AT213938B - Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird - Google Patents

Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird

Info

Publication number
AT213938B
AT213938B AT709856A AT709856A AT213938B AT 213938 B AT213938 B AT 213938B AT 709856 A AT709856 A AT 709856A AT 709856 A AT709856 A AT 709856A AT 213938 B AT213938 B AT 213938B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
fatigue strength
objects
phosphorus
production
high fatigue
Prior art date
Application number
AT709856A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Roechlingsche Eisen & Stahl
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Roechlingsche Eisen & Stahl filed Critical Roechlingsche Eisen & Stahl
Application granted granted Critical
Publication of AT213938B publication Critical patent/AT213938B/de

Links

Landscapes

  • Springs (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und
Konstruktionselementen, von denen eine hohe
Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird 
Von den auf Schwingung beanspruchten Stahlgegenständen, insbesondere Federn, wird eine möglichst hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt, die von der Festigkeit und Streckgrenze des Stahles sowie vom Oberflächenzustand der Werkstücke abhängt. 



   Eingehende Untersuchungen führten zu der Erkenntnis, dass die Dauerfestigkeit von Federstählen durch den Phosphorgehalt des Stahles wesentlich beeinflusst wird,   u. zw.   vielfach stärker als durch die Streckgrenze und Festigkeit des Stahles oder die Wärmebehandlung und Oberflächenbeschaffenheit des Werkstückes. 



   Man hat zwar bereits für Blattfedern   höchster, Beanspruchung Phosphorgehalte   von   0, 0350 ; 0   und für höchstwertige Federdrähte solche von 0, 02 5% als oberste Grenze vorgeschlagen. Eine weitere Erniedrigung des Phosphorgehaltes wurde für derartige Stähle aber bisher nicht für erforderlich erachtet, weil in der einschlägigen Literatur darüber hinausgehende Hinweise auf   den Einfluss   des Phosphors auf die Dauerfestigkeit fehlen. 



   Erfindungsgemäss sollen zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, wie z. B. Federn, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit gefordert wird, legierte oder unlegierte, warm vergütbare Federstähle üblicher Zusammensetzung, jedoch mit der Massgabe verwendet werden, dass deren Phosphorgehalt weniger als 0, 015%, vorzugsweise weniger als   0, 012% beträgt.   Diesem Vorschlage liegt mit Rücksicht auf den oben dargestellten Stand der Technik eine überraschende Erkenntnis zugrunde, die keineswegs in der bisher angestrebten Entwicklungslinie gelegen ist. 



   Die der Erfindung zugrundeliegende neue Erkenntnis, dass der Phosphor die Dauerschwingungsfestigkeit eines Stahles stark beeinträchtigt, erklärt sich offenbar aus der starken Seigerung des Phosphors. Es hat sich   herausgestellt, dass bereitsPhosphorgehalte von0, 015% und mehr   zur Bildung eines ternären Phosphideutektikums mit über   10   Phosphor an den Korngrenzen des   Primärgefüges   führen, das durch die übliche Warmverarbeitung und Wärmebehandlung nicht beseitigt wird. Als Folge der Einlagerung der spröden phosphorreichen Phase im Gefüge ergeben sich innere   Anürüche   bei schwingender Beanspruchung, die zum vorzeitigen Bruch des Werkstoffes führen.

   Bei Phosphorgehalten unter 0, 015%, vorzugsweise jedoch unter 0, 012%, tritt ein ternäres Phosphideutektikum bei den Federstählen normaler Zusammensetzung nicht mehr auf, so dass die Dauerfestigkeit durch denPhosphorgehalt nicht mehr wesentlich   beeinträchtigt wer-   den kann. Auch genügt bei so geringen Gehalten der während der Warmformgebung eintretende geringe   Konzentrationsausgleich   durch Diffusion, um ein ausreichend homogenes Gefüge selbst in den immer stärker zur Seigerung neigenden Teilen aus dem Blockkopf zu erhalten. 



   Die Erkenntnis, dass die Dauerfestigkeit von Federstählen durch deren Phosphorgehalt vielfach stärker als durch ihre Festigkeitseigenschaften, ihre Wärmebehandlung und   Oberflächenbeschaffenheit   beeinflusst werden kann, stellt aber einen wesentlichen technischen Fortschritt dar, weil diese Erkenntnis einen sicheren Weg angibt, auf dem deren hohe Dauerschwingungsfestigkeit erreicht werden kann. Hinzu kommt noch, dass die erfindungsgemäss zusammengesetzten Federstähle gegenüber den bisher bekannten auch gegen äussere Einflüsse, wie   z.   B. Oberflächenfehler, wesentlich unempfindlicher sind und daher nur einen geringen Aufwand bei ihrer Verarbeitung erfordern. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die sich   n   nicht vorauszusehender Weise ergebende unerwartete Steigerung der Dauerschwingungsfestigkeit der erfindungsgemäss zu verwendenden Stähle bestimmten   Phosphorgehaltes geht   aus dem beiliegenden Diagramm hervor, das die Abhängigkeit der Dauerschwingungsfestigkeit von Blattfedern von deren Phosphorgehalt widergibt. Dieses Diagramm zeigt, dass die Veränderung der Lastwechselzahl bis zum Bruch der Feder eine unstetige Funktion des Phosphorgehaltes ist und die optimale Dauerschwingungsfestigkeit unter gegebenen Beanspruchungsverhältnissen erst bei unter   0, 0150/0   Phosphor gelegenen Werten erreicht wird. Aus dem Diagramm ist auch ersichtlich, dass die Breite des Streubereiches von der Kristallseigerung des Phosphors abhängig ist und naturgemäss mit steigenden Phosphorgehalten zunimmt. 



   Die als   schädlich erkannte   Wirkung eines höheren Phosphorgehaltes, auch wenn er unter der Grenze aller üblichen Phosphorgehalte liegt, kann durch eine Diffusionsglühung gemildert werden. Jedoch sind dafür Diffusionstemperaturen zwischen 1150 und 13500 und sehr lange Diffusionszeiten erforderlich. Man wird diesen Weg aus wirtschaftlichen Gründen nur   beschreien,   um die Wirkung eines erfindungsgemäss niedrigen Phosphorgehaltes zu unterstützen. 



   Es leuchtet ein, dass durch alle Massnahmen, die zu einem feineren Primärgefüge im Gussblock führen, wie die Wahl geringer Blockgrösse, niedriger Giesstemperatur und der Zusatz keimbildender und kornverfeinernder Zusätze, beispielsweise von Sonderdesoxydationsmitteln wie   AI,   Ca, Si oder Zirkonverbindungen zur Schmelze auch das Ausmass der schädlichen Phosphidbildung herabgesetzt wird. Es hat sich jedoch gezeigt, dass dennoch der erfindungsgemäss anzustrebende Maximalwert von weniger als   0, 015%   Phosphor in der Schmelzanalyse eingehalten werden muss, um ein einwandfreies Ergebnis sicherzustellen. 



  Die Einhaltung dieser erfindungsgemäss geforderten niedrigen Phosphorgehalte erfordert aber die Anwendung zusätzlicher metallurgischer Massnahmen bei der Erschmelzung eines solchen Stahles ; diesbezüglich wird auf die Auswahl des Einsatzes, eine entsprechende   Schlacken-und Temperaturführung   im Ofen sowie auf die geeignete Desoxydation unter Vermeidung jeglicher Rückphosphorung bei der Herstellung derartiger Stähle, z. B. im   Siemens-Martinofen, verwiesen.   
 EMI2.1 
 P-Gehalt von nur 0, 012% in der Schmelzanalyse. Vergütet auf 135   kg/rnm2. Schwingungsfestigkeitbis   zum Bruch der fertigen Federn unter den gleichen Prüfbedingungen wie im Beispiel   a) : 375000-410000   Schwingungen. 



   Ähnliche Verhältnisse liegen auch bei Blattfedern aus unlegierten und   legierten Federbändern   vor, wie sie für die verschiedensten Verwendungszwecke benötigt werden. Das gleiche gilt auch für Wickelfedem aus Walzdraht oder gezogenem Draht. 



   Bei Torsionswechselbeanspruchungen, wie sie z. B. bei Drehstabfedern auftreten, konnte der schädliche Einfluss eines hohen Phosphorgehaltes ebenfalls beobachtet werden. Auch bei schwingender Beanspruchung eines Werkstückes durch Biegung, Torsion oder durch beide Beanspruchungen gemeinsam ergibt die Begrenzung des Phosphorgehaltes mit weniger als   0, 015%   wesentlich bessere und gleichmässigere Werte für die   Wechselbeansprt1chung.   



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Die Verwendung eines legierten oder unlegierten, warmvergütbaren   Federstah1es   üblicher Zusammensetzung, jedoch mit der Massgabe, dass der Phosphorgehalt weniger als 0, 015%, vorzugsweise weniger als 0, 012% beträgt, als Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, wie z. B. 



  Federn, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird.

Claims (1)

  1. 2. Die Verwendung eines Stahles der Zusammensetzung gemäss Anspruch l, der einer Diffusionsglühung im Temperaturbereich von 1150 bis 13500 unterworfen wurde, für den Zweck nach Anspruch 1.
    3. Die Verwendung eines Stahles der Zusammensetzung nach Anspruch 1, bei dessen Erschmelzung kornverfeinernde Zusätze, beispielsweise Sonderdesoxydationsmittel, wie Al, CaSi, Zirkon-Verbindungen, der Schmelze zugesetzt wurden, für den Zweck nach Anspruch 1.
AT709856A 1955-12-01 1956-11-27 Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird AT213938B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE213938X 1955-12-01

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT213938B true AT213938B (de) 1961-03-10

Family

ID=5815961

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT709856A AT213938B (de) 1955-12-01 1956-11-27 Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT213938B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2421704C3 (de) Nickel-Eisen-Gußlegierung
DE2937321C2 (de) Verfahren zum Erschmelzen von Gußeisen mit Vermiculargraphit mittels Doppelmodifizierung
DE19829047A1 (de) Aluminiumkolbenlegierung und Aluminiumlegierungskolben
DE3032154C2 (de)
DE1758721B1 (de) Nickel chrom legierung
DE2507132A1 (de) Aluminium-zink-magnesium-legierung
DE112008000392T5 (de) Hochgradig steifes und hochgradig dämpfendes Gusseisen
DE112009001294B4 (de) Gusseisen mit hoher Festigkeit und hohem Dämpfungsvermögen
EP0702094B1 (de) Verwendung einer aushärtbaren Kupferlegierung
AT213938B (de) Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen und Konstruktionselementen, von denen eine hohe Dauerschwingungsfestigkeit verlangt wird
EP0119501B1 (de) Verwendung einer aushärtbaren Kupfer-Nickel-Mangan-Legierung als Werkstoff zur Herstellung von Brillenteilen
DE2402945A1 (de) Hochzaehes gusseisen mit kugelgraphit und verfahren zu seiner herstellung
EP0302255B1 (de) Verwendung einer Kupferlegierung als Werkstoff für Stranggiesskokillen
DE1758820B2 (de) Verwendung einer alzncnmg-legierung
CH209688A (de) Nickel-Chromlegierung.
DE1533337B1 (de) Legiertes weisses gusseisen
DE2262137A1 (de) Nickel-chrom-eisen-legierung mit hoher hitzebestaendigkeit und hoher zeitstandfestigkeit
DE954508C (de) Verfahren zur Herstellung hochfester Staehle mit hohem Arbeits- und -Fliessvermoegen
CH357753A (de) Stahl mit hoher Dauerschwingungsfestigkeit
EP0705908B1 (de) Niedriglegierter C-Mn-Stahl
AT167349B (de) Schwefelempfindlicher umhüllter Schweißstab und eiserner Kern hiezu
DE817817C (de) Verfahren zur Herstellung von Aluminiumlegierungen
AT204793B (de) Aluminiumgußlegierung hoher Festigkeit
DE1246256B (de) Verfahren zur Verbesserung der Festigkeit und Duktilitaet von Aluminium-Silicium-Gusslegierungen
AT111589B (de) Verfahren zur Erzielung eines gut bearbeitbaren Graugußgefüges von hoher Festigkeit.