<Desc/Clms Page number 1>
Sprenggranate
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
tem Polystyrol ist.
Der Innenmantel 2 besteht aus zwei in der Längsrichtung des Handgranatenkörpers getrennten Teilen. Längs der Trennfuge 4 sind die beiden Teile des Innenmantels verklebt.
Der in Fig. 2 dargestellte Handgranatenkörper unterscheidet sich von dem nach Fig. l lediglich durch den Innenmantel 2, welcher im Falle der Fig. 2 zwar auch aus Polystyrol besteht, ohne jedoch Eisenteile zu enthalten.
In den in Fig. l und 2 dargestellten Handgranatenkörpern ist noch nicht die Sprengladung eingefüllt und der Zünder aufgeschraubt.
Der Handgranatenkörper nach Fig. l gehört zu einer sogenannten Abwehrhandgranate (Defensivhandgranate), für welche aus militärisch taktischen Gründen eine gute Splitterwirkung gefordert wird. Die wirksamen Splitter sind im Falle der Fig. l als Eisenteile 3 im Innenmantel 2 eingebettet. Der Innenmanteldientdaher inerster Linie als Trägerschichte für die Splitter. Bei einer Handgranate nach Fig. l ist eine sehr gute Splitterwirkung (Splitterdurchschlagsleistung) zu erwarten, denn der Energieaufwand für die Zerlegung des äusseren Gehäusemantels und des Innenmantels bei der Detonation der Sprengladung ist sehr gering, so dass ein grösstmöglicher Anteil der Energie des Sprengstoffes auf die wirksamen Splitter übertragen wird.
Dies ist eine Folge der Verwendung eines relativ spröden Werkstoffes (Polystyrol) für den Innenmantel 2 und der relativ geringen Wandstärke des schlagzähen Werkstoffes (Polyäthylen) für den äusseren Gehäusemantel 1. Ein solcher Handgranatenkörper weist aber auch wegen des schlagfesten äusseren Gehäusemantels 1 eine ausreichende Resistenz gegenüber stossartigen Beanspruchungen beim Transport und Aufprall am Wurfziel auf und lässt sich wegen des relativ starren Innenmantels 2 nicht leicht deformieren. Der Innenmantel übt demnach auch eine Stützfunktion aus.
Diese Verhältnisse gelten auch für den Handgranatenkörper nach Fig. 2, welcher für eine sogenannte Sturmhandgranate (Offensivhandgranate) bestimmt ist, bei welcher man nur eine moralische Wirkung anstrebt. Auchhier geht für die Zerlegung des Handgranatenkörpers sehr wenig Energie verloren. Die Energie der Sprengladung wird aber nicht auf Splitter übertragen, sondern auf die Luft und verursacht Verdichtungsstösse, welche einen eindrucksvollen akustischen Effekt (moralische Wirkung) hervorrufen.
Derartige Handgranatenkörper können zweckmässig wie folgt hergestellt werden :
In einem ersten Verfahrensschritt werden in einem Spritzgusswerkzeug die schalenförmigen Hälften des Innenmantels (Fig. 3, Fig. 4) hergestellt. An den Verbindungsflächen 5 der schalenförmigen Hälften des Innenmantels sind Stifte 6 und Löcher 7 ausgebildet. Für einen Handgranatenkörper einer Abwehrhandgranate (Fig. l) werden gleichzeitig mit der Formgebung der schalenförmigen Hälften des In- nenmantels (imSpritzgussverfahren) Eisenteile 3 mit eingespritzt, indem man diese vor dem Einspritzen des Kunststoffes in die Werkzeughöhlung des Spritzgusswerkzeuges einfüllt, vorzugsweise einrüttelt.
In einem zweiten Verfahrensschritt werden nun je zwei fertiggestellte Hälften des Innenmantels verklebt, wobei die Stifte. 6 der einen Hälfte in die Löcher 7 der andern'Hälfte eingreifend, eine Zentrierung der beiden Hälften bewirken. Als Klebstoff sei Butyl-Acetat genannt.
Der so gebildete Innenmantel wird nun als Kern in ein weiteres Spritzgusswerkzeug eingelegt. Der als
Kern dienende Innenmantel wird dabei von einem mit dem Spritzgusswerkzeug verbundenen Dorn gehalten, welcher im Inneren des Innenmantels in der Ausnehmung d am Boden und im Hals 9 des Innenmantels gelagert ist. Der Innenmantel wird hierauf mit dem Werkstoff des äusseren Gehäusemantels umspritzt, d. h. dieser Werkstoff wird in flüssigem Zustand in den Raum zwischen der Aussenwandung des als Kern dienenden Innenmantels und der Innenwandung der Werkzeughöhlung eingespritzt.
Auf diese Weise erhält man einen völlig nahtlosen äusseren Gehäusemantel, welcher fest am Innenmantel aufliegt, was eine Folge des Schwindens des umspritzten Werkstoffes des äusseren Gehäusemantels nach der Fertigung ist.
Ferner wird durch den Wärmeeinfluss beim Umspritzen des Werkstoffes eine Verschmelzung der Werkstoffe des äusseren Gehäusemantels und des Innenmantels eintreten, wodurch der äussere Gehäusemantel und der Innenmantel zu einem einheitlichen Verbundkörper vereinigt werden.
Gegenüber den beschriebenen Ausführungsbeispielen sind verschiedene werkstoffmässige, konstruktive und anwendungsgemässige Varianten im Rahmen der Erfindung möglich. Es seien hier nur einige dieser Varianten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, genannt
Als Werkstoffe für den äusseren Gehäusemantel eignen sich neben Polyäthylen in besonderer Weise auch andere thermoplastische hochpolymere, insbesondere hochschlagfeste Werkstoffe (z. B. Polyamid)
EMI2.1
<Desc/Clms Page number 3>
In den vorstehenden Ausführungen sind vielfach Bezeichnungen wie schlagfest, hochschlagfest, spröd und starr im Zusammenhang mit hochpolymeren Werkstoffen verwendet. Unter einem schlagfesten hochpolymeren Werkstoff soll dabei ein solcher verstanden sein, dessen Schlagzähigkeit grösser als 50 cmkg/cm ist. Ein hochschlagfester Werkstoff ist ein solcher mit einer Schlagzähigkeit grösser als 100 cmkg/cm2.
Als spröde hochpclymere Werkstoffe sind jene zu betrachten, deren Schlagzähigkeit kleiner als 50 cmkgl cm 2. vorzugsweise kleiner als 20 cmkg/cm2 ist. Ein starrer hochpolymerer Werkstoff soll durch einen Elastizitätsmodul, welcher grösser als 150 kg/mm2, vorzugsweise grösser als 300 kg/mm2 ist, charakterisiert sein.
Als konstruktive Variante sei der Aufbau des Innenmantels aus mehr als zwei vorzugsweise schalenförmigen Teilen erwähnt. Ausserdem muss die Teilung des Innenmantels nicht unbedingt eine Längsteilung, sondern kann auch eine Querteilung sein. Ausserdem kann man den Innenmantel einteilig ausbilden.
Wie bereits ausgeführt, können im Innenmantel Metallpartikel eingebettet sein (z. B. Eisenteile in Vierkant-oder Zylinderform). Der Innenmantel kann aber auch als Trägerschichte für andere Wirkstoffe (Brandstoffe, nebelerzeugende Stoffe usw. ) ausgebildet sein.
Anwendungsmässigistdie Erfindung nicht auf Handgranaten beschränkt. Auch andere Sprenggranaten, wie z. B. Wurfgranaten, können die erfindungsgemässen Merkmale aufweisen.