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Schrotpatrone
Die Erfindung betrifft Schrotpatronen, die gelegentlich auch als"Jagdpatronen"bezeichnet werden und deren Hülsen entweder ganz oder zum Teil aus thermoplastischem Material gefertigt sind.
Die Verwendung von thermoplastischem Material für die Herstellung von Patronenhülsen ist nicht neu : solche Hülsen können ganz aus Kunststoff bestehen oder einen Metallboden haben. Im ersten Fall können die Hülsen durch Spritz- oder Blasverfahren, im zweiten Fall mittelsStrangpressmethoden hergestellt wer- den. Demgemäss werden zweckmässig jene Arten von thermoplastischem Material verwendet, welche durch die oben genannten Verfahren in befriedigender Weise verarbeitet werden können. Insbesondere haben beispielsweise bei Verwendung von Polyäthylen die geeignetsten Sorten einen Schmelzindex zwi- schen 0, 1 und 5. Indessen sind Hülsen dieser Art nicht völlig zufriedenstellend, da die Innenwände beim
Abschuss der Patrone durch das Schrot oft stark verschrammt werden.
Dazu kommt noch, dass das vom Bo- den entfernte Ende der Hülse zum Zerreissen neigt, so dass Teilchen des thermoplastischen Materials ge- meinsam mit dem Schrot ausgetragen werden, wodurch eine Verschiebung des Streubildes der Schrotla- dung und ein Verschmutzen des Geweijr1aufes verursacht wird. Diese Unannehmlichkeiten sind bei Patro- nen besonders ausgeprägt, die für die Verfeuerung bei höheren Drucken ausgelegt sind, z. B. bei Druk- ken von 457 atm (3 t pro square inch), gemessen in 25 mm Entfernung von der Bodenfläche oder dar- über.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass die oben beschriebenen Nachteile dieser Type von
Patronen durch Verwendung von Schrot bestimmter Härte beseitigt werden können.
Gemäss der Erfindung ist daher eine Schrotpatrone, deren Hülse Polyäthylen oder Copolymere von Äthylen mit andern a-Olefinen mit einer Dichte im Bereich von 0,94 bis 0,965 und einem Schmelzin- dex im Bereich von 0, 1 bis 5 enthält, dadurch charakterisiert, dass die Brinellhärte des Schrotes im Be- reich von 3 bis 7 liegt.
Im Rahmen der Erfindung können beliebige Polymere des Äthylens oder dessen Copolymere mit an- dern a-Olefinen mit einer Dichte im Bereich von 0,945 bis 0,96 und mit einem Schmelzindex im Be- reich von 0, 1 bis 5 verwendet werden. Polymere oder Copolymere mit einem Schmelzindex von 0, 1 bis
1, 2 sind besonders geeignet. Der Schmelzindex eines erfindungsgemäss verwendeten Polymers oder Co- polymerswird entsprechend der British Standard Specification No. 2782, Teil 1, Methode 105C bestimmt ; die Einheiten sind g/10 Minuten.
Die Hülse kann entweder ganz aus thermoplastischem Material bestehen, das durch beliebige, bei der Formgebung thermoplastischer Materialien allgemein übliche Blas-oder Spritzgussverfahren verformt worden ist, oder sie kann in Form eines Kunststoffzylinders mit einem Boden aus einem andern geeigne- ten Material, wie z. B. Metall, angefertigt sein. Falls der Boden aus Metall besteht, kann die Kunststoff- seitenwand der Patrone durch Strangpressen geformt werden. Eine Hülse, die gemäss der Erfindung vorzugs- weise verwendet wird, wird vorteilhafterweise durch einen Pfropfen verschlossen, der aus einem Kunst- stoffmaterial hergestellt und mittels einer unter Wärmeeinwirkung gebildeten 900-Einbördelung in der
Hülsenwand festgehalten wird.
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Beliebiges Schrot mit einer Brinellhärte im Bereich von 3 bis 7 kann erfindungsgemäss verwendet werden. Unter''Brinellhärte"des Schrotes versteht man die gemäss der British Standard Specification B. S. 240, Teil 1 (Kugel mit 5 mm Durchmesser, 125 kg Belastung) bestimmte Härte des Schrot bildenden Metalles.
Eine für den Test geeignete Metallprobe wird aus dem Schrot wie folgt hergestellt.
Etwa 35 g Schrot werden in einer Stickstoffatmosphäre in Scheiben von 25, 4mm Durchmesserund 0, 6 mm (1/4 Zoll) Dicke gegossen. Die Scheiben werden kurzzeitig in einer hydraulischen Presse einem Druck von 5 Tonnen unterworfen, um ebene und parallele Flächen zu erhalten.
Das Schrot kann nach bekannten Verfahren erzeugt werden. Die Härte kann z. B. durch Einbringen geringer Mengen an Verunreinigungen, wie Antimondisulfid oder Arsenverbindungen in reines Blei geregelt werden. Ein Beispiel für Schrot ist ein solches, das 99, 54% Blei und 0, 46% Antimon enthält.
Beispiel l : Patronenhülsen werden aus einem Äthylencopolymer mit einem Schmelzindex von 1, 2 und einer Dichte von 0, 94 bis 0, 965 hergestellt. Das Ende der Patrone wird durch einen Pfropfen verschlossen, der durch eine Bördelung von 900 in der Hülsenwand gehalten wird. Die Bördelung wurde bei Zimmertemperatur hergestellt. 20 Stück dieser Hülsen wurden mit je 2, 59 g Bofors J. K. 6-Gewehrpulver gefüllt und mit 30, 12 g (11/16 Unzen) Schrot, dessen Brinellhärte den in Tab. 1 angeführten Werten entspricht, beschickt. Die Patronen wurden dann in der Prüfstelle (Proof House) in Birmingham getestet. Sie werden dann unter Anwendung der"Pendelgewehrtechnik"bei Drucken von 609, 6 atm (4 t je Quadratzoll) in einer Entfernung von 25, 4 mm von der Bodenfläche abgeschossen.
Die Innenwände der gebrauchten Hülse wurden untersucht ; das Untersuchungsergebnis ist in Tab. 1 angegeben.
Zu Vergleichszwecken wurden in ähnlicher Weise Patronenhülsen aus Polyäthylencopolymer hergestellt und mit Schrot gefüllt, dessen Brinellhärte in Tab. 2 angeführt ist. Diese Patronen wurden in gleicher Weise geprüft und die Prüfergebnisse in Tab. 2 angegeben.
Tabelle l :
EMI2.1
<tb>
<tb> Härte <SEP> des <SEP> Schrotes, <SEP> Ergebnis <SEP> der <SEP> Beobachtungen <SEP> an <SEP> der
<tb> Brinellbestimmung: <SEP> Hülsenwand <SEP> nach <SEP> dem <SEP> Abschuss <SEP> :
<tb> 1. <SEP> Bestimmung: <SEP> 2. <SEP> Bestimmung <SEP> : <SEP> Durchschnitt: <SEP> Schrammen: <SEP> Zerreissen <SEP> des
<tb> Endabschnittes <SEP> : <SEP>
<tb> 5,8 <SEP> 5,9 <SEP> 5,85 <SEP> keine <SEP> keines
<tb> 6,2 <SEP> 6, <SEP> 6 <SEP> 6,4 <SEP> keine <SEP> keines
<tb>
Tabelle 2 :
EMI2.2
<tb>
<tb> Härte <SEP> de <SEP> : <SEP> Schrotes, <SEP> Ergebnis <SEP> der <SEP> Beobachtungen <SEP> an <SEP> der
<tb> Brinellbestimmung: <SEP> Hülsenwand <SEP> nach <SEP> dem <SEP> Abschuss <SEP> :
<tb> 1. <SEP> Bestimmung: <SEP> 2. <SEP> Bestimmung <SEP> : <SEP> Durchschnitt: <SEP> Schrammen:
<SEP> Zerreissen <SEP> des
<tb> Endabschnittes <SEP> : <SEP>
<tb> 10,9 <SEP> 11 <SEP> 10, <SEP> 95 <SEP> verschrammt <SEP> zerrissen
<tb> 10, <SEP> 5 <SEP> 9, <SEP> 4 <SEP> 9, <SEP> 95 <SEP> verschrammt <SEP> zerrissen
<tb>
Beispiel 2 : Weitere zehn Patronen wurden nach der in Beispiel l angegebenen Methode herge- stellt. Das Ende jeder Hülse wurde durch einen Propfen aus Polyäthylen verschlossen, der durch eine Bördelung um 900, die unter Wärmeeinwirkung in der Hülsenwand hergestellt wurde, gehalten wird. Jede Patrone wurde mit 2, 59g (40grains) BoforsJ. K. 6 9574 Gewehrpulver beschickt. Der Schmelzindex des verwendeten Polymers und die Härte des Schrotes wurden innerhalb des erfindungsgemässen Bereiches variiert.
Die Patronen wurden unter ähnlichen Bedingungen, wie sie in Beispiel 1 angeführt sind, geprüft und die Wände der gebrauchten Hülsen untersucht. Die Untersuchungsergebnisse sind in Tab. 3 angeführt.
Zu Vergleichszwecken wurden auf ähnliche Weise und aus ähnlichen Polymersorten Patronen hergestellt und mit Schrot gefüllt, dessen Härte jene Härte der erfindungsgemäss vorgesehenen Grenzen über-
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schritt. Diese Patronen wurden auf gleiche Weise geprüft und die Untersuchungsergebnisse in Tab. 3 angeführt.
Tabelle 3 :
EMI3.1
<tb>
<tb> Rigidex <SEP> Schmelz- <SEP> Härte <SEP> des <SEP> Schro-Ergebnisse <SEP> der <SEP> Beobachtungen <SEP> an <SEP> der
<tb> polymer <SEP> : <SEP> index <SEP> : <SEP> tes, <SEP> Brinellbe-Hülsenwand <SEP> nach <SEP> dem <SEP> Schuss <SEP> : <SEP>
<tb> Stimmung <SEP> :
<SEP> Schrammen <SEP> Zerreissen <SEP> Dehnung
<tb> Type <SEP> 50 <SEP> 4,5 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> Homo-5, <SEP> 0 <SEP> 5,7 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> polymer <SEP> 9,9 <SEP> 3 <SEP> Hülsen <SEP> 6 <SEP> Hülsen <SEP> 1 <SEP> Hülse
<tb> Type <SEP> 2 <SEP> 4,5 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> Homo-0, <SEP> 2 <SEP> 5, <SEP> 7 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> polymer <SEP> 9, <SEP> 9 <SEP> 6 <SEP> Hülsen <SEP> 2 <SEP> Hülsen <SEP> 2 <SEP> Hülsen
<tb> Type <SEP> 2 <SEP> 4,5 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> Copoly-0, <SEP> 3 <SEP> 5,7 <SEP> keine <SEP> keines <SEP> keine
<tb> mer <SEP> 9, <SEP> 9 <SEP> keine <SEP> 7 <SEP> Hülsen <SEP> 3 <SEP> Hülsen
<tb>