<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur langdauernden Aufrechterhaltung einer weitgehend gleichbleibenden Wirkstoffkonzentration in einem Raume und
Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur langdauernden Aufrechterhaltung einer weitgehend gleichbleibenden Wirkstoffkonzentration in einem Raume, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man den Wirkstoff über eine mit einem Wirkstoffvorratsgefäss verbundene nicht-poröse Diffusionswand aus Kunststoff, welche an ihrer Innenseite mit dem Wirkstoff benetzt ist, auf dem Wege der Diffusion und dem Verdunsten auf der Aussenseite der Diffusionswand, in den zu behandelnden Raum eintreten lässt.
Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Ausführung des genannten Verfahrens, gekennzeichnet durch ein Wirkstoffvorratsgefäss, vorzugsweise ein solches, dessen Wände aus einem die Diffusion des Wirkstoffes nicht zulassenden Polyäthylen besteht, verbunden mit einer nicht-porösen Diffusionswand aus Kunststoff für den Wirkstoff, welche bei der Benutzung der Vorrichtung auf der Innenseite mit Wirkstoff benetzt ist, und welche vorzugsweise aus einer einseitig geschlossenen Röhre aus Polyvinylchlorid besteht, die über die Öffnung des Vorratsgefässes gezogen ist.
EMI1.1
Medium eine möglichst gleichbleibende Konzentration des Wirkstoffes herrscht.
Eine möglichst genaue Einhaltung einer bestimmten Konzentration, also eine möglichst gleichmässige Abgabe von Wirkstoff, ist in vielen Fällen schon mitRücksicht auf dieToxizität desWirkstoffes und die damit gegebene obere Grenze der Anwendungskonzentration erforderlich. Weiterhin ist der mit einer bestimmten Wirkstoffmenge erreichbare Erfolg umso grösser, je gleichmässiger die Konzentration der Applikation ist.
Soll die Applikation von Wirkstoffen in der umgebenden Luft erfolgen, so kann dies geschehen entweder durch Versprühen, z. B. als Aerosol, oder durch Verdunsten. Bei einem Aerosol ergibt sich zunächst nach dem Versprühen eine maximale Konzentration des Wirkstoffes in der Atmosphäre des behandelten Raumes, die sich durch Entweichen aus Öffnungen, z. B. Türen oder Fenster des Raumes, und durch Absetzen von Aerosolteilchen an den Wänden schnell verringert..
Dabei wird in vielen Fällen der Wirkstoff durch den Kontakt mit den im allgemeinen alkalischen Baustoffen nach kurzer Zeit zerstört, so dass der an der Wand niedergeschlagene Wirkstoff ebenfalls verlorengeht. Diese Applikationsform bedingt zur Aufrechterhaltung einer möglichst gleichmässigen Wirkung in der Atmosphäre einen periodisch wiederholten Sprühvorgang, der entweder manuell oder automatisch vorgenommen werden kann und demgemäss Personal oder einen komplizierten und entsprechend teuren Zeitschalter erfordert.
Wird der Wirkstoff in bekannter Weise, beispielsweise mittels eines Dochtes, verdunstet, so lässt sich nur schwer eine langdauernde gleichmässige Konzentration des Wirkstoffes in dem zu behandelnden Raum aufrechterhalten, da z. B. die Verdunstung stark von den Temperaturverhältnissen abhängig ist. Weiterhin werden viele Wirkstoffe beim langdauernden Kontakt mit Luft, z. B. durch Luftsauerstoff, Feuchtigkeit usw., zerstört, so dass es notwendig ist, den Wirkstoff, solange er noch nicht in das zu schützende Medium eintreten soll, vor der Berührung mit der Atmosphäre zu schützen. Darüber hinaus muss mit Rücksicht auf die Toxizität der meisten Wirkstoffe vermieden werden, dass der Wirkstoff an der Applikationsstelle in einer gefährlichen Dosis auftritt.
Diesen Erfordernissen wird durch die bekannten Verdunstungsmethoden, z. B. mittels eines Dochtes, nicht oder nur ungenügend Rechnung getragen.
<Desc/Clms Page number 2>
Das erfindungsgemässe Verfahren besitzt den besonderen Vorteil, dass es mit seiner Hilfe möglich ist, auch bei Temperaturschwankungen und Schwankungen des Feuchtigkeitsgehaltes in der umgebenden Atmosphäre eine überraschend gleichbleibende Menge an Wirkstoff dem zu behandelnden Raume zuzuführen.
Besonders geeignet ist das neue Verfahren für die langdauernde und gleichbleibende Abgabe von insektiziden organischen Phosphor-Verbindungen, z. B. Dimethyldichlorvinylphosphat.
Im allgemeinen wird an einen mitluft gefülltenRaum Wirkstoff abgegeben ; der durch die Diffusionswand hindurchgetretene Wirkstoff wird verdunstet. Der Wirkstoff kann aber auch an eine Flüssigkeit abgegeben werden, beispielsweise an Wasser in Seen und Flüssen. In diesem Fall erfolgt an der Aussenfläche der Diffusionswand ein Auflösen des ausgetretenen Wirkstoffes in der umgebenden Flüssigkeit.
Um eine gleichmässige Abgabe des Wirkstoffes über lange Zeiträume sicherzustellen, wird nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung auf der Innenseite der Diffusionswand ein die Diffusion durch die Wand überwiegende Angebot an Wirkstoff aufrecht erhalten. Auf der Innenseite der Diffusionsfläche ist also während der Benutzung des Behälters Wirkstoff stets im Überschuss vorhanden. Beispielsweise wird zu diesem Zweck die Innenseite der Diffusionswand durch den Wirkstoff bespült.
Der Behälter kann unterteilt sein, wobei ein Vorratsraum den Wirkstoffvorrat enthält, aber mit dem Raum in Verbindung steht, in welchem der Wirkstoff mit der Diffusionsfläche in Berührung kommt. Dadurch wird erreicht, dass das Angebot von Wirkstoff auf der Innenseite der Diffusionswand von der Grösse des Wirkstoffvorrates weitgehend unabhängig ist und auch bei langsamer Abnahme des Wirkstoffvorrates bei der Benutzung praktisch unverändert bleibt. Auf diese Weise wird die erwünschte langdauernde Abgabe des Wirkstoffes in gleichbleibenden oder mindestens annähernd gleichbleibenden Mengen erreicht.
Das Bespülen der Innenseite der Diffusionswand durch ein genügend grosses Wirkstoffangebot kann auch erfolgen unter Ausnutzung einer Kapillarwirkung, indem beispielsweise ein Docht mit einem Ende in den Wirkstoffvorrat eintaucht, während das andere Ende des Dochtes die Innenfläche der Diffusionswand berührt, und mit Wirkstoff benetzt.
Die Aussenseite der Diffusionswand kann gleichzeitig als Verdunstungsoberfläche für den Wirkstoff dienen. Vorteilhafterweise ist der Diffusionswiderstand der Wand so bemessen, dass die Verdunstung des Wirkstoffes auf derAussenfläche der Wand die Diffusion des Wirkstoffes durch die Wand überwiegt, so dass also auf der Aussenseite Wirkstoff in flüssiger Form nicht auftritt. Ist eine solche Abstimmung von Diffusionswiderstand und Verdunstungsfläche nicht möglich, so kann eine zusätzliche Verdunstungsoberfläche angebracht werden.
Der Behälter kann so ausgebildet werden, dass er, vor seinem Einsatz als Wirkstoff abgebende Vorrichtung, als Transport- und Lagerbehälter für den Wirkstoff verwendet werden kann ; in diesem Falle kommt bei der Lagerung und. dem Transport die Diffusionswand nicht zur Wirkung. Dies kann entweder dadurch erreicht werden, dass der Wirkstoff im Lagerzustand nicht mit der Diffusionswand in Berührung kommt, oder aber, dass die Diffusionswand im Lagerzustand durch eine für den Wirkstoff undurchlässige Schicht vom Aussenraum getrennt ist, so dass sie nicht mit dem Aussenraum in Berührung kommt.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sollen im folgenden erläutert und an Hand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele besprochen werden, wobei die Fig. 1 und 2 eine erfindungsgemäss- sse Vorrichtung im Lagerzustand und bei Benutzung darstellen, Fig. 3 und 4 sowie Fig. 5 und 6 zwei weitere Varianten solcher Behälter zeigen.
In den Fig. 1 und 2 ist schematisch im Schnitt eine erfindungsgemässe Vorrichtung dargestellt, u. zw. in der Fig. 1 im Lagerungs-und Transportzustand, in der Fig. 2 bei der Anwendung. Der Behälter besteht aus einem grossen, flaschenartigen, mit dem Wirkstoff 14 gefüllten Vorratsgefäss 10, dessen Hals 16 mit einem Stopfen 12 verschlossen ist. Über den Hals 16 des Vorratsgefässes ist eine schlauchförmig ausgebildete nicht-poröse Diffusionswand 18 gezogen, die aus einem Kunststoff besteht, durch welchen der Wirkstoff 14 hindurchdiffundieren kann. So besteht beispielsweise bei einem zur Applikation von DDVP (Dimethyldichlorvinylphosphat) verwendeten Behälter die Diffusionswand aus Polyvinylchlorid. Fig. 1 zeigt den Behälter im Lagerungszustand.
Die Diffusionswand kommt nicht zur Wirkung, u. zw. dadurch, dass der Spiegel der Wirkstoffflüssigkeit unterhalb der Diffusionswand liegt und der Wirkstoff somit nicht mit der Diffusionswand in Berührung kommt.
Soll die Vorrichtung in Betrieb genommen werden, so muss der Stopfen 12 aus dem Hals 16 des Vorratsgefässes entfernt werden. Dies kann durch Betätigung von aussen geschehen, beispielsweise bei einem aus undurchlässigem plastischem Stoff (wie z. B. Polyäthylen) bestehenden Vorratsgefäss durch einfaches Zusammendrücken der seitlichen Wände des Behälters 10, so dass der Pfropfen 12 nach oben ausgetrieben wird. In der in Fig. 2 dargestellten Lage, d. h. um 180 , gegenüber der"Lagerungsstellung"gedreht,
<Desc/Clms Page number 3>
beim Aufhängen mittels der Ösen 15, kann der Wirkstoff in das Innere der schlauchartig ausgeführten Dif- fusionswand einlaufen, von wo er durch die Wand hindurchdiffundiert und an der äusseren Oberfläche der Diffusionswand verdunstet.
In der Fig. 2 ist der Fall dargestellt, dass der grösste Teil des Wirkstoffvorrates verbraucht ist. Trotzdem wird die Innenseite der Diffusionswand immer noch von dem Wirkstoff bespült.
Es besteht also auf der Innenseite der Diffusionswand stets ein genügendes Angebot von Wirkstoff, d. h. ein Überschuss an Wirkstoff. Die für die Geschwindigkeit der Diffusion massgebenden Bedingungen bleiben weitgehend konstant, wodurch über lange Zeiträume hinweg eine gleichmässige Diffusion und damit stetige Abgabe von Wirkstoff gewährleistet wird.
Der Lagerteil, d. h. der Behälter 10, besteht aus einem für den Wirkstoff undurchlässigen Material.
In dem oben erwähnten Fall der Abgabe von insektiziden organischen Phosphorverbindungen, z. B. Dimethyldichlorvinylphosphat, wird vorteilhafterweise Polyäthylen verwendet. Eine Unterscheidung zwischen Vorratsgefäss und Diffusionswand kann auch dadurch getroffen werden, dass für beide Teile zwar das gleiche Material verwendet, dass aber die Wandstärken der beiden Teile verschieden gross gewählt werden, u. zw. so, dass aus dem Vorratsbehälter praktisch kein Wirkstoff austritt, während die Diffusionswand in gewünschtem Masse Wirkstoff durchlässt. In diesem Fall besteht der Behälter 10 der Fig. 1 aus einem Material, z. B. Polyäthylen, von genügender Wandstärke, um keinen Durchtritt des Wirkstoffes zuzulassen.
Die Wandstärke des aus dem gleichen Material gefertigten Schlauches 18 muss dagegen so gering sein, dass Diffusion des Wirkstoffes auftritt. Sollen in dem weiter oben erwähnten Fall der Verwendung von DDVP als Wirkstoff Behälter und Diffusionswand aus dem gleichen Material, z. B. Polyäthylen, bestehen, so muss für die Diffusionswand eine sehr dünne Folie verwendet werden. Um dieser die für die praktische Anwendung notwendige mechanische Festigkeit zu geben, kann man sie durch eine Tragkonstruktion aus einem für den Wirkstoff gut durchlässigen Material, wie z. B. Papier, Stoff usw., verstärken.
Damit bei dem Behälter die Diffusionswand bei der Lagerung nicht zur Wirkung kommt, kann man auch beispielsweise den zur Lagerung dienenden Vorratsbehälter zerstörbar ausbilden und innerhalb der die Diffusionswand bildenden oder tragenden Gefässe anordnen.
Dies ist in der Fig. 3 und 4 schematisch in Ansicht und im Schnitt gezeigt. Als Vorratsbehälter dient eine mit Wirkstoff 30 gefüllte Glasampulle 32. Diese ist innerhalb eines Kunststoff-Schlauches 34 angeordnet, welche als Diffusionswand dient. Der Schlauch 34 ist an beiden Enden abgequetscht und verschweisst und bildet einen geschlossenen Behälter. Zur Applikation wird die innen liegende Ampulle durch Schlag oder Druck von aussen zerstört. Der in der Ampulle enthaltene Wirkstoff 30 erfüllt dann den Schlauch 34, dessen gesamte Oberfläche die Diffusionswand bildet. Im Anwendungszustand benetzt der Wirkstoff die Innenwand des Schlauches 34. Um eine möglichst gleichmässige Abgabe des Wirkstoffes über die gesamte Anwendungsdauer zu erreichen, muss auf der gesamten Innenseite der Diffusionswand ein genügend grosses Angebot von Wirkstoff bestehen.
Da im Gegensatz zur Anordnung der Fig. 1 und 2 die direkte Benetzung der Innenseite der Diffusionswand im Falle der Fig. 4 im Laufe der Benutzung abnimmt, wird die Innenseite unter Ausnutzung einer Kapillarwirkung benetzt. Zu diesem Zweck befindet sich auf der Innenseite des Kunststoff-Schlauches 34 beispielsweise eine dünne saugfähige Papierschicht 38. In den Kapillarräumen dieser Schicht steigt stets genügend Wirkstoff in die Höhe, um praktisch die gesamte Innenseite des Schlauches 34 mit einer genügenden Menge Wirkstoff zu benetzen. Eine Öse 38 dient zum Aufhängen bei der Benutzung.
In einer weiteren in Fig. 5 und 6 dargestellten Variante ist der ganze Behälter so ausgebildet, dass die Diffusionswand im Lagerzustand nicht mit dem Aussenraum in Berührung kommt, u. zw. dadurch, dass durch Abdecken der Diffusionswand gegen aussen die Abgabe von Wirkstoff verhindert wird. Der Behälter ist wie im Fall der Fig. 3 schlauchartig ausgebildet. Im Gegensatz zur Anordnung der Fig. 3 besteht aber die Aussenhaut 50 aus einem für den Wirkstoff undurchlässigen Material, beispielsweise einer Metalloder Kunststoffolie. Innerhalb der für den Wirkstoff undurchlässigen Aussenhaut 50 befindet sich die schlauchartige Diffusionswand 52, die mit Wirkstoff 54 gefüllt ist. Die Aussenhaut 50 kann mittels eines Reissstreifens 56 aufgerissen werden.
Nach dem Aufreissen kann der untere Teil 57 der Aussenhaut abgezogen werden, wodurch die schlauchartige Diffusionswand 52 freigegeben wird. Am oberen Ende ist eine Öse 58 zum Aufhängen des Behälters angebracht. Die diffusionsundurchlässige Aussenhaut 50 ist möglichst satt auf dem Umfang der Diffusionswand 52 aufgesetzt, damit im Lagerzustand kein Wirkstoff aus dem Inneren der Diffusionswand in den Zwischenraum zwischen Aussenhaut 50 und Diffusionswand 52 austreten kann. Innerhalb der Diffusioiiswand 52 befindet sich wieder eine dünne saugfähige Schicht 60, um bei der Anwendung eine Benetzung der Innenseite der Diffusionswand sicherzustellen. Der Abschluss des Diffusionsbeshälters 52 kann auch durch einen schraubenförmig um denselben gewickelten Streifen aus undurchlässiger, z. B. Metall-, Folie erfolgen.
Dieser Streifen wird dann bei der Benutzung je nach den ge-
<Desc/Clms Page number 4>
EMI4.1
sionswand freigegeben wird.
Wesentlich für das Funktionieren der erfindungsgemässen Vorrichtung ist eine möglichst gleichmässige Diffusion des Wirkstoffes durch die Diffusionswand. Eine besonders gleichmässige, von Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre und sonstigen Umständen möglichst wenig abhängige Diffusion kann erreicht werden, wenn als Material für die Diffusionswand ein nicht-poröser Kunststoff verwendet wird, welcher einen Weichmacher enthält, und wenn der Wirkstoff in diesem Weichmacher löslich ist. Die Geschwindigkeit der Diffusion kann von der im Material vorhandenen Art und Menge Weichmacher abhängen. Da beim Transport des Wirkstoffes durch die Diffusionswand ein Teil des Weichmachers wandern kann, z.
B. nach aussen, kann es in diesem Fall vorteilhaft sein, dem Wirkstoff im Inneren des Gefässes Weichmacher zuzusetzen, um die Menge des in der Diffusionswand enthaltenen Weichmachers konstant zu halten.
Es hat sich gezeigt, dass durch Zusatz von Weichmachern und gegebenenfalls von Stabilisatoren zu dem abzugebenden Wirkstoff eine Verlängerung des Zeitraumes erreicht werden kann, innerhalb dessen eine gleichmässige Abgabe von Wirkstoff erfolgt. Im Falle einer Diffusionswand aus PVC können im allgemeinen die üblichen für PVC geeigneten Weichmacher verwendet werden, mit besonderem Erfolg das Dioctylphthalat.
Durch Zugabe von Weichmacher in Mengen von vorzugsweise 10 bis 20% des Wirkstoffgewichtes kann die Wirkstoffabgabe gleichmässiger gestaltet werden, indem anfänglich eine geringere Menge Wirkstoff diffundiert als ohne Weichmacherzusatz, die Diffusion aber langsamer abfällt. Ein weiterer Fortschritt zur Erzielung einer sich über längere Zeiträume erstreckenden gleichmässigen Diffusion wird erzielt durch Zusetzen von Stabilisatoren vom Typus der säurebindenden Epoxy- und Äthylenimid-Gruppen enthaltenden organischen Verbindungen, wie Epichlorhydrin, Glycidester von Phenolen, ein-und mehrwertigen Alkoholen sowie Äthylenimiden von organischen Carbonsäuren wie Benzoesäure, oder Kohlensäuremonoalkylestern, z. B. Äthylkohlensäureäthylenimid.
Die Gesamtmenge der zuzusetzenden Weichmacher und/oder Stabilisatoren schwankt zwischen 5und 500/0, bezogen auf die gesamte Füllung des Abgabebehälters, vorzugsweise zwischen 10 und 20go. Durch den Zusatz der Weichmacher und/oder Stabilisatoren wird sowohl der Phosphorsäureester, z. B. das DDVP im PVC-Schlauch stabilisiert, als auch der PVC-Schlauch als solcher, der sich ohne Zusatz von Weichmacher und/oder Stabilisator mit der Zeit verhärtet und undurchlässig wird, mit den erwähnten Zusätzen aber weich und durchlässig bleibt.
Die USA. Patentscbrift Nr. 2, 871, 526 beschreibt poröse Behälter aus Kunststoff für die Abgabe von Wirkstoffen. Im Falle dieser bekannten Behälter wird die gewünschte Porosität des Behältermaterials dadurch erzielt, dass man gesintertes, pulverisiertes Kunststoffmaterial, Schaumstoffe oder Kunstfasergewebe verwendet. Im Gegensatz hiezu besteht die Diffusionswand der erfindungsgemässen Vorrichtung aus einem nicht-porösen Kunststoff, d. h. einem Kunststoff, dessen Durchlässigkeit nicht durch besondere Massnahmen, wie z. B. Sinterung des pulverförmigen Materials, erhöht wurde.
Der aus porösem Kunststoff bestehende bekannte Behälter gemäss der USA -Patentschrift Nr. 2, 871, 526 zeigt bei der Verwendung zur Abgabe von Wirkstoffen, insbesondere Biocide, den schwerwiegenden Nachteil, dass eine zu grosse Menge des Wirkstoffes aus der Apparatur austritt und dass sich gegebenenfalls auf der Aussenwand des Behälters Flüssigkeit ansammelt. Diese Nachteile sind im Falle der erfindungsgemässen Vorrichtung nicht vorhanden.
Nachfolgend werden Beispiele für Behälter gemäss der Erfindung gegeben.
Beispiel l : Eine Vorrichtung nach Art der Fig. l bzw. 2 bestand aus einem Wirkstoffvorratsgefäss aus Niederdruck-Polyäthylen mit einer Wandstärke von 1 mm. Das Vorratsvolumen an Wirkstoff betrug 5 cm3. Als Diffusionswand wurde ein 4cm langer Schlauch mit einem äusseren Durchmesser von 1 cm und einer Wandstärke von 2 mm verwendet, der aus Polyvinylchlorid mit einem Gehalt von 40 Gew.-% von Dioctylphthalat bestand.
Der Behälter diente zur Abgabe von DDVP an die umgebende Luft.
Bei Aufhängung in einemRaum mit einer Temperatur von 250C und einer relativen Feuchtigkeit von 50% betrug die tägliche Abgabe an Wirkstoff 100 mg und blieb im Verlauf von 20 Tagen praktisch konstant.
B e isp i e 1 2 Sechs Behälter nach Art der Fig. 1 und 2 aus Hochdruck-Polyäthylen mit 15 ml Inhalt wurden gemäss der nachfolgenden Tabelle mit verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt und nach Aufsetzen eines PVC-Schlauches von 1 cm innerem Durchmesser, 2 mm Wandstärke und 10 cm Länge mit dem Schlauch nach unten aufgehängt. Der Typ Nr. 5a wurde zudem in einer perforierten Schutzhülse von
<Desc/Clms Page number 5>
20 cm Länge und 3 cm Durchmesser aufgehängt. In den ersten 2 Tagen nach Beginn des Versuches setzte die Diffusion ein und hatte am dritten Tag einen konstanten Wert erreicht.
In der Tabelle wird diese Menge als loo% eingesetzt und der zeitliche Verlauf des Diffusions- und Verdampfungsvorganges bei einer konstanten Temperatur von 300C als prozentualer Anteil der nach drei Tagen abgegebenen Menge aufgezeichnet.
Die Tabelle zeigt, dass der Zusatz von Weichmacher und Stabilisator eine erhebliche Verbesserung der Konstanz der DDVP-Diffusion bewirkt. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn die Vorrichtungen nicht frei am Licht aufgehängt werden, sondern in einer Schutzhülse aus einem gelochten Material. Eine
EMI5.1
fung der Malaria übertragenden Stechmücken, wobei auch mehrere der Abgabevorrichtungen in einer gemeinsamen Schutzhülse untergebracht werden können.
EMI5.2
<tb>
<tb>
Versuch <SEP> Nr. <SEP> Zusammensetzung <SEP> Abgabe <SEP> nach
<tb> 3 <SEP> Tagen <SEP> 10 <SEP> 20 <SEP> 30 <SEP> 40 <SEP> 50 <SEP> 60 <SEP>
<tb> 1 <SEP> 100% <SEP> DDVP <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 60 <SEP> 40 <SEP> 17 <SEP> 8
<tb> 2 <SEP> 80% <SEP> DDVP
<tb> 20% <SEP> Dioctylphthalat <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 80 <SEP> 60 <SEP> 40
<tb> 3 <SEP> 80% <SEP> DDVP
<tb> 20% <SEP> Butylenglykol- <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 80 <SEP> 60 <SEP> 40
<tb> diglycidäther
<tb> 4 <SEP> 80% <SEP> DDVP
<tb> 10% <SEP> Dioctylphthalat
<tb> 10% <SEP> Butylenglykol- <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 80 <SEP> 70 <SEP> 60 <SEP> 40 <SEP> 25
<tb> diglycidäther
<tb> 5 <SEP> 70% <SEP> DDVP <SEP>
<tb> 10% <SEP> Dioctylphthalat
<tb> 20% <SEP> Butylenglykoldiglycidäther <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 90 <SEP> 80 <SEP> 60 <SEP> 50
<tb> 5a <SEP> wie <SEP> 5 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 90 <SEP> 90 <SEP> 80
<SEP> 80
<tb> (mit <SEP> Hülse)
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur langdauernden Aufrechterhaltung einer weitgehend gleichbleibenden Wirkstoffkonzentration in einem Raume, dadurch gekennzeichnet, dass man den Wirkstoff über eine mit einem Wirkstoffvorratsgefäss verbundene nichtporöse Diffusionswand aus Kunststoff, welche an ihrer Innenseite mit dem Wirkstoff benetzt ist, auf dem Wege der Diffusion und dem Verdunsten auf der Aussenseite der Diffusionswand, in den zu behandelnden Raum eintreten lässt.