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Für die Vor- sowie Nachspinnbehandlung bestimmter
Fadenkörper und Vorrichtung zu seiner Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf einen für die Vor- sowie die Nachspinnbehandlung und hier besonders für das Färben, Bleichen, Wässern, Trocknen, Dämpfen, Imprägnieren u. dgl. mittels flüssiger dampfoder gasförmiger Behandlungsmedien bestimmter Fadenkörper aus Wolle oder Garnen aller Art.
Um z. B. Wolle zu färben, wird sie in der Regel auf Weifmaschinen zu Strängen von zirka 60 cm Länge gehaspelt, die in der in einem entsprechend grossen Behälter befindlichen Farbflotte hin-und herbewegt werden. Die Behandlung mit andern Flüssigkeiten, z. B. zwecks Entwässerns oder Bleichens erfolgt in ähnlicher Weise in andern grossen Behältern. Für das Dämpfen, Trocknen u. dgl. sind andere Einrichtungen und Behandlungsverfahren erforderlich.
Garn färbt und behandelt man im Strang ähnlich wie Wolle durch Bewegen in der Farbflotte u. dgl., jedoch auch in Spulenform aufgewickelt, soweit es nicht schon unversponnen als Spinnkuchen behandelt worden ist. Ausser durch Bewegen des Garnkörpers durch das Behandlungsmedium kann die Behandlung auch in der Weise erfolgen, dass das Behandlungsmedium durch den Fadenkörper hindurchgeleitet oder - gepresst wird. Ein einwandfreies und gleichmässiges Färben von Wolle in der Form einer Kreuzspule od. dgl., die gewöhnlich auf eine Metallhülse aufgewickelt ist, ist selbst im Hochdruckverfahren kaum erzielbar.
Die Erfindung bezweckt, einen homogenen und locker aufgebauten, in sich eine beliebig grosse Fadenlänge aufnehmenden, leicht herstellbaren und verwirrungsfrei bis auf den letzten Fadenrest abziehbaren, hülsenlosen Fadenkörper zu schaffen, bei dem nicht nur das Weifen mit seinem von Hand umständlich vorzunehmenden Fitzen der den Strang unterteilenden Gebinde sowie ein Aufwickeln des Stranges zu einer Spule oder einem Knäuel vor dein Gebrauch der Wolle oder des Garnes wegfällt, sondern bei dem auch die gesamte Nachspinnbehandlung bis zur Gebrauchsfertigkeit ohne Änderung seiner Form oder seiner Aufnahmeeinrichtungen durchführbar ist.
Zu diesem Zweck besteht gemäss der Erfindung der Fadenkörper aus unmittelbar ohne Trennelement aufeinandergelegten rechteckigen, vorzugsweise quadratischen Windungsschichten, die in an sich be-
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ten Winkel, vorzugsweise 900, gegeneinander verdreht sind und innerhalb der Verpackung eine Vorrichtung, z. B. ein auf der obersten Windungsschicht aufliegendes Auflageglied vorgesehen ist, durch welches die Windungsschichten schonend in Anlage miteinander gehalten werden.
In dieser Gestaltung kann der Fadenkörper auch als Kleinpackung für Garne und Wolle mit einem Inhalt von etwa 20 bis 200 g für den Handgebrauch oder als Bindfaden- oder Erntegarnfadenpackung bis zu 2 kg hergestellt sein.
Fadenkleinpackungen, die aus quadratischen Windungsschichten mit länglich schraubenlinienförmigen Windungen und Gegeneinanderverdrehung aufeinanderfolgender Schichten um 900 bestehen, sind bekannt, jedoch handelt es sich. ausschliesslich um Verbrauchspackungen, bei denen die Windungsschichten zur Sicherstellung des verwirrungsfreien Abziehens des Fadens durch Trennblattstreifen od. dgl. auseinandergehalten werden, die in umständlicher Weise zusammengefügt sind und die insbesondere beim Färben des
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Fadens störend wirken.
Bei dem erfindungsgemässen Fadenkörper ist erkannt worden, dass derartige Fadenpackungen, u. zw. in beliebiger Grösse, auch für die unmittelbare Vor-und Nachspinnbehandlung des Fadens verwendet werden können, wenn die Windungsschichten unmittelbar ohne Trennblätter aufeinanderliegen.
Die Vorrichtung zur Herstellung von Fadenkörpern der genannten Art, besteht, wie für die genannten Kleingarnpackungen im wesentlichen bekannt, aus einem um einen Wickeldorn rotierenden Fadenführer!', sowie einer die Fadenwindungen von dem im Querschnitt länglich gehaltenen freien Ende des Wickeldornes auf eine Leitvorrichtung abgebenden Abstreifvorrichtung.
Weiters ist erfindungsgemäss ein Aufnahmebehälter für den zu bildenden Fadenkörper am Austragsende der Leitvorrichtung angeordnet, für welchen eine Verschiebeeinrichtung vorgesehen ist, durch welche der Aufnahmebehälter jeweils zur Ablage einer Fadenschicht in Richtung des Leitvorrichtungsvorschubs und anschliessend wieder in die Ausgangsstellung vor- und rückbewegbar ist, und bei dem ferner eine Vorrichtung zum Verdrehen des Aufnahmebehälters vor der Ablage der einander jeweils folgenden Fadenschichten sowie eine Absenkvorrichmng vorhanden sind, durch welche der sich bildende Fadenkörper entsprechend seiner anwachsenden Höhe abwärtsbewegbar ist.
Der Aufnahmebehälter sitzt auf einer senkrechten Tragachse, die von einem Schlitten getragen wird.
Ein auf der Achse drehbares, mit einer durch ein einseitiges Mimahmegetriebe verbundenes Zahnrad greift in eine an der Schlittenführung angebrachte Verzahnung derart ein, dass bei der Schlittenbewegung auf die Ablaufkante zu das Mitnahmegetriebe die Achse dreht, bei der Rückbewegung dagegen nicht beeinfluss.
In dem Aufnahmebehälter ist eine Tragplatte vorgesehen, die nach Ablage einer neuen Windungsschicht um die Stärke einer Windungsschicht gesenkt wird. Der Antrieb der Maschine wird abgeschaltet, sobald die Tragplatte ihre unterste Stellung erreicht.
In der Nachspinnbehandlung der Wolle oder des Garnes wird in der Weise verfahren, dass der be-
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angeordnete Fadenkörper ohne Herausnahme aus der Hülle nacheinander allen erforderlichen Behandlungsmassnahmen, wie Färben, Wässern, Bleichen, Dämpfen, Imprägnieren, Trocknen usw. unterworfen wird. Die Behandlungsmedien können durch Pressdruck oder durch bei der Bewegung des Fadenkörpers erzeugte Schleuder-oder Zentrifugalkräfte und/oder unter Anwendung von Ultraschall durch die Wolloder Garnkörper hindurchgeführt werden. Das beschriebene Fadenlegeverfahren kann in der Vorspinnerei auch zum Einschichten von Krempelbändern in eckige Kannen oder bei Kainmstühlen an Stelle von doppelten oder einfachen Wickeln verwendet werden.
Dadurch wird erreicht, dass nicht nur das Krempelband oder die LUI ! te fast reibungslos aus der Kanne gezogen werden kann, sondern dass auch erheblich an Raum gespart wird, so dass die Anzahl der in der Vorspinnerei immer störenden grossen Kannen bzw. zylindrischen Garnwickeln wesentlich verringert wird.
Weitere Erfindungsmerkmale ergeben sich aus den Ansprüchen. Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele des Fadenkörpers und die zu seiner Herstellung verwendete Vorrichtung dargestellt. In der Zeichnung zeigen Fig. 1 schematisch den Aufbau des Fadenkörpers in schaubildlicher Ansicht, Fig. la eine Oberansicht desselben und Fig. 1b einen Teil der Fadenschichten in vergrössertem Massstab, Fig. 2 eine schematisch gehaltene Oberansicht eines Fadenkörpers mit zylindrischer Hülle, Fig. 3 eine schematische Darstellung des mit einer Hülle versehenen in einem Behandlungsgefäss befindlichenFadenkörpers, Fig. 4 eine Oberansicht eines mit einem Halteglied bedeckten Fadenlcörpers. Fig. 5 einen Fadenkörper mit einer aus Streifenelementen bestehenden Hülle, Fig. 6 eine Verbrauchspackung für den Fadenkörper, Fig.
7 eine Ausführungsform der Hülle des Fadenkörpers in Bsutelform, Fig. 8 eine schemaische Darstellung der Wickelvorrichtung für den Fadenkörper in schaubildlicher Ansicht, Fig. 9 einen senkrechten Mittelschnitt durch den Wickelkopf und Fig. 10 eine Einzelheit
Der Fadenkörper 1 (Fig. l, la, Ib) wird aus einzelnen übereinanderliegenden Windungsschichten 2 gebildet. Jede Windungsschicht besteht aus länglich schraubenlinienförmigen Windungen 3, die schuppenartig übereinanderliegen. Jede Windungsschicht ist gegenüber der folgenden Windungsschicht in der Richtung ihrer Fadenwindungen um einen bestimmten Winkel verdreht. Im Falle der Fig. 1 beträgt der Ver- drehungswinkel 90 , so dass sich bei quadratisch gehaltener Form jeder Windungsschicht ein prismatischer Fadenkörper von quadratischer Grundfläche ergibt.
Stattdessen kann die Verdrehung aufeinanderfolgender Windungsschichten auch unter einem andern beliebigen Winkel erfolgen, wobei sich, wie Fig. 2 zeigt, ein etwa zylindrischer Fadenkörper ergibt. Bei diesem Körper können die einzelnen Windungsschichten beliebig rechteckförmig gestaltet sein.
Zur Nachspinnbehandlung wird der Fadenkörper von einer Verpackung bzw. Hülle 4 (Fig. 3) um-
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schlossen, deren Wandungen für die Nachspinnbehandlung durchlässig für die flüssigen, dampf- oder gas- förmigen Behandlungsmedien gehalten sind. Zu diesem Zweck können die Wandungen mit Perforationen
5 irgendeiner Form versehen sein, aus Käfigstäben 6 oder weitmaschigem Gewebe oder Geflechten be- stehen. Die Wandungen können glatt oder gewellt gehalten oder mit Ausprägungen u. dgl. versehen sein.
Sie müssen aus einem Werkstoff bestehen, welcher gegenüber den Behandlungsmedien indifferent ist, also vorzugsweise aus korrosionsfestem Metall oder indifferentem Kunststoff.
Die Behandlung des Garnkörpers erfolgt in einem geeigneten Behandlungsgefäss 7 (Fig. 3), in wel- ches das Behandlungsmedium durch einen Einlass 8 eingeleitet und durch einen Auslass 9 abgeführt wird, gegebenenfalls unter Druck, wobei die Intensität der Einwirkung des Behandlungsmediums durch Ultra- schallwellen oder Vibrationen 11 erhöht werden kann. Die Behandlung kann auch in der Weise erfolgen, dass das Behandlungsmedium im Behälter 7 in Ruhe bleibt und der Garnkörper durch das Behandlungsme- dium hindurchbewegt wird.
Um bei der Handhabung und Bewegung des Fadenkörpers eine gegenseitige dichte Anlage der ein- zelnen Windungsschichten 1 zu gewährleisten, ohne dass Trennblätter oder ein Trennblattskelett wie bei iden bekannten Kleinpackungen zur Anwendung kommt, wird auf die oberste Windungsschicht ein Halte- glied 12 (Fig. 3 - 6) aufgelegt, durch dessen Gewicht die Windungsschichten leicht aneinandergedrückt werden, Dieses Auflageglied kann, wie in Fig. 3 dargestellt, in einem quadratischen Rahmen, oder wie
Fig. 4 - 6 zeigt, aus einem Ring bestehen ; seine Gewichtswirkung kann durch Federn ersetzt oder unter- stützt werden.
Bei der Ausführungsform des Fadenkörpers gemäss den Fig. 4 und 5 besteht die Hülle aus zwei am
Boden sich kreuzenden Streifen 13, die je an gegenüberliegenden Seiten des Fadenkörpers hochgeführt sind und oben zwischen je zwei Vorsprünge 14 des ringförmigen Haltegliedes 12 greifen. Die Streifen sind steif federnd ausgebildet, so dass ihre dichte Anlage an den Garnkörper und die freie Beweglichkeit des Haltegliedes 12 gesichert ist.
Bei der Ausführungsform der Fig. 7 besteht die Hülle des Garnkörpers aus einem steifen, weitma- schigen Kunststoff- oder Drahtgewebe, das am Öffnungsende zusammengebunden oder mit einem Ring- verschluss und an den räumlichen Ecken mit Schlaufen oder Ösen 15 zur Handhabung des Körpers im Be- handlungsbehälter versehen ist.
Es ist ersichtlich, dass infolge des lockeren, überall gleichmässigen Aufbaues des Garnkörpers die durch ihn hindurchgeführten Behandlungsmedien gleichmässig auf alle Fadenteile einwirken können, so dass eine gleichmässige Färbung des Fadenkörpers in allen seinen Teilen und jede andere weitere Behand- lung gleichmässig und mit dem kleinsten Arbeits-und Zeitaufwand durchführbar ist.
Es ist bekannt, Garne u. dgl. in Aufnahmebehältern, sogenannten Spinnkannen, zu Fadenkörpern zu formen. Dies geschieht in der Weise, dass der Faden in einzelnen kreisförmigen Windungen, deren Durch- messer kleiner als der Radius der zylindrischen Spinnkanne ist, um ein mittleres, perforiertes Metallrohr herum abgelegt wird, wobei die kreisförmigen Windungen einander überlappen. Durch das perforierte
Rohr soll die Farbflotte in den Fadenkörper hinein- und hindurchgepresst werden. Durch diese Wicklung wird jedoch im mittleren Teil ein Fadenwulst gebildet, in welchem die Fadenteile wesentlich dichter und fester aneinanderliegen als im äusseren Teil.
Die Praxis hat aber gezeigt, dass der mittlere Teil der
Fadenwülste eines derartigen Fadenkörpers nicht gleichmässig gefärbt werden kann, auch werden die kreisrunden Fadenwindungen an der Peripherie des Fadenkörpers infolge des Durchtrittes der Farbflotte verwirrt, da sie gegeneinander nicht genügend abgestützt sind. Im Gegensatz dazu wird bei dem erfin- dungsgemässen Garnkörper jeder Fadenteil gleichmässig von seinem darüber oder darunter liegenden Fa- denteil gekreuzt, so dass alle Fadenstelle mit gleichmässiger Andruckkraft und gleichmässiger Dichte und
Abstand gehalten werden und sowohl ein gleichmässiges Färben gesichert ist wie auch ein Verwirren der
Fadenteile miteinander durch die Farbflotte verhindert wird. Der erfindungsgemässe Fadenkörper wird völlig ohne Kern gewickelt.
Die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform des Fadenkörpers ist als Verbrauchsgross oder kleinpak- kungbestimmt. Die Hülle besteht aus einem Folienbeutel 16, in welchem über der obersten Windungsschicht ein Halteglied 12 und unter der untersten Windungsschicht ein entsprechendes Halteglied 12 eingelegt ist. Letzteres ist dazu bestimmt, die Aufrechterhaltung der Querschnittsform des Fadenkörpers auch am unteren Ende der Packung zu gewährleisten. Am oberen Öffnungsende 17 ist der Beutel mit einem an sich bekannten Ringklemmverschluss 18 versehen, durch welchen der Faden 19 abziehbar ist.
Der Ring- verschluss ist, wie ersichtlich, in beliebiger Höhenlage am Beutel anbringbar, kann also entsprechend der
Entnahme des Fadens und dem Absinken des oberen Haltegliedes 12 auf eine Höhe dicht oberhalb des letzteren nachgestellt werden, um die Anlage des Haltegliedes an den Windungsschichten zu sichern.
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Das dichte Aneinanderliegen der Windungsschichten kann durch Benutzung federnder Elemente bewirkt oder unterstützt werden. Will man für den Fadenabzug oder irgendeinen andern Arbeitsgang eine besondere Lockerung der Fadenlagen herbeiführen, so kann man entweder den ganzen Körper oder Teile seiner Hülle, z. B. die Streifen 13 (Fig. 5) rütteln oder in Vibration versetzen.
Die Vorrichtung zur Herstellung des beschriebenen Fadenkörpers ist in wesentlichen Teilen der Vorrichtung zur Herstellung der oben erwähnten kleinen Verbrauchsgarnpackungen mit Trennblättern od. dgl. zwischen den einzelnen Windungsschichten nachgebildet.
Der von einer Kreuzspule 21 (Fig. 8) od. dgl. abgezogene Faden 19 wird über eine hohle Achse 22 eines Wickelkopfes 23 durch einen Fadenführer 24 hindurchgeführt und auf einen im Querschnitt kreisförmigen Teil 25 eines Wickeldornes 26 aufgewickelt. Der Wickeldorn geht bis zu seinem freien Ablaufende 27 in einen länglichen Querschnitt gleicher Umfangslänge über und die schraubenlinienförmig aufgewickelten Fadenwindungen werden durch eine besondere Fördervorrichtung in Form von endlosen Bändern 28 nach dem freien Ende des Wickeldornes gefördert und dort ausgetragen. Sie gelangen dabei auf eine Leitvorrichtung 29 in Form eines endlosen Bandes und werden an dessen Ablaufkante 31 in einen Aufnahmebehälter 32 abgelegt.
Der Fadenführer 24 befindet sich in einem Rotor 33 (Fig. 9), der in einem ortsfesten Stator 34 drehbar gelagert ist und den Wickeldorn 26 drehbar lagert welche aber in einer gegenüber dem Stator undrehbaren Lage gehalten wird.
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über eine Riemenscheibe 38 eine Antriebshülse 39 antreibt, welche durch eine vorzugsweise elektrisch betätigte Kupplung 41 mit dem Rotor 33 samt dem Fadenführer 24 kuppelbar ist, während die endlosen Bänder 28 unmittelbar über die Antriebshülse 39 dauernd angetrieben werden. Die Innenkonstruktion des Wickelkopfes 23 einschliesslich der Kupplung 41 ist weiter unten näher beschrieben.
Um die einzelnen Windungsschichten in zeitlichem Abstand voneinander und durch einen Zwischenraum voneinander getrennt von der Ablaufkante 31 ablaufen zu lassen, wobei die einzelnen Windungsschichten durch ein den Zwischenraum überbrückendes Fadenstück 43 miteinander verbunden bleiben, wird bei dauerndem Antrieb derFörderbänder 28 der Antrieb des Rotors 33 bei Fertigstellung der Wicklung einer Windungsschicht durch die Kupplung 41 abgeschaltet, so dass auf die Leitvorrichtung 29 voneinander durch einen Zwischenraum getrennte und durch ein Fadenstück 43 verbundene Windungsschichten gelangen.
Oberhalb des endlosen Bandes 29 der Leitvorrichtung ist ein weiteres endloses Band 44 angeordnet, das gleichförmig mit dem Band 29 bewegt wird und dabei an die auf dem Band 29 liegende Windungsschicht so angepresst wird, dass jede Fadenwindung in eine die nachfolgende Fadenwindung überlappende Lage nach hinten geschwenkt wird.
Um die einzelnen Windungsschichten nacheinander und je um 900 gegeneinander gedreht in dem Aufnahmebehälter 32 abzulegen, sitzt dieser auf einer Drehachse 45, die von einem Schlitten 46 getragen wird, welcher parallel zur Richtung der Achse des Wickelkopfes hin-und herbewegt werden kann, wobei gleichzeitig die Achse 45 und der Aufnahmebehälter 32 bestimmte Drehbewegungen ausführen.
Zu diesem Zweck wird von der Zwischenwelle 37 eine Welle 47 dauernd angetrieben, die über eine Kegelradverzahnung 48,49 eine Querwelle 51 in Drehung versetzt, welche über einen Riementrieb eine Tragwelle 52 für das endlose Band der Leitvorrichtung 29 in gleichförmige Drehung versetzt. Auf der Rückseite des grossen Kegelrades 49 ist eine Kurvennut 53 eingeschnitten, in welche die Rolle 54 einer Treibstange 55 eingreift, welch letztere an dem den Aufnahmebehälter 32 tragenden Schlitten 46 angelenkt ist.
Auf der in dem Schlitten 46 drehbaren Tragachse 45 ist ein Zahnrad 56 drehbar gelagert, das mit der Achse 45 über ein einseitiges Mitnahmegetriebe, z. B. einen Freilauf 57 (Fig. 10), verbunden ist. Das Zahnrad 56 (Fig. 8) steht in Eingriff mit einer Verzahnung 58 der Schlittenführung und wird bei der Hinund Herbewegung des Schlittens 46 hin-und hergedreht. Wenn eine Windungsschicht 2 in dem Aufnahmebehälter 32 abgelegt ist, befindet sich der letztere mit seiner oberen Kante 59 in der Nähe der Ablaufkante 31 der Leitvorrichtung. Anschliessend wird der Schlitten 46 nach rechts durch die Kurvennut 53 verschoben, u. zw. um eine Strecke, welche der Seitenlänge des quadratischen Querschnittes der Packung entspricht.
Da gleichzeitig dabei das Zahnrad 56 durch die Verzahnung 58 gedreht wird und diese Drehung sich durch das Freilaufgetriebe 57 (Fig. 10) auf die Achse 45 in Gestalt einer 1/4 Umdrehung derselben überträgt, gelangt die obere Kante 61 (Fig. 8) in die Nähe der Ablaufltante 31 und parallel zu dieser, wobei sich der Aufnahmebehälter 32 unterhalb der Leitvorrichtung 29 befindet. Nunmehr wird durch die Kurvennut 53 der Schlitten 46 wieder nach links bewegt.
Die Kurvennut 53 ist so geschnitten, dass die Bewegung konform mit der Bswegung des endlosen Bandes der Leitvorrichtung 29 erfolgt, so dass die neue Windungsschicht an der Kante 61 beginnend gleich-
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mässig und ohne gegenseitige Verzerrung der Fadenwindungen auf die vorangehende Windungsschicht 2 abgelegt wird, wobei die Fadenwindungen der neuen Schicht gekreuzt zu den Fadenwindungen der vorangegangenen Schicht zu liegen kommen. Bei dieser Rückbewegung wird dank des Freilaufgetriebes 57 die Tragachse 45 nicht gedreht.
Die aufgestapelten Windungsschichten 2 werden unten durch eine Tragplatte 62 unterstützt. Die Tragplatte wird nach jedesmaliger Ablage einer neuen Windungsschicht in den Aufnahmebehälter um Schichtstärke nach unten bewegt. Dies geschieht durch eine Schraubspindel 63, welche durch die hohle Achse 45 hindurchgeht und oben mit der Tragplatte 62 verbunden ist. Auf der Schraubspindel 63 schraubt sich ein Schaltrad 64, das axial unverstellbar zu Armen 65 des Lagerrahmens der Schlittenführung gehalten wird. An der Schlittenführung ist eine Schaltklinke 66 gelagert, welche bei jedesmaliger Nachrechtsbewegung des Schlittens 46 dem Schaltrad 64 eine Teildrehung erteilt, durch welche die Schraubspindel 63 mitsamt der Tragplatte 62 um einen der Windungsschichtstärke entsprechenden Betrag nach unten bewegt wird.
Wenn die Tragplatte 62 ihre unterste Lage erreicht hat, also der Aufnahmebehälter 32 mit Windungsschichten gefüllt ist, trifft das untere Ende der Schraubspindel 63 auf einen elektrischen Kontakt 67, durch welchen die Stromzuführung zu dem Motor 36 unterbrochen wird und die Vorrichtung stillgesetzt wird, so dass der in dem Aufnahmebehälter 32 abgelegte Fadenkörper herausgenommen oder der Aufnahmebehälter 32 mit dem Fadenkörper abgenommen werden kann, um einen neuen Aufnahmebehälter aufsetzen zu können. Als Aufnahmebehälter kann ohne weiteres eine entsprechend der Fig. 3 ausgebildete Hülle für den Fadenkörper benutzt werden, wobei nach Abnahme dieser Hülle nebst Fadenkörper zwecks Nachspinnbehandlung die Tragplatte 32 in der Hülle verbleiben und z. B. die Bodenwandung der Hülle ersetzen kann.
Die Innenkonstruktion des oben erwähnten Wickelkopfes 23 ist aus Fig. 9 ersichtlich. In einem ortsfesten Stator 34 ist mittels eines Kugellagers 68 die Antriebshülse 39 gelagert, die mittels ihrer Riemenscheibe 38 dauernd angetrieben wird.
Innerhalb der Antriebshülse ist drehbar der Rotor 33 angeordnet, der mittels eines Kugellagers 69 in der Antriebshülse 39 und am rechten Ende mittels eines Kugellagers 71 im. Stator 34 drehbar gelagert ist. Der Rotor 33 ist am linken Ende glockenartig erweitert und trägt hier den Fadenführer 24. An diesen nach rechts anschliessend bis zum rechten Ende ist ein Durchgangskanal 72 vorgesehen, durch welchen der Faden 19 hindurchgezogen wird, wenn er bei der Rotation des Fadenführers 29 auf den im Querschnitt kreisförmigen Teil 25 des Wickeldornes 26 aufgewickelt wird.
Die aufgewickelten Fadenwindungen werden in der beschriebenen Weise durch die Förderbänder 28 nach dem Ablaufende 27 des Wickeldornes gefördert. Der Wickeldorn, der durch eine an sich bekannte Einrichtung gegenüber dem Stator in undrehbarer Lage gehalten wird, wird von einer Achse 73 getragen, die mittels Kugellagern 74, 75 gegenüber dem Rotor 33 drehbar gelagert ist und einSchraubenrad 76 trägt, das mit Tragrädern 77 der endlosen Bänder 28 in Eingriff steht. Die Achse 73 trägt ferner ein Zahnrad 78, das in ein Zahnrad eines Umlaufräderpaares 79 eingreift, dessen anderes Rad mit einer Verzahnung 81 der genannten Antriebshülse 39 kämmt. Das Umlaufräderpaar 79 ist im Rotor 33 drehbar gelagert.
Der Rotor kann durch die erwähnte Elektromagnetkupplung 41 entweder zwecks Durchführung der Wicklung des Fadens mit der Antriebshülse 39 oder zwecks Bremsens oder Stillsetzens mit dem Stator gekuppelt werden. Zu diesem Zweck sind auf einem genuteten Teil 82 des Rotors 33 Kupplungsscheiben 83, 84 undrehbar, aber axial verschiebbar gelagert, von denen die Scheibe 83 mit einem mit dem Stator 34 verbundenen Elektromagneten 85 und die Scheibe 84 mit einem mit der Antriebshülse verbundenen Elektromagneten 86 zusammenarbeitet. Bei Drehung der Antriebshülse 39 werden die Förderbänder 28 über die Verzahnungen und Zahnräder 81, 79. 78,76 ununterbrochen in Bewegung gehalten.
Wird der Elektromagnet 86 erregt, so wird die Kupplungsscheibe 84 angezogen und kuppelt den Rotor 33 mit der Antriebshülse 39, so dass der Faden auf den Wickeldorn aufgewickelt wird und gleichzeitig die Fadenwindungen durch die Förderbänder 28 nach dem Ablaufende 27 zu getragen werden.
Wird der Elektromagnet 85 erregt, so wird durch Anziehen der Kupplungsscheibe 83 der Rotor 33 gebremst und stillgesetzt, wobei die Drehung der Antriebshülse 39 über die mit ihrer Achse festgehaltenen Umlaufräder 79 und die Räder 78, 76 die Weiterbewegung der Förderbänder 28 veranlassen. Dabei entsteht der von dem Verbindungsfaden 43 (Fig. 8) überbrückte Zwischenraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden Windungsschichten.