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Probenehmer zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus
Erdformationen
Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen für die Entnahme von Proben, insbesondere von Flüssigkeitsproben aus einem zu untersuchenden Körper. Die Erfindung ist für viele Verwendungszwecke geeignet, besitzt aber ihre besonderen Vorzüge in Verbindung mit Vorrichtungen spezieller Art, die zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus Erdformationen dienen.
Der Flüssigkeitsprobenehmer der vorstehend erwähnten speziellen Art weist einen Träger auf, der in dasin die Erde gebohrte Bohrloch hinabgesenkt und auf die Höhe der jeweils zu untersuchenden Formation gebracht wird. An dem Träger sind Dichtungs- und Gegenhaltschuhe angebracht, die durch Treiborgane an die Seitenwand des Bohrlochs angedrückt werden. Auf diese Weise wird jener Teil der Formation, der unter denDichtungsschuh zu liegen kommt, gegen die normal das Bohrloch anfüllende Spülung abgedichtet und die Flüssigkeit aus der Formation kann über eine Eintrittsöffnung in dem Dichtungsschuh zu einer Probeaufnahmekammer innerhalb des Trägers hinströmen.
Nachdem eine gewünschte Flüssigkeitsmenge aufgenommen ist, wird diese Kammer verschlossen und nach erfolgter Zurückziehung der Schuhe das Gerät aus dem Bohrloch herausgezogen, so dass die Probe gemessen und analysiert werden kann.
Vorrichtungen der vorerwähnten Art haben sich für die Entnahme von Flüssigkeitsproben aus Erdformationen in vielen Fällen sehr bewährt. Indessen stellen unter ganz normalen Bohrlochbedingungen die entnommener Flüssigkeiten sehr häufig eine Mischung der von Natur aus vorhandenen Flüssigkeiten und derjenigen, die von der Bohrlochspülung her in die Formation eingedrungen ist, dar, so dass die entnommene Probe nicht die von Natur aus vorhandene Flüssigkeit wiederspiegelt.
Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur. Aufgabe gestellt, genaue Aufschlüsse über die in der Formation von Natur aus vorhandene Flüssigkeit zu gewinnen. Sie zielt darauf ab, mehrere abgesonderte Flüssigkeitsmengen entnehmen zu können, von denen jede einzelne das Untersuchungsmedium in besonderer Weise charakterisiert. Es soll die entnommene Probe in zwei oder mehrere voneinander getrennte Mengen unterteilt werden.
Die vorliegende Erfindung hat des weiteren eine neue und verbesserte Probeentnahmevorrichtung für die Benutzung in einem eine Bohrlochspülung enthaltenden Bohrloch zum Gegenstand, um eine Mehrzahl von gesonderten Proben aus der zu untersuchenden Formation zu gewinnen, wobei die zuletzt aufgenommene Flüssigkeitsmenge die von Natur aus vorhandenen Flüssigkeiten genauer wiederspiegelt als die vorher aufgenommenen Mengen, die mehr von aussen eingedrungene Flüssigkeiten enthalten.
Ein Flüssigkeitsprobenehmer mit einem in das Bohrloch abzusenkenden Träger und mit einer Probeaufnahmekammer (Zylinder), die eine Eintrittsöffnung besitzt, zu der hin eine Verbindung mit der Flüssigkeit in den Formationen hergestellt ist, einem in der Kammer beweglichen Kolben, der mit Dichtungen versehen ist und dessen eine Kolbenseite dem Druck der durch die Eintrittsöffnung eintretenden Formationsflüssigkeit und dessen andere Kolbenseite einem niedrigeren Druck als dem der Formationsflüssigkeit ausgesetzt ist, ist erfindungsgemäss im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zumindest einen zweiten Kolben besitzt, der zwischen der Eintrittsöffnung und dem ersten Kolben angeordnet ist, wobe-dieser zweite Kolben einen mit in Anfangsstellung offenem Ventil versehenen Durchgang für die Herstellung einer Flüssigkeitsverbindung aufweist,
und dass das untere Ende des Ventils durch ein biegsames Zugmittel, z. B. Draht, mit dem unmittelbar darunter angeordneten Kolben, bei bloss zwei Kolben mit
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dem ersten Kolben, verbunden ist, der durch die eindringende Probeflüssigkeit verdrängt wird und dabei das eine vorbestimmte Länge aufweisende Zugmittel spannt, welches nach Zurücklegen eines der Länge des Zugmittels entsprechenden Hubes des Kolbens das Ventil schliesst, wodurch eine bestimmte Menge der eingeströmten Flüssigkeit zwischen den beiden benachbarten Kolben eingeschlossen wird.
Die Erfindung betrifft ferner Einzelheiten an einem solchen Probenehmer.
Weitere Besonderheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Figurenerläuterung hervor. Fig. 1 isteine schaubildliche Darstellung eines Probenehmers gemäss der Erfindung, der in ein Tiefbohrlochhin- abgesenkt ist. Fig. 2 ist ein Schnitt entsprechend der Schnittline 2 - 2 der Fig. 1 in vergrössertem Mass- stab. Die Fig. 3, 4 und 5 sind vereinfachte Schemata der Arbeitsweise des Probenehmers gemäss den Fig. 1 und 2. Fig. 6 ist die schematische Darstellung einer andern Ausführungsform der Erfindung.
In Fig. 1 ist die Vorrichtung gemäss der Erfindung in einem Bohrloch 10 gezeigt, das Erdformationen
11,12 und 13 durchteuft und eine Bohrlochspülung 14 auf Wasser- oder Ölbasis enthält. Aus der Formation
12 soll eine FI : issigkeitsprobe entnommen werden, wozu die Vorrichtung in das Bohrloch 10 so abgesenkt ist, dass in einem Mittelabschnitt ein normal zurückgezogener Dichtungsschuh 15 und ein gegenüberlie- gend angeordneter, ebenfalls normal zurückgezogener, Gegenhaltschuh 16 an die Formation12 zur An- lage gebracht werden können.
Die Vorrichtung besitzt weiterhin einen oberen und einen unteren druckfesten Gehäuseabschnitt 17 und
18, die durch Seitenschienen 19 und 20 in Distanz gehalten werden und dadurch miteinander verbunden sind. Nicht gezeigte hydraulische Treiborgane sind zwischen den Seitenscldenen angeordnet und dienen dazu, die Schuhe 15 und 16 an entsprechende Seitenwandteile des Bohrlochs zur Anlage zu bringen. Die soweit beschriebene Vorrichtung ist an einem elektrischen Kabel 21 aufgehängt, das in Verbindung mit einer an der Erdoberfläche aufgestellten, nicht dargestellten Winde aazu dient, die Vorrichtung in der üblichen Weise in das Bohrloch hinabzusenken und aus diesem herauszuziehen.
Durch Leiter des Kabels 21 wird von einer Stromquelle 22 an der Erdoberfläche elektrischer Strom zu den verschiedenen Steuerkreisen in den Gehäuseabschnitten 17, 18 und zur InformationsUbermittlung an ein Registriergerät 23 geleitet.
Der obere Gehäuseabschnitt 17 enthält einen nicht dargestellten hydraulischen Antrieb, der den Druck der Bohrlochspülung 14 dazu ausnutzt, um einen hydraulischen Druck zur Betätigung der Treiborgane, die die Schuhe 15 und 16 bewegen, zu erzeugen. Der Gehäuseabschnitt 18 enthält eine Probeaufnahmekammer, die später noch in ihren Einzelheiten beschrieben wird und in einer Flüssigkeitsleitverbindung mit einem mittleren Teil24desDichtungsschuhs 15 steht. Diese Kammer ist mit einem üblichen, nicht dargestellten
Druckmesser ausgestattet, von dem aus ein elektrisches Signal, das von dem in der Kammer herrschenden
Druck abhängig ist, abgeleitet und an das Registriergerät 23 übertragen wird.
DerDichtmigsschuhl5besitzteinenmittlerenTeil24, dsr einen starren Einsatz in einer federnd nach- gebenden Dichtungsfläche 25 bilden kann. Dieser Einsatz besitzt vom eine Öffnung 26, die mit einer nor- mal verschlossenen, nicht gezeigten Bohrung in Verbindung steht. Um diese Bohrung aufzuschliessen, kann eine Schiessvorrichtung vorgesehen sein, in der sich ein Geschoss und ein Treibmittel befinden.
Wie in Fig. 2 gezeigt ist, ist der Gehäuseabschnitt 18 hohl und lässt dadurch einen Flüssigkeitsaufnah- mezylinder 27 entstehen, der nach oben hin durch ein Verschlussstück 28 und nach unten hin durch ein
Verschlussstück 29 abgeschlossen ist. Ein durch das obere Verschlussstück 28 gehender Kanal 30 stellt die
Verbindung zu der Bohrung her, die sich an die Öffnung 26 im Einsatz 24 anschliesst (Fig. 1).
Im Zylinder 27 ist ein Kolben 31 gelagert, der eine Umfangsdichtung 31'und eine O-Ring-Dichtung
31"besitzt, die den Kolben gegen die Zylinderwand abdichten, jedoch die Gleitbewegung des Kolbens zulassen. Im Falle der Fig. 2 befindet sich der Kolben 31 in seiner obersten Lage relativ nahe am oberen
Verschlussstück 28.
Zwischen dem Kolben 31 und dem unteren Verschlussstück 29 ist der Zylinder 27 mit einer Querwand
32 ausgestattet, durch deren Öffnung 33 eine normal den Zylinderteil zwischen dem Kolben 31 und der
Querwand 32 ausfüllende Dämpfungsflüssigkeit 34 ausströmen kann. Die Öffnung steuert das Ausmass des Übertritts von Dämpfungsflüssigkeit in den Zylinderteil unterhalb der Querwand 32, wodurch sich die Be- wegungsgeschwindigkeit des Kolbens 31 reguliert.
Die Vorrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung besitzt weiterhin einen zweiten Kolben 35, der sichim Zylinder 27 zwischen dem oberen Verschlussstück 28 und dem Kolben 31 befindet. Der Kolben 35 ist gegenüber dem Zylinder 27 in geeigneter Weise abgedichtet, um den Flüssigkeitsübertritt zu verhin- dern, wozu rings herumlaufende Gummiringe 35'und 35"vorgesehen sind, die zu einem später noch be- schriebenen Zweckeine geringe Reibung erzeugen, die Gleitbewegung des Kolbens jedoch nicht nennensi wert behindern sollen. Dieser Kolben besitzt einen Durchgang 36, der normal die Flüssigkeitsverbindung zwischen den Zylinderabschnitten auf den gegenüberliegenden Kolbenseiten herstellt.
Das untere Ende
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des Durchganges bildet einen ringförmigen waagrechten Ventilsitz 37, und ein Ventil 38 ist in einer senkrechten Bohrung 39 in dem Kolben beweglich gelagert. Eine Druckfeder 40 hat das Bestreben, das Ventil 38 auf den Ventilsitz 37 zu drücken. Ein Abscherstift 41 indes, der durch entsprechende Bohrungen in einem oberen Schaftteil 42 des Ventils und des Kolbens 35 hindurchgeht, hindert das Ventil 38 an seiner Bewegung aus der in Fig. 2 dargestellten Lage. Das Ventil 37, 38 ist somit normal offen.
Ein unterer Ansatz 43 des Ventilschaftes besitzt eine Bohrung 44, in die das eine Ende eines biegsamen Drahtes 45 eingeführt und darin befestigt ist. Das andere Ende des Drahtes 45 ist eine Bohrung 46 in einem kleineren oberen Ansatz 47 des Kolbens 31 eingeführt und darin befestigt. Die Länge des Drahtes 45 ist so gewählt, dass sie eine im voraus festgelegte Bewegung des Kolbens 31 zulässt, bevor ein Abwärtszug auf den Ventilansatz 43 ausgeübt wird, wie es noch näher erläutert wird. Bei der in Fig. 2 gezeigten Arbeitslage ist der Seilüberhang in einer Anzahl Windungen aufgefangen.
Um die Vorrichtung einsatzbereit zu machen, werden die Kolben 31 und 35 in ihre obersten Lagen überführt, und es wird eine Dämpfungsflüssigkeit, z. B. Wasser, eingefüllt, um den Zylinderraum 34 unterhalb des Kolbens 31 und oberhalb der Querwand 32 auszufüllen. Der Teil des Zylinders 27 unterhalb der Wand 32 steht unter Atmosphärendruck, jedoch kann die Dämpfungsflüssigkeit wegen der relativ kleinen
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Vorrichtung in eine Lage, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist, abgesenkt ist, in Tätigkeit tritt, und die Schuhe 15 und 16 zur Anlage an die gegenüberliegenden Seitenwandteile des Bohrlochs 10 bringt. Sind, wie es aus der vereinfachten Darstellung der Fig. 3 ersichtlich ist, die Schuhe 15 und 16 an die Bohrlochwand zur Anlage gebracht, so bewirkt der Schuh 15 eine Abdichtung zwischen der Bohrlochwand und der Bohrlochspülung 14.
Danach wird die Bohrung in dem Einsatz 24 endseitig geöffnet, so dass eine Flüssigkeitsverbindung mit dem Zylinder 27 über die Öffnung 26, eine Verbindungsleitung 48, ein normal offenes Ventil49undden Kanal 30 im oberen Verschlussstück 28 des Zylinders hergestellt wird. Hienach kann die Flüssgikeit aus der Formation 12 in das obere Ende des Zylinders 27 abströmen, Da des weiteren das Ventil 37,38 offen ist, wird diese Flüssigkeit in den Raum zwischen den Kolben 31 und 35 durchtreten. Dabei wird die Menge der aufgenommenen Flüssigkeitsprobe durch die Bewegung des Kolbens 31 bestimmt. Diese wiederum hängt von der Grösse der Öffnung 33 ab, die das Ausmass des Übertritts der Dämpfungsflüssigkeit 34 in den unteren Teil des Zylinders unterhalb der Querwand 32 reguliert.
Wenn nun Formationsflüssigkeit in den Zylinder 27 eindringt, so geht der Kolben 31 nach unten. Hat er dann die in Fig. 4 dargestellte Lage erreicht, so ist der Überhang des biegsamen Drahtes 45 verbraucht, wonach ein Abwärtszug auf das Ventil 38 ausgeübt wird. Indem der Abscherstift 41 nur gerade so bemessen ist, dass er dem relativ geringen Durck der Feder 40 standhält, und die von den Dichtungselementen 35' und 35"des Kolbens 35 auf die Wand des Zylinders 27 ausgeübten Reibungskräfte grösser sind als die Kraft, die erforderlich ist, um den Stift 41 abzuscheren, hat die fortgeführte Bewegung des Kolbens 31 zur Folge, dass der Stift abschert und die Feder 40 sogleich das Ventil 38 schliesst.
So besitzt die Vorrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung Mittel, die auf eine vorher festgelegte Verschiebung des Kolbens 31 ansprechen, umdenDurchgang36, 37im Kolben 35 für eine Unterbrechung der Flüssigkeitsverbindung zu verschliessen.
Wenn sich der Flüssigkeitsstrom aus der zu untersuchenden Formation fortsetzt, so verbleibt diese Flüssig- keit jetzt oberhalb des Kolbens 35 ; keine kann auf jeden Fall mehr unter ihn gelangen. Mit andern Worten werden gesonderte Flüssigkeitsproben auf den entgegengesetzten Seiten des Kolbens 35 erhalten, wenn er durch die eintretende Flüssigkeit nach unten gedrängt wird. Infolge der zwischen den Kolben eingeschlossenen Flüssigkeit setzt auch der untere Kolben 31 seine Abwärtsbewegung fort, wie es aus Fig. 5 ersichtlich ist. Wenn der Kolben 31 nunmehr auf den Anschlag 32 trifft, wird er angehalten, womit das Einströmen von Flüssigkeit in den Probeaufnahmezylinder 27 aufhört.
Nachdem ein vorher festgelegtes Zeitintervall verstrichen ist, währenddessen sich die vorerwähnten Vorgänge abspielen, wird das Ventil 49 geschlossen, um dadurch eine Flüssigkeitsprobe einzuschliessen, die sich aus einem ersten Volumen V1 zwischen den Kolben 31 und 35 und einem zweiten davon getrennten Volumen V2 oberhalb des Kolbens 35 zusammensetzt.
Die Schuhe 15 und 16 werden danach in die in Fig. 1 dargestellte Lage zurückgezogen, und die gesamte Vorrichtung wird an die Erdoberfläche hochgezogen.
Zum Entleerender Proben aus der Vorrichtung wird ein spezielles Ventilsystem an die Leitung 30 angelegt und ein Aufnahmebehälterfür die Probe an den Ausgang des Ventilsystems angeschlossen. Das Ventilsystem wird dann vorsichtig auf Atmosphärendruck gesetzt. Der sich hieraus ergebende Druckabfall im Volumen V2 hat zur Folge, dass sich der obere Kolben 35 zum oberen Verschlussstück 28 hin bewegt, währenddessen das Ventil 37,38 durch die Feder 40 (Fig. 2) geschlossen bleibt. Die Druckkraft der Feder
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40 sollte dabei so gewählt sein, dass der Druck auf das Ventil 38, um es öffnen zu können, grösser ist als der Druck, der erforderlich ist, um den Kolben 35 zu bewegen.
Wenn das obere Volumen V in seiner Ge- san. lheitabgezogenist, trifft der Kolben 35 auf das obere Verschlussstück 28, und die hieraus resultierendeDruckdifferenzhat zur Folge, dass das Ventil 38 gegen den Druck der Feder 40 öffnet und das Volumen V1 abgezogen werden kann.
Wenn erwünscht, kann ein Flüssigkeitsanschluss 50 für den Zylinderabschnitt unter der Wand 32 zu-
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um das Entleeren der Flüssigkeitsproben zu unterstützen. Für den vorliegenden Fall, wo Flüssigkeiten in Volumina V1 und V enthalten sind, können diese durch eine Drucksteigerung am Einlass 50, die benötigt wird, um das untere Volumen V 1 abzuziehen, voneinander identifiziert werden. Dies ist verständlich, da ein zusätzlicher Druckbetrag erforderlich ist, um den Druck der Feder 40 auf das Ventil 37, 38 zu überwinden.
Mit der vorbeschriebenen Vorrichtung gemäss der Erfindung lassen sich sehr nützliche zusätzliche Auf- schlüsse über das zu untersuchende Medium gewinnen. Speziell lässt sich auf diese Weise eine Flüssigkeitsprobe aus einer zu untersuchenden Erdformation in zwei getrennte Volumina unterteilen. Das zuletzt aufgenommene Volumen V vermittelt ein genaueres Bild der von Natur aus in der Formation vorhandenen Flüssigkeit als das zuerst aufgenommene Volumen Vidas normal einen grösseren Anteil an von aussen eingedrungener Flüssigkeit enthält.
Für die praktische Ausführung einer Vorrichtung gemäss der Erfindung seien folgende Richtdaten genannt :
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<tb>
<tb> Reibungskraft <SEP> des <SEP> Kolbens <SEP> 35 <SEP> 58, <SEP> 96-68, <SEP> 04 <SEP> kg <SEP>
<tb> wirksame <SEP> Fläche <SEP> des <SEP> Kolbens <SEP> 35 <SEP> 91, <SEP> 59 <SEP> cm2 <SEP>
<tb> notwendiger <SEP> Druck, <SEP> um <SEP> die <SEP> Kolben <SEP> 35 <SEP> zu <SEP> bewegen <SEP> 0, <SEP> 63 <SEP> rOD <SEP> 7 <SEP> l <SEP> {g/cm2 <SEP>
<tb> von <SEP> der <SEP> Feder <SEP> 40 <SEP> ausgeübte <SEP> Kraft, <SEP> im <SEP> gespannten <SEP> Zustand <SEP> 11, <SEP> 34 <SEP> kg <SEP>
<tb> notwendige <SEP> Kraft <SEP> zum <SEP> Abscheren <SEP> des <SEP> Stiftes <SEP> 41 <SEP> 34.
<SEP> 02-38, <SEP> 56 <SEP> kg
<tb> notwendige <SEP> Kraft <SEP> zur <SEP> Freigabe <SEP> des <SEP> Ventils <SEP> 38 <SEP> 22, <SEP> 65-27, <SEP> 22 <SEP> kg <SEP>
<tb> Zereisskraft <SEP> des <SEP> Drahtes <SEP> 45 <SEP> 81, <SEP> 65 <SEP> - <SEP> 90. <SEP> 72 <SEP> kg
<tb> notwendiger <SEP> Flüssigkeitsdruck, <SEP> um <SEP> das <SEP> Ventil <SEP> 38 <SEP> zu <SEP> öffnen <SEP> 1, <SEP> 75 <SEP> kg/cm2
<tb>
Ein Differentialdruckzwischen Vind vs von 0, 91 bis 1. 05kg/cm lässt den Draht 45 zerreissen. Wenn
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richtung gedacht.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegen auch Vorrichtungen, die beliebig viele gesonderte Proben entnehmen lassen. So z. B. können vier Volumina V, bis V mit einer Anordnung der in Fig. 6 dargestellten Art gewonnen werden. Hier enthält, ebenso wie bei der in den Fig. 2 - 5 gezeigten Anordnung, der Zylinder 27 einen Kolben 31, der durch einen biegsamen Draht 45a mit einem Ventil 37a, 38a in einem Kolben 35a oberhalb des Kolbens 31 verbunden ist. Zusätzlich ist der Kolben 35a durch einen biegsamen Draht 45b mit dem Ventil 37b, 38b eines andern Kolbens 35b verbunden, der wiederum durch einen biegsamen Draht 45 c mit einem Ventil 37c, 38c eines vierten Kolbens 35c verbunden ist.
Aus der Beschreibung der in den Fig. 3 - 5 veranschaulichten Vorrichtung ist augenscheinlich, dass die Kolben 31, 35a, 35b und 35c sich anfänglich relativ dicht zusammengedrückt im oberen Ende des Zylinders 27 befinden und die Ventile in den einzelnen Kolben anfänglich offen sind. Im Betrieb wird beim Eintritt einer Flüssigkeit durch den Kanal 30 der Kolben 31 nach unten verschoben, und nachdem der Über- hangdesDrahtes45aaufgebrauchtist, das Ventil 37a, 38a geschlossen. Die Probe fliesst dann in den Raum oberhalb des Kolbens 35a ein. Diese Vorgänge setzen sich fort, bis vier gesonderte Volumina aufgenommen sind, wodurch zusätzliche Aufschlüsse über die zu untersuchende Formation gewonnen werden.
Die Längen der biegsamen Drähte 45a, 45b und 45c bestimmen die relative Grösse der V olumina V 1- V4. Diese können gleich sein oder aber auch in jedem gewünschten Verhältnis zueinander stehen.
Wenn erwünscht, können für jedes der Volumina V,, V. V und V4 gesonderte Druckanzeigen abgeleitet werden. Zu diesem Zweck sind auf die Oberseite jedes Kolbens 31,35a, 35b und 35c Druckanzeiger montiert. Die biegsamen Drähte 45a, 45b und 45c können in bekannter Weise auch so angeordnet sein, dass sie als isolierte Leiter zur Beförderung elektrischer Signale benutzt werden können.
Als Druckmesser können hiebei solche Verwendung finden, die den Flüssigkeitsdruck in elektrische Signale umwandeln. Über eine biegsame elektrische Verbindung durch das obere Verschlussstück 28 können diese Signale den Kabeln 21 (Fig. l) zur Übertragung an die Erdoberfläche zugeleitet werden.
Um die einzelnen gesonderten Volumina der Probe zu identifizieren, werden vorzugsweise Farbstoffe
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verwendet. Bezugnehmend aufFig. 3 kann beispielsweise eine lösliche Kapsel von einer Farbe auf die Oberseite des Kolbens 31 und eine Kapsel einer andern Farbe in einem normal verschlossenen Fach auf der Oberseite des Kolbens 35 angebracht sein. Dieses Fach ist so auszubilden, dass es geöffnet wird, wenn sich das Ventil 37,38 schliesst.
Es versteht sich, dass die Probenehmer gemäss der Erfindung auch zusammen mit andern Arten von Einrichtungen, die eine Flüssigkeitsverbindung mit der zu untersuchenden Schicht herstellen, verwandt werden können. Zum Beispiel kann die Leitung 48 auch mit einem geeigneten Teil eines Bohrschafttesters verbunden werden, wobei eine oder mehrere ringförmige Packungen zur Abdichtung einer Zone in einem Bohrloch vor der betreffenden Formation dienen. Demgemäss kann auch hier eine Flüssigkeitsprobe in gesonderten Volumina gewonnen werden.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele, sondern diese sollen lediglich den Grundgedanken der Erfindung veranschaulichen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Probenehmer zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus Erdformationen, mit einem in das Bohrloch abzusenkenden Träger und mit einer Probeaufnahmekammer (Zylinder), die eine Eintrittsöffnung besitzt, zu der hin eine Verbindung mit der Flüssigkeit in den Formationen hergestellt ist, einem in der Kammer beweglichen Kolben, der mit Dichtungen versehen ist und dessen eine Kolbenseite dem Druck der durch die Eintrittsöffnung eintretenden Formaticnsflüssigkeit und dessen andere Kolbenseite einem niedrigeren Druck als dem der Formationsflüssigkeit ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zumindest einen zweiten Kolben (35) besitzt, der zwischen der Eintrittsöffnung (30) und dem ersten Kolben (31) angeordnet ist, wobei dieser zweite Kolben (35) einen mit in Anfangsstellung offenem Ventil (38)
versehenen Durchgang (36) für die Herstellung einer Flüssigkeitsverbindung aufweist, und dass das untere Ende des Ventils (38) durch ein biegsames Zugmittel, z. B. Draht (45), mit dem unmittelbar darunter angeordneten Kolben (35b, 35a), bei bloss zwei Kolben mit dem ersten Kolben (31), verbunden ist, der durch die eindringende Probeflüssigkeit verdrängt wird und dabei das eine vorbestimmte Länge aufweisende Zugmittel spannt, welches nach Zurücklegen eines der Länge des Zugmittels entsprechenden Hubes des Kol- bens (35) das Ventil (38) schliesst, wodurch eine bestimmte Menge der eingeströmten Flüssigkeit zwischen den beiden benachbarten Kolben (31, 35) eingeschlossen wird.