AT223924B - Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch - Google Patents

Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch

Info

Publication number
AT223924B
AT223924B AT212356A AT212356A AT223924B AT 223924 B AT223924 B AT 223924B AT 212356 A AT212356 A AT 212356A AT 212356 A AT212356 A AT 212356A AT 223924 B AT223924 B AT 223924B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
meat
color
ascorbic acid
nicotinic acid
preparation
Prior art date
Application number
AT212356A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Vaessen Schoemaker Holding Bv
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Vaessen Schoemaker Holding Bv filed Critical Vaessen Schoemaker Holding Bv
Application granted granted Critical
Publication of AT223924B publication Critical patent/AT223924B/de

Links

Landscapes

  • Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch 
Die Erfindung bezieht sich auf ein Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und
Fleisch. 



   Für Fleischwaren und Fleisch ist ein frisches, appetitliches Aussehen von Bedeutung. Besonders in der warmen Jahreszeit ist die Verfärbung von Fleisch und Fleischwaren äusserst nachteilig. KUnstliches   KUh-   len in Schaukästen bzw. Schaufenstern bringt nur eine Teillösung des Problems, insbesondere, da die
Kosten erheblich und unter Umständen unwirtschaftlich sind. Der Sauerstoff der Luft setzt sich mit Bestandteilen der Oberfläche des Fleisches um, insbesondere bei höheren Temperaturen, was zu einer grauen
Verfärbung und zu einem unschönen Aussehen führt. Solche Fleischprodukte haben kein appetitliches Aussehen und sind in diesem Zustand unverkäuflich.

   Die Verfärbung rührt von der Umwandlung der dem Fleisch seine Farbe gebenden Agentien Hämoglobin und Myoglobin durch den Sauerstoff der Luft tiber Oxyhämoglobin und Oxymyoglobin zu einer grauen Farbe aufweisenden Methahämoglobin und Metha- myoglobin her. 



   Bekannt ist die Verhinderung der Verfärbung durch Anwendung vun Natriumsulfit. Dieses Produkt wird als trockenes Pulver auf das Fleisch oder das Fleischprodukt aufgebracht und eingerieben. Bei der Herstellung von Hackfleisch bzw. Schabefleisch oder anderem Fleisch in feiner Verteilung kann das Natriumsulfit vor der Zerkleinerung zugegeben werden, wodurch eine gute Verteilung erreicht wird. Der   gtinstige   Effekt dieses Zusatzes beruht auf der stark reduzierenden Wirkung des Sulfits, die sich wohl in einer Rückbildung von   Oxyhämoglobin   und Oxymyoglobin auswirkt ; beide Produkte haben eine lebhaft rote Farbe. 



   Für den gleichen Zweck hat man schon Ascorbinsäure (USA-Patentschrift Nr. 2, 541, 572) verwendet. 



  Die Wirkung dieses Stoffes beruht wahrscheinlich ebenfalls auf einer Reduktionswirkung. Gemäss dem USA-Patent werden gute Resultate erzielt, wenn 110 mg Ascorbinsäure pro kg Fleisch verwendet werden. 



   In der USA-Patentschrift Nr. 2, 491, 646 ist die Verwendung von Nikotinsäure, gegebenenfalls zusammen mit Ascorbinsäure, beschrieben. Danach werden zufriedenstellende Resultate bei Verwendung von 660 mg Nikotinsäure pro kg Fleisch, allein oder zusammen mit Ascorbinsäure, erhalten. Beide Patentschriften beschreiben gemeinsam die Verwendung von Ascorbinsäure und Nikotinsäure ; und warnen aus-   drücklich   davor, die Mengen von Ascorbinsäure und Nikotinsäure, wie sie dort angegeben sind, zu vermindern. 



   Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit konnte man aus dem Reduktionsvermögen von Zuckern, wie z. B. Glukose oder Laktose usw., auf eine farbhaltende Wirkung dieser Stoffe bei Fleisch und Fleischprodukten schliessen. Tatsächlich aber ergibt sich, dass selbst bei Anwendung verhältnismässig grosser Mengen von reduzierenden Zuckern keine oder nur eine geringe farbhaltende Wirkung bei Fleisch eintritt und unter Umständen die Wirkung des Zusatzes sogar negativ ist. 



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass ein Präparat, enthaltend Nikotinsäure bzw. deren Derivate, Ascorbinsäure und einen reduzierenden Zucker eine unerwartete Erhöhung der farbhaltenden Wirkung erzielen lässt. Infolgedessen kann eine bestimmte Wirkung in dieser Beziehung bereits bei Anwendung von beträchtlich geringeren Mengen von Nikotinsäure bzw. deren Derivaten und Ascorbinsäure erreicht werden, als wenn diese beiden Stoffe ohne reduzierenden Zucker verwendet werden. Im Gegen- 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 satz zu der Feststellung der beiden oben angeführten USA-Patentschriften wurde gefunden, dass, wenn das Präparat ausserdem reduzierenden Zucker enthält, eine maximale Farberhaltungswirkung bei der Ver- wendung eines Gemisches von Nikotinsäure und Ascorbinsäure in einer etwa äquimolekularen Menge er- reicht wird. 



   Gegenstand der Erfindung ist also ein Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch, enthaltend Nikotinsäure bzw. deren Derivate, Ascorbinsäure und einen reduzierenden Zuk-   ker. Die   Menge des reduzierenden Zuckers des Präparates ist vorzugsweise gleich oder grösser als Gesamt- menge an Nikotinsäure bzw. deren Derivat und Ascorbinsäure, da in diesem Falle die aktivierende Wir- kung des reduzierenden Zuckers besonders klar zutage tritt. Vorzugsweise liegen die Nikotinsäure bzw. deren Derivate und die Ascorbinsäure im molekularen Verhältnis vor. Selbst bei hohen und sehr hohen
Zuckerkonzentrationen, z. B. wenn die Menge der Nikotinsäure bzw. deren Derivat zusammen mit Ascor- binsäure   1 - 10j   der Menge des reduzierenden Zuckers ausmacht, ist der charakteristische Effekt noch merkbar.

   Besonders vorteilhafte Wirkung zeigt ein Präparat, das aus 98% Glukose und   2%   Ascorbinsäure und Nikotinsäure besteht. Trotz der sehr grossen Menge an Zucker konnten bei den Versuchen mit dem   erfmdungsgemässen   Präparat keine negativen Wirkungen des Zuckers beobachtet werden. 



   Da der Preis der gemäss den oben erwähnten USA-Patentschriften zu verwendenden Stoffe hoch ist, bringt die Erfindung eine beträchtliche Kostensenkung, so dass die Anwendbarkeit von farbhaltenden Prä- paraten erheblich erweitert wird. Im Gegensatz zu dem nicht vollkommen unschädlichen Natriumsulfit ist das Präparat gemäss der Erfindung ernährungsmässig zu begrüssen, da sowohl Ascorbinsäure als auch die
Nikotinsäure bzw. deren Derivate zur Klasse der Vitamine gehören. 



   Geeignete Derivate der Nikotinsäure sind Salze, Ester und Amide der Nikotinsäure ; so kann z. B. 



  Äthylnikotinat oder Nikotinsäure-N-methylamid usw. benutzt werden. 



   Die erfindungsgemäss zusammengesetzten Präparate können als trockenes Pulver auf das Fleisch oder die Fleischprodukte aufgebracht und auf der Oberfläche durch Reiben verteilt werden. Bei Fleisch in zerkleinerter Form wird das Präparat vorzugsweise unmittelbar vor der Zerkleinerung zugemischt. Es kann auch so vorgegangen werden, dass eine wässerige Lösung hergestellt und das Fleisch oder das Fleischprodukt in diese Lösung eingetaucht oder mit ihr besprüht wird. 



   Es kann auch eine wässerige Lösung dieser Stoffe in das Fleisch eingespritzt werden, z. B. unter Verwendung der für das Einspritzen von Salzlösung in Schinken verwendeten Vorrichtung. 



   Das erfindungsgemässe Präparat entspricht jedoch nicht den derzeit geltenden lebensmittelrechtlichen Bestimmungen. 



   Beispiel 1 : 1000 g zerkleinertes Fleisch wurden mit einem Gemisch aus 75 mg Nikotinsäure, 100 mg Ascorbinsäure und 1000 mg Glukose bestreut. Nach einer Knetbehandlung wurde die Masse bei Raumtemperatur aufgehoben. Die bald zutage tretende lebhaft rote Fleischfarbe erschien und hatte sich nach zwölfstündigem Aufbewahren nicht geändert. 



   1000 g zerkleinertes Fleisch vom gleichen Fleischstück wurden mit einem Gemisch von 250 mg Nikotinsäure und 600 mg Ascorbinsäure gemäss den Vorschriften der USA-Patentschrift Nr. 2, 491,646 bestreut. Nach dem Kneten wurde die Masse bei Raumtemperatur aufgehoben. Die bald zutage tretende lebhaft rote Fleischfarbe war weniger intensiv als die nach der Erfindung erhaltene und hielt sich lediglich 6 Stunden. 



   Beispiel 2 : 1000 g des gleichen Fleischstücke wurden mit einem Gemisch von 80 mg Nikotin-   säureamid,   100 mg Ascorbinsäure und 9000 mg Glukose bestreut. Das Fleisch nahm in kurzer Zeit die gewünschte lebhaft rote Farbe an, die sich auch unverändert nach   zwölfstündigem   Aufheben zeigte. 



   Bei s pie 1 3 : 3000 g zerkleinertes Fleisch (Hackfleisch bzw. Schabefleisch) wurden in drei gleiche Teile von je 1000 g unterteilt. Ein Teil wurde mit 4 g Glukose, ein zweiter Teil mit einem Gemisch von 120 mg Ascorbinsäure, 80 mg Nikotinsäure und 3800 mg Glukose behandelt, während der dritte Teil unbehandelt blieb. 



   Die drei Teile wurden von Zeit zu Zeit bis zum Einsetzen des Verderbens auf ihre Farbe geprüft. Bei jeder Prüfung zeigte das mit Glukose allein behandelte Fleisch die schlechteste Farbe. Der Teil, der mit dem Präparat gemäss der Erfindung behandelt war, zeigte eine frisch rote Farbe bis kurz vor dem Eintreten des Verderbens. 



   Beispiel 4 : Zwei Teile zerkleinertes Fleisch von je 1000g vom gleichen Stück wurden mit einem Gemisch von 180 mg Ascorbinsäure und 120 mg Nikotinsäure bzw. mit einem Gemisch von 180 mg Ascorbinsäure, 120 mg Nikotinsäure und 3125 mg Glukose behandelt. 



   Eine dritte Portion des zerkleinerten Fleisches vom gleichen Stück blieb unbehandelt. Die Farbe die- 
 EMI2.1 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 des Verderbens. Das Fleisch, dem Ascorbinsäure und Nikotinsäure allein zugesetzt worden waren, behielt die naturliche rote Farbe während einer etwas längeren Zeitdauer ; nachher jedoch änderte sich diese Farbe definitiv in grau. 



   Die mit dem Gemisch von Ascorbinsäure, Nikotinsäure und Glukose behandelte Portion behielt die natürliche rote Fleischfarbe bis wenige Stunden vor dem Einsetzen des Verderbens. 



   Beispiel 5 : Unter für die Haltbarkeit der Fleischfarbe äusserst ungünstigen atmosphärischen Bedingungen wurden 100 g zerkleinertes Fleisch mit einem Gemisch von 246 mg Nikotinsäure, 185 mg Ascorbinsäure und 3210 mg Glukose behandelt. 



   Zu Vergleichszwecken wurden 1000 g zerkleinertes Fleisch vom gleichen Stück ohne Zusatz unter identischen Bedingungen aufgehoben. Nach 24 Stunden war das unbehandelte zerkleinerte Fleisch unverkäuflich geworden infolge der besonders abstossenden grauen Farbe, während das gemäss der Erfindung behandelte Fleisch eine gefällige frische Fleischfarbe aufwies. 



   PATENTANSPRÜCHE   :   
1. Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch, enthaltend Nikotinsäure bzw. deren Derivate, Ascorbinsäure und einen reduzierenden Zucker.

Claims (1)

  1. 2. Präparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des reduzierenden Zuckers gleich der Summe oder grösser als die Summe der Mengen der Nikotinsäure bzw. deren Derivate und der Ascorbinsäure gehalten wird.
    3. Präparat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der Nikotinsäure bzw. deren Derivate und der Ascorbinsäure 1-101o der Menge des reduzierten Zuckers beträgt.
    4. Präparat nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Ascorbinsäure und Nikotinsäure in. etwa molekularem Verhältnis zueinander vorliegen.
    5. Präparat nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es 98% Glukose und 210 Nikotinsäure und Ascorbinsäure enthält.
AT212356A 1955-04-07 1956-04-06 Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch AT223924B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NL223924X 1955-04-07

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT223924B true AT223924B (de) 1962-10-25

Family

ID=19779536

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT212356A AT223924B (de) 1955-04-07 1956-04-06 Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT223924B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2008193A1 (de) Verfahren zur Stabilisierung der Farbe von Fleisch
DE2338614A1 (de) Nahrungsmittelzusaetze
DE2711486C2 (de)
DE1692225C3 (de) Verfahren zum Gefriertrocknen von rohem tierischem Fleisch und Fisch
DE3810361A1 (de) Verfahren zum poekeln von fleisch
AT223924B (de) Präparat zur Erhaltung der Fleischfarbe von Fleischprodukten und Fleisch
DE69414998T2 (de) Inhibition des bakteriellen Wachstums
DE69205150T2 (de) Verfahren zur Behandlung von frischem Fleisch zur Erhöhung seiner Haltbarkeit.
CH348035A (de) Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischwaren
DE2158530C3 (de) Verfahren zur Herstellung einer stabilen Lösung eines Aldonsäurelactons oder Uronsäurelactons
DE1492578C2 (de) Fleisch- und Wurstwarenverarbeitungsmittel
DE1098341B (de) Verfahren zum Spritzpoekeln von Schinken
DE69607007T2 (de) Salamiverfahren
DE3502063A1 (de) Verfahren zum herstellen von rohgepoekeltem fleisch in stueckform
DE2611979A1 (de) Mittel zur behandlung von blaehungen und durchfall bei tieren
DE3630131C2 (de)
DE944528C (de) Verfahren zum Haltbarmachen von tierischen eiweisshaltigen Stoffen, insbesondere vonSeefischen
DE728863C (de) Verfahren zur Verhuetung des Fadenziehens von Bort und Gebaeck
DE936490C (de) Verfahren zur Herstellung eines fluessigen Gluten-Produktes
EP0139844A2 (de) Verfahren zur Verarbeitung von Tierblut und seinen Fraktionen
DE898539C (de) Verfahren zur Konservierung von zur Gewinnung von Mehl und OEl dienendem tierischem Rohmaterial
DE10047515A1 (de) Fleischprodukt für die menschliche Ernährung und Verfahren zum Herstellen eines Fleischproduktes
DE1180611B (de) Verfahren zum Behandeln von Fleisch und Fleischprodukten zur Erhaltung der Fleischfarbe
DE747802C (de) Verfahren zur Herstellung von festen streufaehigen Mitteln zur Haltbarmachung von Gruenfutter
AT99206B (de) Verfahren zur Herstellung eines Frischhaltungsmittels mit zugehörigem Verfahren zur Frischhaltung von Fleisch, Geflügel, Fischen und andern Nahrungsmitteln, wie Eiern, Obst, Gemüse od. dgl.