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Verfahren zum Ausrichten, insbesondere Anheben, von Gleisen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausrichten, insbesondere Anheben, von Gleisen, bei dem vorerst das örtlich erforderliche Richtmass nach einer bekannten Methode als Differenz zwischen der Soll- und Ist-Lage des Gleises bestimmt und festgelegt wird. Beispielsweise erfolgt diese Bestimmung und Fest- legung des erforderlichen Richtmasses durch einen mit einem optischen Instrument ausgerüsteten Messtrupp, der dieses Richtmass auf der Schwelle vermerkt, oder durch einen Gleismesswagen.
Bei diesen üblichen Verfahren hatte ein nachfolgender Trupp oder eine geeignet ausgebildeteMa- schine das Gleis um das bezeichnete Richtmass anzuheben und in der korrigierten Lage zu fixieren, um es auf diese Art für die endgültige Verdichtung der Gleisbettung durch eine Gleisstopfmaschine vorzuberei- ten. Beim Anheben des Gleises in eine vorbestimmte Höhenlage sowie auch beim Rücken des Gleises in Querrichtung war es allerdings schwierig, eine Bezugsbasis zu finden, mit deren Hilfe das jeweils vom Vermessungstrupp od. dgl. vorbestimmte nötige Richtmass, z. B. Hubmass überwacht werden konnte. Eine solche Bezugsbasis musste entweder durch Anvisieren des Gleishebers oder durch Spannen eines Drahtes od. dgl. von stationären Fixpunkten aus geschaffen werden, diese Vorgangsweisen waren aber zeitraubend und erforderten viel Personal.
Die Schotterbettoberseite oder eine der beiden Schienen des Gleises kann zwar als Bezugsbasis bei der Hebung des Gleises benutzt werden, doch ist hiebei die Überwachung des Hubmasses nicht absolut zuverlässig gewährleistbar ; eine absolute Ruhelage solcher Bezugsbasen während des Richtvorganges ist nicht einwandfrei zu erzielen.
Die Erfindung setzt es sich zum Ziel, eine solche, für die Durchführung der Gleiskorrektur geeignete Bezugsbasis in einer möglichst einfachen Art zu schaffen. Hiezu geht die Erfindung von einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art aus, bei welchem vorerst das örtlich erforderliche Richtmass bestimmt und festgelegt wird, und ist dadurch ausgezeichnet, dass sodann dieEinhaltung dieses Richtmasses an der Gleisrichtmaschine, z. B. einem fahrbaren Gleisheber, an Hand einer in an sich bekannter Weise mit der Gleisrichtmaschine mitgeführten, z.
B. durch einen Spanndraht verkörperten Bezugsgeraden überwacht wird, deren Endpunkte jedoch jeweils einen so grossen Längsabstand von der Richtmaschine aufweisen'und beibehalten, dass ihre allfälligen durch den Richtvorgang hervorgerufenen Lageveränderungen unter einem gewünschten Grenzwert bleiben.
Die Bezugsgerade selbst braucht also hiebei keine irgendwie vorbestimmte Lage einzunehmen, sondern sie dient bloss vorübergehend, nämlich bloss während des Richtvorganges der Überwachung und Einhaltung des Richtmasses und muss einzig die Bedingung erfüllen, dass sie ihre Lage während dieses Richtvorganges nicht oder zumindest nicht wesentlich ändert. Es ist demnach ohne Belang, dass sich das eine Ende dieser Bezugsgeraden im noch unkorrigierten Gleisabschnitt, das andere Ende im bereits korrigierten Gleisabschnitt befindet : wesentlich ist hingegen, dass die beiden Enden dieser Bezugsgeraden so weit von der Richtmaschine entfernt sind, dass ihre Lage durch das Ausrichten, z. B. Anheben des Gleises nicht wesentlich beeinflusst und verändert wird.
Es ist also völlig gleichgültig, ob die Bezugsgerade zur vorbestimmten oder zur tatsächlichen Gleislage schräg oder parallel verläuft.
Es ist bereits bekanntgeworden, einer Gleisrichtmaschine Wägelchen in Längsdistanz vor- und nachzukup- peln, die einen über der Richtmaschine längsverlaufenden Spanndraht od. dgl. verankern. Hiebei ist aber das Hebungsmass nicht etwa für jede einzelne Schwelle vorbestimmt, sondern wird erst an Hand'des Spanndrahtes ermittelt. Die Gleishebung erfolgt also lediglich unter Bezugnahme auf die durch den Spanndraht
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verkörperteGerade, wobei aber durch den zwangsläufig unrichtigen Verlauf des Spanndrahtes, der sich ja in den noch unkorrigiertenGleisabschnitt erstreckt, unvermeidlich Fehler verursacht werden.
Solche Feh- ler können zwar dadurch verringert werden, dass der Abstand der Richtmaschine zum rückseitigen Ende des Spanndrahtes wesentlich geringer gewählt wird als der Abstand zum vorderen, im noch unkorrigierten Gleisabschnitt befindlichen Ende, immerhin sind aber Fehler beim Ausrichten des Gleises nach dieser Methode unvermeidlich und eine richtige Gleislàge kann bestenfalls näherungsweise erzielt werden.
Eine zurDurchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignete Vorrichtung bestehtbeispielsweise aus einer Gleisrichtmaschine, z. B. einem fÅahrbaren Gleisheberwagen, und zwei vorder-und rückseitig dieser Maschine gelenkig mit Längsabstand angekuppelten Wägelchen od. dgl., auf denen sich die Endpunkte der z. B. durch einen Spanndraht verkörperten Bezugsgeraden befinden. An Stelle eines Spanndrahtes kann im Rahmen der Erfindung auch ein Wellenbündel, z. B.. aus Lichtstrahlen,-verwendet werden, das von einem Empfänger aufgenommen und von einem Sender, Impulsgeber od. dgl. ausgestrahlt wird. Wesentlich ist nur, dass dieBezugsgerade von dem Wagen der Richtmaschine aus überwacht werden kann.
Auf der Richtmaschine kann zur Überwachung des Richtmasses ein jeweils geeignetes Kontrollorgan, z. B. eine Messlatte, eineBlende od. dgl., angeordnet sein, dieses Kontrollorgan ist dann auf das jeweils vorbestimmte Richtmass einstellbar und kann derart ausgebildet sein, dass es das Ausrichten des Gleises um das vorbestimmte Mass selbsttätig steuert, z. B. die Hebung des Gleises beim Berühren des Spanndrahtes unverzüglich beendet.
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geeignete VorrichtungzigenFigur der Zeichnung veranschaulicht.
Hiebei ist das Fahrgestell 1 mit einer bekannten Vorrichtung zum Anheben von Gleisen ausgestattet und wird auf den Rädern 2 längs des Gleises'verfahren. Die Schienen 3 des Gleises ruhen üblicherweise auf Querschwellen 4 und die letzteren lagern auf dem Bettungsschotter 5.
Zum Anheben des Gleises dient ein mit Druckmittel, z. B. hydraulisch, beaufschlagbarer Zylinder 6 und ein in diesem Zylinder 6 gleitender Kolben 7, dessen Kolbenstange am unteren Ende einen sich auf die Oberseite der Bettung 5 aufsetzenden Stempel 8 od. dgl. trägt. Unter. Abstützung gegen die Schotterbettoberseite wird hiebei das Gleis von einer den Schienenkopf erfassenden Klemme 9, die über einen Zylinder 10 od. dgl. hydraulisch geschlossen werden kann, angehoben. Von einem Führerstand 11 aus wird diese Tätigkeit derRichtmaschine gesteuert, wobei eine weitgehende Automatisierung der Arbeitsvorgänge vorgesehen werden kann.
Zur Überwachung des Hebungsmasses ist ein vertikaler Taster 12 od. dgl. vorgesehen, der längs einer Messlatte 13 höhenverstellbar und auf das Hebungsmass von vornherein einstellbar ist. Das Hebungsmass stellt sich hiebei als Abstand h der Spitze des Tasters vom Spanndraht 16 dar.
Der eben erwähnte Spanndraht 16 wird von zwei Wägelchen 14'und 14"gehalten, die dem Gleisheberwagen l über gelenkige Kupplungsstangen 15'und 15"vor-und nachgekuppelt sind. Der Abstand dieser Wägelchen 141, 14" vom Gleisheber muss so gewählt sein, dass sich die Hebung des Gleises auf den Standort der. Wägelchen keinesfalls mehr auswirkt.
Die Arbeitsweise der Maschine ergibt sich schlüssig aus Obigem. Sobald die Maschine über einer anzuhebenden Stelle'des Gleises, die um das Mass h zu heben ist, anlangt, wird der Taster 12 längs der Messlatte 13 um dieses Mass h vom Spanndraht an gerechnet nach abwärts verschoben. Das vorbestimmte Hebungsmass ist erreicht, sobald der Gleisheber die Schiene samt dem Wagen und dem Taster so weit angehoben hat, dass der Taster den Spanndraht wieder berührt.
Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung weitgehend Varianten und Abänderungen denkbar ; insbesondere denkbar ist eine Ausgestaltung der Maschine als Gleisrücker zum Ausrichten von Gleisen in waagrechter Ebene.