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Maschine zum Beschichten fertiger Trägerplatten
Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Beschichten fertiger Trägerplatten, bei der die Platten kon- tinuierlich an Giessköpfen vorbeibewegt werden. Derartige Maschinen haben die Aufgabe, auf eine ansich fertige Trägerplatte eine sich hinsichtlich ihrer Oberflächenqualität, Widerstandsfähigkeit, Härte oder
Färbung von der Trägerplatte unterscheidende, fest an der Trägerplatte haftende und aus eineroder mehreren Schichten aufgebaute Oberflächenlage anzubringen, wobei ein kontinuierlicher Arbeitsgang gewähr- leistet sein soll und. die Schicht bzw. die einzelnen Schichten gegebenenfalls unter Einbettung von Ver- stärkungs-Zwischenlagen, möglichst luftblasenfrei aufzutragen.
Bevorzugt werden diese Maschinen ver- wendet, um auf spezifisch leichte Trägerplatten einen Belag aufzutragen, der der Platte das Aussehen einer Stein- oder Kunststeinplatte gibt. Die bekannten Maschinen der eingangs genannten Art weisen be- vorzugt Förderbänder, die im Bereich der Giessköpfe und Streichmesser von unten her durch Tische od. dgl. abgestützt sind oder angetriebene Walzengänge bzw. die Platten oben und unten erfassende, paarweise zu- sammenwirkende Transportwalzen für die Vorbeibewegung der Platten an den Giessköpfen auf. Für die
Verteilung der von den Giessköpfen auf die Platten aufgelegten Besctuchtungsmasse sowie zum Andrücken und Glätten dieser Masse werden entweder Streichmesser oderAndrückrollen verwendet.
Die Streichmesser können wieder je nach Ausführungsart feststehend unmittelbar in Durchlaufrichtung hinter dem zugeord- neten Giesskopf oder bei einer andern bekannten Ausführung auch an einem gegensinnig zur Durchlaufrich- tung umlaufenden Förderband angeordnet sein, wobei im letzteren Fall einem einzigen Giesskopf ein der- artiges, mit Strelchmessern besetztes Förderband nachgeordnet ist und das Förderband oberhalb der Plat- tenführung gelagert ist, so dass die einzelnen Streichmesser entgegen der Plattenbewegungsrichtung über die aufgetragene Schicht gleiten und diese luftblasenfrei glätten sowie an die Trägerplatte andrücken.
Es ist nun in vielen Fällen wünschenswert, nicht nur eine einzige, sondern mehrere, aus verschie- denem Material bestehende Lagen an der Trägerplatte anzubringen bzw. eine gleichartige Belagsmasse in mehreren Schichten aufzutragen. Um beispielsweise eine kontinuierliche Herstellung mehrschichtiger
Kunststeinplatten zu ermöglichen, ist es bereits bekannt, in Durchlaufrichtung der Platten gesehen hin- tereinander zwei oder mehr Giessköpfe anzuordnen, wobei jedem Giesskopf ein Verteiler nachgeordnet ist.
Die Giessköpfe werden dabei feststehend angeordnet, wogegen die Verteiler zwecks Einstellung einer be- stimmten Schichtdicke der Höhe nach verstellbar sind. Die Verteiler sind dabei bevorzugrals Stre1chmes- ser ausgeführt. Eine derartige Maschine ermöglicht es beispielsweise, auf Trägerplatten gleichbleibender
Stärke zwei Schichten - etwa eine Deckschicht und eine Oberschicht zur Erzielung einer besonderen Ober- flächenglite - anzubringen.
Allenfalls kann mit diesen Maschinen eine Vartterung der Stärke der einzelnen
Schichten vorgenommen werden, doch ist es beispielsweise dann, wenn nur die Stärke der unteren Schicht geändert werden soll, die Stärke der Deckschicht aber gegenüber der vorherigen Einstellung gleichbleibt, notwendig, sowohl den hinter dem das Material für die untere Schicht liefernden Giesskopf liegenden, vorzugsweise als hin-und hergehend angetriebenes Streichmesser ausgebildeten Verteiler als auch den hinter dem folgenden Giesskopf liegenden Verteiler der Höhe nach zu verstellen, so dass eine Stärkenänderung nur einer Schicht beträchtliche Richtzeiten erfordert, in denen die Maschine stillsteht.
Bei der Herstellung von Asbestzementplatten ist es ferner bekannt, das zur Herstellung der Platten dienende Material trocken aus hintereinander angeordneten Vorratsbehältern auf ein Förderband aufzulegen, wobei zwischen den
Vorratsbehältern Verstärkungseinlagen in Form von Draht- oder Textilgeweben zugeführt werden, so dass die Schichten durch Armierungseinlagen getrennt sind. Nach dem trockenen Aufbringen der Sch1chten und dem allfälligen Einlegen der Armierungseinlagen wird das so aufgelegte Material auch von oben her mit einem weiteren Förderband in Eingriff gebracht. Die beiden Förderbänder sind mit dem zum Abbinden der
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Masse notwendigen Wasser getränkt und werden schliesslich zwischen Presswalzen hindurchgeführt und von den zwischen ihnen gebildeten Platten nach Abgabe des Bindungswassers abgeleitet.
Beim Beschichten von Trägerplatten ist es ferner zur Erzielung einer besonderen Oberflächengüte-In manchen Fällen üblich, auf die Schichtoberfläche eine Folie aufzuwalzen, die nach Erhärtung der Oberfläche wieder abgezogen wird, so dass eine glatte Oberfläche entsteht.
Die Erfindung betrifft nun eine Maschine der eingangs genannten Art und zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass in Förderrichtung der Platten mehrere, jeweils in bekannter Weise aus Giesskopf und StreichmesserbestehendeBeschichtungseinrichtungen hintereinander an einer gemeinsamen, höhenverstell- baren Brücke angeordnet sind und jede Beschichtungseinrichtung für sich relativ zur Brücke höhenverstellbar ist. Die erfindungsgemässe Maschine ermöglicht es zufolge der Anordnung der Beschichtungseinrichtungen an einer gemeinsamen, höhenverstellbaren Brücke, auf Platten von untereinander beträchtlich ab- weichender Dicke gleichartige, mehrschichtige Beschichtungen anzubringen.
Für die UmstellungderMaschine von einer Plattenstärke auf die andere ist nur ein Heben oder Senken der Brücke im Ausmass der Stärkendifferenz der Platten notwendig, wogegen mit bekannten Maschinen praktisch nur Platten einer bestimmten Stärke verarbeitet werden konnten. Häufig braucht ferner nur die Dicke der direkt auf die Platte aufgetragenen Schicht verändert werden, was bei der erfindungsgemässen Maschine ebenfalls durch Heben oder Senken der Brücke erzielt werden kann. Die Änderungen der Schichtstärke der unmittelbar auf die Trägerplatte aufgetragenen Schicht sind beispielsweise dann notwendig, wenn einmal Platten mit stär- kerer und dann wieder Platten mit schwächerer Oberflächennarbung beschichtet werden sollen.
Bisher war aber auch beim Ändern nur der Stärke der unmittelbar auf die Trägerplatte aufgetragenen Schicht eine Nachjustierung aller folgenden Beschichtungseinrichtungen notwendig.
Durch die Verstellbarkeit der Beschichtungseinrichtungen gegenüber der Brücke wird es bei der erfindungsgemässen Maschine ferner möglich, für sämtliche aufzutragenden Schichten beliebige Stärken einzustellen. Eine erfindungsgemässe Maschine wird bevorzugt zum Beschichten von Verkleidungsplatten verwendet, wobei die Trägerplatten aus Hartschaumstoffen, Zellkörpern, getränkter Glas- oder Schlackenwolle, mit Zement oder SorelzementundBeigabengetränktenGlas-oderSteinwollvliesenbestehenkönnen und zur Beschichtung pastöse, mit der Zeit abbindende und erhärtende Stoffe herangezogen werden können.
Zur Beschichtung können wasserabweisende Zementmischungen mit Härtungszusätzen in verschiedener Einfärbung, beispielsweise zur Erzielung einer Marmorimitation, aber auch Sorelzementmischungen mit spezifisch leichten, unbrennbaren Full- un Zuschlagstoffen sowie Mischungen aus Wasserglaslösungen mit Quarzmehl, gebranntem Kalk oder gebranntem Magnesit verwendet werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen jeweils zwei Beschichtungseinrichtungen eine an sich bekannte Einrichtung zum Einbetten von Armierungsteilen höhenverstellbar an der Brücke angeordnet. Diese Ausführung ermöglicht es, während des kontinuierlichen Durchlaufes der Platten in die Beschichtung in bestimmten Tiefenabständen voneinander Armierungen einzubetten, wobei wieder ein Angleich an verschiedene Plattenstärke durch Verstellen der gesamten Brücke möglich ist und eine besondere gewünschte Lage der einzelnen Armierungseinlagen durch Verstellen der Einbettungseinrichtungen relativ zur Brücke eingestellt werden kann. Als Armierungseinlagen können Vliese und/oder Gewebe aus Metall, Glas oder Kunststoff verwendet werden, die gegebenenfalls quer eingebettete Verstärkungen, z.
B. in Form von Fäden aus Glasfaser, Kunststoffaserod. dgl. aufweisen. Die Armierungseinlagen werden aus einem Material gewählt, das mit dem Material der Beschichtung gut haftende Verbindungen eingeht, so dass die Einlagen sozusagen in die Beschichtung eingebunden werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 schematisch eine erfindungsgemässe Maschine teilweise im Längsschnitt, wobei der besseren Übersichtlichkeit halber die Antriebseinrichtungen und die Zufuhreinrichtungen für die Platten sowie die Einrichtungen zum Nachfüllen der Giessköpfe weggelassen wurden. Fig. 2 zeigt einen Giesskopf ebenfalls schematisch in grö- sserem Massstab im Längsschnitt.
Der dargestellte Teil der Maschine besitzt ein Traggestell 1, das eine tischförmige Auflage 2 und einen Tragrahmen 3 aufweist. Der Tragrahmen dient zur höhenverstellbaren Halterung einer Brücke 4, zu welchem Zweck an Lagerböcken 5 des Rahmens 3 Zahnräder 6 gelagert sind, die gemeinsam über einen Motor, eine Handwinde od. dgl. verdreht werden können und mit an der Brücke 4 vorgesehenen Zahnstangen in Eingriff stehen. Beim Verdrehen der Zahnräder 6 in der einen Richtung wird die Brücke 4 gehoben, beim Verdrehen in der andern Richtung gesenkt. An der Brücke 4 sind mehrere, jeweils aus einem
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Hilfe von Schrauben 18 gegenüber dem Giesskopf verstellbar und die Breite einer Behälteröffnung 19 kann mit Hilfe eines Schiebers 20 eingestellt werden.
Die Giessköpfe 8 - 12 sind über oben an sie anschliessende
Schlauch-oder Rohrleitungen 21 von Rührwerke her mit einer Beschichtungsmasse beschickbar. Zwischen den Giessköpfen 8 und 9,9 und 10, 10 und 11 sowie 11 und 12 sind an der Brücke 4 Walzen 22,23, 24 und i 25 gelagert, über'die jeweils eine aus einem Vlies oder einem Gewebe bestehende, von oben an der Brücke gelagerten Vorratstrommeln abwickelbare Armierungseinlage 26,27, 28,29 zuführbar ist. Vor dem Giess- kopf 8 ist an der Brücke ebenfalls höhenverstellbar noch eine Walze 30 gelagert, und hinter dem Giesskopf
12 sitzt ein Farbstreubehälter 31, der ebenfalls mit einem Streichmesser ausgestattet ist.
Die Walzen 25 und 30 werden über einen Antriebsmotor mit derselben Umfangsgeschwindigkeit ange- trieben, wie ein unter der Brücke 4 über den Tisch 2 laufendes Förderband 32, so dass, da der Antrieb gegenläufig erfolgt, auf das Förderband aufgelegte zu beschichtende Platten 33 in Richtung des Pfeiles 34 transportiert werden. Die Platten 33 können beispielsweise mit Hilfe eines weiteren Förderbandes 35 aus einem Vorratsbehälter einzeln herausgezogen werden. Das Förderband 35 gibt die Platten hintereinander- liegend an das Förderband 32 und die Transportwalzen 25,30 ab. Die Platten werden nun an den Giess- köpfen 8-12 vorbeibewegt, wobei auf sie schichtenweise die in den Giessköpfen enthaltene Streichmasse aufgetragen wird.
Durch Verstellung der Giessköpfe relativ zur Brücke 4 und entsprechende Einstellung des
Schiebers 20 und der Streichmesser 13-17 lassen sich für jede dieser Schichten bestimmte Stärken instel- len, wobei ferner die Stärke der vom Giesskopf 8 aufgetragenen Schicht noch durch Heben oder Senken der gesamten Brücke 4 geregelt werden kann. Über die Walzen 22-25, von denen die Walzen 22-24 keinen eigenen Antrieb besitzen, können die Armierungseinlagen 26-29 in die Schichten eingebettet und blasen- frei festgedrückt werden. Mit Hilfe des Farbstreubehälters 31 ist es noch möglich, die Aussenoberfläche der Platten einzufärben.
Hinter der Brücke ist eine weitere, durch ihr Eigengewicht gegen die Platten ge- drückte Walze 36 vorgesehen, die ein auf einer Vorratsrolle 37 aufgewickeltes Folienband 38, das aus einem auf der Beschichtung nicht haftenden oder leicht abziehbaren Material besteht, oben auf die Be- schichtung aufdrückt. Nach Verlassen der dargestellten Teile der Maschine werden die Platten 33 durch eine die Beschichtung im Bereich der Plattenstossstellen durchtrennende Schneidvorrichtung voneinander getrennt und vorzugsweise zu einem Stapel geschichtet und getrocknet bzw. ihre Oberflächenschicht aus- härten gelassen. Nach erfolgter Trocknung bzw. Aushärtung wird dann die Deckfolie 38 von den einzelnen
Platten wieder abgezogen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Maschine zum Beschichten fertiger Trägerplatten, bei der die Platten kontinuierlich an Gtessköp- fen vorbeibewegt werden, dadurch gekennzeichnet, dass in Förderrichtung der Platten (33) mehrere, je- weils in bekannter Weise aus Giesskopf (8-12) und Streichmesser (13-17) bestehende Beschichtungseinrich- tungen hintereinander an einer gemeinsamen, höhenverstellbaren Brücke (4) angeordnet sind und jede Be- schichtungseinrichtung für sich relativ zur Brücke höhenverstellbar ist.