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Rekordplatte für Sprechmaschinen.
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gemoinen heutzutage aus einer Mischung von Schellack oder ähnlichem Harz mit Infusorienerde oder mit Baryt und ähnlichen Körpern. Der Schellack dient als Bindemittel für den gepulverten Baryt oder die Infusorienerde und die Mischung bildet eine Masse, welche ähnlich dem Hartgummi in der Wärme erweicht, aber in kaltem Zustande sehr hart ist.
Das Schallwellenverzeichnis wird auf solchen Tafeln mittels einer Metallmatrize eingeprosst, auf welcher die Wellungen, welche den Schallwellen entsprochen, in erhabenen Linien erscheinen. Ein Klumpen der Masse, welche gut durchwärmt ist, um ganz weich oder teigig zu sein, wird auf die Matrize aufgelegt und wird dann gepresst, so dass innige Berührung mit der Matrize stattfindet. Hinzu ist die Anwendung von bedeutender Kraft erforderlich und die tafelförmige Masse muss mit der Matrize in Berührung erhalten bleiben, bis sie
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welche diesem Zweck entsprechen, können als Grammophonmasse bezeichnet werden.
Nach diesem bekannten Verfahren der Herstellung ist es erforderlich, dass die Tafel eine betriichtliche Dicke aufweise, damit ihr Körper ein nachgebendes Kissen für die eingepresste Oberfläche in dem Augenblick biete, wenn der Druck durch die Matrize auf die Masse ausgeübt wird. Die Spiralnut ist in allen Fällen wenig tief, selten über 1/150 cm, so dass
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zu erweichen und den IIauptkörper hart zu lassen. Die Erfahrung hat indessen gelehrt, dass hiebei ein guter Abdruck nicht erhalten werden kann und dass es notwendig ist, die
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boden platzen oder zerbrechen, falls sie dünn sind. Die Bestandteile, besonders der Schellack, sind ziemlich teuer und aus diesem Grunde wird häufig die Stärke preisgegeben, um der Billigkeit Platz zu machen.
Vorliegende Erfindung bezweckt nun die Herstellung einer Tafel für Schallaufzeichnungen, welche nur sehr wenig harzartige Masse enthält, welche aber nichtsdestoweniger unter dem Druck der Matrize bis zu einer beträchtlichen Tiefe nachgibt und welche auch viel stärker
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erzielt, indem die Papierfasern nach dem Einpressen der Schallnut die gegebene Form bleibend beibehalten, wenn die harzige Grammophonmasse, welche durch einen sehr dünnen, also ausserordentlich billigen Anstrich aufgebracht wird, von den erhabenen Stellen der Matrize völlig durchdrungen wird, und dass das Anbinden der Grammophonmasse an die billigere Unterlage nicht3 zu wünschen übrig lässt.
In der Zeichnung ist eine Tafel nach der Erfindung im Querschnitt in übertriebener Dicke dargestellt. Eine Scheibe von Pappe oder sonstigem steifen, zähen faserigen Material ist mit 1 bezeichnet. Diesell) e hat die Grösse der gewöhnlichen Grammophontafeln ; ein Loch 2 in der Mitte dient dazu, sie auf eine vertikale Achse aufzusetzen, wenn der Schall wieder hervorgebracht werden soll. Diese Scheibe ist mit einer dünnen Lage 3 von Harzmasse überzogen, welche geeignet ist, in erwärmtem Zustande den Eindruck einer Schallmatrize zu empfangen. Dieser Eindruck ist mit 4 bezeichnet.
Da es wünschenswert ist, von dieser Masse nicht mehr als notwendig ist, zu benutzen, wird am besten auf die Pappe-, Karton-oder sonstige faserige Basis zunächst ein Anstrich 5 aus Kolophonium oder Leim gemacht, welcher in die Oberfläche bis zu einer gewissen Tiefe eindringt oder welcher
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Wärme erweicht, gut bindet, bis zu einer gewissen Tiefe in die Fläche eindringt und an welchem auch die darüber anzubringende Schicht der Grammophonmasse gut bindet.
Dieser Anstrich verhindert infolge des Schliessens der Poren der Oberfläche des Kartons die Absorption der darüber liegenden Schicht von Grammophonmasse durch die Masse dos Kartonblattes und wenn der Anstrich das Kartonblatt durchdringt bezw. in dasselbe eindringt, so wirkt er ale bindemittel für die Fasern, so dass die Tafel die ursprüngliche Gestalt nach der Pressung beibehält ; somit wird sie fester und kompakter, denn ohne die bindende Wirkung des Anstriches würden die Fasern des Kartonblattes das Bestreben haben, in ihre Grundstellung zurückzukehren, sobald der Pressdruck aufhört.
Wenn Kolophonium zur Verwendung kommt, was für den Anstrich vorzuziehen ist, so wird es in Benzol, Alkohol oder einem sonstigen Lösungsmittel gelöst und die Tafel
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dos Lösungsmittels getrocknet oder die Anstrichmasse kann mit einem Pinsel aufgetragen werden. Auf die bestricueno Karte oder den karton wird die Grammophonmasse in liobigor Weise aufgetragen, aber um mit derselben einen gleichmässigen und zur sollen Zeit dUnncn Überzug zu erzielen, ist es am besten, die Masse in flüssigem Zustande auf- y. utragon.
Zu diesem Zweck wird auch die Grammophonmasso in einem geeigneten Lösungmittel gelöst und die mit dem Voranstrich versehene Scheibe wird entweder in die Lösung eingetaucht oder mit derselben bostricben, so dass nach Verdampfen des Lösungsmittels auf der Fläche der Scheibe eine dünne Schicht der Grammophonmasso vorbleibt ; diese
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welche besonders für die Fabrikation der neuen Schallverzeichnistafeln geeignet ist, besteht aus Schellack als Bindungsniittel und aus einem Metalloxyd, am besten dem natürlichen Eisenoxyd in pulverförmigem Zustand.
Bei Herstellung dieser Masse wird Schellack in Alkohol gelöst und in diese Lösung wird die erforderliche Menge des Metalloxydes ein- gerührt, bis die Masse einer ziemlich flüssigen Anstrichfarbe etwa gleichkommt. Zwei Teile Schellack mit drei Teilen Eisonoxyd ergeben gute Resultate. Wenn man Schellack oder sonstiges Harz oder dgl. auf'. öst und das pulverförmige Eisenoxyd als Zusatz einrührt, so erhält man eine vorzügliche Mischung mit Bezug auf Innigkeit und Gleichförmigkeit, wie
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Masse des Binders einrührt.
Ein anderer wichtiger Vorteil, welcher hiebei erhalten wird, ist der, dass die Notwendigkeit des Schmelzens des Schellacks oder sonstigen Harzes vermieden wird, wobei häufig die Gefahr auftritt, dass er sich bei der für die Schmelzung notwendigen hohen Temperatur zersetzt.
Die so erhaltene Masse wird auf die Scheibe mit
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Scheibe, wie vorstehend behandelt, ist viel zäher und stärker als Scheiben, welche ganz und gar aus Grammophonmaterial bestehen, und eine solche Scheibe behält den erhaltenen
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Abdruck ebensogut, als wenn sio durchwegs aus der Grammophonmasse bestünde, weil das Kartonblatt oder dio sonstige faserige Basis, besonders wenn sie mit dem Voranstrich imprägniert war, unter dem Druck der Matrize genügend nachgibt. Dabei ist die neue Scheibe viel billiger als Tafeln, welche ganz und gar aus Schollaelimasse, wie sie jetzt gebraucht wird, bestehen.
Wenn es auch angängig ist, nur eine Seite der faserigen Scheibe mit der Grammophonmasse zu überziehen, so ist es doch vorzuziehen, die Scheibe auf
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wird ; es werden'daher am besten beide Seiten mit der Masse überzogen, selbst wenn auch nur eine Seite den Abdruck der Matrize erhalten soll.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Eine zum Einpressen einer Schallnut für Grammophone geeignete Platte, weiche aus einer billigen, steifen Unterlage, wie Pappe, Karton oder dgl. besteht, die auf einer bezw. auf beiden Seiten mit einem ganz dünnen und feston Überzug von harziger Grammophon- masse versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern der Unterlage, vorzugsweise durch eine Harzlösung, verklebt sind.