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Verfahren zur Herstellung körniger Addukte, die mittels Sieben abgetrennt werden können, bei der Entparaffinierung von
Kohlenwasserstoff-Ölen mit Harnstoff
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung körniger Addukte, die mittels Sieben abgetrennt werden können, bei der Entparaffinierung von Kohlenwasserstoff-Ölen mit Harnstoff gemäss Patent Nr. 215578.
Nach dem Stammpatent werden die bei der Entparaffinierung von Kohlenwasserstoff-Ölen mit Harnstoff die bei Abtrennung der häufig als Emulsion oder feine Pulver gebildeten Harnstoff-Addukte auftretenden Schwierigkeiten dadurch beseitigt, dass zunächst der Existenzbereich der körnigen Struktur des Adduktes ermittelt wird, u. zw. durch Abstimmung der diesen Bereich bedingenden Faktoren-nämlich Harnstoff-Löser, Öl-Löser, Menge und Konzentration der Harnstoff-Lösung sowie Temperatur der Adduktbildung-auf das Kohlenwasserstoff-Öl, und dass danach unter den so ermittelten Bedingungen die Adduktbildung vorgenommen, oder erst nach erfolgter Adduktbildung diese Bedingungen eingestellt werden.
Bei diesem Verfahren kommt es nun bei Rückführung der anfallenden heissen konzentrierten Harnstofflösung in das Kontaktgefäss ausserordentlich leicht zu Verklumpungen und die in diesen groben Adduktagglomeraten eingeschlossenen Teile des Harnstoffes können dann nicht mehr zur Adduktbildung ausgenutzt werden.
Aus der deutschen Auslegeschrift Nr. 1025 549 ist zwar ein Verfahren bekannt, nach dem aus heissen, konzentrierten, methanolischen Harnstoff-Lösungen Harnstoff in fester Form durch Zugabe eines Öl-Lösers ausgefällt wird, der mit dem Methanol mischbar ist, für Harnstoff ein vermindertes Lösungsvermögen besitzt und dessen Siedepunkt niedriger liegt, als der des Methanols ;
bei diesem bekannten Verfahren wird wohl Harnstoff in fester Form durch Zugabe des Öl-Lösers ausgefällt-die Verwendung einer'methanoli- schen Harnstoff-Lösung zur Abtrennung von n-Paraffinen bedingt jedoch, dass zwischen Öl und dem Lösungsmittel Methanol gegenseitige Löslichkeit besteht und ausserdem Methanol und der Öl-Löser Methylenchlorid ein azeotropes Gemisch bilden, dessen Komponente im Entparaffinierungsgemisch in einem ungünstigen Verhältnis steht.
Nach der Erfindung wird nun das eingangs beschriebene Verfahren zur Herstellung körniger Addukte gemäss dem Stammpatent derart vorteilhaft ausgestaltet, dass die im kontinuierlichen Betrieb nach der Addukt-Zersetzung anfallende, konzentrierte heisse Harnstoff-Lösung mit dem Öl-Löser unter Rühren versetzt, durch Verdampfen desselben abgekühlt und erst danach dem Frischöl zugesetzt wird. Hiebei wird der Öl-Löser im Überschuss - u. zw. im Verhältnis 1, 5-4 Teile Öl-Löser auf 1 Teil Harnstoff-Lösung - verwendet. Bei dieser erfindungsgemässen Arbeitsweise tritt die störende Klumpenbildung nicht mehr auf.
Weiters erweist sich als vorteilhaft, eine gesättigte Harnstoff-Lösung zur Adduktbildung zu verwenden, bei welcher das Gewichtsverhältnis von gesättigter wässeriger Harnstoff-Lösung zu als Bodenkörper vorhandenem festen Harnstoff die Werte 1, 0 : 1-1, 2 : 1 nicht überschreitet. Hiebei wird zweckmässig die im kontinuierlichen Betrieb nach der Addukt-Zersetzung anfallende Harnstoff-Lösung mit Wasser im
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Verhältnis 1 : 1 verdünnt, danach durch Aktivkohle geleitet und dann wieder auf die gewünschte Konzen- tration eingedampft. Durch Verwendung einer solchen gesättigten Harnstoff-Lösung wird ebenfalls bei der
Adduktbildung ein Verklumpen oder ein Verkleben der Adduktkörner vermieden.
Die technische Bedeu- tung der Ausschaltung dieser klebrigen Zwischenstadien geht aus folgenden Beispielen hervor :
Beispiel 1: 100 Vol.-Teile eines Spindel-öles (d=0,8672, Viskosität=20,64 est) mit einem Ge- halt an n-Paraffinen von 15 Gew ; -0/0 wurden mit 100 Vol. -0/0 Methylenchlorid und 120 Vol.-% einer bei 700C gesättigten Harnstoff-Lösung bei 40 C versetzt, bei der das Gewichtsverhältnis Harnstoff-Lösung zu festem Harnstoff bei 1, 7 : 1 lag. Nach einer Rührzeit von 10 min wurde das gebildete Addukt abfiltriert.
Der Stockpunkt des Filtrates lag bei -160C.
Beispiel 2 : Menge und Art des eingesetzten Spindel-Öles und des Öl-Lösungsmittels waren die gleichen wie in Beispiel 1. Die bei 700C gesättigte Harnstoff-Lösung hatte ein Verhältnis Harnstoff-Lösung zu Harnstoff von 1, 2 : 1. Von ihr wurden 120 Vol. -0/0 bei 24 C zugesetzt. Nach einer Rührzeit von 7 min und Abfiltrieren des Adduktes war der Stockpunkt auf-16 C gesunken.
Beispiel 3 : Mit der gleichen Menge und Art des Spindel-Öles und des Öl-Lösungsmittels wie in
Beispiel 1 und 2 wurde bei 240C eine Harnstoff-Adduktbildung mit 120 Vol. -0/0 einer bei 70 C gesättigten
Harnstoff-Lösung vorgenommen, deren Verhältnis Harnstoff-Lösung zur Harnstoff 1, 1 : 1 betrug. Nach
5 min Rührzeit wurde ein Stockpunkt des Filtrates von -230C erreicht.
Beispiel 4 : Die Harnstoff-Adduktbildung unterschied sich von der in den vorhergehenden Beispie- len nur durch das Verhältnis Harnstoff-Lösung zur Harnstoff der bei 700C gesättigten Harnstoff-Lösung. In diesem Fall lagen die Werte bei 1, 0 : 1. Nach 3 min Rührzeit wurde ein Stockpunkt des Filtrates von - 250C erhalten.
Wie die Beispiele deutlich zeigen, ist der erfindungsgemässe Bereich des Verhältnisses Harnstoff-Lösung zu Harnstoff von ausschlaggebender Bedeutung für die technische Durchführung der Adduktbildung.
Gegenüber Beispiel 1 ist in den folgenden Beispielen die Rührzeit und der erreichte Stockpunkt des Filtrates wesentlich verbessert worden.
Eine Erniedrigung des Verhältnisses Harnstoff-Lösung zu Harnstoff unter einen Wert von 1 : 1 führt wieder zu klebrigen Zwischenstadien, d. h. zu einem Ansteigen der Rührzeiten und des Filtratstockpunktes.
Im kontinuierlichen Betrieb ergab sich hin und wieder folgende Schwierigkeit :
Bei längerem Gebrauch der Harnstoff-Lösung traten trotz Einhaltens der oben genannten Gewichtsverhältnisse die klebrigen Zwischenstadien wieder auf, wenn die Harnstoff-Lösung nach längerem Gebrauch Stoffe enthielt, die diese Zwischenstadien begünstigten. Die Harnstoff-Lösung wurde in diesen Fällen regeneriert, z. B. durch Filtration durch Aktivkohle.
Zur Regenerierung kann die Harnstoff-Lösung in üblicher'Weise über Aktivkohle geleitet werden.
Wirksamer wurde die Regenerierung, wenn die Harnstoff-Lösung, die nach der Adduktzersetzung anfiel, mit Wasser im Verhältnis 1 : 1 verdünnt und erst dann durch Aktivkohle geleitet wurde. Anschliessend wurde dann die regenerierte Harnstoff-Lösung auf den gewünschten Grad konzentriert.
Für jede Harnstoff-Lösung beliebiger Sättigung existiert eine definierte Temperatur, bei der das erfindungsgemässe Gewichtsverhältnis zwischen Harnstoff-Lösung und festem Harnstoff erreicht ist. So liegt diese Temperatur bei Harnstoff-Lösungen von 800C Sättigung bei etwa 38 C, bei denen von 700C Sättigung bei etwa 24 C, bei denen von 600C Sättigung bei etwa 10 C und geht auf-4 C herunter bei einer bei 500C gesättigten Lösung.
Aus dem in der Zeichnung dargestellten Diagramm ist zu erkennen, dass diese definierten Temperaturen auf einer Geraden liegen : Im Gebiet oberhalb dieser Geraden treten die klebrigen Zwischenstadien bei der Adduktbildung auf, während sie unterhalb dieser Geraden nicht existent sind. Es zeigt sich z. B. aus dem Diagramm, dass diese definierte Temperatur für eine bei 900C gesättigte Harnstoff-Lösung bei 52 C liegt. Diese Lösung kann als, bei 52 C für eine Harnstoff-Adduktbildung verwandt werden, ohne dass die gefürchteten klebrigen Zwischenzustände auftreten. Da die definierten Temperaturen, bei denen
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