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Einrichtung zur künstlichen Beatmung von Neugeborenen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur künstlichen, endotrachealen und naso-pharyngealen Beatmung von Neugeborenen.
Dem Arzt stehen zur Behandlung von blau-oder weiss-asphyktischen Neugeborenen zur Zeit nur verhältnismässig grobe Methoden und nicht ungefährliche Hilfsmittel zur Verfügung. Das alte Hilfsmittel der Klopfbehandlung zum Anregen der Atmung führt keineswegs zu einem sicheren Erfolg und im Falle eines weiss-asphyktischen Neugeborenen, bei welchem das Aussetzen der Atmung auf Grund eines Schocks erfolgt ist, hat eine solche Behandlung schon oft zum Tod des Neugeborenen geführt.
Das Einblasen von Luft in die Lunge mittels eines in die Luftröhre eingeführten Schlauches, durch welchen die Lunge entweder durch den Atem des behandelnden Arztes oder mittels einer Injektionsspritze od. dgl. Druckbela- stungen unterworfen wird, stellt ein gewisses Wagnis dar und gewährleistet nur zufällige Erfolge, da eine Drucküberbelastung sich sehr leicht nachteilig auswirkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zu schaffen, die als Wiederbelebungsgerät besonders für Neugeborene mit besserem Erfolg angewendet werden kann als die bisher verwendeten Geräte, und bei dem besonders eine gefährliche Drucküberbelastung mit Sicherheit vermieden wird.
Diese Ziele lassen sich mit einer in üblicherweise einen elastischenDruckballon und ein mit diesem über einen Strömungsweg verbundenes Organ zur Einführung in die Atmungswege aufweisende Einrichtung erreichen, bei der erfindungsgemäss derStrömungsweg über ein beiüberdruck indiesem geschlossenes Einwegventil undüber eine zusätzliche abgezweigte Leitung unmittelbar mit Aussenluft in Verbindung steht.
DieErfindung ist im folgenden anHand einer beispielsweisen Ausführungsform näher beschrieben, die in der Zeichnung veranschaulicht ist. Dabei werden sich weitere Erfindungsmerkmale und Vorteile ergeben.
In der Zeichnung zeigt in schematisierterDarstellung Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Einrichtung, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 teilweise in Seitenansicht, teilweise im Schnitt einen Luftröhrenschlauch mit einem Verbindungsstück zum Anschluss an die Enrich- tung. Fig. 4 einen Schnitt durch eine an Stelle des Schlauches zu verwendende Maske.
Die Einrichtung besteht aus einem zylindrischen Körper 10, der einen Längskanal 12 aufweist, der an beiden Stirnflächen in je eine Ausnehmung ausmündet. Die an der einen Stirnfläche vorgesehene Ausnehmung 14 ist zylindrisch gestaltet und zum Aufnehmen des Zentrieransatzes 16 eines Verbindungsstückes 18 bestimmt, in dessen Bohrung ein Sieb 17 aus rostfreiem Stahl angeordnet ist. In eine Aussparung 25 dieses Verbindungsstückes ist ein Flansch 21 eines Nippels 19 mit kegelförmiger Mantelfläche 25 eingeführt, über die ein Schlauch 20 (Fig. 3) geschoben werden kann. Bei abgenommenen Zapfen 19 oder Schlauch 20 kann die Ausnehmung 22 einer Maske 24 (Fig. 4)- auf das Verbindungsstück aufgesetzt werden.
Die Ausnehmung 26 an der andern Stirnseite des zylindrischen Körpers 10 dient zum Einsetzen eines längsdurchbohrten Zapfens 28, der ein Einwegventil trägt, das eine in einen Käfig 32 eingesetzte Scheibe 30 aufweist, die mit einem Ventilsitz 34 zusammenwirkt und den Durchfluss in Richtung vom Längskanal 12 zur Zapfenbohrung 36 sperrt, in der entgegengesetzten Richtung jedoch freigibt. Der Zapfen 28 ist an einer Seite mit einer Querbohrung 38 versehen, die ein Ende eines
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Nippels 42 aufnimmt, dessen konische und mit Rillen versehene Mantelfläche 44 zum Aufschieben einer Sauerstoff zuführenden Leitung bestimmt ist.
Der zylindrische Körper 10 weist an einer Seite eine Querbohrung 46 auf, in deren äusseres, zylindrisch ausgenommenes Ende ein Ansatz 48 eines Verbindungsstückes 50 eingeschoben ist, das noch mit einem in entgegengesetzter Richtung weisendenAnsatz 52 versehen ist, auf dem der Hals 54 eines Gummiballons 56 sitzt.
Eine das Verbindungsstück 50 durchsetzende Bohrung 58 stellt eine Verbindung zwischen dem Hohlraum 60. des Gummiballons und der Axialbohrung 12 her.
Der zylindrische Körper 10 ist ferner an einer Seite miteiner abgesetztenQuerbohrung 64 versehen, in welche eine Düse 62 mit einer Axialbohrung 66 eingesetzt ist, die den Längskanal 12 mit der Aussenluft verbindet. Um eine zufällige Verstopfung dieser Axialbohrung zu vermeiden, gehen von dieser eine Anzahl von als Querbohrungen 68 ausgebildete Zweigleitungen aus, die eine weitere Verbindung mit derAussenluft herstellen. Es sei erwähnt, dass der Querschnitt der Axialbohrung 66 kleiner als der Querschnitt der Bohrung 36 des Zapfens 28 ist.
Beim Gebrauch des Gerätes wird der endotracheale oder der naso-pharyngeale Schlauch oder auch die auf den Mund des Neugeborenen aufgesetzte Maske 24 mit dem Körper 10 verbunden. Beim Zu- sammendrücken des Ballons 56 wird Luft in den Kanal 12 gepresst, die das Ventil 30 schliesst und in die Lunge eindringt. Die von der Lunge nicht aufgenommene Luft entweicht durch die Bohrung 66.
DiegrössereAnzahlderQuerbohrungen 68 bietet Gewähr dafür, dass die Bohrung 66 bei etwa unvorsichtiger Handhabung des Gerätes nicht verschlossen wird.
Bei Entlastung des Ballons 56 strömt die in die Lunge eingepumpte Luft unter der Saugwirkung des Ballons und infolge der natürlichen Zusammenziehung des Brustkorbes wieder in den Ballon zurück. Gleichzeitig gelangt durch das nunmehr offene Ventil 30 und in wesentlich geringerem Masse durch die Bohrung 66 frische Aussenluft in den Ballon. Bei erneutem Zusammendrücken des Ballons 56 wird wieder Luft in die Lunge gepumpt, wobei ein Überschuss an Luft durch die Bohrung 66 entweicht.
Obwohl der grössereTeil des in denBallon zurückströmenden Gases aus der Lunge kommt, wird doch eine schädliche Anreicherung von Kohlendioxyd dadurch verhindert, dass etwas mehr Gas in den Kanal 12 gedrückt wird als dem natürlichen Atmungsprozess entspricht, so dass von der Lunge die richtige Menge Gas ein-und ausgeatmet wird, die notwendig ist, um den normalen Sauerstoffverbrauch zu gewährleisten und den normalen Kohlendioxydgeha1t des Blutes aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise wird eine Anreicherung von aus den Atmungswegen stammenden Kohlendioxyd im Druckballon vermieden.
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wegung des Brustkorbes hervorgerufen wird, wird der Rhythmus und das Mass der Zusammendrückung des Ballons dem normalen Atmungsprozess des Neugeborenen angepasst.
Eine schädliche übermässige Beatmung wird vermieden, da die Lunge jeweils nur so viel Gas aufnimmt, wie dem natürlichen Atmungsprozess ent- spricht und der Luftüberschuss ins Freie entweicht. Auf diese Weise steuert die elastische Bewegung der Lunge und des Brustkorbes automatisch die Menge des inhalierten Gases im Verhältnis zum ausgeatmeten Gas.
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Grösse des Baiions 56 und das Verhältnis seiner Grösse zu dem lichten Durchmesser des Kanalsund der Bohrung 66 sind so gewählt, dass die Lunge keinem übermässigen Druck ausgesetzt wird. Durch- schnittlich ist ein Fassungsvermögen des Ballons 56 von etwa 75 cm3 angezeigt und der erzeugte Unterdruck soll etwa 65 mmQuecksilbersäule betragen.
DieQuerschnitte desKanals 12 und der Bohrung 66 sind so gewählt, dass die Frequenz des Zusammendrückens und Sich-Entspannens desBallons bei richtig bemessener elastischer Steifigkeit desselben etwa 60/min beträgt. Auf diese Weise werden in der Minute etwa 3 l Luft aus-und eingeatmet, da beim Zusammendrücken des Ballons jedesmal etwa 25 cm in die freie Atmosphäre entweichen.
Wenn an den Nippel 42 ein Sauerstoffbehälter angeschlossen ist, so wird die durch das Ventil 30 in den Kanal 12 einströmende Luft mit Sauerstoff angereichert. Eine Sauerstoffbeimischung von etwa 2 bis 3 l/min stört das in dem Gerät sich einstellende Dmckgleichgewicht nicht und ergibt einen Sauerstoffgehalt des eingeatmeten Gasgemisches von etwa 60%. Auch wirkt sich ein die Normalverhältnisse übersteigender Druck in dem Sauerstoffbehälter nicht nachteilig aus, da auch dieser mit der Aussenluft in Verbindung steht.
Die mit der erfindungsgemässen Einrichtung erzielten Vorteile sind folgende :
1. Die nicht ausgeweitete Lunge kann auf einfache Weise sicher und vollständig mitsauerstoffreicher Luft gefüllt werden und die Beatmung kann ohne Schwierigkeiten lange Zeit aufrecht erhalten werden, falls die natürliche Atmung nicht sofort einsetzt.
2. Der einfache Aufbau und die leichte Handhabung der Einrichtung ermöglichen die Anwendung des
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Gerätes nicht nur seitens eines Arztes, sondern auch seitens weniger geschulten Personen, beispielsweise Hebammen. Da der maximale Drück und das maximale Volumen der Beatmungsluft für den Normalfall auf einen konstanten Optimalwert eingestellt sind, kann auch eine unsachgemässe Handhabung, z. B. eine so rasch wie möglich vorgenommene, periodische Betätigung des Druckballons zu keinen nachteiligen Auswirkungen führen. Je kleiner das Fassungsvermögen der Lunge ist, desto mehr Gas entweicht zwangsläufig durch die Bohrung 66.
3. Wenn auch die Einführung eines Beatmungsschlauches in den Kehlkopf sicherlich die zuverlässig- ste Methode darstellt, so kann die künstliche Beatmung mit der erfindungsgemässen Vorrichtung dennoch mit Hilfe eines naso-pharyngealen Schlauches oder einer Mundmaske erfolgen.
4. AmEnde eines jedenBeatmungstaktes wird ein geringer Unterdruck erzeugt. Dies verhindert nicht nur einen übermässigen Druckanstieg in der Lunge, sondern erleichtert auch die Durchblutung der Hauptadern und der Vorkammern des Herzens, was im Falle eines von dem Neugeborenen erlittenen Schocks eine zusätzliche vorteilhafte Wirkung der Einrichtung darstellt.
5. Die Einrichtung weist ein geringes Gewicht auf, ist leicht zu handhaben und kann, wenn sie z. B. aus Kunststoff hergestellt ist, leicht mit kochendem Wasser sterilisiert werden.
Eine wahlweise zu verwendende Maske 24 ist vorteilhafterweise so ausgebildet, dass sie für viele verschiedene Gesichtsformen verwendet werden kann. Dies ist durch die Anordnung eines Randwulstes 70 aus nachgiebigem, künstlichem oder natürlichem Schaumstoff ermöglicht. Dieser nachgiebige Randwulst gewährleistet ein sicheres Anliegen der Maske um die Mund- und Nasenpartie, wobei die Nase von einer Auswölbung 72 aufgenommen wird. Eine solche Maske ist so billig, dass sie nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur künstlichen Beatmung von Neugeborenen mit einem Druckballon und einem mit diesem über einen Strömungsweg verbundenen Organ zur Einleitung von Luft in die Atmungswege, dadurch gekennze ichnet, dass der Strömungsweg (58) über ein bei Überdruck in diesem geschlossenes Einwegventil (30 - 34) und über eine zusätzliche abgezweigte Leitung (66) unmittelbar mit Aussenluft in Verbindung steht.
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