<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Es ist eine Kantvorrichtung bekannt, die aus zwischen den Rollgangsrollen angeordneten und parallel zu diesen drehbar gelagerten Kantrollen besteht. Die Kantrollen bilden mit ihren schraubenartig verlaufenden und paarweise mit ihren Flanken einen Winkel von 900 einschliessenden Umfangsflächen eine verwundene Rinne, so dass das von ihnen erfasste Walzgut bei Drehung der Rollen gekantet wird. In gleicher Ausgangs- und Endstellung der um 360 zu drehenden Kantrollen sind die Schraubenflächen abgeflacht, so dass sie sich unter der Rollgangsebene befinden und ebenso eine Querverschiebung des Walzgutes ermöglichen, wie einen freien Durchlauf eines nicht zu kantenden Stabes. Der Bereich beider Schraubenflächen erstreckt sich dabei über ein annähernd gleiches Bogenmass.
Bei der bekannten Kantvorrichtung ist also vorgesehen, dass sich das Arbeitsspiel der Kantvorrichtung auf die erwähnte volle Umdrehung der Rollen erstreckt, wodurch ein gemeinsamer Antrieb aller zwischen den Rollgangsrollen angeordneten Kantrollen erschwert wird. Bei der älteren Kantvorrichtung besteht ein solcher gemeinsamer Antrieb aus einer durchgehenden, verstellbaren Zahnstange, die über je ein Ritzel auf die Achsen der Kantrollen einwirkt, was jedoch ziemlich kostspielig ist.
Ziel der Erfindung ist es, für Kantrollen der vorbeschriebenen Art einen einfachen, hin-und hergehenden gemeinsamen Hebelantrieb zu ermöglichen, wie er beispielsweise für heb- und senkbare Bodenplatten in Auflaufrollgängen vor Kühlbetten üblich ist.
Es wird daher gemäss der Erfindung vorgeschlagen, dass der Bogenwinkel der beiden Schraubenflächen unter Erhöhung ihrer Steigungen auf einen Stellwinkel von etwa 900 verringert ist, auf den der Kantvorgang zusammengedrängt ist, wobei in an sich bekannter Weise die radialen Erhebungen der Schraubenfläche im Bereich für die erste Phase eines Aufstellvorganges bzw. für die letzte Phase eines Umlegevorganges derart klein sind, dass in der Ausgangs- bzw. Endlage die Schraubenflächen unterhalb der Rollgangsebene verbleiben. Der Stellwinkel von 900 bietet die günstigste Voraussetzung für den angestrebten gemeinsamen Antrieb einer durchgehenden Zugstange, an die alle Kantsektoren über einen Hebelarm angelenkt sind.
Die Erhöhung der Steigungen der Schraubenflächen zwingt natürlich zu einer Herabsetzung ihrer Umfangsgeschwindigkeit gegenüber den bekannten Kantrollen, wenn man stärkere Stossbelastungen vermeiden will.
Die Ausbildung der Kantsektoren mit zwei sich etwa über den gleichen kleinen Winkelbereich erstreckenden Schraubenflächen lässt es leicht zu, die die Kantrinne bildenden Schraubenflächen an einem einstückigen Sektorteil anzuformen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigen : Fig. l einen Kantsektor in Seitenansicht, die Fig. 2-5 verschiedene radiale Teilschnitte nach den Linien II-II bis V-V in Fig. 1, und Fig. 6 eine Ansicht gegen die Schraubenflächen des Kantsektors in Pfeilrichtung A in Fig. 1, jedoch bei vertikaler Lage der Schnittlinie V-V.
Zwischen zwei Rollgangsrollen 1 ist ein Kantsektor 2 einer Gruppe, die zusammen eine Kantrinne bildet, auf einer Achse 3 um 90'schwenkbar gelagert. Am Hebelarm 4 greift eine allen Kantsektoren gemeinsame Zugstange 5 an, die etwa von einem nicht dargestellten hydraulischen oder pneumatischen Kolbenantrieb hin-und herbewegt werden kann und den Arm 4 in die beiden Endlagen 6 bzw. 7 verstellt.
Die strichpunktierten Linien 8 in den Fig. 1-6 stellen die Rollengangsebene dar ; die Linie 9 in Fig. 6 ist die Achsmitte der Achse 3.
An dem sich über ein Bogenmass von nur 900 erstreckenden Kantsektor 2 ist die Umfangsfläche zu swei in radialen Schnitten aufeinander senkrecht stehenden Schraubenflächen 10, 11, die im Falle des 1\usführungsbeispieles zum Aufrechtstellen eines I-Trägers 12 bemessen sind, profiliert. In der Aus- gangsstellung des Kantsektors 2 nach Fig. 1 liegt ein noch unprofilierter Bereich der Umfangsfläche links leben der Schnittlinie II-II knapp unterhalb der Rollgangsebene, so dass der Träger 12 ungehindert mlaufen und eventuell auch quer verschoben werden kann. Etwa im Schnitt nach II-II tritt ein grösserer reil dieser Umfangsfläche mit allmählich stärker werdender Neigung gegenüber der Rollgangsebene 8
EMI1.2
<Desc/Clms Page number 2>
Gleichzeitig mit dem Abheben bildet sich nach Fig. 2 eine kleine, senkrechte Kante aus, die in dem Masse, wie der Träger 12 in aufrechte Lage kommt, sich zu der andern Schraubenfläche 11 auswächst, die den Träger gegen Abrutschen abstützt. Trotz des auf 900 zusammengedrängten Kantvorganges und der Erhöhung der Steigungen der Schraubenflächen ist sichergestellt, dass beispielsweise auch in der radialen Ebene nach Schnitt II-II in Ausgangsstellung nach Fig. 1 keine Teile der Schraubenflächen aus der Rollgangsebene 1 vortreten.
EMI2.1
kommen nacheinander die ineinander übergehenden Umfangsprofile nach den Schnitten II-II bis V-V in den Bereich der Rollgangsebene 8 und damit des Trägers 12, der, wie aus den Fig. 2-5 ersichtlich, aufrecht gestellt wird.
Fig. 6 zeigt die Endphase des Vorganges und gestrichelt die Lage des ankommenden Trägers. Es ist selbstverständlich auch möglich, durch Umkehren des Stellvorganges den aufrechtgestellten Träger 12 in die gestrichelte Lage umzulegen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Aufstellen oder Umlegen von Walzprofile, insbesondere von I-Trägern, bestehend aus zwischen den Rollgangsrollen angeordneten und parallel zu diesen drehbar gelagerten Kantrollen mit bogenförmigen, schraubenartig verlaufenden Umfangsflächen, die sich aus einem in Ausgangsoder Endstellung unter der Rollgangsebene befindlichen Umfangsteil erheben und paarweise mit ihren Flanken unter Einschluss eines Winkels von z.
B. 900 eine verwundene Kantrinne bilden, wobei sich der Bereich beider Schraubenflächen über ein annähernd gleiches Bogenmass erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogenwinkel der beiden Schraubenflächen (10, 11) unter Erhöhung ihrer Steigungen auf einen Stellwinkel von etwa 900 verringert ist, auf den der Kantvorgang zusammengedrängt ist, wobei in an sich bekannter Weise die radialen Erhebungen der Schraubenflächen (10, 11) im Bereich für die erste Phase eines Aufstellvorganges bzw. für die letzte Phase eines Umlegevorganges derart klein sind, dass in der Ausgangs- bzw. Endlage die Schraubenflächen unterhalb der Rollgangsebene verbleiben.