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Verfahren zur Herstellung geschweisster Rohre.
Die Erfindung betrifft eine Verbesserung an dem Verfahren zur Herstellung gochweisstor Rohre, welches darin besteht, dass der zur Erzeugung des Rohres dienende Blechstreifen zunächst in flachem Zustande in dem üblichen Schweissofen erhitzt und dann Inter wiederholtem Erhitzen in die Rohrform zusammengebogen und zuletzt geschweisst wird. Die Vorbesserung besteht in einer eigenartigen Vorbereitung des Blechstreifens. Der Streifen wird nämlich, wie dies aus Fig. 1 ersichtlich ist, zunächst auf kaltem Wege etwas @ngebogen und dann derart in den Ofen eingeführt, dass die Wölbung auf der Hcrdsohle liegt. Die Biegung ist so bemessen, dass die innere Bogenhöhe ungefähr gleich oder etwas kleiner ist, als der innere Radius des fertigen Rohres.
Das Zusammenbiegen in die Röhrenform und das Schweissen kann dann ohne wiederholte Erhitzung in einem Zuge erfolgen.
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verfahren im Gefolge hat, sind in folgendem gegeben :
Während der flache Blechstreifen in seiner ganzen Breite auf der bekanntlich stets schmutzigen Herdsohle aufliegt und infolgedessen einen grossen Teil von Schmutz mitnimmt, berührt der angebogene Blechstreifen die Sohle nur in einer Linie, so dass fast gar kein Schmutz und keine Schlacke sich anhaften kann. Jodenfalls ist der anhaftende Schmutz so geringfügig, dass er, auch ohne entfernt zu werden, bei den nachfolgenden Bearbeitungen nicht mehr störend sein kann.
Fernerhin wird ein angebogener Blechstreifen im Ofen auf höchst zweckmässige Weise erhitzt. Zugeht ist es nämlich klar, dass der angebogene Blechstreifen auch von der unteren Seite besser bestrichen wird, so dass der Streifen sich l tir erhitzt. Vor allen aber tritt eine höchst vorteilhafte, ungleichmässige Erhitzung ein, die von der Mitte aus nach den Kanten zu allmählich zunimmt, so dass letztere die erforderliche Schweisstemperatur erhalten, während der übrige Teil etwas kälter bleibt.
Dies sind die richtigen Vorbedingungen für das Zusammenbiegen des Streifens. Die Versuche haben ergeben, dass das Rohr sich ohne jeden Widerstand in einem einzigen Zuge ziehen lässt. so dass eine Schweisshitzo erspart werden kann und es nicht mehr nötig ist, das fertig gerundete Rohr zwecks Erzielung der nötigen Schweisstemperatur nochmals zu er- hitz en. Gerade durch letztere Massnahme wurde früher viel Zeit, Arbeit und Wärme \cr- loran, da das ganze Rohr auf Schweisstemperatur zu bringen war, wenn man nicht zu um- ständlichen Öfen oder Wärmequellen Zuflucht nehmen wollte, die nur das Erhitzen der
Schweissnaht zu bewerkstelligen hatten.
Es ist einleuchtend, dass sich diese Vorteile nur dann erzielen lassen, wenn. der
Blechstreifen höchstens halbrund angebogen wird, da sich bei einer weitergehenden Rundung die Ränder, insbesondere an der inneren Fiäcbe, wieder der Einwirkung der Hitze ent- ziehen würden und somit eine unbrauchbare Wärmeverteilung sich einstellen müsste. Am zweckmässigste ist es, den Blechstreifen ungefähr so anzubiegen, wie dies die Zeichnung erkennen lässt.
Das Vorfahren hat, win sich aus dem vorigen leicht ergibt, zum Schluss auch noch
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biegung und die zweckmässige Erhitzung das vollständige Runden und die Schweissung erleichtert, so dass auch ein genaues Zusammentreffen der Kanten im Gegensatz zu bisher unter allen Umständen zu erwarten ist. Man kann auch die Blechstreifen schmaler nehmen,
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Es ist bekannt, die Rohre im warmem Zustand über halbkreisförmig oder in U-Form vorzuliegen und sie dann in Rinnen der Herdsohte derart einzulegen, dass die Ränder nach oben herausstehen. Dies verlangt zunäehst-wie angedeutet-eiqe vorherige Er- wärmung, da die starke Vorrundung auf kaltem Woge zu grossen Kraftverlust bedingt, dann aber sammelt sich in den Rinnen Schmutz an, der erst rocht sich anhaftet, und
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wirbeln bereits teilweise entzogen sind. Eine zweckmässige Erhitzung tritt also nicht ein.
Es ist fernerhin vorteilhaft, die Kanten des Blechstreifens einer eigentümlichen Bearbeitung zu unterwerfen. Diese eigentumliche Bearbeitung der Kanten besteht darin, dass letztere durch angepresste Werkzeuge nicht nur, wie an sich bekannt ist, angestaucht, sondern auch aufgewühlt werden. Es kann dies z. B. mittels Rollen geschehen, die sich unter Druck an die Kanten des Blechstreifens anlegen und beim Durchziehen des letzteren infolge geeigneter, am Umfange der Rollen angebrachter Verzahnungen oder dgl. unter Verdrängung des Materiales Eindrücke in den Rändern des Blechstreifens hinterlassen.
Dieses A I1fwllhlen der gleichzeitig angestauchten Kanten hat bei der nachfolgenden Erhitzung den Vorteil, dass die Flammen Vorsprünge und Vertiefungen finden, die für eine schnelle und gründliche Erhitzung von Bedeutung sind. Die Vorsprünge werden nämlich von den Flammen besser erfasst als glatte Flächen, während die Vertiefungen Wirbel veranlassen, welche die Erhitzung ebenfalls begünstigen. Dieser Vorteil tritt um so mehr in die Erscheinung, als auch schon durch die Anstauchung die äusseren Ränder besser in den Bereich der Flammen gerückt werden.
Selbstverständlich hat die durch die Anstauchung bewirkte Verbreiterung der Kanten, wie "dies sc1iOn bekannt ist, eine Verbesserung der Schweissnaht infolge der erzielten grösseren Berührungsflächen im Gefolge, so dass man also bei gleicher Widerstandsfähigkeit der Schweissnaht den übrigen Körper des Rohres dünner wählen kann. Die Aufwühlung der gleichzeitig angestauchten Kanten hat aber bei der Schweissung noch den weiteren Vorteil, dass die Berührungsflächen noch mehr als bei der glatten Anstauchung vergrössert und somit ein innigerer Verband eneicht wird. Die angedeuteten Vorteile bei der Erhitzung treten besonders dann zu Tage, wenn der kalte Streifen nach der Aufwühlung der Kanten zunächst-wie eingangs beschrieben-angerundet und dann erst in den Ofen befördert wird.
Die aufgewühlten Kanten werden auf diese Weise besonders wirksam von den Flammen umspült, so dass die schon durch
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steigert wird.
Als eine besonders vorteilhafte Aufwühlung der Seitenkanten des zur Herstellung des Rohres dienenden flachen Streifens hat sich das Eindrücken von Längsfurchen erwiesen. Der Streifen wird also in flachem und kaltem Zustande zwischen zwei Rollen hindurchgezogen, die mit kräftigem Druck angepresst werden und so profiliert Sind, dab sie in jede Seitenkante eine tiefe Längsfurche eindrücken. Das durch die Rollen verdrängte Material wird nach aussen getrieben, wodurch dünne, nach aussen etwas abgebogene Ränder entstehen, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Diese Ränder erhitzen sich wegen ihrer Dünnheit und ihrer exponierten Lage sehr schnell, während in die Furchen Flammenwirbel hineinschlagen, so dass auch hier für eine kräftige Erhitzung die besten Bedingungen geschaffen sind.
Im übrigen ergeben sich die bereits angedeuteten Vorteile in gleicher Weise.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung längsgeschweisster Rohre, dadurch gekennzeichnet, dass t in Blefhstreifen zugehst in kaltem Zustande (zweckmässig höchstens so, dass die Bogenhöhe dem Radius des fertigen Rohres gleich ist) angebogen und hierauf zwecks direkter Einwirkung der Flammen auf die Schweisskanten im Schweissofen derart gelagert wird, dass die Wölbung die Herdsohie berührt, worauf schliesslich das Fertigbiegen und Schweissen in einem Zuge erfolgt.