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Druckluftbremsanlage für Kraftfahrzeuge
Die Erfindung betrifft eine Druckluftbremsanlage für Kraftfahrzeuge mit Einrichtungen zum Anschlie- ssen von Anhängern mit Einleitungs-oder Zweileitungsbremsanlagen. Bei dem Einleitungssystem wird eine Leitung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger sowohl als Füll- als auch als Steuerleitung benutzt. Beim Zweileitungssystem sind zwischen Zugfahrzeug und Anhänger zwei Leitungen vorgesehen, von denen die eine Füll- bzw. Vorratsleitung ist, während die zweite Leitung als Steuerleitung dient.
Im allgemeinen arbeitet das Einleitungsbremssystem mit einem Arbeitsdruck von etwa 5 atü und das Zweileitungsbremssystem mit einem Druck von rund 7 atü. Die Verhältnisse im Fahrbetrieb machen es erforderlich, wechselweise Fahrzeuganhänger, die für Einleitungs- oder Zweileitungsbetrieb eingerichtet sind, an Zugfahrzeuge anzuhängen, die gerade für das andere Bremssystem eingerichtet sind.
Dann ergibt sich, dass beim Anhängen eines Anhängers mit Zweileitungsbremse an ein Fahrzeug mit Einleitungsbremse der Arbeitsdruck für die Bedienung der Anhängerbremsen nicht ausreicht und bei umgekehrtem Verhältnis der Arbeitsdruck zu hoch ist. Mangelhafte oder zu starke Bremswirkungen am Anhänger sind die Folge.
Diese Mängel werden behoben, indem erfindungsgemäss mindestens je ein Vorratsbehälter für den bei Einleitungsbremsanlagen üblichen (niederen) Arbeitsdruck und für den bei Zweileitungsanlagen üblichen (höheren) Arbeitsdruck und ein an sich bekanntes Zweikreisbremsventil vorgesehen sind, mit dessen erstem Teilventil Druckluft aus dem Behälter niederen Druckes in eine erste Bremsdruckleitung eingesteuert werden kann, deren Druck in an sich bekannter Weise das mit dem Behälter niederen Druckes und mit Steuerleitung der Einleitungsanlage'verbundene Anhängerbremsventil steuert, und mit dessen zweitem Teilventil Druckluft aus dem Behälter höheren Druckes in eine zweite Bremsdruckleitung eingesteuert werden kann,
deren Druck in an sich bekannter Weise den Druck in der zum Anhänger führenden Bremsleitung der Zweileitungsanlage beeinflusst.
In die Förderleitung des Drucklufterzeugers ist ein an sich bekannter, auf den Arbeitsdruck im Zweileitungsbremssystem eingestellter Druckregler vor den zum gleichen System gehörigen Druckluftbehälter geschaltet, während die Beschickung des mit einem Druck von etwa 5 atü arbeitenden Einleitungsbremssystem und des zu diesem System gehörigen Druckluftbehälters über einen hinter den Druckregler geschalteten Druckbegrenzer erfolgt, der auf einen Druck von etwa 5 atü eingestellt ist.
Um den Anschluss von im Bremssystem unterschiedlichen Anhängern an das Zugfahrzeug zu ermöglichen, ist dieses gleichzeitig mit sämtlichen für Einleitung-un Zweileitungsbremsung erforderlichen Steuergeräten, Leitungen, Anschlüssen und Druckluftbehältern ausgestattet. Die dem Einleitungsbremssystem zugeordneten Organe sind an den diesem System zugeordneten Kreis des Zweikreisbremsventils angeschlossen. während die zum Zweileitungsbremssystem gehörigen Organe an den auf einen Druck von etwa 7,3 atü abgestimmten Kreis angeschlossen sind. Die Bremsen des Zugfahrzeuges sind entsprechend dem Arbeitsdruck, auf welchen sie ausgelegt sind, an den mit höherem oder niedrigerem Druck arbeitenden Kreis des Bremsventils angeschlossen.
Der Erfindungsgedanke lässt verschiedene Ausführungsmöglichkeiten zu. Zwei davon sind in der Zeichnung wiedergegeben. Es zeigen :
Fig. l ein Schaltschema der gesamten Anlage für den Fall, dass zur Zugfahrzeugbremsung der Druck der Einleitungsbremsanlage verwendet wird, Fig. 2 ein ähnliches Schema, wobei für die Zugfahrzeugbremsung der höhere Druck der Zweileitungsbremsung benutzt wird, und Fig. 3 einen Schnitt durch das
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zur Anwendung gelangende Zweikreistrittplattenbremsventil, wie es bei der Anlage gemäss Fig. 1 verwendet wird.
Bei der Anordnung gemäss Fig. 1 gelangt ein Trittplattenventil üblicher Bauart zur Anwendung, welches aus den beiden Teilen I und II besteht. Betätigt werden die beiden Ventilkreise I und II mit der Trittplatte 1 über die hintereinandergeschalteten Kolbenstangen und 3 (Fig. 3).
Der Teil I des Ventils ist immer über den Anschluss 4 und die Leitung 5 an den Druckluftbehälter 6 des Einleitungsbremssystems angeschlossen, während der Teil II mit seinem Anschluss 7 über die Leitung 8 mit dem Druckluftbehälter 9 verbunden ist. Entsprechend dem jeweiligen Arbeitsdruck (5, 3 atü im Behälter 6 und 7, 3 atü im Behälter 9) sind auch die Stufungsfedern 10 bzw. 11 in den beiden Ventilkreisen I bzw. II verschieden stark bemessen.
Bei beiden Schaltungen gemäss Fig. 1 und 2 erfolgt die Beschaffung der erforderlichen Druckluft durch einen Kompressor 12, der über eine Leitung 13 nach dem auf 7, 3 atü eingestellten Druckregler 15 fördert. An die Abzweigstelle 16 hinter dem Druckregler 15 ist über die Leitung 17 der Druckluftbehälter S und über die Leitung 18 der auf 5, 3 atü eingestellte Druckbegrenzer 19 und schliesslich über die Leitung 20 das Handbremsventil 21 angeschlossen.
Von dem Druckbegrenzer 19 aus wird über die Leitung 22 der Druckluftbehälter 6 mit Druckluft vor 5, 3 atü beschickt.
Üblicherweise ist der Behälter 6 in zwei Kammern unterteilt, die über eine Leitung 23 und ein darin eingeschaltetes Überströmventil 24 miteinander verbunden sind.
Die Leitung 23 ist über die Leitung 25 an einen Verteiler 26 angeschlossen, von dem aus die zurr Teil I des Bremsventils führende Leitung 5 abgeht.
An dem gleichen Verteiler 26 liegt die Leitung 27, die zu dem bei Einleitungsbremsen erforderli- chen luftgesteuerten Anhängerbremsventil 28 führt. An dieses Anhängerbremsventil schliesst sich die Leitung 29 mit dem Kupplungskopf 30 für Anhängereinleitungsbremsung an.
Das Anhängerbremsventil 28 steht in jedem Falle über eine Leitung 31 mit dem Anschlussstutzen 3 des Kreises I des Bremsventils in Verbindung.
Wenn die Bremszylinder 33 im Zugfahrzeug auf einen Druck von etwa 5 atü, also für Einleitung bremsung, ausgelegt sind, dann sind diese Zylinder über Leitungen 34 bzw. 35 im Sinne des Schemas ge' mäss Fig. 1 mit der Leitung 31 verbunden.
Entsprechen dagegen die Zugwagenbremszylinder 33 einem Arbeitsdruck von etwa 7 atü, so sind die se Bremszylinder im Sinne der Schaltung gemäss Fig. 2 über die Leitungen 36 mit dem Anschluss 37 des mi einem Druck von 7, 3 atü arbeitenden Teils II des Bremsventils verbunden.
Bei der Schaltung gemäss Fig. 2 ist nur die Leitung 31 an dem Anschlussstutzen 32 des Teils 1 ange schlossen.
Die Steuerung der Zweileitungsbremse erfolgt durch den Teil II des Bremsventils, dessen Anschluss stutzen 37 zu diesem Zwecke über das Zweiwegeventil 38 und die Leitung 39 mit dem Relaisventil 4 verbunden ist. An dieses Relaisventil 40 sind ausserdem über die Leitung 41 der Kupplungskopf 42 un über die Leitungen 43 und 47 der Druckluftbehälter 9 angeschlossen, der über die Leitungen 47 und 4 auch mit dem Kupplungskopf 46 verbunden ist. An das Zweiwegeventil 38 ist weiterhin über die Leitun 48 das Handbremsventil 21 angeschlossen. 49 und 50 sind Manometer zur Kontrolle der Druckverhältnisse PATENTANSPRÜCHE :
1.
Druckluftbremsanlage für Kraftfahrzeuge mit Einrichtungen zum Anschliessen von Anhängern m Einleitungs-oder Zweileitungsbremsanlagen, gekennzeichnet durch mindestens je einen Vorratsbehältt (6 bzw. 9) für den bei Einleitungsbremsanlagen üblichen (niederen) Arbeitsdruck und für den bei Zwei leitungsanlagen üblichen (höheren) Arbeitsdruck und durch ein an sich bekanntes Zweikreisbremsventi mit dessen erstem Teilventil (I) Druckluft aus dem Behälter (6) niederen Druckes in eine erste Brems druckleitung (31) eingesteuert werden kann, deren Druck in an sich bekannter Weise das mit dem Be hälter niederen'Druckes und mit der Steuerleitung (29) der Einleitungsanlage verbundene Anhängerbrem ventil (28) steuert, und mit dessen zweitem Teilventil (II) Druckluft aus dem Behälter (9)
höheren Drul kes in eine zweite Bremsdruckleitung (39) eingesteuert werden kann, deren Druck in an sich bekannt Weise den Druck in der zum Anhänger führenden Bremsleitung (41) der Zweileitungsanlage beeir flusst.