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Patrone
Die Erfindung betrifft eine Patrone, die aus einer Hülse und einer darin festgewürgten Kugel besteht und zum Abfeuern eines auf das Laufende einer Feuerwaffe aufgesteckten Geschosses dient, mit der sie abgeschossen wird.
Es sind Anordnungen bekannt, wodurch es möglich ist, das Abfeuern oder Lancieren von auf das Laufende einer Feuerwaffe aufgesteckten Geschossen, sowie Gewehrgranaten, von den ballistischen Eigenschaften der Feuerwaffe unabhängig zu machen. Zu diesem Zweck wurde vorgeschlagen, das Geschoss mit seiner eigenen Propulsionsladung und zusätzlich mit einer Vorrichtung auszustatten, welche verhindert, dass die beim Entzünden dieser Ladung ausgelösten Verbrennungsgase bis in die Armierungsanordnung der erwähnten Feuerwaffe vordringen. Dazu braucht man ein Mittel zum Entzünden der erwähnten Propulsionsladung.
Damit ein solches Mittel brauchbar sei, muss es verschiedenen gebieterischen Bedingungen genügen, wovon die wichtigsten sind : a) Es soll die Feuerwaffe für diese Benutzungsweise in der üblichen Weise verwendbar sein ; b) das zum Abfeuern benutzte Mittel soll weder die normale Betätigungsweise noch das Verhalten der Waffe in irgendwelcher Weise beeinflussen ; c) das zu benutzende Mittel soll dem Schlagmechanismus der Feuerwaffe vollkommen angepasst sein.
Zweck der Erfindung ist ein solches Mittel zu schaffen, welches nicht nur allen obengenannten Bedingungen genügt, sondern ausserdem in der Gestaltung möglichst einfach und vollkommen sicher ist.
Um dies zu erreichen, weist bei einer Patrone der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäss die Kugel einen zylindrischen, sie gänzlich durchsetzenden, in der Längsachse verlaufenden Kanal auf, der in an sich bekannter Weise mit einer Zündpulverladung gefüllt ist und auf beiden Seiten in Bohrungen mündet, von denen jede mit einem in ihnen festgehaltenen Abschlussplättchen aus leicht zerreissbarem Material versehen ist.
Diese in der üblichen Weise in der Hülse festgewürgte Kugel bleibt mit dieser verbunden, da sie beim Abfeuern nur geringen Längskräften ausgesetzt wird. Die übliche Sprengkapsel dient dazu, die in der Achsialbohrung der Kugel angeordnete Pulverladung zu entzünden, die selbst die Aufgabe hat, das Zündrelais anzuzünden, welches am hinteren Ende der Antriebsanordnung sitzt, die an den auf das Laufende der Feuerwaffe aufgesteckten Geschossen befestigt ist.
Die Hülse ist vorzugsweise aus Messing und die Kugel aus Aluminium hergestellt, während die aus diesen beiden Teilen zusammengesetzte Patrone hinsichtlich ihrer äusseren Gestaltung dieselbe Form und Ausmasse wie eine normale Patrone aufweist.
Daraus ergibt sich, dass die Behandlung, insbesondere das Einsetzen dieser Patrone in das Lager der Feuerwaffe, von der der üblichen Patronen sich in keiner Weise unterscheidet, so dass ihre Anwendung für den Benutzer überhaupt keine Beschwerden noch besondere Anstrengungen mit sich bringt. Ausserdem kann die Feuerwaffe wahlweise mit oder ohne Patronenlager benutzt werden, und nachdem das zuvor auf das Laufende der Waffe aufgesteckte Geschoss abgefeuert ist, kann das normale Feuern vorgenommen bzw. wiederaufgenommen werden. Ebenso kann das normale Feuern zu jeder Zeit zwecks Abschiessen oder Werfen von besonderen Geschossen, sowie mit Stabilisierungsflossen ausgestatteten Gewehrgranaten, unterbro-
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chen werden.
Dazu braucht der Benutzer der Waffe nur über solche besondere Geschosse sowie über die besonderen Patronen gemäss der Erfindung verfügen zu können. Es ist klar, dass bei Benutzung dieser Mittel verkehrte Behandlung fast ausgeschlossen ist und dass das Abfeuern mittels solcher Spezialpatronen keine besonderen Kenntnisse noch besondere Übung erfordert.
Dieser Spezialpatrone kann man selbstverständlich Patronen jeder bekannten Art und Gattung angleichen, welche bei zum Abschiessen oder Werfen von Spezialgeschossen verwendbaren Feuerwaffen üblicher- weise Verwendung finden.
In diesem Sinne soll die nun folgende, mehr in Einzelheiten gehende Beschreibung einer bestimmten Ausführungsform lediglich als ein die Tragweite des Erfindungsgedankens keineswegs einschrankendes Beispiel betrachtet werden, wobei auf die beigefügten. Zeichnungen Bezug genommen wird ; es zeigen : Fig. 1 eine erfindungsmässige Spezialpatrone in Vorderansicht ; Fig. 2 einen Schnitt gemäss der Linie. II-nin Fig. 1 ; Fig. 3 die Hülse und die Kugel einzeln in zersprengter Darstellung, Fig. 4 den oberen Teil der Patrone teilweise im Radialschnitt ; Fig. 5 den oberen Teil A der Kugel in vergrössertem. Massstab.
In der dargestellten Ausführung erkennt man die vollkommen normal ausgebildete Hülse 1 und die spezial ausgebildete Kugel 2.
Letztere unterscheidet sich dadurch, dass sie einen gemäss der Längsachse verlaufenden Kanal 3 aufweist, der auf beiden Seiten in eine im Kugelende angeordnete Bohrung 4 bzw. 5 ausmündet. Dieser Ka- nal 3 istmit einer Ladung Zündpulver 6. z. B. mit schwarzem Pulver ausgefüllt. Diese Pulverladung ist auf beiden Seiten mittels aus leicht zerreissbarem Material, z. B. aus Papier hergestellten Abschlussplättchen 6-8 abgeschlossen, die je durch einen im Kugelende 11 bzw. 12 festgewürgten Ring 9 bzw. 10 an Ort und Stelle gehalten werden.
Auf der Aussenseite hat die Kugel die übliche Ringnut 13, worin zur Befestigung der Hülse 1 deren oberer Rand 14 eingefalzt wird. Es soll insbesondere bemerkt werden, dass der Innendurchmesser D der Ringe 9 und 10 unbedingt dem Durchmesser d des die Pulverladung 6-enthaltenden Kanals 3 gleich oder grö- sser sein muss, damit kein Hindernis den Flammen im Wege steht, die beim Entzünden der Sprengkapsel in der Hülse 1 bzw. der Ladung 6 in der Kugel, sich nach aussen Bahn brechen.
Selbstverständlich kann man auch beliebige andere Anordnungen in Anwendung bringen, die es ermöglichen, im Patronenlager der Feuerwaffe eine Flamme zu erzeugen, die bis an die Pulverladung bzw. das Zündrelais der am Spezialgeschoss angesetzten Propulsionsvorrichtung vorzudringen imstande ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Patrone, die aus einer Hülse und einer darin festgewürgten Kugel besteht und zum Abfeuern eines auf das Laufende einer Feuerwaffe aufgesteckten Geschosses dient, mit der sie abgeschossen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel (2) einen zylindrischen, sie gänzlich durchsetzenden, in der Längsachse verlaufenden Kanal (3) aufweist, der in an sich bekannterweise mit einer Zündpulverladung (6) gefüllt ist und auf beiden Seiten in Bohrungen (4,5) mündet, von denen jede mit einem in ihnen festgehaltenen Abschlussplättchen (7,8) aus leicht zerreissbarem Material versehen ist.