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Berührungsschutz an Gelenkwellen zur Verhütung von Unfällen, insbesondere an Landmaschinen 'Die Erfindung bezieht sich auf einen Berührungsschutz an Gelenkwellen zur Verhütung von Unfällen, insbesondere an Landmaschinen, der aus einem aus elastischem Material bestehenden hohlen Drehkörper gebildet ist, der einerends am Wellenschutzrohr befestigt ist und mit seinem andern, offenen trichterförmigen Endstück das Kreuzgelenk umfasst. Es ist bekannt, derartige Schutzvorrichtungen in der Nähe der Kreuzgelenke mit trichterförmig gestalteten Endstücken aus elastisch nachgiebigem Material zu versehen. Diese haben den Vorteil, dass sie bei Zufallsbeanspruchungen keine bleibende Formänderung erfahren. Dies gilt vor allen Dingen gegenüber Radialkräften.
Beim Betrieb in der Landwirtschaft kommen aber auch häufig Axial-Beanspruchungen an den Endstücken vor, welche bei den bekannten Schutzvorrichtungen zu einer vorzeitigen Zerstörung der trichterförmigen Endstücke führen. Bei Beanspruchung in axialer Richtung werden diese offenen trichterförmigen Endstücke aber sehr in Mitleidenschaft gezogen, weil sie in dieser Richtung nur unwesentlich nachge- ben können.
Nach der Erfindung wird daher vorgeschlagen, dass das trichter- oder zylinderförmige über das Kreuzgelenk reichende offene Endstück axial nachgiebig mit den Schutzrohren verbunden ist. Die axiale Beweglichkeit der Endstücke ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil beim Wendevorgang die stillstehende Gelenkwelle manchmal im Gelenk bis zu 900 und darüber abgewinkelt wird. Durch die axiale Nachgiebigkeit des Endstückes, welches das Gelenk überdeckt, wird eine Beschädigung desselben in solchen Fällen ausgeschlossen. Ausserdem ist es zum Abschmieren der Kreuzgelenke erforderlich, dass das Endstück axial verschoben wird. Im Interesse eines wirksamen Berührungsschutzes muss das Kreuzgelenk vollständig durch das Endstück überdeckt werden.
Bei der. bekannten Schutzvorrichtungen ist ein Abschmieren der Kreuzgelenke nur möglich, wenn die ganze Schutzvorrichtung abgenommen wird. Weil dies sehr umständlich ist, wird die rechtzeitige Schmierung oft unterlassen, so dass eine vorzeitige Abnutzung und Zerstörung der Gelenke eintritt.
Bei einer besonders einfachen Ausführungsform der Erfindung ist das Endstück an seinem Übergang zur Verbindungsstelle mit dem Schutzrohr, wie an sich bekannt, treppenförmig abgesetzt und in dieser Zone besonders nachgiebig ausgebildet. Hiebei können zur Steigerung der elastischen Nachgiebigkeit radial verlaufende Schlitze in der treppenförmig ausgebildeten Zone vorgesehen sein.
Bei einer andern Ausführungsform der Schutzvorrichtung nach der Erfindung ist die Wandstärke der Übergangszone zwischen dem Endstück und der Verbindungsstelle mit dem Schutzrohr geringer als die Wandstärke der übrigen Teile des Berührungsschutzes. Es liegt auch im Rahmen der Erfindung. eine höhere Elastizität an den treppfenförmigen Absätzen dadurch zu erzielen, dass in den vorderen Teil des Trichters eine Verstärkungsmanschette eingesetzt wird. Ebenso kann die erforderliche Nachgiebigkeit erfindungsgemäss dadurch erzielt werden, dass das Verbindungsstück mit dem Schutzrohr aus einem Werkstoff grösserer Elastizität hergestellt wird.
Schliesslich können auch zweckentsprechend geformte Durchbrüche in dem Teil angebracht sein, welcher die höhere elastische Nachgiebigkeit haben soll.
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In weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens, insbesondere für solche Endstücke, die nicht aus elastisch nachgiebigem Material gefertigt sind, ist das über dem Kreuzgelenk angeordnete trichterförmige Endstück über eine konische Schraubenfeder mit dem Schutzrohr verbunden, die einerends mit dem offenen Ende des Endstückes durchEinschieben in Bohrungen verankert und am andern Ende am Schutzrohr abgestützt ist, wobei sich das im Durchmesser kleinere Ende des trichterförmigen Endstückes durch die Spannung der Feder gegen das ringförmig ausgebildete Ende des Schutzrohres abstützt.
Bei einer andern Ausführungsform ist das trichter- oder zylinderförmige Endstück durch eine Spiralfeder mit dem Ende des Schutzrohres verbunden. Die Spiralfeder ist mit ihrer äusseren Windung unter Vorspannung in eine Ringnut des Endstückes eingesetzt und mit ihrer inneren Windung auf dem SchutzrohrEnde befestigt.
Die Schutzvorrichtung nach der Erfindung hat gegenüber bekannten derartigen Einrichtungen viele Vor teile. Sie ist mit den in der Nähe der Kreuzgelenke abgebrachten trichter- oder zylinderförmigen Endstücken sowohl gegen Radial- als auch gegen Axialkräfte nachgiebig. Auch bei Gelenküberzug im abgekuppelten Zustand kann das Endstück ausweichen, so dass Beschädigungen mit Sicherheit vermieden werden. Ausserdem ist es möglich, das Endstück parallel zur Achswelle zu verschieben, um das An- oder Abkuppeln der Gelenkwelle zu erleichtern oder das Gelenkkreuz abzuschmieren. Weiter ist die Möglichkeit gegeben, das Endstück axial gesehen in verschiedenem Abstand zum Kreuzgelenk festzuhalten.
Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn der Abstand des Gelenkes zur Zapfwelle durch vorgeschaltete Über - last-Kupplungen oder andere Einrichtungen sich verändert. Endlich ist der Herstellungspreis für die Schutzvorrichtung nach der Erfindung trotz all der beschriebenen Vorzüge nicht nennenswert höher als bei bekannten derartigen Einrichtungen.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt.
Fig. l zeigt das Endstück einer Schutzvorrichtung nach der Erfindung in Seitenansicht geschnitten.
Fig. 2 zeigt dieselbe Schutzvorrichtung mit axial verschobenem Endstück, wobei das treppenförmig ausgegebildete Verbindungsstück sich überstülpt hat. Fig. 3 zeigt die Schutzvorrichtung nach Fig. l mit einem überzogenen Kreuzgelenk. Fig. 4 und 5 zeigen das Endstück der Schutzvorrichtung, wobei der treppenförmig ausgebildete Teil mit Durchbrüchen, u. zw. mit Schlitzen versehen ist. Fig. 6 und 7 zegel, veine Schutzvorrichtung nach der Erfindung, bei welcher in das über dem Kreuzgelenk angebrachte trichterförmige Endstück eine kegelige Schraubenfeder eingelegt ist. Fig. 8 zeigt eine Schutzvorrichtung nach der Erfindung, bei welcher das über dem Kreuzgelenk angebrachte Endstück durch eine Spiralfeder mit dem Ende des Schutzrohres verbunden ist.
Alle Ausführungsformen der Schutzvorrichtung nach der Erfindung haben die Eigenschaft, dass ein in der Nähe des Kreuzgelenkes angebrachtes Endstück so mit dem Ende des Schutzrohres verbunden ist, dass das Endstück gegenüber Axialkräften nachgeben kann. Es ist dabei gleichgültig, ob die Kräfte einseitig
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In Fig. 2 ist das Endstück 9 axial verschoben dargestellt, wobei der treppenförmige Teil sich umgestülpt hat und das Endstück in einem andern Axialabstand hält.
In Fig. 3 ist das Kreuzgelenk nach Abnahme der Gelenkwelle überzogen, d. h. in einem übernormal grossen Winkel eingeschlagen. Durch Umstülpen der entsprechenden Übergangszone kann das Endstück 9 auch dieser abnormen Bewegung folgen, ohne dass die Gefahr einer Beschädigung gegeben ist.
Um die Elastizität in dem treppenförmigen Teil zu erhöhen, kann dort der Werkstoff weicher augebildet sein. Er kann aber auch die grössere Nachgiebigkeit dadurch erhalten, dass die Wandstärke in dieser Zone verringert ist. Umgekehrt kann auch der andere Teil, welcher weniger nachgiebig sein soll, durch Einkleben oder Einnieten einer Manschette versteift sein.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 sind in der Übergangszone, welche elastischer sein soll, Durchbrüche 11 in Form von Schlitzen angebracht. Die Durchbrüche 11 können aber auch andere Formen haben.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 und 7 ist in das trichterförmige Endstück 1 eine kegelför- mige Schraubenfeder 3 eingelegt, deren äussere Windung am weiten Ende des Trichters durch Einschieben in Bohrungen 4 verankert ist. Am andern Ende ist die Feder 3 gegen Ansätze 5 abgestützt, die auf dem ringförmigen Ansatz des Schutzrohres 6 befestigt sind. Das trichterförmige Endstück 1 ist an diesem Ende nach innen eingezogen, so dass es sich mit seinem Rand 7 unter der Spannung der Feder 3 gegen das Ende des Schutzrohres 6 anlegt. Wie Fig. 7 zeigt, kann das Endstück 1 beliebig axial verschoben werden. Eben so kann es aber auch bei einseitigen Kräften seitlich ausweichen.
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