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Vorrichtung zum gleichzeitigen Durchschneiden paralleler
Drähte, insbesondere bei Bauplatten
Es ist üblich, Bauplatten aus Schilfrohr, Papyrus oder ähnlichen Langfaserstoffen zu erzeugen, welche mit Draht gebunden sind, wobei zwischen parallel laufenden Längsdrähten der Quere nach Bündel von Schilfrohr eingeschoben werden. Hiebei erfolgt nach jeder Einlage ein Abbinden des oberen und zugeordneten parallelen unteren Längsdrahtes mittels eines Drahthakens. Die Herstellung geht kontinuierlich vor sich, wobei Platten in beliebiger Länge jeweils durch Abzwicken der Längsdrähte zwischen zwei Drahthakenreihen gewonnen werden. Wie die Praxis zeigt, ist jedoch die Produktion dadurch gehemmt, dass die Längsdrähte mittels Seitenschneider oder sonstiger Zwickzangen von Hand aus abgeschnitten werden müssen.
Abgesehen davon, dass diese Arbeit zeitraubend ist, stellt sie auch eine schwere Arbeit dar, die schon nach kurzer Zeit bei den Arbeitern Sehnenschmerzen verursacht, weshalb stündlich neue Arbeiter einzusetzen sind.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, durch welche mühelos fortlaufend eine beliebige Anzahl von parallelen Drähten gleichzeitig durchtrennt werden, wie insbesondere die Laufdrahtpaare an Bauplatten, Matten od. dgl. aus Schilfrohr, Papyrus od. dgl. Langfaserstoffen. Mit bisher üblichen Maschinen werden kontinuierlich etwa 1 m lange Platten-, Matten-od. dgl.-Streifen pro Minute erzeugt. Sollen diese Stücke von 1 m Länge abgeschnitten werden, so müssen 10 - 15 Laufdrahtpaare, d. h. jeweils 10 - 15 obere und ebenso viele untere Laufdrähte pro Minute abgetrennt werden, was eine Abtrennzeit pro Draht von 2 bis 3 Sekunden ergeben würde.
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung können unschwer beliebig viele Drähte, die auch beidseitig der Matte od. dgl. angeordnet sein können, mühelos gleichzeitig abgetrennt werden. Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum gleichzeitigen Durchschneiden paralleler Drähte besteht im wesentlichen darin, dass auf einem die Drähte etwa unter rechtem Winkel kreuzenden und in Abstand zu ihnen verstellbar angeordneten Messerbalken mit der Spitze etwa senkrecht vorragend ein oder mehrere zangenartige Messer mit einem Schenkel befestigt sind, wobei deren schwenkbare andere Schenkel an einer Sammelschiene gemeinsam angelenkt sind, welche Schiene vorzugsweise über Schwenkhebel verschwenkbar angeordnet ist. Die Erfindung betrifft ferner Einzelheiten an einer solchen Vorrichtung.
Die Zeichnung stellt eine beispielsweise Ausführung schematisch in Fig. 1 in der Vorder-, in Fig. 4, 5 in der Seiten- und in Fig. 6 in der Draufsicht dar. Die Fig. 2 zeigt ein Messer vor und die Fig. 3 bei der Arbeit.
Wie insbesondere die Fig. l zeigt, ist bei der dargestellten Ausführung zwischen zwei fahrbar angeordneten Seitenblechen 3 und 4 ein oberer Messerbalken 1 und ein unterer 2 im Abstand zueinander bzw. über und unter der Bauplatte 14 angeordnet, deren die Balken etwa senkrecht kreuzende Längsdrähte 37, 38 zu durchschneiden sind. Auf jedem Balken sind zangenartige Messer angeordnet, die mit der Spitze etwa senkrecht zur Platte 14 vorragen. Sie sind mit einem Schenkel 5 an den Balken 1, 2 befestigt, während die zu ihm schwenkbaren andern Schenkel, die vorzugsweise die Messerbalken 1, 2 überragen, mit einer zu diesen parallelen Sammelschiene 7 schwenkbar verbunden sind. Die beiden Schienen 7 sind durch Laschen 11, 15 mit einem sie verbindenden Schwenkhebel 10 vereinigt.
Die obere Schiene ist überdies durch die Lasche 9 mit einem Handhebel 8 verbunden. Mit letzterem sind über den Hebel 10 die beiden Schienen 7 und somit die schwenkbaren Schenkel 6 des oberen 1 und des unteren Balkens 2 in Gegenbewegung verschwenkbar vereinigt. Die Räder 13 der zu einem Wagen verbundenen Seitenbleche 3, 4
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sind auf Führungsschienen 12 geführt.
Die Fig. 4 zeigt die Aufhängung der beiden Messerbalken 1, 2. Am oberen Messerbalken 1 wie auch am unteren 2 sind je zwei, etwa zu ihm senkrechte Hebel 21,22 und 23,24 schwenkbar angelenkt. Der oberste Hebel 21 ist über einen Schwenkhebel 25 und der obere Hebel 23 des unteren Paares 23,24 ist direkt über je eine Pleuelstange 27, 27a mit einer zwischen ihnen angeordneten Kurbelscheibe 34 verbun- den. Die beiden Pleuel sind an dieser Scheibe 34 an diametralen Stellen befestigt, damit sich die Pleuel bei Verschwenken der Scheiben mittels des Handhebels 28 in Gegenbewegung befinden.
Durch Verschwenken der Scheibe 34 werden die Messer des oberen Balkens 1 und jene des unteren 2 gleichzeitig von der zwischen ihnen befindlichen Platte 14 entfernt (Fig. 2) oder in diese eingesenkt (Fig. 3), so dass ein gleichzeitiges Abschneiden der Laufdrähte ermöglicht ist. Da die Platten dicker oder dünner sein können, ist der Messerbalken 1 oder ein ihn tragender Teil, z. B. der Hebel 21 zum zweiten Messerbalken 2 in vertikaler Richtung verstellbar vorgesehen. Auf dem den Messerbalken 1 tragenden Hebel 21 ist bei der dargestellten Ausführung schwenkbar in etwa vertikaler Lage eine Gewindespindel 26 angeordnet. Ferner ist ein die Bewegung der Kurbelscheibe 33 übertragender Schwenkhebel 25 einerseits an der Mutter 30 der Spindel 26, und anderseits am Hebel 21 angelenkt. Der Hebel 25 ist auf einem senkrecht wegragenden Arm des Hebels 21 gelagert.
Durch Verstellen der Mutter 30 kann der Hebel 21 und mit ihm der Balken 1 in bezug zum andern Balken 2 gehoben oder gesenkt werden, womit eine Einstellung entsprechend der verschiedenen Stärkender Platten 14 möglich ist. Nach Fig. 4 sind die Balken 1, 2 für eine dünne, nach Fig. 5 für eine dicke Bauplatte 14 eingestellt.
Die Fig. 6 stellt die Vorrichtung in Draufsicht dar. Aus ihr sind die Distanzrohre 32 ersichtlich, welche die beiden Seitenbleche 3,4 samt ihren Trägern 3', 4' miteinander wagenartig verbinden, sowie die auf Trägern 31'angeordneten Lager 31 der mit Spiel auf Schienen laufenden Räder 13, dessen eines Paar durch die Kurbel 35 antreibbar vorgesehen ist. Das ganze Gerät 3, 3', 32,4, 4' sitzt um die beiden vertikalen Achsen A, B des Fahrteiles 31, 31'schwenkbar, d. h. aus der zu den Schienen senkrechten Lage in leicht schräge Lage verstellbar am. Fahrteil auf, um auch Platten, die in ihrer Längsrichtung verzerrt sind, somit Drahthakenreihen aufweisen, die nicht genau senkrecht zu den Längsdrähten verlaufen, abtrennen zu können.
Da das die Platten bildende Material, Schilfrohr, Papyrus u. dgl. der Maschine fallweise ungleichmässig zugeführt wird, sind nämlich Ungleichmässigkeitenabundzuunvermeidbar. Mittels des Hand-
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te die Messer in der Mitte zwischen die z. B. C-förmigen Haken, also die Verbindungsglieder der Laufdrähte, herangebracht werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum gleichzeitigen Durchschneiden paralleler Drähte, insbesondere der unteren und oberen Laufdrähte bei Bauplatten, Matten u. dgl., mittels zangenartiger Messer, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem die Drähte (37,38) etwa unter rechtem Winkel kreuzenden und in Abstand zu ihnen verstellbar angeordneten Messerbalken (1), mit der Spitze etwa senkrecht vorragend ein oder mehrere zangenartige Messer mit einem Schenkel (5) befestigt sind, wobei deren schwenkbare andere Schenkel an ei- nerSamme1schiene (7) gemeinsam angelenkt sind, welche Schiene vorzugsweise über Schwenkhebel (8, 9) verschwenkbar angeordnet ist (Fig. 1).