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Amalgammischer, insbesondere für zahnärztliche Zwecke
Für die Herstellung knetbarer Mischungen aus Silberamalgam und Quecksilber sind mechanisch oder elektrisch betriebene Mischgerät bekannt, welche eine zur Aufnahme der zu mischenden Stoffe geeignete, aus zwei Hälften bestehende, meist zylindrische Mischbüchse in hin-und hergehende Bewegung versetzen und durch diesen Schüttelvorgang die innige Vermischung von Amalgam und Quecksilber bei gleichzeitiger Amalgamation bewirken. Bei einer Art dieser Mischgerät ist die Mischbüchse in einer federnden Gabelung am Ende eines pendelnd gelagerten Hebels befestigt, welcher durch Angriff eines mechanisch oder elektrisch betriebenen Exzenters in pendelnde Bewegung versetzt wird.
Es sind auch schon Amalgammischer für zahnärztliche Zwecke bekanntgeworden, bei welchen ein gabelförmig ausgebildeter Tragkörper für das Mischgefäss mit einer den Abschluss desselben sichernden Klemmvorrichtung versehen ist, wobei dem Mischgefäss durch einen Kurbeltrieb eine Schüttelbewegung in der Längsrichtung des Mischgefässes erteilt wird. Die Kurbelstange greift dabei an dem lotrecht auf und ab bewegten. an Gleitstangen schlittenartig geführten Tragkörper an, wobei der Kurbelhub etwas grösser als die Länge des inneren Fassungsraumes des Mischgefässes ist. Es ist daher ein relativ grosser Hubweg für die Schüttelbewegung des Mischgefässes erforderlich, was erhöhten Verschleiss der Führungsflächen des Tragkörpers und Störanfälligkeit der Geräte bedingt.
Die Erfindung betrifft einen Amalgammischer, insbesondere für zahnärztliche Zwecke, mit einem Exzenterantrieb, der einem Tragkörper des Mischgefässes eine in der Längsachse des Mischgefässes hinund hergehende Bewegung erteilt und bezweckt, den Antrieb zur Vermeidung der angeführten Nachteile der bekannten Amalgammischer zu verbessern und die Lebensdauer derartiger Geräte wesentlich zu erhöhen. Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, dass der Exzenter mit einer in ihrer Längsrichtung verschiebbar geführten Achse, vorzugsweise über einen den Exzenter umfassenden bügelförmigen Mitnehmer, in Antriebsverbindung steht, auf welcher der das Mischgefäss aufnehmende Tragkörper, gegen Anschläge der Achse federnd abgestützt, verschiebbar geführt ist.
Durch diese Ausbildung des Mischers werden die Vorgänge von Erregung und Schwingung getrennt, wobei die erforderliche Schwingweite des Mischgefässes durch eine geringe Axialverschiebung der hin-und herbewegten Achse erreicht wird und daher nur einen geringen Hub des Exzenters erforderlich macht. Der Tragkörper ist mittels die Achse umschliessender Schraubenfedern gegen die Anschläge abgestützt, von welchen einer auf die Achse verstellbar angeordnet sein kann. Die Verstellbarkeit des Druckzustandes der Schraubenfedern ermöglicht ferner, die Resonanzfrequenz des mit Vorteil geradlinig schwingenden Mischgefässes samt Tragkörper genau an die Umdrehungszahl des Exzenterantriebes anzupassen und dadurch beispielsweise mit einem Ausschlag der Achse von 3 mm eine Schwingweite der Mischgefässe von 15 bis 18 mm zu erreichen.
Die verminderte Erregungsamplitude der Achse sowie die federnde Abstützung des in Resonanz schwingenden Tragkörpers mit Mischgefäss in jeder Stellung der Schwingbewegung ergeben eine bedeutend verminderte Beanspruchung der Antriebslagerung bei gesteigerter Wirksamkeit des Mischvorganges. Die das Austreten von Quecksilber oder Amalgam während des Mischvorganges verhindernde Klemmvorrichtung kann erfindungsgemäss aus einem am Tragkörper schwenkbar gelagerten Hebel bestehen, der unter der Wirkung eines handbetätigten Exzenters die Schliessstellung des Mischgefässes sichert.
Eine bauliche Verbesserung des Mischers gemäss der Erfindung besteht darin, dass der Exzenter auf der Welle eines im Gehäuse des Mischers vertikal gelagerten Elektromotors zwischen dem bügelförmig ausgebildeten Mitnehmer der
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Achse angeordnet ist, der oberhalb einer das Gehäuse des Mischers nach oben abdeckenden, die Lager der Achse tragenden Platte vorgesehen ist, die durch eine den Schüttelmechanismus abschliessende, einen Längsschlitz aufweisende Kappe abgedeckt ist, durch welchen die Gabelarme des Tragkörpers hindurchragen. Durch diese Ausbildung kann die Standfläche des Gerätes sehr klein sein und somit der Forderung der Praxis nach geringem Raumbedarf solcher Geräte entsprochen werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand einer beispielsweisen Ausführungsform in Fig. 1 im Längsschnitt mit teilweiser Seitenansicht und in. Fig. 2 in Draufsicht bei abgenommenem Deckel des Mischers dargestellt, während Fig. 3 eine Einzelheit zeigt.
Innerhalb eines nach oben offenen Gehäuses 1 des Mischers ist mit vertikaler Antriebswelle 2 der Motor 3 sowie die Zeitschaltuhr 4 eingebaut und die elektrische Schaltverbindung des Stromzufühtui1gs- kabels 5 mit dem Motor und der Schaltuhr untergebracht. Das Gehäuse 1 ist zweckmässig aus einer schweren Legierung oder aus Gusseisen hergestellt, damit das Gesamtgewicht des Mischers die durch den Schüttelvorgang hervorgerufenen Vibrationen möglichst dämpft. Auf der Standfläche des Gehäuses sind zur schwingungs-und geräuschdämpfenden Aufstellung Gummifüsse 6 befestigt. Am oberen Rand 7 des Gehäuses 1 liegt eine ebene Platte 8 auf, deren Stellung zum Gehäuse durch Stifte 9 gesichert und durch Verschraubungen 10 eines darüberliegenden Deckels 11 mit dem Gehäuse festgeklemmt wird.
In der Platte 8 sind eine Durchtrittsöffnung 12 für die Welle 2 des Motors 3 und Gewindebohrungen für die Befestigung eines horizontal angeordneten Resonanzschwingsystems. Die Platte weist einen Längsschlitz 13 auf, welcher einen Fortsatz 14 eines Tragkörpers 15 des Mischgefässes führt und gegen seitliches Kippen sichert. Das Mischgefäss besteht aus zwei schachtelartig zusammensteckbaren Teilen 16, 17 und das Resonanzschwingsystem aus einer horizontal in zwei verstellbaren Lagern 18 geführten Achse 19, einer auf dieser Achse verschiebbar geladenen, mit dem Tragkörper 15 des Mischgefässes 16, 17 fest verbundenen Hülse 20, zwei Schraubenfedern 22 und einer auf der Achse 19 angeordneten Verstellmutter 23.
Mit der Achse 19 ist ein bügelförmiger Mitnehmer 24 verbunden, an dessen Bügelarmen 25,26 ein auf der Welle 2 des Motors 3 befestigter Exzenter 27 angreift. Die zentrisch auf der Achse 19 angeordneten Schraubenfedern 22 stützen sich je mit einem Ende gegen den Tragkörper 15 und mit dem andern Ende gegen den Mitnehmerbügel 24 bzw. gegen die Verstellmutter 23 ab. Der Tragkörper 15 ist in seinem oberen, durch einen Schlitz 28 des Deckels 11 ragenden Teil gabelförmig ausgebildet, wobei der eine Gabelarm 29 mit einer Bohrung 31 und der andere Gabelarm 30 mit einemgleichachsig verlaufenden Durchgangsgewinde 32 versehen ist.
Im Gewinde 32 ist eine Rändelschraube 33 verstellbar, welche an ihrer Stirnfläche eine in Richtung der Bohrung 31 verlaufende Ausnehmung 34 aufweist und dazu dient, den aus zwei schachtelartig zusammensteckbaren Teilen 16, 17 bestehenden Mischbehälter zwischen den Gabelarmen 29,30 des Tragkörpers festzuklemmen. Bei Einschaltung des Motors wird der Exzenter 27 in Drehung versetzt und bewirkt durch die Mitnahme des Bügels 24 eine oszillierende Bewegung der Achse 19. Diese Bewegung führt zu einer freien Schwingung des Tragkörpers 15 entgegen der Wirkung der Federn in der Achsrichtung.
Durch Verstellung der Spannung der beiden Druckfedern 22 mittels der Verstellmutter 23 kann für die Schwingung des Tragkörpers 15 Resonanz eingestellt werden, womit die Schüttelbewegung des Mischbehälters auf ein Vielfaches der Erregungsamp1itude erhöht wird. Da die Schwingungsfrequenz durch konstante Drehzahl des Antriebsmotors unverändert ist und das Gewicht des Tragkörpers 15 vorteilhaft ein Mehrfaches des Füllgewichtes des Mischbehälters 16, 17 beträgt, wird mit einer einzigen Einstellung des Federdruckes die Resonanzschwingung für alle vorkommenden Füllgewichte erreicht. Ein besonderer Vorteil ist, dass der Schwung des oszillierenden Tragkörpers in den Umkehrstellungen durch die Restfederung der Druckfedern weich abgefangen wird und das Entstehen schädlicher Überlagerungsschwingungen verhindert ist.
Dies ergibt einen ruhigen Lauf des Mischers bei kräftiger Mischwirkung und unter Schonung der Betriebslagerung.
In weiterer baulicher Ausgestaltung des Mischers kann der Deckel 11 mit einem durch einen Klemmdeckel 35 verschliessbaren Schauloch 36 versehen sein, um leichten Zugang zum Exzenterantrieb zu haben, ohne die Schrauben 10 des Deckels 11 lösen und diesen abheben zu müssen. Weiters ist es zweckmässig, auf der Oberseite des Deckels 11 eine vertiefte Ablagefläche 37 vorzusehen und Vertikalbohrungen 38 anzuordnen, in welche eine oder mehrere Mischbüchsen eingesteckt werden können.
Es ist von Vorteil, Mischbüchsen verschiedenen Fassungsraumes. bei gleichen Aussenabmessungen zu verwenden, wodurch für kleine Füllmengen ein Gewichtsausgleich durch das erhöhte Gewicht der Mischbnehse geschaffen und die Oberfläche des Füllraumes verkleinert wird, was durch geringe Anlage von Amalgam an den Wandungen wiederum geringeren Verlust an Füllgut bringt. An Stelle der Klemmvorrichtung durch die Rändelschraube 33 kann gemäss Fig. 3 zur Befestigung des Mischbehälters 16, 17 eineKlemmvorrich-
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tung angewendet werden, welche z.
B. aus einem Winkelhebel 39 besteht, mit dessen einem Hebelarm ein von Hand zu betätigender Exzenter 40 zusammenwirkt, wobei durch die Bewegung des Hebels der Mischbehälter zwischen ihm und dem feststehenden Gabelende 41 des Tragkörpers 15 geklemmt wird. Diese Spannvorrichtung ist schneller zu betätigen als eine mittels Rändelschraube und ergibt besonders bei häufiger Benützung des Mischers eine bedeutende Zeitersparnis.
Es ist ferner möglich, den Mischer ohne Motor und Schaltuhr in ein entsprechend kleineres Gehäuse einzubauen und den Antrieb unter Zwischenschaltung einer bei zahnärztlichen Bohrmaschinen üblichen Steckkupplung durch biegsame Welle oder SchnÎ1rrollenantrieb zu betreiben. Der Antrieb-des Exzenters 27 erfolgt daher durch einen an die üblichen Kupplungen zahnärztlicher Schnurrollenarme anschliessbaren Mitnehmer oder durch eine Achse, welche mit dem Spannmechanismus zahnärztlicher Bohrinstrumente gekuppelt werden kann. Diese an sich bekannte Ausbildung eines Mischers als sogenannter Handmischer ist lediglich eine Abart in der Anordnung und Grösse der beschriebenen Merkmale der Erfindung, so dass sich eine nähere Erläuterung derselben erübrigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Amalgammischer, insbesondere für zahnärztliche Zwecke, mit einem Exzenterantrieb, der einem Tragkörper des Mischgefässes eine in der Längsachse des Mischgefässes hin-und hergehende Bewegung erteilt, dadurch gekennzeichnet, dass der Exzenter (27) mit einer in ihrer Längsrichtung verschiebbar geführten Achse (19), vorzugsweise über einen den Exzenter umfassenden bügelförmigen Mitnehmer (24), in Antriebsverbindung steht, auf welcher der das Mischgefäss (16) aufnehmende Tragkörper (15), gegen Anschläge (23,24) der Achse (19) federnd abgestützt, verschiebbar geführt ist.