AT219002B - Verfahren zur Veredlung, insbesondere zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von cellulosehaltigem Textilgut - Google Patents

Verfahren zur Veredlung, insbesondere zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von cellulosehaltigem Textilgut

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AT219002B AT281460A AT281460A AT219002B AT 219002 B AT219002 B AT 219002B AT 281460 A AT281460 A AT 281460A AT 281460 A AT281460 A AT 281460A AT 219002 B AT219002 B AT 219002B
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cellulose
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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Veredlung, insbesondere zur Verbesserung der mechanischen Eigen- schaften von cellulosehaltigem Textilgut 
Es ist bereits ein Verfahren zur Veredelung von cellulosehaltigem Textilgut mit Hilfe ionisierender
Strahlen, insbesondere Gamma- oder Röntgenstrahlen, vorgeschlagen worden, gemäss welchem das Textil- gut während oder nach der Bestrahlung zum Zwecke einer Vernetzung bzw. einer vernetzenden Brücken- bildung zwischen den C-Atomen der Molekülketten einer Erwärmung unterworfen wird, wobei das Textil- gut gegebenenfalls vor der Bestrahlung einer die Vernetzung begünstigenden chemischen Behandlung unterworfen wird. Die Bestrahlung des Textilmaterials kann in Gegenwart von Luft oder in Abwesenheit von Luft, z. B. im Vakuum oder in einem inerten Gas, erfolgen.

   Besonders günstige Voraussetzungen für die Vernetzung und einen möglichst geringen Abbau der Cellulose bestehen, wenn das zu bestrahlende cellulosehaltige Textilgut einen erhöhten Feuchtigkeitsgehalt aufweist. 



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass sich eine solche Vernetzung auch ohne gleichzeitige oder nachfolgende Erwärmung des Textilgutes erzielen lässt, wenn die Bestrahlung des letzteren in Ab- wesenheit eines wesentlichen Gehaltes an Sauerstoff, insbesondere Luftsauerstoffbzw. Luft, d. h. im Vakuum oder in einem inerten Gas, wie zum Beispiel Stickstoff, erfolgt. Es wird angenommen, dass sich im Gegen- satz zur Bestrahlung in Gegenwart von Luft bei der Bestrahlung im Vakuum oder in einem inerten
Gas im bestrahlten Material mangels genügendem Sauerstoff keine Hydroperoxydgruppen bilden, die erst in Radikale umgewandelt werden müssen, sondern dass sich direkt Radikale bilden, die sofort mitein- ander reagieren und die Vernetzung bewirken.

   Aus diesem Grunde ergibt sich verfahrenstechnisch ein grosser Vorteil, indem sich eine den Vorgang der Vernetzung unterstützende Wärmebehandlung erübrigt und das Verfahren bei Zimmertemperatur ausgeübt werden kann. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich auf Textilgut aller Art, insbesondere Flächengebilden, anwenden. Es kommen in erster Linie Gewebe, Gewirke oder Faservliese aus nativer Cellulose wie Baumwolle oder aus regenerierter Cellulose oder solche Flächengebilde, enthaltend Fasern aus natürlicher und regenerierter Cellulose in Betracht. Das Verfahren lässt sich aber auch auf Textilgarne, -fäden oder - zwirne anwenden. 



   Als ionisierende Strahlung kommt in erster Linie eine Gamma- oder Röntgenstrahlung in Betracht ; der erfindungsgemässe Effekt lässt sich aber auch mit Hilfe von Beta-Strahlen erzielen. Als Strahlungsquelle für die Gamma-Strahlung können z. B. C060, CS137 oder Spaltpunkte von U235 dienen. 



   Das Textilgut kann dabei z. B. Totaldosen zwischen 103 und 107 rad empfangen. Die Dauer der Bestrahlung kann zwischen wenigen Sekunden und mehreren Stunden betragen. 



   Das Textilmaterial kann ferner vor der Bestrahlung mit einem chemischen Mittel behandelt werden, welches eine topochemische Veränderung des ersteren hervorruft. Wird das so veränderte Textilmaterial der Bestrahlung unterworfen, so bilden sich wesentlich mehr aktive Gruppen als bei der Bestrahlung des nicht topochemisch behandelten Textilmaterials. Es kann z. B. das Textilmaterial einer rein chemischen Reaktion mit Acryl, Methyaryl-,   Crotonyl- oder Zimmtsäure   oder Allylderivaten unterworfen werden, wobei entsprechende Ester, Äther oder Acetale gebildet werden. Ferner lassen sich durch Behandlung des cellulosehaltigen Textilmaterials mit ungesättigten Verbindungen, wie z. B. Acrylnitril in Gegenwart von Alkalien Seitengruppen in die Celluloseketten einführen, die sich durch die Bestrahlung leicht aktivieren lassen.

   Im weiteren kann das Textilmaterial mit   Äthyleniminoverbindungen   imprägniert und mit diesen durch Erhitzen auf über   1000 C   in Gegenwart eines sauren Katalysators zur Reaktion gebracht werden. Schliesslich lässt sich das cellulosehaltige Textilmaterial auch durch Behandlung mittels aromatischer Halogenverbindungen, welche in o-, m- oder p-Stellung zum Halogen einen aliphatischen Substituenten, insbesondere Isopropylgruppen trägt, topochemich umwandeln. Solche Verbindungen sind z. B. o-, m-, p-Carbonsäuren bzw. Phenole bzw. Alkohole oder deren Derivate. 



   Das cellulosehaltige Textilmaterial kann ausserdem zum Schutze gegen zu weitgehenden Abbau durch die Bestrahlung mit vor Strahlen schützenden chemischen Mitteln behandelt werden, wobei gegebenenfalls eine chemische Bindung der letzteren mit der Cellulose eintritt. Als solche chemischen Mittel eignen sich z. B. Cystin, Cystein, Phenole wie Pyrogallol, ferner Methansulfonylchlorid. Das mit dem vor Strahlen schützenden Mittel behandelte Textilmaterial kann einer wesentlich höheren Strahlungsdosis ausgesetzt 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 werden als das unbehandelte Material und es lassen sich deshalb bei der Bestrahlung wesentlich mehr aktive Stellen bilden. 



   Die Erfindung ist an Hand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele näher erläutert :
Beispiel 1 : Ein Baumwollpopelingewebe, welches eine Feuchtigkeit zwischen 20 und 30% aufweist, 'wird im Vakuum bei Zimmertemperatur der Einwirkung einer Gammastrahlung unterworfen, wobei eine Gesamtdosis von   5,     5 X 105   rad eingestrahlt wird. Das so behandelte Gewebe ist unlöslich, aber noch quellbar in einer üblichen Kupferoxydammoniaklösung.

   Es weist gegenüber dem Ausgangsmaterial wesentlich veränderte Eigenschaften auf : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Ausgangs-Bestrahltes
<tb> material <SEP> Material
<tb> Knitterwinkel <SEP> in <SEP> Kette <SEP> und <SEP> Schuss <SEP> in <SEP>  ... <SEP> 40/50 <SEP> 100/105
<tb> Reissfestigkeit'...'.. <SEP> "............ <SEP> ".... <SEP> 17, <SEP> 6 <SEP> i <SEP> 19, <SEP> 2 <SEP> 
<tb> Scheuerfestigkeit <SEP> in <SEP> Touren <SEP> 17 <SEP> 200 <SEP> I <SEP> 27 <SEP> 700
<tb> 
 \ Die Reissfestigkeit wurde in der Schussrichtung an Streifen von 2, 5 cm Breite mit einem   PendelapparaL   geprüft. Die Scheuerfestigkeit wurde mit einem Prüfapparat enthaltend eine Scheibe, welche mit einem standardisierten Wolltuch bedeckt ist und welche auf der Gewebefläche rotiert, durchgeführt. 



   Beispiel 2 : Ein wie in Beispiel l beschriebenes Gewebe wird bei Zimmertemperatur in einer Stick-   stoffatmosphäre   der Einwirkung einer Gammastrahlung unterworfen, wobei eine Gesamtdosis von   3, 3 X 105 rad   eingestrahlt wird. Das so behandelte Gewebe ist unlöslich, aber noch quellbar in einer üb- lichen Kupferoxydammoniaklösung und weist gegenüber dem Ausgangsmaterial wesentlich veränderte 
Eigenschaften auf : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Ausgangs-Bestrahltes
<tb> material <SEP> Material <SEP> 
<tb> '
<tb> Knitterwinkel <SEP> in <SEP> Kette <SEP> und <SEP> Schuss <SEP> in'... <SEP> 45/50 <SEP> 95/105 <SEP> 
<tb> Reisswert............................... <SEP> 16, <SEP> 8 <SEP> 20, <SEP> 5 <SEP> 
<tb> Scheuerfestigkeit <SEP> in <SEP> Touren.... <SEP> 17800 <SEP> 32400
<tb> 
 
Beispiel   3 :

   Bin Imitatpopeline-Gwebe,   welches eine Feuchtigkeit von 40% aufweist, wird in einem Vakuum von 100 mm Hg bei Zimmertemperatur der Einwirkung einer Gamma-Strahlung unterworfen, wobei eine Gesamtdosis von 1, 1 X 105 rad eingestrahlt wird. Das so behandelte Gewebe ist unlöslich, aber noch quellbar in einer üblichen Kupferoxydammoniaklösung. Es weist gegenüber dem Ausgangsmaterial wesentlich veränderte Eigenschaften auf : 
 EMI2.3 
 
<tb> 
<tb> t
<tb> Ausgangs-Bestrahltes
<tb> material <SEP> Material
<tb> Knitterwinkel <SEP> in <SEP> Kette <SEP> und <SEP> Schuss <SEP> in <SEP> 0,, <SEP> 40/45 <SEP> 110/115
<tb> Reissfestigkeit <SEP> in <SEP> Kette <SEP> und <SEP> Schuss <SEP> 18, <SEP> 5/13, <SEP> 6 <SEP> 18, <SEP> 9/14, <SEP> 1 <SEP> 
<tb> Scheuerfestigkeit <SEP> in <SEP> Touren <SEP> 13 <SEP> 200 <SEP> 38 <SEP> 500 <SEP> 
<tb> i
<tb> 
 
 EMI2.4 
 :1.

   Verfahren zur Veredelung, insbesondere zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von cellulosehaltigem Textilgut durch Vernetzung bzw. vernetzende Brückenbildung zwischen den C-Atomen der Molekülketten mit Hilfe ionisierender Strahlen, insbesondere Gammastrahlen, dadurch gekennzeichnet, dass das Textilgut ohne gleichzeitige oder nachfolgende Erwärmung in Abwesenheit eines wesentlichen Gehaltes an Sauerstoff. insbesondere Luftsauerstoff bzw. Luft, vorzugsweise bei Zimmertemperatur, der Bestrahlung unterworfen wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung des Textilgutes im Vakuum erfolgt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung des Textilgutes in einem inerten Gas, z. B. Stickstoff, erfolgt. <Desc/Clms Page number 3>
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass topochemisch verändertes, insbesondere mit einer aromatischen Verbindung, welche in o-, m- oder p-Stellung zur Verbindungsstelle mit der Cellulosekette einen aliphatischen Substituenten mit sekundären C-Atomen, trägt, z. B. p-Isopropylbenzolchlorid, behandeltes, cellulosehaltiges Textilgut der Bestrahlung unterworfen wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zu behandelnde Textilmaterial mindestens 20%, vorzugsweise 30-40%, Feuchtigkeit aufweist.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Textilmaterial der Einwirkung einer Strahlungsquelle während einer Dauer zwischen wenigen Sekunden und mehreren Stunden unterworfen wird, wobei eine Totaldosis zwischen 103 und 107 rad eingestrahlt wird.
AT281460A 1960-03-18 1960-04-13 Verfahren zur Veredlung, insbesondere zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von cellulosehaltigem Textilgut AT219002B (de)

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