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Vorrichtung zur Verhütung von Frostschäden mittels
Ventilators
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verhütung von Frostschäden in Obstbau-, Weinbau- und Gemüsebauanlagen durch Ansaugen und Verteilen von Luft aus höheren wärmeren Schichten mittels eines am unteren Ende eines lotrechten Schachtes angeschlossenen Ventilators.
Es ist bekannt, Luft aus wärmeren höheren Schichten mittels eines Ventilators nach unten zu drükken. Hiebei müssen in der zu schützenden landwirtschaftlichen Anlage etwa 10 - 12 m hohe Maste oder Gerüste zum Tragen eines durch einen Elektromotor ode : Verbrennungsmotor angetriebenen Ventilators aufgestellt werden, der die Luft im Freistrahl von oben nach unten drückt. Der thermische Effekt einer derartigen Anlage ist jedoch sehr gering, da sich die aus der Höhe geförderte wärmere Luft auf dem Wege zum Boden sofort mit der dort lagernden Kaltluft vermischt und infolgedessen stark abkühlt. Ausserdem sind derartige Anlagen recht kostspielig, da die Gerüste bzw. Maste sehr stabil ausgerüstet werden müssen, um den Ventilator nebst seinem Antriebsaggregat tragen zu können.
Bei einer andern bekannten Vorrichtung wird ein als Schacht dienendes Metallrohr verwendet, an dessen unterem Ende Verteilerrohre mit Auslassöffnungen und ein seitlich angeschlossener, von einem Elektromotor angetriebener Ventilator vorgesehen sind. Diese Vorrichtung hat grosses Gewicht, das Standrohr muss besonders gesichert werden und die mehrfache Umlenkung des Luftstromes ist ungünstig.
Ferner ist eine fahrbare Anlage mit einem Metallrohr als Schacht bekanntgeworden, an dem ein Krümmer mit einem vertikal laufenden Ventilator angeschlossen ist. Der Schacht mit Krümmer und Ventilator ist auf einer Kreisschiene drehbar. Auch diese Vorrichtung hat grosses Gewicht und hohe Gestehungskosten. Ausserdem kann die Luft jeweils nur in Richtung des Krümmers abgestrahlt werden.
Die Erfindung hat den Zweck, eine derartige Vorrichtung zu schaffen, die bei billiger Herstellungund Betriebsweise und geringem Gewicht leicht transportabel ist, eine Abkühlung der nach unten geförderten wärmeren Luft vermeidet und auf einfache Weise eine gleichmässige Verteilung zulässt. Dies wird dadurch ermöglicht, dass erfindungsgemäss ein an einem Traggerüst aufgehängter rohr- oder schlauchför- miger Schacht aus flexiblem Werkstoff, insbesondere Kunststoff, vorgesehen ist. Hiedurch wird neben geringem Gewicht und leichter Montage- und Transportmöglichkeit auch eine gute Wärmeisolierung erreicht.
Der Schachtkörper besteht zweckmässig aus Stoffbahnen und ist oben und unten mit Spannringen versehen, so dass er durch einen am oberen Spannring angreifenden Seilzug hochgezogen werden kann. Wegen des geringen Gewichtes genügt als Traggerüst ein leichter, oben mit einem kurzen Ausleger versehener Mast. Aus dem gleichen Grunde lässt sich das ganze Aggregat auf einem zweirädrigen Traktoran- hänger montieren, wobei zur Erhöhung der Stabilität zweckmässig ein aus zwei oder drei, oben miteinander verbundenen Rohrmasten bestehendes Traggerüst verwendet wird. Die Anordnung kann auch so getroffen werden, dass auf dem Traktoranhänger lediglich der Ventilator mit Verteiler und Schacht angeordnet sind und dass dieses Aggregat dann an fest angeordnete Auslegermaste zum Hochziehen des Schachtes herangefahren wird.
Der Ventilator ist zweckmässig am unteren Ende des Schachtes auf einem Traggestell in der Waagrechten oberhalb eines vorzugsweise als kegelförmiger Rotationskörper mit konkav, insbesondere elliptisch
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gekrümmten Erzeugenden ausgebildeten Verteilers vorgesehen. Im einfachsten Falle kann ein aus Erdreich gebildeter entsprechend geformter Verteiler dienen. Vor oder hinter dem Ventilator kann in an sich bekannter Weise zusätzlich eine Heizquelle angeordnet sein.
Bei einer andern Ausführungsmöglichkeit kann im Anschluss an den unteren Spannring ein Krümmer angebracht sein. Der Ventilator kann am Anfang des Krümmer in der Waagrechten oder am Ausgang des Krümmers in der Lotrechten vorgesehen sein. Schliesslich kann der Krümmer im unteren Spannring rotierbar gelagert sein, so dass er während des Ventilatorbetriebes umläuft.
Sofern für den Antrieb des Ventilators kein mit diesem zusammengebauter Elektromotor verwendet wird oder kein elektrischer Anschluss vorhanden ist, lässt sich bei der Vorrichtung nach der Erfindung in einfacher Weise ein Traktor als Kraftquelle verwenden, indem der Ventilator unmittelbar über eine auf seiner Achse sitzende Riemenscheibe oder über einen Winkeltrieb von der Traktorwelle aus angetrieben wird.
Zur Versorgung von Obstbaumplantagen oder Weinbergen besitzt der Verteiler zweckmässig einen unter dem Schacht sitzenden Ringkörper mit dem Ventilator und mit radial angeordneten Abzweigstutzen, an die mit Ausströmöffnungen versehene flexible Rohrleitungen anschliessbar sind. Die einzelnen Rohrleitungen werden am besten schlauchartig aus Kunststoff, insbesondere Polyäthylenfolie, gefertigt und mit Ausströmöffnungen entsprechend den Baumabständen versehen. Durch Einfügen von T-Stücken od. dgl. in die an die Abzweigstutzen angeschlossenen Schlauchleitungen können diese mehrfach verzweigt werden.
Vorteilhaft wird der Ventilator innerhalb des Ringkörpers eingebaut. Die Anordnung kann auch so getroffen werden, dass an einem am unteren Schachtausgang vorgesehenen Krümmer ein mit mehreren Ab- zweigstutzen versehenes Rohrstück angesetzt ist, an das eine Reihe von Abzweigleitungen angeschlossen werden kann.
Die Zeichnungen zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung, u. zw. zeigen :
Fig. l eine Vorrichtung mit an einem Auslegermast aufgehängtem schlauchförmigem Schacht, mit waagrecht laufendem Ventilator und einem aus Erdreich gebildeten Verteiler für kreisförmige Luftverteilung, Fig. 2 eine ähnliche Vorrichtung wie in Fig. l mit gerichteter Luftverteilung durch einen Krümmer,
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3Fig. 4 eine Vorrichtung ähnlich Fig. l, deren Ventilator über einen Riemenantrieb von einem Traktor angetrieben wird, Fig. 5 eine als fahrbares Aggregat auf einem Traktoranhängar montierte Vorrichtung, Fig. 6 eine Vorrichtung ähnlich Fig. 5, bei der ein stationärer Auslegermast verwendet wird, Fig. 7 eine Obstbaumplantage mit einer Vorrichtung entsprechend der Erfindung mit Ringverteiler, Fig. 8 eine ähnliche Vorrichtung wie Fig.
7 mit Krümmer und angesetztem Verteilerrohr in einem Weinberg.
Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen dient als Schacht 1 ein aus Zelt-oder Kunststoffbahnen gefertiger schlauchartiger Körper, der oben und unten mit Spannringen 2, 3 versehen ist. Am oberen Spannring 2 greift ein Seilzug 4 an, mit dem der Schacht 1 über eine Winde 5 an einem Auslegermast 6 od. dgl. hochgezogen wird.
Mit Ausnahme des Beispieles der Fig. 3 ist der Ventilator 7 in Höhe des unteren Spannringes 3, in der Waagrechten laufend, auf einem dreifussartigen Traggestell 8 angeordnet. Er kann entweder durch einen unmittelbar angebauten Elektromotor 9 angetrieben werden (Fig. 1-3) oder mittels Riementriebes 10 von einem Traktor 11 (Fig. 4-6) oder einem sonstigen transportablen Motoraggregat.
Wird eine kreisförmige Luftverteilung gewünscht, so wird im einfachsten Falle unterhalb des Ventilators 7 aus Erdreich ein etwa elliptischer Rotationskörper 12 als Verteiler geformt. Es kann auch ein aus Blech oder Kunstharz bestehender, entsprechend geformter Verteiler 12 verwendet werden, wie dies bei den transportablen Anlagen der Beispiele der Fig. 5 und 6 angedeutet ist.
Bei den Ausführungen der Fig. 2 und 3 wird statt einer kreisförmigen eine gerichtete Luftverteilung bewirkt, indem am unteren Spannring 3 ein Krümmer 13 um seine lotrechte Achse schwenkbar angebracht ist. Hiedurch ist es möglich, die wärmere Luft in eine bestimmte Richtung ausströmen zu lassen. Bei der Ausführung der Fig. 3 ist der Ventilator 7 am Ausgang des Krümmers 13 vorgesehen. Der Krümmer 13 lässt sich schliesslich im Spannring 3 rotierbar lagern, so dass er unter Ausnutzung des Rückstosses in an sich bekannter Weise während des Arbeitens des Ventilators rotiert.
Fig. 5 zeigt eine fahrbare Anlage, bei der auf einem zweirädrigen Traktoranhänger 14 eine aus drei oder vier, oben mittels Streben 15 miteinander verbundenen Masten 16 bestehendes Traggerüst für den Schacht 1 mit dem Seilzug 4, 5 befestigt ist. Der untere Spannring 3 mit dem Ventilator 7 wird von einer Querstrebe 17 gehalten. Unter dem Ventilator 7 ist ein Kreisverteiler 14 aus leichtem Blech oder Kunstharz angebracht. Innerhalb des Verteilers 12 ist ein mit Schnecken- oder Schraubenrädern arbeitender, nicht näher dargestellter Winkeltrieb 18 vorgesehen, der mittels eines Riementriebes 10 von der Traktorwelle aus angetrieben wird.
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Beim Beispiel der Fig. 6 ist die Ausführung so abgewandelt. dass auf dem Traktoranhänger 14 lediglich ein niedriges Traggerüst 8 für den Ventilator 7 und den unteren Spannring 3 angebracht ist. Zum Aufhängen des Schachtes 1 dient, wie bei den Beispielen 1 - 4, ein stationärer Mast 6, an den der Traktor 11 mit Anhänger 14 herangefahren wird.
In der Obstbaumplantage der Fig. 7 ist etwa zentral eine Vorrichtung entsprechend der Erfindung aufgestellt, die einen an einem stationären Mast 6 mittels eines Seilzuges 4,5 aufgehängtenschlauchförmi- gen Schacht 1 aus flexiblem Werkstoff besitzt. Der am unteren Ende des Schachtes 1 unterhalb des bei 7 angedeuteten Ventilators vorgesehene Verteiler 12 weist einen Ringkörper 20 mit radial angebrachten Abzweigstutzen 21 auf, die zweckmässig einzeln verschliessbar sind.
An die Abzweigstutzen 21 werden schlauchartige Rohrleitungen 23 aus flexiblem Kunststoff, insbesondere Polyäthylen, entsprechend der Zahl der zu schützenden Baumreihen, Weinbergszeilen od. dgl angeschlossen. Diese Rohrleitungen 23 werden in geeigneten Abständen, die beispielsweise den Baumbeständen in einer Plantage entsprechen können, mit Ausströmöffnungen 22 versehen, so dass dem zuschützenden Objekt ein Höchstmass von warmer Luft zugeführt werden kann.
Durch Einbau von T-oder Doppel-T-Stücken 25 in die an die Abzweigstutzen 21 angeschlossenen Schlauchleitungen 23 lassen sich leicht weitere Abzweigungen 26, z. B. für parallele Baureihen oder Weinbergszeilen, herstellen.
Bei der Ausführung entsprechend Fig. 8 ist am unteren Ende des Schachtes 1 ein Krümmer 13 vorgesehen, an den ein mit mehreren Abzweigstutzen 21 versehenes Rohrstück 27 angeschlossen ist, das beim Ausführungsbeispiel quer zu den Zeilen 28 eines Weinberges verläuft. Die an den Abzweigstutzen 21 angeschlossenen Abzweigleitungen 23 sind in den einzelnen Weinbergszeilen 28 verlegt. Die Ausströmöffnungen 22 sind so verteilt, dass eine ausreichende Frostschadenverhütung an den Weinstöcken ermöglicht wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Verhütung von Frostschäden in Obstbau-, Weinbau- und Gemüsebauanlagen durch Ansaugen und Verteilen von Luft aus höheren wärmeren Schichten mittels eines am unteren Ende eines lotrechten Schachtes angeschlossenen Ventilators, dadurch gekennzeichnet, dass ein an einem Traggerüst (6, 15, 16) aufgehängter rohr- oder schlauchförmiger Schacht (1) aus flexiblem Werkstoff, insbesondere Kunststoff vorgesehen ist.