AT228931B - Verfahren zur Herstellung von Antigenen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Antigenen

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AT228931B
AT228931B AT507161A AT507161A AT228931B AT 228931 B AT228931 B AT 228931B AT 507161 A AT507161 A AT 507161A AT 507161 A AT507161 A AT 507161A AT 228931 B AT228931 B AT 228931B
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dideoxyhexoses
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aminophenyl
proteins
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AT507161A
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Otto Westphal
Anne Marie Staub
Otto Luederitz
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Wander Ag Dr A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H1/00Processes for the preparation of sugar derivatives

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  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)

Description


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  Verfahren zur Herstellung von Antigenen 
Es ist bekannt, dass natürliche Antigene grundsätzlich aus zwei Komponenten aufgebaut sind : dem für die Antigenität wesentlichen hochmolekularen Träger und den für die antigene Spezifität verantwortlichen niedermolekularen determinanten Gruppen (siehe   O.   Westphal, Immunchemie, im Handbuch der Physiologischen Chemie, herausgegeben von Flaschenträger und Lehnartz, Band 11/2 b, Springer Verlag   [1957],   S. 894 ff.). Bei den hochmolekularen Trägern handelt es sich in der Regel um Proteine oder proteinhaltige Stoffe. Auch die determinanten Gruppen sind bei verschiedenen Antigentypen ihrer Natur nach bekannt, und in einzelnen Fällen konnte ihre Struktur aufgeklärt werden. 



   Ferner sind Verfahren zur Einführung determinanter Gruppen in proteinhaltige Träger beschrieben worden. Das älteste derartige Kupplungsverfahren ist die Azomethode von Landsteiner, mit deren Hilfe sich praktisch beliebige Gruppen R über die Phenylazogruppe an beliebige Proteine (soweit diese Aminosäuren mit kupplungsfähigen aromatischen Gruppen, wie Tyrosin, enthalten) kuppeln lassen, indem man das   p-Aminophenylderivat   der Gruppe R : 
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 diazotiert und in schwach alkalischer Lösung auf das Protein einwirken lässt. Weitere bekannte Verfahren zur Einführung determinanter Gruppen in proteinhaltige Träger sind z.

   B. die Isocyanatmethode nach 
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 logisch gleich oder ähnlich verhalten wie natürliche Antigene mit den betreffenden determinanten Grup- pen. So wurde z. B. die im polysaccharidischen Kapselantigen vom Typ   III-Pneumococcen   als determinante Gruppe nachgewiesene Cellobiuronsäure an geeignete Träger gekuppelt. Die Injektion des erhaltenen künstlichen Antigens löste bei Tieren die Bildung von Antikörpern aus, welche nicht nur mit dem künstlichen Cellobiuronsäure-Antigen, sondern auch mit Typ   III-Pneumococcen   reagierten.

   Die mit den künstlichen Antigenen aktiv immunisierten Tiere erlangten spezifischen Schutz gegen sonst tödliche In- fektionen mit Typ   HI-Pneumococcen.   Diese und andere künstliche Antigene, deren determinante Gruppen mit denjenigen grampositiver Bakterien übereinstimmen, haben jedoch keine praktische Bedeutung erlangt, da zu Impfzwecken die relativ leicht zu gewinnenden natürlichen Polysaccharid-Antigene verwendet werden können. 



   Anders ist die Situation bei solchen Polysaccharid-Antigenen, wie den sogenannten somatischen 0-Antigenen von vielen gramnegativen Bakterien, z. B. der Salmonellen   (Typhus-Paratyphus-Gruppe),   der pathogenen Colibakterien (Enteritis-Erreger) und andern. Die aus diesen gramnegativen Bakterien gewonnenen natürlichen Antigene zeigen unerwünschte toxische Eigenschaften (Endotoxin-Wirkungen) und sind deshalb für Impfzwecke zur Immunisierung von Tieren oder Menschen gegen die betreffenden Erreger nicht geeignet. Die Herstellung künstlicher Antigene, welche im geimpften Organismus die Bildung von gegen gramnegative Bakterien wirksamen Antikörpern hervorrufen, dabei aber keine Endotoxin-Wirkung besitzen, ist deshalb ein Ziel von grosser praktischer Bedeutung. 



   Um dieses Ziel zu erreichen, müsste nach herkömmlicher Auffassung die Struktur der in den Antigenen gramnegativer Bakterien auftretenden determinanten Gruppen aufgeklärt werden, und dann müssten solche Gruppen synthetisch hergestellt und mit geeigneten Proteinen gekuppelt werden. Es handelt sich bei diesen determinanten Gruppen um Oligosaccharide, deren genaue Struktur jedoch erst in vereinzelten Fällen ermittelt werden konnte, und die bisher noch nicht synthetisiert worden sind. Selbst wenn aber die Synthese von solchen determinanten Gruppen gelingt, würde die Herstellung künstlicher Antigene mit derartigen determinanten Gruppen stets schwierig und mit grossem Aufwand verbunden sein. 



   Es wurde nun überraschend gefunden, dass man durch Kuppeln von   3, 6-Didesoxyhexosen   an passende Träger künstliche Antigene erhält, deren Injektion einen wirksamen Schutz gegen verschiedene klinisch wichtige gramnegative Bakterien vermittelt. 



   3,'6-Didesoxyhexosen treten bekanntlich neben andern Monosacchariden als Bestandteile der determinanten Gruppen von Antigenen gramnegativer Bakterien auf. Von den 8 theoretisch möglichen stereoisomeren Formen wurden bisher als Bausteine von 0-Antigenen die folgenden 5   3, 6-Didesoxyhexosen   ge-   funden : Abequose (3 - Desoxy- D-fucose),   z. B.   im Antigenfaktor 4 in 0- Antigenen   der Salmonella-Gruppe B (z. B. Paratyphus   B) ; Colitose (3-Desoxy-L-fucose),   z.

   B. im 0-Antigen des für Neugeborene und Kinder 
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 nen, welche als determinante Gruppen lediglich 3, 6-Didesoxyhexosen enthalten, so bilden sich in dem geimpften Organismus Antikörper, die nicht nur gegen homologe Antigene wirksam sind, sondern auch 

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 gegen Bakterien, deren Antigene die betreffende   3, 6-Didesoxyhexose   lediglich als Bestandteil ihrer determinanten Gruppen enthalten.   Beispielsweise ergibtdieKupplung von p-Aminophenyl-a-colito-pyranosid   an Proteine, wie Serumalbumin, einen Impfstoff, welcher bei der Immunisierung zu Antikörpern führt, die nicht nur gegen das homologe Colitose-Antigen, sondern auch gegen den oben genannten pathogenen Enteritis-Erreger coli 0 111 gerichtet sind. 



   Diese Feststellung ist insofern von erheblicher praktischer Bedeutung, als sie die Möglichkeit erschliesst, unter Umgehung komplizierter polysaccharidischer Strukturen, wie sie in den natürlichen 0-Antigenen vorliegen, zu künstlichen Impfstoffen gegen gramnegative Bakterien zu gelangen, wobei sich gezeigt hat, dass diese Impfstoffe bei Verwendung geeigneter Träger im Gegensatz zu den üblichen bakteriellen Vaccinen oder den gereinigten endotoxischen 0-Antigenen atoxisch sind. Sie können in beliebiger Dosierung, auch intravenös, ohne unerwünschte Nebenwirkungen injiziert werden, während die aus Bakterien isolierten 0-Antigen-Komplexe beim Menschen bekanntlich bereits bei intravenösen Do- 
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 gene gramnegative Bakterien auslösen können. 



   Ausser zur aktiven Immunisierung können die erfindungsgemäss erhaltenen Antigene auch zur Gewinnung von Sera für diagnostische, prophylaktische und therapeutische Zwecke verwendet werden. Hiebei impft man geeignete Tiere mit den künstlichen Antigenen und provoziert so die Bildung von Antikörpern, die dann in aus solchen Tieren gewonnenen Sera enthalten sind. Diese Sera können zum immunologisch spezifischen Nachweis von Bakterien bzw. ihren Toxinen verwendet werden. Anderseits kann man solche Sera als Heilsera zur passiven Immunisierung verwenden, beispielsweise zur Prophylaxe bei Epidemiegefahr oder zur Therapie bei bereits eingetretener Infektion durch den betreffenden Erreger. 



   Zur Darstellung der künstlichen Antigene geht man von   3, 6-Didesoxyhexosen   aus, welche man entweder synthetisch oder durch kurze Säurehydrolyse aus den bakteriellen Lipopolysacchariden (darstellbar gemäss deutscher Patentschrift Nr. 918405), Extraktion der Hydrolysate mit Äther und Reinigung durch Säulenchromatographie erhalten kann. Neben den einzelnen stereoisomeren Formen von 3, 6-Didesoxyhexosen kann man zum Kuppeln auch Gemische davon verwenden, wobei man polyvalente Impfstoffe erhält. 



   Als Träger kommen mit dem geimpften Organismus verträgliche Proteine in Frage. Darunter sind solche zu verstehen, die bei der Erstinjektion ohne unerwünschte Nebenwirkungen in praktisch beliebigen Mengen verabreicht werden können, die also im pharmakologischen Sinne untoxisch sind. Bevorzugt werden Serumalbumin und-globulin der zu impfenden Tiergattung, in der Humanmedizin z. B. menschliches Serumalbumin. 



   Das Kuppeln der 3, 6-Didesoxyhexosen auf den Träger erfolgt vorzugsweise nach dem Azoverfahren von Landsteiner. Nach diesem Verfahren werden die   3, 6-Didesoxyhexosen   in ihre   Tri-O-acylester,   vorzugsweise die   Tri-O-acetylester,   übergeführt, welche durch Erhitzen mit p-Nitrophenol unter Zusatz eines geeigneten Katalysators in guter Ausbeute in die gut kristallisierenden   p-Nitrophenyl-di-O-acetyl-     - 3, 6-didesoxyhexoside   verwandelt werden können. Nicht umgesetztes Triacylat kann man aus dem Reaktionssatz zurückgewinnen.

   NachEntacylierung, beispielsweise durch Behandeln mit Natriummethylat in Methanol, und Trennung der zumeist in unterschiedlicher Ausbeute nebeneinander entstehenden a - und   3-Nitrophenyl-3,     6-didesoxyhexoside   in die gereinigten   a-bzw. ss-Derivate   hydriert man zu den entsprechenden p-Aminophenyl-Derivaten. Diese werden in schwach saurer Lösung bei   0-40C   diazotiert und schliesslich zur gekühlten alkalischen Lösung der Proteine hinzugefügt, derart, dass auf 10 Gew.-Teile des Proteins etwa 0,5-1 Gew.-Teil der 3,   6-Didesoxyhexose   kommt. Es entstehen orangerot gefärbte Lösungen der   3, 6-Didesoxyhexose-phenylazo-proteine,   welche nach Dialyse, gegebenenfalls gegen physiologische Kochsalzlösung, zur Immunisierung verwendet werden können. 



   Die Immunisierungen erfolgen in der bei Azoproteinen üblichen Art und Weise durch im allgemeinen wiederholte intravenöse, subkutane, intrakutane, intramuskuläre Injektion oder Kombination dieser Iniektionsarten in Einzeldosen von 0, 1 bis maximal 10 mg/kg. 



     'Beispiel l :   a) Darstellung von   p-Aminophenyl-a-colito-pyranose.   



   10g Colitose (Öl, im Vakuum über Phosphorpentoxyd bei   450C   getrocknet) werden in 200 ml Pyridin gelöst und 100 ml Essigsäureanhydrid hinzugefügt. Der Ansatz bleibt 24 h bei Zimmertemperatur und wei-   tere   2 Tage bei   40C   stehen. Man giesst in zirka 2 1 Eiswasser und extrahiert die klare gelbe Lösung viermal mit Chloroform. Der Chloroformextrakt wird zweimal mit Wasser, einmal mit verdünnter Salzsäure und wieder zweimal mit Wasser durchgeschüttelt, anschliessend über Natriumsulfit getrocknet und verdampft. 

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 Man erhält 16,5 g eines öligen Gemisches von   Triacetyl-a-und-ss-colitose,   welches nach einigen Tagen in Nadeln auszukristallisieren beginnt. Das ölige Triacetat wird ohne weitere Reinigung umgesetzt. 



   19 g Triacetyl-colitose, 19 g p-Nitrophenol und 9, 5 g   Quecksilber-II-chlorid   (gepulvert) werden in einem mit Absaugvorrichtung versehenen Kolben bei 12-15 mm Hg während 15 min auf zirka 1250C gehalten. Nach dieser Zeit destilliert keine Essigsäure mehr ab. Nach dem Abkühlen wird das schwach gelb gefärbte Öl in Chloroform aufgenommen und die Lösung zweimal mit Wasser, viermal mit 0, 5-n Natronlauge und wieder zweimal mit Wasser ausgeschüttelt. Nach dem Trocknen mit Natriumsulfat wird weitgehend eingeengt und mit wenig Methanol versetzt, worauf alsbald Kristallisation einsetzt.

   Die Kristalle von   p-Nitrophenyl-diacetyl-a-und (weniger)-ss-colito-pyranosid   werden abgesaugt, mit wenig kaltem 
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 Durch Umkristallisation aus Methanol erhält man die reine, in Methanol schwerer lösliche a-Form vom Schmelzpunkt 1800C und   [a]D-2130 (0, l%ig,   Methanol) in einer Ausbeute von 8 bis 10 g. Die   ss-Form   bleibt in den methanolischen Mutterlaugen und wird, verunreinigt durch wenig a-Form, in Kristallen vom Schmelzpunkt 1550C und [a]D   : 1 : 00 erhalten.   



   10 g rohes p-Nitrophenyl-diacetyl-colitosid (Gemisch von   c-und ss-Form),   400 ml wasserfreies Methanol und 10 ml 0, 25-n Natriummethylat werden bei Zimmertemperatur unter gelegentlichem Schütteln stehen gelassen. Nach zirka 45 min ist alles gelöst. Man lässt noch 5 h bei Zimmertemperatur und über Nacht bei   40C   stehen. Zur Lösung fügt man nun 4 g des Ionenaustauschers IR 120 hinzu und schüttelt bis zur neutralen Reaktion. Es wird filtriert und bis auf 20-30 ml Volumen eingeengt. Beim Stehen scheiden 
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Die Hydrierung zum p-Aminophenyl-colitosid erfolgt vorteilhaft mit den gereinigten p-Nitrophenyl- -   und-ss-colitosiden.   5 g p-Nitrophenyl-a-colitosid werden in 50 ml Methanol gelöst und mit 250 mg vorhydriertem Platinoxyd unter   H-Normaldruck   hydriert.

   Nach etwa 30 min ist die theoretische Menge Wasserstoff aufgenommen, worauf vom Katalysator abfiltriert und die Methanollösung weitgehend eingeengt wird. Auf Zusatz von Äther scheiden sich 3,7-4 g   p-Aminophenyl-a-colitopyranosid   vom Schmelzpunkt 180 C und   [a]D-1660   (Methanol) aus. In gleicher Weise erhält man aus 2, 7 g p-Nitrophenyl-ss-colitosid 1, 7-2 g p-Aminophenyl-ss-colito-pyranosid vom Schmelzpunkt   750C     undb] +99    (Methanol). 



   Alle beschriebenen Operationen verlaufen in genau gleicher Weise, wenn man statt von Colitose von Abequose (dem optischen Antipoden der Colitose) ausgeht, wobei Ausbeuten und Schmelzpunkte gleich, die optischen Drehungswerte jedoch entgegengesetzt gefunden werden. Auch die übrigen 3, 6-Didesoxyhexosen oder3,   3. 6- Didesoxyhexose-Gemische lassen sich in analoger Weise   in dieentsprechenden p-Aminophenylderivate überführen. b) Darstellung der   Colitose-phenylazo-proteine.   



   1 g p-Aminophenyl-colito-pyranosid wird in 40 ml Wasser und 10   ml 1-n   Salzsäure bei   00C   gelöst. 



  Zur Lösung gibt man nach und nach eine eisgekühlte Lösung von 300 mg Natriumnitrit in 10 ml Wasser. 



  Man lässt 20-30 min bei   00C   stehen. Die Diazoniumsalz-Lösung wird nun zu einer Lösung von 10 g Se-   rumalbumin (Maus, Ratte, Meerschweinchen, Kaninchen, Rind, Pferd,   Mensch u.   a.)   in 300 ml n/25 Natronlauge bei   OOC   zugetropft. Nach 90 min bei   00C   wird mit 2-n Salzsäure neutralisiert und die orangerote Azoproteinlösung dialysiert. Die Lösung wird anschliessend auf ein Volumen von 600 ml aufgefüllt, mit Natriumchlorid isotonisch gemacht und durch Zusatz von 60 mg Merthiolat steril gehalten. Der Ansatz enthält dann ungefähr 1 mg Colitose und 16 mg   Protein/ml.   Diese Lösung kann unmittelbar zur Immunisierung verwendet werden.

   In sonst gleicher Weise kann man auch Azoproteine mit einem geringeren oder höheren relativen Gehalt an   3,     6-Didesoxyhexose   herstellen. 



   In genau gleicher Weise lassen sich andere p-Aminophenyl-3,   6-didesoxyhexoside   an Proteine kuppeln. Statt Serumalbuminen können auch andere Proteinträger nach Wahl verwendet werden. Die Azoproteine sind untoxische Antigene, welche die betreffende 3, 6-Didesoxyhexose als immunologisch determinante Gruppe enthalten. 



   An Stelle der Azomethode können zur Bildung künstlicher Antigene mit 3, 6-Didesoxyhexosen als determinanten Gruppen auch andere an sich bekannte Kupplungsverfahren angewendet werden,   z. B.   die Isocyanatmethode, die Azidmethode oder die Oxazolonmethode. c) Immunisierung. 



   40 ml der gemäss b) unter Verwendung von Mäuse-Serumalbumin erhaltenen Colitose-phenylazo-   - protein-Lösung   werden im Mörser unter aseptischen Bedingungen mit 40   ml.   Adepslanae verrieben. Dazu 

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 gibt man 80 ml Paraffinöl, welches 2 mg hitzegetötete Tuberkelbazillen (Trockengewicht) pro ml ent- hält.

   Der Zusatz   von Adeps lanae   und Paraffinöl mit Tuberkelbazillen   (Freund'sches   Adjuvans) bewirkt be- kanntlich, dass man die Zahl der für die Immunisierung erforderlichen Injektionen beträchtlich herab- setzen kann. 300 Mäuse werden mit je 0, 2 ml dieses Impfstoffes behandelt, u. zw. wird 1/3 der Impf- stoffmenge i. m. in einen Hinterschenkel gespritzt und je 1/3 an zwei verschiedenen Stellen s. c. 52 Tage nach der Impfung werden 50 Mäuse zur Bestimmung ihrer Resistenz gegen Infektion durch   Colibakterien  
0 111 B verwendet. Die Mäuse werden mit Bakteriensuspensionen verschiedener Verdünnungsgrade i. p. infiziert.

   Die DLso liegt für die immunisierten Tiere bei einer Verdünnung der verwendeten Stamm- suspension um das   10flache,   während sie für nicht immunisierte Kontrolltiere bei 800facher Verdünnung liegt. d) Gewinnung von Sera. 



   Die gemäss c) immunisierten, jedoch nicht für den Resistenzversuch verwendeten Mäuse werden entblutet. Aus dem Blut wird das Serum in an sich bekannter Weise abgetrennt. Dieses enthält Antikörper ge- gen Coli 0 111 B 4-Antigen und kann'dementsprechend zum Nachweis dieses Erregers sowie zu seiner Be- kämpfung bei drohender oder nach erfolgter Infektion (passive Immunisierung) verwendet werden. 



   Beispiel 2: a) Darstellung von a-p-Aminophenyl-abequosid   (1, 5).   



   1765 mg trockenen Abequose-Sirups werden In 35 ml Pyridin gelöst und mit 17 ml frisch destilliertem Acetanhydrid versetzt. Es wird 5 h bei Zimmertemperatur, dann über Nacht bei   40C   stehen gelassen und danach in 11 Wasser eingegossen und 1 h gerührt. Darauf wird dreimal mit zirka 100 ml Chloroform ausgeschüttelt. Die Chloroformauszüge werden mehrfach mit eiskalter, etwa 1-n Schwefelsäure und dann mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet, filtriert und im Wasserstrahlvakuum eingedampft. 



  Nach dem Trocknen bei 800C/10 Torr hinterbleiben 2850 mg sirupartige   Triacetyl-abequose,   entsprechend einer Ausbeute von   87%   der Theorie. 



     2620   mg dieses Sirups werden mit   2600   mg   p-Nitrophenol   und 1300 mg Quecksilberchlorid 15 min im Wasserstrahlvakuum auf etwa 1200C erwärmt, unter häufigem Umschwenken der Schmelze. Nach dieser Zeit hat die Essigsäure-Dampfentwicklung fast völlig aufgehört und der Ansatz eine bräunliche Farbe angenommen. Es wird in Chloroform aufgenommen, zweimal mit Wasser, dreimal mit 0, 5-n Natronlauge und wieder zweimal mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet, filtriert, im Wasserstrahlvakuum eingedampft und bei   70-800C/10 Torr   zur Gewichtskonstanz gebracht. Man erhält 2700 mg eines   p-Nitrophenyl-di-0-acetyl-abequosid-Gemisches,   entsprechend einer Ausbeute von   80% der   Theorie. 



   Dieses Gemisch wird in 105 ml absolutem Methanol gelöst, die Lösung auf   00C   gekühlt, mit 2 ml 1-n Natriummethylat versetzt und über Nacht bei   00C   stehen gelassen. Alsdann wird mit etwas mehr als der nötigen Menge (zirka 350 mg je ml 1-n Natriummethylat) IR 120 neutralisiert, filtriert, im Wasserstrahlvakuum eingedampft, in frisch destilliertem, heissem Essigester aufgenommen, dreimal mit Wasser ausgeschüttelt, mit Natriumsulfat getrocknet und im Wasserstrahlvakuum eingedampft.

   Nach dem Trocknen bei   60 C/0, 5   Torr hinterblieben 1950 mg   (= 95%   der Theorie) eines zum Teil kristallisierten Sirups, der alsdann, wie folgt, an Siliciumdioxyd chromatographiert wird : 
1950 mg p-Nitrophenyl-abequosid- (l, 5)-Rohsirup werden in heissem Essigester gelöst, mit Äther auf   1 : 1   verdünnt und schnell auf die Säule gegeben. Dann wird mit Äther/Äthylacetat 19 : 1 eluiert, bis die ersten in feinen Nadeln kristallisierenden Fraktionen erscheinen. Alles Davorliegende wird zusammengegeben. Man erhält so zirka'l 050 mg rohes ss-p-Nitrophenyl-abequosid. Nun enthält die Säule nur noch a-p-Nitrophenyl-abequosid, das mit Acetylacetat/Aceton 4 : 1 herausgeholt wird. Alle a-p-Nitrophenyl- - abequosid-Fraktionen werden vereinigt und aus siedendem Aceton bei -5oC umkristallisiert.

   Weitere Kristallisate erhält man durch Einengen und/oder Zusatz von Petroläther. Gewaschen wird mit Petrol- äther/Aceton. 



   Man erhält 550 mg Substanz vom Schmelzpunkt   195-202 C,   dazu 250 mg Nebenfraktion (unrein). 



  Die Ausbeute beträgt also 800 mg   (= so   der Theorie). 



   602 mg a-p-Nitrophenyl-abequosid- (1, 5) vom Schmelzpunkt   196-2010C   werden in 60 ml Methanol mit 300 mg Pd   (5%)   auf   Tierkohle   bei Atmosphärendruck hydriert. Die Wasserstoffaufnahme beträgt 148 ml in 15 min (theoretisch : 150 ml). Anschliessend wird filtriert und eingedampft. 



   Man erhält 530 mg   a-p-Aminophenyl-abequosid- (l, 5)   (entsprechend einer Ausbeute von   99% der   Theorie). Die sirupartige Substanz wird in sehr wenig Methanol gelöst und mit etwas Äther und dann Petroläther bis zur beginnenden Trübung versetzt. Beim Anreiben beginnt die Kristallisation, die über Nacht   bei -50C   vervollständigt wird. Durch Einengen und/oder Zugabe von mehr Petroläther können noch weitere Fraktionen gewonnen werden. Man erhält 350 mg Substanz vom Schmelzpunkt 176-1810C sowie 150 mg Nebenfraktion (unrein). Die Ausbeute beträgt somit insgesamt 500 mg, entsprechend 93% der Theorie. 

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 b) Darstellung von Abequose-Antigenlösungen   (a-pyranosidische   Bindung). 



   200   mg a -p- Aminophenyl-abequosid - (1, 5) werden   in 8 ml Wasser gelöst und auf   00C   abgekühlt, Dann werden 60 mg Natriumnitrit in 2, 4 ml Wasser   (OOC)   portionsweise unter Rühren zugegeben, worauf man 20 min bei   00C   stehen lässt. Danach wird je die Hälfte dieser Lösung zu einer Lösung von 1000 mg Eialbumin und 1000 mgRinderserum-Albumin in je 30ml n/25 Natronlauge   (OOC)   zugegeben und   11/2   h bei   00C   stehen gelassen (starke Rotfärbung). Anschliessend wird mit verdünnter Essigsäure unter starkem Rühren vorsichtig neutralisiert und 24 h gegen Wasser dialysiert. Schliesslich füllt man auf je 100 ml auf und gibt je 900 mg Natriumchlorid und 10 mg Merthiolat zu.

   Eine solche Lösung enthält mindestens 0, 5 mg an Protein gebundene Abequose/ml und kann direkt für Injektionszwecke verwendet werden. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von Antigenen, die im geimpften Organismus die Bildung wirksamer Antikörper gegen gramnegative Bakterien hervorrufen, dabei aber keine endotoxische Wirkung besitzen, dadurch gekennzeichnet, dass man an übliche Trägerproteine, wie z. B. menschliches Serumalbumin und Serumalbumin oder-globulin der zu impfenden Tiergattung, nach an sich bekannten Verfahren, wie der Azo-, Isocyanat- oder Azidmethode, 3,6-Didesoxyhexosen kuppelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als 3, 6-Didesoxyhexosen Abequose, Colitose, Tyvelose, Paratose, Ascarylose oder Gemische davon verwendet.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man 3,6-Didesoxyhexosen in die Triacylate verwandelt und diese durch Reaktion mit p-Nitrophenol bei Gegenwart eines Katalysators in die p-Nitrophenyl-a-und-ss-diacetyl-3, 6-didesoxyhexoside überführt, welche entacyliert, gegebenenfalls in a-und ss-Form getrennt, und anschliessend durch katalytische Hydrierung in die p-Aminophenyl- - a-bzw.-ss-3, 6-didesoxyhexoside verwandelt werden, die man schliesslich diazotiert und bei schwach alkalischer Reaktion an Proteine kuppelt.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man 3,6-Didesoxyhexosen in Form ihrer p-Aminophenyl-a-3, 6-didesoxyhexoside- (l, 5) an Proteine kuppelt.
AT507161A 1960-07-12 1961-06-30 Verfahren zur Herstellung von Antigenen AT228931B (de)

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