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Staubabscheider
Die Erfindung betrifft einen Staubabscheider mit einem in einem Gehäuse drehbar gelagerten Rotor, dessen Mantel aus einem glatt oder mit Längs- oder Querfaltungen am Rotorumfang gespannten Filterstoff besteht und bei dem die staubhaltige Luft von aussen nach innen durch den Rotor strömt.
Bei einem durch die deutsche Patentschrift Nr. 228545 bekanntgewordenen, zur Reinigung von Luft und Gasen bestimmten Staubabscheider besteht der Mantel des Rotors aus einem aus Metallgewebe gefertigten, feinmaschigen Siebzylinder. Das zu reinigende Gas wird von aussen nach innen durch den umlaufenden Rotor geführt. Dabei erhalten insbesondere die grösseren Staubteilchen durch den umlaufenden Rotor eine Zentrifugalbeschleunigung, die grösser ist als die von aussen nach innen am Rotor wirkende Saugkraft, so dass diese Staubteilchen aus dem Gasstrom ausgeschieden werden. Bei einem derartigen Staubabscheider können aber feinere Staubteilchen, deren Masse für eine Beeinflussung bzw. Ableitung durch die Zentrifugalkraft zu klein ist, durch die Maschen des Siebes hindurchgelangen, so dass keine ausreichende Reinigung des Gases gewährleistet ist.
Bei andern Zentrifugal-Staubabscheidern besitzt der Rotor unter Freilassung von Spalten an seinem Umfang angeordnete Flügel, die ebenfalls grösseren Staubteilchen einen sie vom Rotor ableitenden Beschleunigungsimpuls erteilen. Bei derartigen Staubabscheidern ist zufolge der grösseren Spalte eine noch geringere Reinigungswirkung gegeben.
Es sind auch schon Staubabscheider bekannt, bei denen das zu reinigende Gas von innen nach aussen durch einen Rotor geleitet wird. Die deutsche Patentschrift Nr. 959077 zeigt eine derartige Staubabscheidevorrichtung, bei der eine schnell umlaufende Hohltrommel aus Filterstoff vorgesehen ist, der innen das staubhaltige Gas zugeführt wird, so dass es von innen nach aussen durch den Rotor fliesst, wobei sich die Staubteilchen innenseitig am Rotormantel ablagern. Ein derartiger Staubabscheider hat den wesentlichen Nachteil, dass sich im Laufe der Zeit innen am Rotormantel eine Staubschicht ansammelt, die den Gasdurchtritt durch den Rotor erschwert. Es wird daher notwendig, diese Staubschicht von Zeit zu Zeit zu entfernen. Scharfe und heisse Staubteilchen erhalten durch die Fliehkraft eine zusätzliche Beschleunigung und dringen daher tief in den Filterstoff ein.
Dadurch wird einerseits eine ausreichende Reinigung des Filtermantels erschwert, und anderseits ergibt sich dadurch eine Beschränkung der Lebensdauer des Filterstoffes.
Aus der deutschen Patentschrift Nr. 291297 ist ein Verfahren bekanntgeworden, das unter anderem auch die Reinigung von Gasen von schwebenden Teilchen betrifft. Bei diesem Verfahren wird das zu reinigende Gas durch einen oder mehrere um ihre Achse rotierende Kanäle hindurch gegen eine Füllung eines feststehenden Umhüllungsbehälters geschleudert, deren Gegendruck aus dem Gas nur Teilchen mit einem das spezifische Gewicht des Gases übersteigenden spezifischen Gewicht austreten lässt. Die kleineren Teilchen lagern sich in bekannter Weise auf einer Filterschicht ab. Diese Filterschicht muss von Zeit zu Zeit gereinigt werden.
Ein Staubabscheider der eingangs genannten Art zeichnet sich nun erfindungsgemäss dadurch aus, dass der Rotor in einem im wesentlichen zylindrischen Gehäuse angeordnet ist, das an einem Ende mit einem Tangentialeinlass für die staubhaltige Luft und am andern Ende mit einem Auslass für die gereinigte Luft versehen ist, wobei der Rotor mit einer solchen Geschwindigkeit umläuft, dass die schweren Staubteilchen gegen die Wandung des Rotorgehäuses auszentrifugiert werden und der Filterstoff durch das Abzentrifugieren der auf ihm über eine bestimmte, von der Rotorgeschwindigkeit abhängige Höchstmenge hinaus abgelagerten Staubteilchen selbsttätig gesäubert wird. Bei einem erfindungsgemässen Staubabscheider ist der Gasdruck im Rotorgehäuse grösser als innerhalb des Rotors, so dass das Gas gezwungen wird, durch den Rotor und daher durch den Filterstoff zu fliessen.
Die grösseren Teilchen werden schon durch die Zentrifugalwirkung abgeschieden und können durch einen im Gehäuse vorgesehenen Schlitz austreten. Die feineren Staubteilchen dagegen werden vom Gas bis zur Filteroberfläche mitgenommen und lagern sich dort ab. Wie bereits ausgeführt, wirkt aber die Zentrifugalkraft weiter auf die sich bildende
Staubschicht, so dass bald ein Zustand erreicht wird, in dem die Zentrifugalkraft grösser als der die Schicht am Filterstoff festhaltende Gasdruck ist. Die Aussenteile der Staublage werden dann vom Filterstoff abgeschleudert, so dass sich auch dieser Staub in einem mit der Auslassöffnung des Rotorgehäuses verbundenen
Staubsammelbehälter sammeln kann.
Es ist daher weder von Zeit zu Zeit eine Säuberung des Filters
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notwendig, noch ergeben sich die bei andern mit Filtern versehenen Staubabscheidern durch die stetige Zunahme der Staubschicht bedingten Vergrösserungen des Durchlasswiderstandes des Filters, die die Leistungsfähigkeit des Staubabscheiders herabsetzen. Da die Zentrifugalkraft beim erfindungsgemässen Abscheider der Durchströmrichtung des Gases entgegenwirkt, besitzen die auf den Filterstoff auftreffenden Teile nur eine kleine Endgeschwindigkeit, so dass sie kaum in den Filterstoff eindringen und daher auch wieder leicht abgeschleudert werden können.
In der Zeichnung sind zwei erfindungsgemässe Staubabscheider beispielsweise veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen Staubabscheider, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 und Fig. 3 einen andern Staubabscheider im Vertikalschnitt.
Nach den Fig. 1 und 2 sind mit dem Rotorgehäuse 1 an der einen Seite ein Tangentialeinlass 2 für die stauberfüllte Luft bzw. das staubhaltige Gas und an der andern Seite ein Ventilatorgehäuse 3 mit einem Ventilator 4 und einem Auslass für die gereinigte Luft bzw. das gereinigte Gas verbunden.
Im Rotorgehäuse 1 ist ein allgemein mit 6 bezeichneter Rotor drehbar gelagert, der mehrere radial verlaufende Trennwände 8 aufweist, zwischen denen kürzere radial angeordnete Platten 9 angeordnet sind.
Über die Platten 8 und 9 ist ein Filterstoff 10 in Zickzacklagen gespannt. In der Wandung des Rotorgehäuses 1 ist unterseitig ein Längsschlitz 11 vorgesehen, dem ein Auslass 12 nachgeordnet ist, über welche die abgeschiedenen Staubteilchen in einen Sammelbehälter (in der Zeichnung nicht dargestellt) gelangen können.
Der beschriebene Staubabscheider arbeitet wie folgt :
Die staubhaltige Luft bzw. das staubhaltige Gas wird dem Gehäuse 1 über den Tangentialeinlass 2 in der Drehrichtung des Rotors 6 zugeführt und fliesst von aussen nach innen durch diesen Rotor 6. Die gereinigte Luft strömt dann über den Ventilator 4 zum Auslass 5.
Die in Fig. 3 schematisch dargestellte Konstruktionsvariante unterscheidet sich von der beschriebenen Ausführung nur dadurch, dass der Filterstoff in Zickzacklage über ringförmige Rotorstäbe 13 in Längsoder Axialrichtung des Rotors gespannt ist.
Es ist klar, dass im Rahmen der Erfindung weitere Variationen möglich sind. Obwohl in den dargestellten Ausführungsbeispielen der Ventilator 4 und der Rotor 6 auf der gleichen Welle befestigt sind, ist dies natürlich nicht notwendig. Wenn kein direkt mit dem Rotor verbundener Ventilator vorgesehen ist, dann wird vorzugsweise der Gasauslass des Rotors schneckenförmig oder als Diffusor ausgebildet. Schliesslich ist es noch möglich, mehrere Rotoren in einem gemeinsamen Rotorgehäuse anzuordnen.