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Kreuzungs-Anlage zur niveaufreien Kreuzung von Verkehrsstrassen
Die Erfindung betrifft Kreuzungs-Anlagen zur niveaufreien Kreuzung von Verkehrsstrassen mit geteilten Fahrbahnen, bei denen von mindestens zwei übereinander angeordneten kreisförmigen Schleifen je eine mit den einlaufenden bzw. mit den auslaufenden Fahrbahnen verbunden ist.
Bei mehrstöckigen Kreuzungs-Anlagen werden einander kreuzende Strassenzüge in verschiedenen Niveaus geführt und dabei ihre einzelnen Fahrbahnen miteinander derart verbunden bzw. verschleift, dass von jeder Zuführungs-Bahn jede Abgangs-Bahn"kreuzungsfrei", d. h. ohne Überschneidung anderer Fahrbahnen, erreicht werden kann ; bei solchen Verkehrsanlagen sollen weiters die meist vorhandenen VorrangStrassen ohne Behinderung durch den an der Kreuzung abzweigenden bzw. einmündenden Verkehr gerade durchgeführt werden.
Als Kreuzungs-Anlagen sind bisher im allgemeinen die sogenannte "Kleeblatt-Kreuzung", ferner die "Umfahrt-Kreuzung"sowie die besonders zweckmässige "Turbinen-Kreuzung" bekanntgeworden, die jedoch überaus geräumig sowie auch ziemlich kompliziert aufgebaut sind, insbesondere weil der über die Gegen-Fahrbahn - bei Rechtsverkehr also der nach links-abzweigende Verkehr auf Fahrbahnen geführt werden muss, die wieder zwei andere Fahrbahnen in entsprechendem Niveau-Unterschied kreuzen ; diese Systeme bewähren sich daher eigentlich nur bei einfachen Kreuzungen von nur zwei Strassen und werden andernfalls, d. h. bei mehr als viergliedrigen Verkehrs-Sternen, überaus kompliziert.
An Kreuzungs-Anlagen der speziellen eingangs beschriebenen Art mit mindestens zwei übereinander angeordneten Schleifen sind bisher solche bekannt, bei denen diese übereinanderliegenden Ringbahnen schraubenförmig ineinander übergehen. Hiebei bilden jedoch die beiden Ringbahnen in ihrer jeweiligen Ebene keinen vollen geschlossenen Kreis, sondern sind an einer Stelle durch die wendelförmig in das an- dere Niveau abgehende Rampe. unterbrochen, auf welcher sich nun der ganze von allen vier oder mehr Stra- ssen-Ästen kommende Verkehr unausweichlich einreihen muss, u. zw. unabhängig von der von den einzelnen Verkehrsteilnehmern beabsichtigten Ausfahrts-Richtung.
Dadurch entstehen aber bereits erhebliche Verkehrs-Stauungen, dies insbesondere auch dann, wenn an den Einmündungen der Zufahrtsstrassen beim Zusammentreffen eines einlaufenden Wagens mit einem auf der Ringbahn durchfahrenden dieser letztere abstoppen muss, was aber gerade bei. derartigen Anlagen für niveaufreie Kreuzungen vermieden werden soll.
Nach der Erfindung werden nun bei Kreuzungs-Anlagen der eingangs beschriebenen Art mit mindestens zwei übereinander angeordneten kreisförmigen Schleifen diese Nachteile dadurch vermieden, dass beide Schleifen als volle ebene Kreisbahnen ausgebildet und über mindestens eine innerhalb derselben geführte Rampe verbunden sind, welche aus den Kreisbahnen bzw. in dieselben in Verkehrs-Richtung herausführen und einmünden ; diese beiden Kreis-Bahnen seien im folgenden kurz"Zufahrts-Kreis"und "Abfahrts-Kreis"genannt.
Für die Einmündung bzw. Abzweigung der einzelnen-d. h. einbahnigen-Fahrbahnen in die beiden übereinanderliegenden Kreise sowie deren Verbindungs-Rampe sind verschiedene Anordnungen möglich ; so können diese Verbindungs-Rampen zwischen den Kreisbahnen zweckmässig wendelförmig geführt sein.
Bei einer andern vorteilhaften Ausgestaltung der Kreuzungs-Anlage gehen beide Fahrbahnen jeder Strasse von übereinanderliegenden Punkten zweier Kreisbahnen tangential und im wesentlichen parallel
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;In der Zeichnung sind nun zwei Ausführungsbeispiele dererfindungsgemasssn Kreuzungs-Anlage für zwei sich kreuzende Strassenzuge dargestellt, u. zw. in Fig. 1 und 3 jeweils in Draufsicht ; sowie in Fig. 2 und 4 im zugehörigen Mittelschnitt li-lI bzw. IV-IV der Fig. 1 und 3.
Bei beiden Anordnungen wird die Kreuzung von vier Strassen-Ästen 1,2, 3 und 4 gebildet, deren Zuführungs-Fahrbahnen le-4e in den jeweils oben befindlichen Zufahrts-Kreis 5 und die mit 11 - 41 bezeichneten Abgangs-Fahrbahnen in den die untere Etage bildenden Abfahrts-Kreis 6 münden.
Bei der in Fig. 1 veranschaulichten Kreuzung biegen von den ankommenden Strassenzügen 1 - 4 die Zuführungs-Fahrbahnen le - 4e - hier also die rechten Fahrbahnen-nach rechts ab und münden in die
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nen 11 - 41 gehen nun von der unteren Kreis-Bahn 6 - also vom Abfahrts-Kreis Q ebenfalls tangential ab und münden unter entsprechender Rechtskrümmung in die Haupt-Fahrbahn der betreffenden Strasse 1 - 4 ein - wodurch an jedem dervierStrassen-Äste ein im Grundriss symmetrisches Bild entsteht.
Von der inneren Fahrbahn 5i des Zufahrts-Kreises 5 zweigen an zwei diametral gegenüberliegenden Stellen 7 und 11 je eine in Fahrtrichtung schräg abwärts führende, wendelförmige Fahrbahn 8 bzw. 10 ab, die in einem entsprechenden Winkelabstand - also etwa gegenüber ihrem Ausgangspunkt - bei 9 bzw. bei 12 in die innere Fahrbahn 6i des unteren, d. h. des Abfahrts-Kreises 6 einmünden.
Schliesslich sind in Fig. 1 die beiden Vorrangs-Strassen 1-3 sowie 2-4 zur geraden Führung ihres Durchgangs-Verkehr über bzw. unter dem Kreuzungs-System einerseits mit einer Brücke, deren Brückenköpfe 14-14 auf den Strassen-Ästen 1 und 3 nur schematisch angedeutet sind, sowie anderseits durch einen
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angelegt werden, dass die als Abfahrts-Kreis dienende untere Kreis-Bahn 6 im Gelände-Niveau liegt und der Zufahrts-Kreis 5 das darüberliegende Stockwerk bildet.
Auf dieser, gemäss Fig. 1 und 2 aufgebauten, mehrstöckigen Kreuzung wickelt sich nun der Verkehr - wie leicht ersichtlich-in folgender Weise ab : ein-z. B. auf der Strasse 1 in Pfeilrichtung - herankom- mendes Fahrzeug, welches nach rechts abbiegen, d. h. die Kreuzung auf der Strasse 2 verlassen will, folgt von der Strasse 1 aus zuerst dem ausgezogenen Pfeil über die einbahnige Zuführung le zur äusseren Fahrbahn 5-o der oberen Kreis-Bahn 5, wechselt dort auf deren innere Fahrbahn 5i und erreicht so an der Stelle 7 den Anfang der wendelförmigen Abfahrts-Rampe 8, über die es nun-in der dargestellten Draufsicht bereits durch den inneren Rand der oberen Kreis-Bahn 5 verdeckt-die untere Kreis-Bahn 6, den Abfahrts- Kreis,
erreicht und weiter auf diesem entlang des strichlierten Pfeiles zu dessen äusserer Fahrbahn 6-0 gelangt und schliesslich über die dort tangential abgehende Fahrbahn 21 die Kreuzung verlässt und in die Strasse 2 einfährt ; gelangt dabei das Fahrzeug auf dem Zufahrts-Kreis 5 aus irgend einem Grunde nicht rechtzeitig vor den Anfangspunkt 7 der Abfahrts-Rampe auf die innere Fahrbahn 5i, dann muss es eben auf
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in die untere Etage 6 einfahren und dann so weiter wie vorher.
Da beide die Kreis-Bahnen 5 und 6 verbindenden Abfahrts-Rampen 8 und 10 innenseitig liegen, d. h. von der inneren Fahrbahn 5i des oberen Kreises zur inneren Fahrbahn 6i des unteren führen, müssen alle am oberen Kreis 5 in die Kreuzung eintretenden Fahrzeuge möglichst sofort einwärts auf die innere Fahrbahn 5i zusteuern bzw. im AbfahrtsKreis möglichst lange auf der inneren Fahrbahn 6i bleiben, so dass die äussere Fahrbahn 5-o bzw. 6-0 beider Kreise für die Zufahrt der auf andern Strassen heranlwmmenden Fahrzeuge bzw. für die Wegfahrt der ausbiegenden freigehalten werden ;
weiters fahren im Bereich der Kreuzuags-Anlage alle Fahrzeuge stets in Linkskurve, so dass auf beiden Kreis-Bahnen 5 und 6 der erforderliche Wechsel der FahrbahnSeite keine Behinderung des Verkehrs verursacht.
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werden von jedem Suassen-Ast 1-4 die Zuführungs-Fahrbahn sowie die zugehörige Abgangs-Fahrbahn le und 11 bzw. 2e und 21 usw. in die beiden übereinanderliegenden Kreis-Bahnen 5 und 6 auf derselben Seite parallel zueinander tangential-d. h. in der in Fig. 3 dargestellten Draufsicht übereinander - hinein- bzw. weggeführt ;
beide die obere und untere Kreis-Bahn 5 und 6 verbindenden Abfahrts-Rampen 15 und 16 beginnen wiederum an zwei diametral gegenüberliegenden Punkten 17 und 18 an der Innenbahn 5i des Zufahrts-Kreises 5 und sind bei dieser Ausführungsform S-förmig ausgebildet und münden in die innere Fahrbahn 6i des Abfahrts-Kreises 6 etwa unterhalb der Scheitelpunkte 18 bzw. 17 der andern Rampe.
Bei dieser Ausführungsform der Kreuzungs-Anlage ergeben sich für die Abwicklung des Verkehrs grundsätzlich die gleichen Bedingungen und Überlegungen wie bei dem ersten Beispiel ; die Fahrzeuge müssen lediglich-wie an dem eingezeichneten Pfeilweg von Strasse 1 zu Strasse 3 ersichtlich-in der Mitte der S-förmigen Abfahrts-Rampe 15 aus der bisherigen Linkskurve in eine Rechtskurve übergehen.
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Fig. 4 zeigt, dass bei diesem Ausführungsbeispiel die obere Kreis-Bahn 5 im Gelände-Niveau angelegt und die untere Kreis-Bahn 6 in einem darunterliegenden Stockwerk angeordnet werden kann ; ein etwa für eine Achse vorgesehener Unterführungs-Tunnel für den geraden Durchgangs-Verkehr müsste dann also in einem zweiten Kellergeschoss untergebracht werden. Die räumliche Anordnung des Etagen-Aufbaues kann also je nach den gegebenen örtlichen Bedingungen variiert werden.
Die erfindungsgemässe mehrstöckige Kreuzungs-Anlage kann natürlich - wie ohne weiters einzusehen - für mehr als vier Zufahrts-Strassen praktisch für beliebig viele Äste ausgebildet werden, ohne dass dadurch zusätzliche konstruktive Komplikationen entstünden ; hiebei können gegebenenfalls-z. B. wenn die Kreuzungs-Anlage nur einen begrenzten Durchmesser aufweisen darf-auch mehr als zwei Kreis-Bahnen übereinander angeordnet werden, also etwa ein oder mehrere Zufahrts-Kreise oder/und mehrere oder ein Abfahrts-Kreis, in denen dann jeweils eben nur ein Teil der Zuführungs-bzw. Abgangs-Fahrbahnen zusammengefasst ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kreuzungs-Anlage zur niveaufreien Kreuzung von Verkehrsstrassen mit geteilten Fahrbahnen, bei der von mindestens zwei übereinander angeordneten kreisförmigen Schleifen je eine mit den einlaufenden bzw. mit den auslaufenden Fahrbahnen verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass beide Schleifen als volle ebene Kreisbahnen (5 und 6) ausgebildet und über mindestens eine innerhalb derselben geführte Rampe (8,10 bzw. 15, 16) verbunden sind, welche aus den Kreisbahnen bzw. in dieselben in VerkehrsRichtung herausführen und einmünden.