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Gelenkwagenverbindung
Die Erfindung betrifft eine Gelenkwagenverbindung an Strassenbahnzügen od. dgl., deren Wagen- untergestelle durch einen Kugellenkkranz verbunden sind und deren Wagenkästen je zwei senkrechte, einen Durchgang bildende, sich teilweise überdeckende und um die gemeinsame lotrechte Drehachse der Wagenkästen gegeneinander bewegbare Portalteile aufweisen.
Es ist bekannt, derartige Verbindungsstellen mit Faltenbälgen zu versehen, die jedoch in manchen Fällen des Wageninnere nicht unter allen Betriebsbedingungen hinreichend abschirmen und keine festen Wände bilden, die aber insbesondere dazu zwingen, beim Trennen bzw. Kuppeln des Gelenkzuges die am ganzen Umfang der Bälge vorhandenen Befestigungselemente untergrossem Zeitaufwand zulösen bzw. zu verbinden.
Eine Lösung, welche die genannten Nachteile nicht aufweist, ist in der deutschen Patentschrift Nr. 528157 geoffenbart, in der ein Übergang mit zylinderschalenförmigen, aussen liegenden Portaltellen beschrieben ist, bei dem jedoch ein langgestreckter Mittelteil verwendet wird und bei dem zwei Gelenke erforderlich sind.
Die Erfindung bezweckt, der Praxis eine einfache und billige Gelenkwagenverbindung zur Verfügung zu stellen, die zwischen die Wagenaufbauten einen mit festen Wänden versehenen Übergang einfügt, wobei sich dieser jederzeit ohne Mühe kurzfristig herstellen oder trennen lässt.
Erfindungsgemäss wird dieser Zweck dadurch erreicht, dass von den beiden jeweils über die Drehachse hinausragenden Portalteilen die mit dem einen Wagenaufbau verbundenen, aussen liegenden Por- ta. lteilseiten in an sich bekannter Weise zylinderschalenförmig ausgebildet sind, wogegen die mit dem andern Wagenaufbau verbundenen, innen liegenden Portalteilseiten aus je einem zylinderschalenförmigen Wagenanschlussteil und einem daran anschliessenden gerade verlaufenden Teil bestehen, deren gegenseitiger Abstand zum Ineinanderschieben bzw. Auseinanderziehen des Durchgangsportales etwas kleiner als der Abstand zwischen den freien Vertikalkanten der äusseren Portalseiten ist.
Mit Hilfe des Prinzips der peripherisch ineinander gleitenden Zylinderschalen entsteht eine ausserordentlich stabile, nach aussen einwandfrei abgeschirmte Verkleidung des Überganges am Gelenkpunkt, die ihrem Wesen nach ein einfaches Ineinanderschieben der beiden Wagenaufbauten darstellt. Hiebei bildet der Kugellenkkranz, der mittig zwischen den Untergestellteilen der beiden Wagenenden im gemeinsamen festenDrehpunkt liegend angeordnet ist, die statische Verbindung zwischen den beiden Wagenteilen und macht sie in bekannter Weise zu einer festen. horizontalen Brücke.
Um ein einwandfreies Gleiten der als Mantelabschnitte eines Zylinders ausgebildeten Seitenwände des Verbindungsgehäuses aufeinander zu gewährleisten (zwischen die gegebenenfalls Rollelemente eingeschaltet sein könnten), muss ihr Krümmungsradius naturgemäss von der Achse des Kugellenkkranzes ausgehen. Wenn dabei das innere Gehäuse etwas abgeflacht wird, so nur deshalb, weil das äussere Gehäuse eine gewisse Längstiefe besitzen muss, um auch bei grösster horizontaler Verschwenkung der Verbindungsschalen gegeneinander die Überlappung der beiden Gehäuse zu gewährleisten. Somit ist das offene Ende
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messer.
Zum weiteren Verständnis der Erfindung ist in der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Fig. 1 gibt einen schematischen Horizontalschnitt durch die auseinandergezogenen benachbarten Enden zweier erfindungsgemäss gestalteter Wagen wieder, die Fig. 2 und 3 zeigen im Schnitt dargestellte Funk- tionsskizzen der erfindungsgemässen Verbindung.
Mit 5 und 6 sind die beiden Wagenkasten eines Gelenkzuges bezeichnet, wie er als Schienen- oder
Strassenfahrzeug üblich ist. Die Wagen werden mit Hilfe eines Kugellenkkranzes 7 verbunden, der zwi- schen den Untergestellteilen der beiden Wagenkasten liegt und in geeigneter Weise mit den Wagenunter- bauten zusammengefasst ist.
An die sich gegenüberliegenden Enden der Wagen sind portalartige Rahmen oder Gehäuse 8 und 9 an- gefügt, deren Seitenwände 10, 11 bzw. 12, 13 Zylinderschalen bilden, also Mantelabschnitte eines Kreis- zylinders, dessen Achse mit der Achse 15 des Kugellenkkranzes zusammenfällt.
Die vertikalen Stirnkanten 16, 17-der Gehäuse 8, 9 sind jeweils über die Achse 15 vorgezogen und daher nicht so weit voneinander entfernt, als dies der grössten Querbreite des Rahmens 8 bzw. 9 entspre- chen würde. Aus diesem Grunde sind die Zylinderschalen 12, 13 des inneren Gehäuses 9 bei 18, 19 derart abgeflacht, dass sich das Gehäuse 9 in das Gehäuse 8 hineinschieben lässt.
Die Zylinderschalen 8, 9 werden gegen den zugehörigen Wagenraum hin durch Querrahmen 20 bzw.
21 begrenzt, u. zw. vorteilhaft so, dass zwischen den tangential an die Zylinderschalen herangeführten
Seitenwänden der Wagen, den Zylinderschalen selbst und den Querrahmen beiderseits Kanäle 22 bzw. 23 eingeschlossen sind, die als Wagenkonstruktion ausgebildet und z. B. auch als Kabelschächte verwendet werden können.
Die Zylinderschalenrahmen und die Art ihrer Verbindung mit den Wagenaufbauten ergeben so ein ausserordentlich versteiftes, stabiles Bausystem, das gerade dann vorteilhaft ist, wenn sich unterhalb des
Kugellenkkranzes kein Fahrgestell-befindet.
In welcher Weise die Zylinderschalengehäuse 8, 9 zusammenwirken, ergibt sich aus den Fig. 2 und 3.
Zwischen den inneren Zylinderschalen 12, 13 und den sich anschliessenden Seitenwänden des Wa- gens 6 sind ringsum Taschen oder Führungen. 24, 25 freigelassen. Verdrehen sich daher die Wagen 5, 6 um die Achse 15 gegeneinander derart, dass die geradlinige Verbindungslinie A-B (Fig. 2) im Punkte 15 ab- gewinkelt wird (Fig. 3), so gleiten die Zylinderschalen 10, 12 bzw. 11, 13 ineinander, wobei die jeweils in Betracht kommende Kante 16 bzw. 17 in die zugehörige Tasche 24 bzw. 25 eindringt, vgl. Fig. 3.
Eine analoge Anordnung kann im Bedarfsfalle auch hinsichtlich des Daches der Rahmenteile 8, 9 getroffen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gelenkwagenverbindung an Strassenbahnzügen od. dgl., deren Wagenuntergestelle durch einen Kugellenkkranz verbunden sind und deren Wagenkasten je zwei senkrechte, einen Durchgang bildende, sich teilweise überdeckende und um die gemeinsame lotrechte Drehachse der Wagenkasten gegeneinander bewegbare Portalteile aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass von den beiden jeweils über die Drehachse hinausragenden Portalteilen (8, 9) die mit dem einen Wagenaufbau (5) verbundenen, aussen liegenden Portalteilseiten (10, 11) in an sich bekannter Weise zylinderschalenförmig ausgebildet sind, wogegen die mit dem andern Wagenaufbau (6) verbundenen, innen liegenden Portalteilseiten aus je einem zylin- derschalenförmigenWagenanschlussteil (12, 13) und einem daran anschliessenden gerade verlaufenden Teil (18, 19) bestehen,
deren gegenseitiger Abstand zum Ineinanderschieben bzw. Auseinanderziehen des Durchgangsportales etwas kleiner als der Abstand zwischen den freien Vertikalkanten (16, 17) der äusseren Portalseiten (10, 11) ist.