zweck ist der Achszapfen 12 an seinem einen Ende durch einen ungefähr waagrechten Lenker 13 an einem Bolzen 14 angelenkt, der an einem auf der Tragplatte 1 aufgeschweissten oder sonst befestigten Bügel 15 sitzt. An seinem andern Ende ist der Achszapfen 12 in der Tragplatte 1 in einem kreisbogenförmigen Schlitz 16 geführt, dessen Zentrum auf der verlängerten Achse des Bolzens 14 liegt.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende.
EMI2.2
wobei die Stütze 8 mit den Anschlagflächen 9 ihrer beiden Flacheisen am Zapfen 5 ansteht.
Der Achszapfen 12 der Rolle 11 ragt in der Nähe des oberen Endes des bogenförmigen Schlitzes 16 in diesen hinein ; die Rolle 11 liegt ganz innerhalb des Umrisses der Tragplatte 1 und überragt somit deren Flansch 2 nicht nach unten. Die Tragplatte 1 kann daher mit diesem Flansch auf den Boden S gestellt werden (Fig. l), und der Flansch 2 kann unter eine der Kanten der zu hebenden Last C geschoben werden.
Um diese Last anzuheben, genügt es, den Öffnungswinkel der genannten Teile des Kniehebelmechanismus durch Schwenken des Hebels 4 um den Zapfen 5 im Sinne des Pfeiles f (Fig. 1) zu vergrössern. Der Hebel 4 wirkt zunächst als zweiarmiger Hebel, und der Gelenkbolzen 7 bewegt sich nach unten ; mit ihm werden die Stütze 8 und die Rolle 11 gesenkt, wobei die letztere bald die Höhe der Unterseite des Flansches 2 erreicht und auf dem Boden S zu stehen kommt. Sie wird dadurch aufgehalten, während die Tragplatte 1 sich beim Weiterschwenken des Hebels 4 gegenüber der Rolle 11 und der Stütze 8 zu heben beginnt und die Last C anhebt.
Der Hebel 4 wirkt dann als einarmiger Hebel, dessen fixer Drehpunkt vom Gelenkbolzen 7 und dessen Lastangriffspunkt vom Zapfen 5 gebildet wird. Da das Verhältnis der Hebelarme b : a hoch ist, kann mit geringer Kraft eine grosse Last angehoben werden. In einem bestimmten Augenblick befinden sich die Teile des Kniehebelmechanismus in Totpunktstellung, d. h. die Achsen des Zapfens 5, des Gelenkbolzens. 7 und des Achszapfens 12 liegen in derselben senkrechten Ebene, und der Öffnungswinkel zwischen dem Hebel 4 und der Stütze 8 beträgt 1800. In dieser Stellung sind die Teile in Fig. 2 dargestellt. Es handelt sich um eine Stellung labilen Gleichgewichtes, die dem höchsten Hub 10 der Last C über dem Boden S entspricht.
Wenn der Hebel 4 noch weiter geschwenkt wird, öffnet sich der Kniehebelmechanismus bis zum überstumpfen Winkel y (Fig. 3), bei dem ein stabiles Gleichgewicht erreicht ist, indem der Zapfen 5 dann auf dem zweiten Paar Anschlagflächen 10 in den Stirnflächen der beiden die Stütze 8 bildenden Flacheisen ruht.
Die Vorrichtung ist dann in ihrer Arbeitsstellung für das Verschieben der Last C. Diese befindet sich in einem Abstand 1, der etwas kleiner ist als der Abstand 1"vom Boden S. Wenn mehrere gleiche Vorrichtungen unabhängig voneinander mit ihren Flanschen 2 die Last C unterstützen, kann diese auf den Rollen 11 aller Vorrichtungen ohne weiteres und ohne Gefahr des Umkippens auf dem
<Desc/Clms Page number 3>
Boden S umhergeschoben werden.
Um die Last auf den Boden zu senken und abzustellen, genügt es, den Hebel 4 von der Stellung gemäss Fig. 3 in diejenige gemäss Fig. 1 zurückzuschwenken.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Von Hand zu betätigende, vorzugsweise zusammen mit andern gleichen Vorrichtungen zu verwendende Vorrichtung zum Anheben, Unterstützen und Verschieben von Lasten mit einer Tragplatte, die an ihrem unteren Ende einen unter die Last einführbaren seitlichen Flansch aufweist, ferner eine Rolle, die zwischen einer Arbeitsstellung, in der sie die Tragplatte nach unten überragt, und einer eingezogenen Stellung verschiebbar ist, und mit einem einerseits an einer die Rolle tragenden Stütze, anderseits an der Tragplatte angelenkten Hebel zum Verschieben der Rolle in bezug auf die Tragplatte, wobei Stütze und Hebel einen Kniehebelmechanismus bilden, gekennzeichnet durch einen Anschlag (10), der den Schwenkweg des Hebels (4) nach Überwindung des Totpunktes des Kniehebelmechanismus (4,8) begrenzt.