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Dachziegelsatz
Die Erfindung betrifft einen Dachziegelsatz, bestehend aus mehreren miteinander starr verbundenen, untereinander gleich grossen Teilziegeln, insbesondere aus Kunststoff.
Das Decken von Dächern mit Erzeugnissen der Ton- und Zementindustrie erfolgt im wesentlichen auch heute noch durch Einzelziegel, die bei ordnungsgemässer Herstellung zwar den Vorteil der Witte- rungsbeständigkeit besitzen, aber in der Handhabung und Montage umständlich sind. Die Schwere des
Materials und seine Zerbrechlichkeit verteuern die Dachdeckung erheblich. Es bestand deshalb seit Jahr- zehnten der Wunsch, Dachdeckungen der Entwicklung neuer Werkstoffe anzupassen. Man hat in diesem
Bestreben Dachpappen geschaffen, die Ziegelformen aufgeprägt erhielten. Diese Pappen benötigen aber eine feste Unterlage aus Beton- oder Holzdielen, so dass ihre Anwendung begrenzt blieb.
Es ist auch bereits bekannt, Dachziegel mit quer zur Ablaufrichtung verlaufenden sickenartigen Ril-. len auszustatten, und man hat auch schon Rinnen und Wülste an den Rändern derartiger Dachziegel ange- bracht. Diese Anordnungen finden sich jedoch nur an Einzelziegeln. Weiter ist zu beachten, dass diese bekannten Massnahmen sich auf. klassische Werkstoffe der Dachziegel-Technik beziehen, nicht aber auf
Kunststoffe.
Der Herstellung von Dachziegeln aus Kunststoff standen nicht nur Preisbedenken entgegen. Die für diese Zwecke in Betracht kommenden Kunststoff-Gruppen haben in der Regel thermoplastische Charakteristik, d. h., sie sind gegen Sonneneinstrahlung empfindlich. Gerade beim Zusammenfassen von Ziegeln zu grösseren Einheiten, was rein gewichtsmässig zweifellos Vorteile bietet, befürchtete man, dass die
Kunststoffe bei Sonneneinstrahlung durch die bekannt hohen Dehnungen das Gefüge eines Daches sprengen 'könnten oder aber bei kombinierten Einflüssen bleibenden Verformungen, als Deformierungen, unterwor- fen würden.
Es wurde nunmehr festgestellt, dass diese nachteiligen Einflüsse durch geschickte Formgebung ausgeschaltet werden können. Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass die Teilziegel senkrecht zur Wasserablaufrichtung an den Stossstellen an sich bekannte Rinnen bilden und jeder Dachziegelsatz am Kopfende im Anschluss an die oberste Rinne einen über die Dachziegelsatzbreite verlaufenden erhabenen Wulst aufweist, wobei das Wulstende ebenso wie das Fussende des Dachziegelsatzes mit einer im Querschnitt etwa einen Viertelbogen bildenden Querrinne abschliesst, so dass zwei in Längsrichtung nebeneinander liegende Dachziegelsätze bei gegebenenfalls fugenloser Zusammenfügung wieder eine geschlossene, im Querschnitt etwa halbkreisförmige Rinne bilden.
Das Problem der ausreichenden Lüftung und des Luftaustausches wurde durch eine Formgebung gelöst, die bewusst einerseits gewisse Formänderungsarbeit in vorbestimmten Grenzen zulässt und anderseits durch nicht übereinstimmende Profilformen zwischen Anschlussteilen von Dachziegelsätzen Lüftungsschlitze schafft, die das Eindringen von Wasser ausschliessen, aber den in diesem Fall besonders wichtigen Luftaustausch in günstiger Weise ermöglichen.
Zu diesem Zweck übergreift der obere Wulst die Querrinne des vorhergehenden Satzes, wobei entweder im konvexen oder im konkaven Teil der sich überdeckenden Profilformen Lüftungsschlitze offen bleiben.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. l veranschaulicht einenDachziegelsatz aus vier Einzelformaten in der Draufsicht, Fig. 2 gibt einen Schnitt längs
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zeigt einen Schnitt längs der Linie Ill-III der Fig. l, Fig. 5 veranschaulicht schematisch die Verbindung zweier Dachziegel-Sätze an einer Dachsparrenkonstruktion.
Die Fig. 1-4 zeigen einen Dachziegelsatz aus vier Dachziegeln l, 2, 3, 4 eines Normalformates. Das Problem der Steifigkeit ist dabei durch sickenartige Querrillen 5 gelöst, die eine Doppelaufgabe insofern erfüllen, als diese Rillen 5 und 5a auch als Dehnstreifen dienen, um so die bei starker Sonneneinstrahlung unvermeidliche Formänderung auszugleichen. Die letzte Querrille 5b ist nur teilweise ausgebildet, da sie mit dem Wulst 6 des folgenden Dachziegelsatzes in der aus der Fig. 5 ersichtlichen Weise verbunden wird. Diese Rille 5b dient also als Versteifung und als Arretierung zwischen zwei Sätzen.
Um zwei aufeinanderfolgende Sätze miteinander in erfinderischer Weise zu verbinden, ist der satzartigen Kombination der Normziegel ein Wulst 6 hinzugefügt, der im überwiegenden Teil mit der Profilform des jeweils gewählten Formates und der jeweils gewählten Ziegelform übereinstimmt. An bestimmten Stellen, vorteilhaft an den Stossstellen zweier Einzelziegel, verlässt der Wulst 6 die Profilform, um einen Sattel 6a zu bilden. Dieser bewirkt bei dem Zusammenfassen zweier Dachziegelsätze durch Übereinanderlegen des letzten Teiles der Ziegel 3,4 in Ablaufrichtung über den Sattel 6 des nächsten Teiles, dass Belüftungsschlitze 8 und 8a entstehen.
In Fig. 2 sind diese Schlitze 8 und 8a in der Weise angedeutet, dass ein in Ablaufrichtung vorhergehender Dachziegelsatz mit dem Sattel 6a und einer Seitenleiste 7a strichweise angedeutet wurden.
Der Seitenstreifen 7 ist für Seitenüberdeckungen und Seitenanschlüsse bestimmt. Die sickenartigen Querrillen 5 können auf diesem weitergeführt werden oder aber an dem Streifen 7 enden.
Es ist auch möglich, den Sattel 6 völlig gerade verlaufen zu lassen, um ein Maximum an Belüftung oder ein Anpassen an besondere Ziegelformen zu erzielen. Alle Einzelziegel eines Satzes sind aus homogenem Kunststoff angefertigt und homogen, d. h. ohne Unterbrechung miteinander verbunden.
Der Dachziegelsatz wird in zweckmässigen Abständen mit der Dachunterkonstruktion in bekannter Weise verbunden. Es sind aber auch Verbindungsarten, die dem Charakter des Werkstoffes besonders entgegenkommen, wie Schweissen mittels Heissluft usw., möglich.
Vorteilhaft werden helle Farben verwendet, da dunkle Farben Wärme in unerwünschter Weise sammeln.
Durch die Erfindung ist es möglich geworden, Ziegeldächer, die auch von Fachleuten im äusseren Anblick von der Strasse aus von üblichen Dächern nicht mehr unterschieden werden können, herzustellen.
Die Montage derartiger Dachziegelsätze, bei denen über das gewählte Beispiel hinaus inpraktischenAusführungen bis zu 25 Einzelziegel vereinigt wurden, ist so einfach, dass auch Hilfsarbeiter und Laien diese durchführen können.
Sie wickelt sich dank der erfindungsgemässen Kombination in einer Schnelligkeit ab, die bisher nicht erreicht werden konnte. Handverletzungen durch die zum Bruch neigenden üblichen Ziegeln sind unbekannt.
Das geringe Gewicht der Dachziegelsätze erlaubt auch, selbst bei strenger Beachtung der behördlichen Berechnungsvorschriften, leichtere Dachunterkonstruktionen.
Durch den gegen alte Vorurteile der Praxis erfindungsgemäss geschaffenen Dachziegelsatz ist eine Dachbedeckung geschaffen worden, die den durch Temperatureinflüsse unvermeidlichen Formänderungen elastisch, im Rahmen der erfindungsgemässen Formgebung, nachgibt, und die diese Formänderung durch Lüftungsschlitze, welche Stauwärme nicht entstehen lassen, in geringem und tragbarem Rahmen halten.
Dabei ist der Dachziegelsatz durch die erfindungsgemässen Querversteifungen so stabil, dass eine leichte Dachunterkonstruktion ausreicht.
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