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Verfahren zur Herstellung von Präparaten zur Behandlung von Störungen der Pankreasfunktion
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Präparaten zur Behandlung von Störungen der Pankreasfunktion, welches darin besteht, dass man aus Foeten von serologisch untersuchten und gesund befundenen, trächtigen Muttertieren oder aus geborenen Jungtieren entweder zur Behandlung
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(Pankreas)lung von Hypoglykämie die a-Zellen des Inselapparates oder in beiden Fällen ZellkomplexederBauch- speicheldrüse gewinnt.
Die Gewinnung der Zellen oder Zellkomplexe geht dadurch vor sich, dass man die Bauchspeicheldrüse operativ unter aseptischen Bedingungen freilegt, sie mechanisch zerkleinert-und darin das Bindegewebe entfernt, so dass die beiden wirksamen Zellarten voneinander getrennt werden können. Der Abbau des Bindegewebes geschieht am besten durch enzymatische Behandlung und die Trennung der Zellarten erfolgt durch Sieben, Zentrifugieren oder auf elektrischem Wege.
Die Vorbehandlung der Spendertiere vollzieht sich in an sich bekannter Weise. Die Tiere werden unter strengem Abschluss von der Aussenwelt unter Aufsicht von Tierärzten gehalten und fortlaufend serologisch auf die Abwesenheit von Bakterien und für den menschlichen Organismus schädlichen Viren untersucht. Tiere, welche diesen Bedingungen nicht entsprechen, werden aus der Herde entfernt. Die Entnahme der für die Herstellung der Präparate erforderlichen Organe und ihre Weiterverarbeitung erfolgt in Operationssälen unter den üblichen Kautelen in aseptischer Weise. Es ist also für die Aufrechterhaltung der Sterilität während des ganzen Herstellungsverfahrens gesorgt.
Vorteilhaft lässt man den tierischen Foetus so lange entwickeln, bis das Muttertier nahe vor dem Werfen steht und entnimmt erst dann die B-Zellen bzw. a-Zellendeslnse1apparates des foetalen Pankreas.
Es ist bekannt, dass man die Erscheinungen des Diabetes mellitus dadurch bekämpfen kann, dass man dem Patienten laufend Insulin zuführt. Dadurch wird aber die Krankheit nicht geheilt, sondern es werden nur vorübergehend ihre Auswirkungen beseitigt. Wenn die Behandlung aufhört, treten die Krankheitser- scheinungen sofort wieder auf.
Das vorliegende Verfahren geht von der Erkenntnis aus, dass die Krankheit nur dann bezwungen werden kann, wenn es gelingt, die Inselzellen zu regenerieren oder zu ersetzen.
Zur Erreichung dieses Zieles sucht man erfindungsgemäss aus Foeten von belegten Spendertieren oder aus Jungtieren zur Behandlung von Diabetes mellitus die B-Zellen und zur Behandlung von Hypoglykämie die a-Zellen des Inselapparates der Bauchspeicheldrüse zu gewinnen, um sie frisch oder konserviert zu 'injizieren.
Es wurde gefunden, dass die ss-Zellen des foetalen Pankreas normalerweise von stärkerer Wirkung sind als die a-Zellen. Man hat mehreren Diabetikern Zellkomplexe des foetalen Pankreas mit dem Ergebnis eingespritzt, dass die Funktion des Pankreas des Patienten vollkommen wieder hergestellt wurde. Die Patienten wurden während eines Jahres kontrolliert. Während dieser Zeit waren sie in bester Gesundheit und Insulinbehandlung wurde nicht notwendig, obschon im allgemeinen jedem Patienten nur eine einzige Pankreaszellen-Injektion gegeben wurde.
Eine vollkommene Trennung der ss-von den a-Zellen ist nicht immer notwendig. Es kann eine Anreicherung an B- bzw. a-Zellen im dem Patienten einzuspritzenden Zellkomplex genügen (bei Diabetes
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B. 60% B-ZellenB-Zellen).
Beispiel 1: (Foetale Inselzellen und Trennung der Zellarten)
Ein befruchtungsfähiges, serologisch voruntersuchtes und gesundes Mutterschaf wird gedeckt und man lässt den Foetus sich bis kurz vor dem Ende der Trächtigkeitsdauer normal entwickeln. In diesem Zeitpunkt wird der Foetus dem Muttertier durch Kaiserschnitt entnommen und hierauf der foetale Pankreas raschmöglichst unter aseptischen Bedingungen aus dem Foetus entfernt. Nachher wird das Bindegewebe des Pankreas tryptisch verdaut und werden durch Zentrifugieren die B-Zellen von den a-Zellen getrennt, alles unter sterilen Bedingungen. Die separierten ss-bzw. a-Zellen werden dann in Ringerlösung aufgeschwemmt und je nach der Art der Erkrankung des Patienten entweder die ss-oder die a-Zellen dem Patienten zugeführt.
Beispiel 2 : (Konservierte Inselzellen)
Anstatt die im Beispiel 1 gewonnenen frischen separierten 8-bzw. CL-Zellen aufzuschwemmen und zu injizieren, werden sie unter aseptischen Bedingungen durch Gefriertrocknung konserviert und in Va- kuum-Ampullen eingeschmolzen und aufbewahrt. Später, z. B. nach mehreren Monaten, werden die konservierten B-bzw. a-Zellen in Kochsalzlösung aufgeschwemmt. Die Aufschwemmung kann dann dem
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Die Trockenzellen könnenBeispiel 3 : (Inselzellen vom Jungtier)
Ein junges voruntersuchtes und gesundes Schwein wird geschlachtet und hierauf dem Tier der Pankreas unter aseptischen Bedingungen entnommen. Dann werden die Pankreaszellen unter sterilen Bedingungen durch tryptische Verdauung freigelegt. Nach unter sterilen Bedingungen erfolgter Entfernung der verdauten Zellen werden die zurückbleibenden a-und ss-Zellen unter sterilen Bedingungen soweit wie möglich voneinander getrennt und die separierten ss-bzw. a-Zellen oder der an B-bzw. a-Zellen angereicherte Zellkomplex in physiologischer Kochsalzlösung oder Ringerlösung aufgeschwemmt und dem Patienten zugeführt.
Als Spendertiere können auch andere, als die bereits genannten verwendet werden, so z. B. auch Ziegen oder Omnivoren der verschiedensten Art.
Die Wirksamkeit der a-bzw. ss-Zellen der Bauchspeicheldrüse lässt sich dadurch erhöhen, dass man . das gesund befundene Spendertier vor der Entnahme der Zellen zuckerkrank macht. Beispielsweise kann es zweckmässig sein, ein zu belegendes weibliches Tier vor dem Belegen zuckerkrank zu machen.
Diabetes mellitus kann man beispielsweise mit Hilfe von Anoxan oder durch Zuführung von a-Zellen oder durch Zuckerstich herbeiführen und Hypoglykämie z. B. durch Zuführung von ss-ZellenoderSynihalin.
Vorteilhaft lässt man den tierischen Foetus so lange entwickeln, bis das Muttertier nahe vor dem Werfen steht und entnimmt erst dann die B-Zellen bzw. a-Zellen des Inselapparates des foetalen Pankreas. Das denFoeten oder Jungtieren entnommene Gewebekann nach der Art der Zellulartherapie in physiologischer Kochsalzlösung oder Ringerlösung aufgeschwemmt und die erhaltene Aufschlämmung verwendet werden.
Wenn man ein Muttertier zuckerkrank macht, kann man dem Foeten dieses zuckerkranken Tieres die Bauchspeicheldrüse mit ihren dadurch aktivierten -Zellen bzw. a-Zellen, die durch ihre vermehrte Arbeit sowohl für. das Muttertier als auch für den Foeten in Überfunktion sind, entnehmen und nach Art der Zellulartherapie zur Behandlung des zuckerkranken Patienten benutzen.
Beispiel 4 : (Aktivierte foetale Zellen und Trennung der Zellarten)
Zur Gewinnung von Wirkstoffen gegen Diabetes mellitus wird ein serologisch voruntersuchtes und ge-
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zuckerkrank gemacht. Trägt es, so haben die B-Zellen des Inselapparates der Bauchspeicheldrüse des Foeten, die antidiabetisch wirken, nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für die kranke Mutter zu sorgen und hypertrophieren.
Eine solche foetale Bauchspeicheldrüse mit aktivierten ss-Zellen wird nun dem Foeten operativ entnommen und nur so lange tryptisch verdaut, bis das Bindegewebe aufgelockert ist und die Zellen noch unbeschädigt in der Lösung frei schwimmen. Dann werden die Zellen abgefangen und kommen in Ringerlösung. Die Flüssigkeit wird zentrifugiert und dann auf 00C abgekühlt. Der gefrorene Inhalt der Behälter wird in Segmente zerlegt und das Segment mit den meisten B-Zellen aufgetaut und die Flüssigkeit eingespritzt. Bei der ganzen Prozedur wird eine strikte Aseptik gewahrt. Durch Injektion eines derartigen Präparates lassen sich gute Erfolge bei der Behandlung von Diabetes mellitus erzielen.
Zur Gewinnung von Wirkstoffen gegen Hypoglykämie geht man im vorliegenden Beispiel 4 so vor, dass man das Muttertier z. B. durch Einspritzen von ss-Zellen oder Synthalin hypoglykämisch macht.
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Dann hypertrophieren die -Zellen des foetalen Pankreas und die so aktivierten a-Zellen werden auf die oben für ss-Zellen beschriebene Weise gewonnen und dem Patienten eingespritzt.
Eine vollkommene Trennung der 0-von den a-Zellen ist nicht immer notwendig. Es kann eine An-
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bzw. o : -Zelleno : -Zellen von den übrigen Pankreaszellen nicht immer nötig und es kann der gesamte foetale PankreasZellkomplex, eventuell nach Verdauung des Bindegewebes, dem Patienten zugeführt werden.
Beispiel 5 : (Aktivierte foetale Inselzellen ohne Trennung der Zellarten)
Ein befruchtungsfähiges, serologisch voruntersuchtes und gesundes Mutterschaf wird durch Zuckerstich, Alloxan oder durch Injektion von a-Zellen zuckerkrank oder durch Injektion von B-Zellen oder Synthalin hypoglykämisch gemacht. Dann wird es gedeckt und man lässt den Foetus sich bis kurz vor dem Ende der Trächtigkeitsdauer normal entwickeln. In diesem Zeitpunkt wird der Foetus dem Muttertier durch Kaiserschnitt entnommen und hierauf der foetale Pankreas mit seinen aktivierten 8- bzw. o : -Zellen unter aseptischen Bedingungen, vorteilhafterweise sofort, aus dem Foetus entfernt. Hierauf wird dieser Pankreas unter sterilen Bedingungen zerkleinert und in Ringerlösung aufgeschwemmt.
Diese Aufschwemmung wird dem an Diabetes mellitus bzw. an Hypoglykämie leidenden Patienten verabfolgt, u. zw. vorteilhafterweise innerhalb 30-40 Minuten seit der Entnahme des Pankreas aus dem Foetus. Eine einzige Injektion
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gung der normalen Funktion des Pankreas des Patienten genügen.
Im vorstehenden sind verschiedene mit einem Eingriff verbundene Massnahmen zur Erzeugung der Zuckerkrankheit an einem Muttertier erwähnt worden. Es soll aber noch bemerkt werden, dass man die Zuckerkrankheit im Muttertier auch noch auf anderem Wege, nämlich durch alimentäre Massnahmen, hervorrufen kann.