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Verfahren und Vorrichtung zum Mattieren der Oberfläche monofiler oder multifiler Fäden aus hochmolekularen
Kunststoffen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Mattieren der Oberfläche monofiler oder multifiler Fäden aus hochmolekularen Kunststoffen, insbesondere aus Polyamiden, mittels eines umlaufenden Aufrauhkörpers, wobei der Faden schräg zur Drehachse des Aufrauhkörpers über diesen geführt wird. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens mittels eines mit veränderlicher Drehzahl und gegebenenfalls auch umkehrbarer Drehrichtung angetriebenen Aufrauhkörpers mit feinstkörniger Schleifoberfläche, die eine von der zylindrischen Form abweichende Gestaltung besitzt.
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körper mit Wasser oder mit Dampf besprüht wird.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Aufrauhkörper als Kegelstumpf oder als doppelter Kegelstumpf mit aneinanderliegenden grösseren Basisflächen oder mit aussenliegenden grösseren Basisflächen oder als Zylinder mit kontinuierlich ansteigenden Endflanschen ausgebildet oder konvex oder konkav gewölbt.
Bekanntlich besitzen Fäden aus hochmolekularen Kunststoffen, z. B. Faserstoffe aus Polyamiden, infolge des schnellen Abkühlens nach dem Austritt aus den Spinndüsen eine gegenüber ihrem Kern härtere und glatte Oberfläche, so dass aus derartigenFäden hergestellte Textilwaren, z. B. Damenstrümpfe, glänzend wirken. Die bekannten Mittel und Verfahren zur Beseitigung dieses in vielen Fällen unerwünschten Glanzes sind jedoch unbefriedigend, denn es wird nur ein geringer Matteffekt erhalten, der ausserdem nachlässt oder sogar ganz verloren gehen kann. Wenn derartige Fäden auf bekannte Art und Weise aufgerauht werden, besteht die Gefahr einer nur teilweisen und einseitigen Aufrauhung ihrer Oberfläche, z. B. durch Quetschen, wobei der runde Querschnitt verloren geht, oder es treten Schwächungen oder Beschädigungen des Fadens auf.
Auch ist es bekannt, einzelne Fäden von vielfädigen Garnen zu zerreissen, wobei dann die Enden der Einzelfäden nach aussen abstehen. Bei Fäden aus Polyamiden würde dies mit einer Verminderung der mechanischen Eigenschaften, z. B. der Dehnbarkeit und der Zerreissfestigkeit, verbunden sein.
Um diese Nachteile zu vermeiden, ist es des weiteren auch schon vorgeschlagen worden, den Faden tangential über einen umlaufenden Aufrauhkörper schräg zu dessen Drehachse zu führen, wodurch er gleich-
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zeitigund zwangsläufigum seine eigene Längsachse vielfachverdrehtund gleichmässig aufgerauht wird, so dass der unerwünschte Glanz verloren geht. Dabei ist es gleichgültig, ob der Faden monofil oder multifil ist, d. h. auseinigen miteinander verzwirnten Einzelfädenbesteht ; denn auch bei einem multifilen Faden wird durch die vielfache Verdrehung die ganze Oberfläche gleichmässig erfasst.
Es hat sich nun herausgestellt, dass ein solches Aufrauhen wesentlich und entscheidend verbessert und gleichmässiger wird, wenn gemäss der Erfindung der Faden behandelt wird und ausserdem der Aufrauhkörper die angegebene Gestaltung besitzt. Nur wenn diese Voraussetzungen vorhanden sind, ist gewährleistet, dass die mechanischen Eigenschaften derartig dünner Fäden durch das Anrauhen nicht beeinflusst werden. Beispielsweise besitzt ein Faden von 20 den einen Durchmesser von 48Jl (ein -"Mykron"-gleich ein tausendstel Millimeter), wobei die Stärke der harten, aussen glänzenden Oberschicht etwa 511 ist. Die Tiefe des Anrauhens nach der Erfindung ist jedoch nur etwa 0, 5je, so dass die mechanischen Eigenschaften,
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z.
B. die Dehnbarkeit und die Zerreissfestigkeit, nicht ungünstig beeinflusst werden und somit auch kein
Ausschuss entsteht. Dabei ist es gleichgültig, ob die Fäden monofil oder multifil sind, denn eine Beschä- digung oder ein Zerreissen einzelner Fäden, wie es bei bekannten Aufrauhvorgängen der Fall ist, ist aus- geschlossen. Besonders vorteilhaft ist ausserdem, dass das Anrauhen über die ganze Länge des Fadens, also über viele tausend Meter, vollkommen gleichmässig ausfällt und somit auch keine schwachenstellen ent- stehen können. Des weiteren bleibt der runde Querschnitt des Fadens erhalten.
Einwandfrei mattierte Fäden werden z. B. erhalten, wenn der Faden zumindest während des Anrauhens mit Wasser besprüht wird, was mit an sich bekannten Einrichtungen durchgeführt werden kann. Dadurch wird insbesondere bei grossen Umschlingungswinkeln auf dem Anrauhkörper eine unzulässige Reibungser- wärmung des Fadens durch entsprechende Kühlung unterbunden. Ein Besprühen mit Dampf, der beim Auf- treffen kondensiert und daher den Faden nicht nennenswert erwärmen kann, bewirkt ein Weicherwerden der anzurauhenden Oberfläche des Fadens, wodurch der Anrauhvorgang beschleunigt wird.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist in der Zeichnung in mehreren
Ausführungsbeispielen schematisch dargestellt. Hiebei zeigt Fig. ! die Stirnansicht eines umlaufenden An-
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ansicht eines nicht angerauhten monofilen Fadens in sehr stark vergrössertem Massstab und Fig. 10 ist die Seitenansicht eines angerauhten monofilen Fadens in sehr stark vergrössertem Massstab.
Der Faden 1 wird, wie aus Fig. 1 und 2 auf bereits vorgeschlagene Weise ersichtlich ist, tangential in Richtung des Pfeiles A auf den umlaufenden, fremd angetriebenen Anrauhkörper 2 aufgelegt und verläuft auf einem Teil des Umfanges desselben. Von dort aus wird der Faden 1 über eine Umlenkrolle 3 geführt und liegt alsdann erneut tangential auf dem Anrauhkörper 2 auf der gegenüberliegenden Seite an und wird dann auf übliche Weise aufgespult oder auch in eine Textilmaschine eingeführt. Des weiteren wird der Faden 1 schräg zur Drehachse des Anrauhkörpers 2 über dessen Oberfläche geführt, so dass er sich gleichzeitig und zwangsläufig vielmals um seine eigene Achse verdreht, wodurch seine ganze Oberfläche gleichmässig von dem Anrauhkörper 2 erfasst wird. Nach dem Verlassen des Anrauhkörpers 2 ist der Faden 1 allseitig gleichmässig angerauht.
Während der Faden 1 entsprechend Fig. 9 vor dem Anrauhen eine glatte. glänzende Oberfläche aufweist, ist dies nach dem Anrauhen entsprechend Fig. 10 nicht mehr der Fall.
Durch das Anrauhen geht der Glanz des Fadens verloren, da die auftreffenden Lichtstrahlen diffus reflektiert werden. Ausserdem werden die bereits erwähnten Eigenschaften und Vorteile erzielt.
Der Grad der Anrauhung des Fadens 1 kann auf verschiedene Weise eingestellt werden, so z. B. durch Regelung der Zugspannung des Fadens mittels einer einstellbaren Bremse (nicht gezeichnet), durch Änderung des Winkels zwischen der Fadenrichtung und der Drehachse des Anrauhkörpers 2, durch Veränderung desUmschlingungswinkels des Fadens 1 auf dem Anrauhkörper 2, durch den einstellbaren Unterschied zwi-
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noch entscheidend durch das Besprühen verbessert und vergleichmässigt werden.
Um ein gleichmässiges Verdrehen des Fadens 1 um seine eigene Längsachse während des Anrauhens über seine ganze Länge zu erhalten, ist der Anrauhkörper 2 nicht als zylindrischer Körper ausgebildet, sondern er besitzt eine hievon abweichende Gestalt. So kann z. B. der Anrauhkörper als Kegelstumpf (Fig. 3)
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teil ist mit kontinuierlich ansteigenden Endflanschen (Fig. 8) versehen. In allen diesen Fällen hat der Faden durch die Schrägführung stets die Tendenz, nach dem grösser werdenden Durchmesser zu aufzulaufen, wobei er in sich zwangsläufig vielfach verdreht wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Mattieren der Oberfläche monofiler oder multifiler Fäden aus hochmolekularen Kunststoffen, insbesondere aus Polyamiden, mittels eines umlaufenden Aufrauhkörpers, wobei der Faden schräg zur Drehachse des Aufrauhkörpers über diesen geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden zumindest während seiner Berührung mit dem Aufrauhkörper mit Wasser oder Dampf besprüht wird.