AT210576B - Verfahren zur Herstellung von Formsand für das Maskengußverfahren und Formsand für das Maskengußverfahren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formsand für das Maskengußverfahren und Formsand für das Maskengußverfahren

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AT210576B AT11158A AT11158A AT210576B AT 210576 B AT210576 B AT 210576B AT 11158 A AT11158 A AT 11158A AT 11158 A AT11158 A AT 11158A AT 210576 B AT210576 B AT 210576B
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  Verfahren zur Herstellung von Formsand für das Maskengussverfahren und Formsand für das Maskengussverfahren 
Das Maskengussverfahren wird im allgemeinen derart durchgeführt, dass Quarzsand zunächst mit feinvermahlenem   Kunstharzpulver auf   mechanischem Wege so innig vermischt wird, dass der Harzstaub an den Oberflächen der Sandkörner allseitig als dünner Staubüberzug haftet. Hierauf werden die die Sandkörner umhüllenden Kunstharzstaubschichten durch Einführung und gleichmässige Verteilung geringer Mengen von   Lösungs- oder   Quellmitteln in plastischen Zustand übergeführt und das Gut wird durch Verdunsten des Quellmittels unter Weiterführung des Mischvorganges in rieselfähigen staubfreie Zustand übergeführt. 



  Zur Durchführung dieses Verfahrens hat man bisher in der Praxis durchwegs Phenol-Formaldehyd-Kondensate als Kunstharz verwendet, die aber infolge ihres Phenolgehaltes mit erheblichen Nachteilen verbunden sind. 



   Wie gefunden wurde, kann die Aufbereitung von Formsand für   das Maskengussverfahren unter Erzielung   besonderer Vorteile durchgeführt werden, wenn als Harzbinder Keton-Aldehyd-Harze, insbesondere Zwischenkondensate von Ketonen mit Formaldehyd eingesetzt werden, welche in nicht ausgehärtetem Zustand angewendet werden. Vorteilhaft werden diese Zwischenkondensate unter Anwendung der KetonKomponente im Überschuss   hergestellt und gelöst in   der überschüssigen Keton-Komponente zur Anwendung gebracht. Die Keton-Formaldehyd-Zwischenkondensate können als Bindemittel unmittelbar auf die Sandkörner aufgebracht werden oder als plastifizierend wirkendes Benetzungsmittel für die vorher mit Kunstharzstaub bedeckten Kunstharzkörner oder zu beiden Zwecken Verwendung finden. 



   Die Erzeugung der erfindungsgemäss anzuwendenden Keton-Aldehyd-Zwischenkondensate kann z. B. durch Umsetzung von Ketonen mit Formaldehyd in Gegenwart basischer Kondensationsmittel vorgenommen werden. Hiebei wird, wie bereits oben erwähnt wurde, die Keton-Komponente vorteilhaft im Überschuss angewendet, wodurch Lösungen der gebildeten Zwischenkondensate in dem überschüssigen Keton erhalten werden. Derartige Lösungen können aber auch unter Verwendung oder Mitverwendung anderer Lösungsmittel erzeugt werden. Als Keton-Komponenten, die im Überschuss angewendet werden können, kommen unter anderem Aceton, Methylisobutylketon, Mesityloxyd, Diacetonalkohol, Methylanon usw. in Betracht. 



   Durch Anwendung von Lösungen der Zwischenkondensate in überschüssigem Keton, z. B. Aceton, ist man in der Lage, die Umhüllung der Sandkörner mit einer niedrigviskosen Ketobutanolstufe in sehr einfacher und   gleichmässiger   Weise durchzuführen. In den so erzeugten Umhüllungen der Sandkörner findet die weitere Verharzungsreaktion des Ketobutanols unter Bildung höhermolekularer Produkte statt. 



   Mit Vorteil wird der Kondensationsvorgang von Keton und Formaldehyd unter Anwendung der Keton- 
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 Gemisches von Aceton und Formaldehyd und Zugabe von Natronlauge als Katalysator verläuft der Vorgang mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit unter Aufschäumen und plötzlicher Temperatursteigerung, so dass das Reaktionsgemisch kräftig gekühlt werden muss. Durch Anwendung mild wirkender Katalysatoren, z. B. von Alkalialuminaten, kann die Reaktion soweit gemildert werden, dass sie ruhig und störungsfrei verläuft. Wenn man z.

   B. ein Gemisch von 29 Gew.-Teilen Aceton, 50 Gew.-Teilen wässerigem Formaldehyd   (30joug)   und   0, 5 Gew.-Teilen   Natriumaluminat (suspendiert in   2, 5 Gew.-Teilen Wasser) herstellt   und verrührt, steigt die Temperatur im Verlaufe einer halben Stunde stetig auf etwa 70OC, ohne dass 

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 dass ein geeignetes, vorzugsweise phenolarmes Kunstharz, z. B. ein Lignin-Novolak-Harz, durch Verarbeitung mit Hilfe eines geeigneten Lösungsmittels, wie z. B. Alkohol, in ein Weichharz übergeführt wird und diesem ein höhersiedendes zur Bildung von Keton-Formaldehyd-Kunstharz befähigtes Keton,   z.

   B.   Cyclohexanon, sowie einen formaldehydabspaltenden Stoff, wie Hexamethylentetramin, zugefügt wird und die Mischung mit Hilfe eines geeigneten niedrigsiedenden Lösungsmittel, wie z. B. Aceton, auf eine Viskosität eingestellt wird, die für die gleichmässige Aufbringung des Lösungsgemisches auf die Sand- körner geeignet ist. Beim Aufbringen dieses Lösungsgemisches   auf die Sandkörner   bildet zunächst das vorvorhandene niedrigsiedende Keton, z. B. Aceton, mit Formaldehyd in Gegenwart von Alkali ein unvollkommen kondensiertes Ketonharz. Das hiefür nicht verbrauchte Aceton und andere niedrigsiedende Bestandteile werden beim Verdunstungsvorgang verdampft. Die höhersiedenden Bestandteile wirken als Plastifizierungsmittel und als Weichmacher.

   Es bilden sich die Sandkörner gleichmässig überziehende Kunstharzfilme, die aus dem angewendeten Kunstharz, den gebildeten Keton-Aldehyd-Kunstharzen und Vemetzungsprodukten beider bestehen. Bei Anwendung eines Ketons, dessen Siedepunkt bei oder über
1500C liegt, wie z. B. Methylcyclohexanon, wirkt dieses erniedrigend auf den Schmelzpunkt des angewendeten Kunstharzes, z. B. Lignin-Novolak-Harzes, so dass bei Auftragung des nach diesem Verfahren hergestellten Formsandes auf die z. B. 2800C heisse Modellform sich rasch eine Sand-Harz-Kruste bildet, wobei das angewendete Methylcyclohexanon mit dem Lignin-Novolak-Harz unter Bildung eines Kombinationsharzes reagiert, bevor eine störende Verdunstung stattgefunden hat. 



   Nach der vorstehend erläuterten Ausführungsform erhält man Sandkörner mit absolut gleichmässigen Harzfilmen, ohne dass eine erhöhte Trocknungszeit erforderlich ist. Weiterhin wird durch diese Ausführungsform die bisher notwendige kostspielige Feinstmahlung des anzuwendenden Kunstharzes und der zur Aufbringung des Kunstharzstaubes auf die Körner erforderliche lästige und gesundheitsschädliche Mischvorgang erspart. 



   Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können dem Formsand noch als Härter wirkende Stoffe zugemischt werden. Als solche kommen unter anderem Stoffe in Betracht, die primär durch Umsetzung von Formaldehyd mit einem Gemisch gewonnen werden, das bei der katalytischen Oxydation von Triisopropylbenzol (Cumol) in der flüssigen Phase mit Luft durch Hydrolyse des sich zunächst bildenden Cumolperoxydes entsteht und aus molekularen Mengen von Phenol und Aceton sowie geringen Mengen an Acetophenon besteht und sekundär noch mit Hexamethylentetramin reagiert. Die so erhaltenen Formsande zeichnen sich insbesondere durch Härte und grosse Festigkeit aus.

   Die Einführung von wärmehärtenden Carbamidharzen, wie Harnstoffharzen u. dgl., in die erfindungsgemäss anzuwendenden Kunstharze ist nicht zu empfehlen, weil sie Veranlassung zur Bildung von gesundheitsschädlichen Zersetzungsgasen beim Eingiessen der flüssigen Metalle in die Formen geben würden. 



   Die erfindungsgemäss als Harzbinder und als Benetzungsmittel wirkenden Keton-Aldehyd-Kondensationsprodukte können sowohl in wässrigem Medium als auch in wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln oder Gemischen von Wasser mit wasserlöslichen Lösungsmitteln erzeugt werden. 



     Beispiel 1: 4,0 Gew.-Teile   Aceton,   l,     5Gew.-TeileParaformaldehyd, 0, 020Gew.-Teile   Ätznatron (in 0, 5 Gew.-Teilen Wasser gelöst) werden im Wasserbad unter Rückfluss zur Reaktion gebracht und die Lösung nach Abklingen der Reaktion gekühlt. Dem in überschüssigem Aceton gelösten Kondensat werden 75   Gew.-Teile   trockener Kernsand zugemischt. Nach ausreichender Durchmischung werden unter Weiterführung des Mischvorganges   0, 5 Gew.-Teile   einer wässrigen Acetonlösung   (l : l)   in feiner Verteilung zugeführt und der Mischvorgang unter Luftzufuhr fortgesetzt, bis der beharzte Sand staubfrei und rieselfähig ist und unter leichtem Druck nicht zusammenbackt. 



     B e 1 s p i e 1 2 : 4, 0 Gew.-Teile Aceton, 1, 5 Gew.-Teile Paraformaldehyd, 0, 4 Gew.-Teile   Methanol,   0, 1 Gew.-Teile   Wasser und   0, 02 Gew.-Teile   Ätznatron werden entsprechend Beispiel 1 umgesetzt. Der so erhaltenen acetonhaltigen Kondensatlösung werden 75 Gew.-Teile trockener Kernsand zugemischt und das Mischgut etwa   1/2   Stunde mit Warmluft unter ständiger Durchmengung behandelt, bis das Gut staubfrei und rieselfähig geworden ist. 



   Beispiel 3 : 3, 0 Gew.-Teile Aceton,   5, 0 Gew.-Teile Formaldehyd (30loige wässerige   Lösung) und 0,020   Gew.-Teile Ätznatron (in lOOGew.-Teilen   Wasser   gelöst) werden sich selbst überlassen.   Nach etwa 1 Stunde steigt die Temperatur rasch auf etwa   600C   unter Sieden und Aufschäumen des Reaktionsgutes. 



  Nach dem Abklingen der Reaktion wird die klarbraune Lösung gekühlt. Der Gehalt der Lösung an Feststoffen beträgt   29, 80/0.   75   Gew.-Teile Kernsand   werden mit dem so erhaltenen Kondensationsprodukt gut verrührt und getrocknet, bis das Material rieselfähig ist. Der Harzgehalt dieser Masse beträgt etwa   3%.   

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   Beispiel 4: 29 Gew.-Teile Aceton,   50 Gew. -Teile   wässeriger Formaldehyd   (30%oig), 0, 5 Gew.-   Teile Natriumaluminat (in 2,5 Gew.-Teilen Wasser suspendiert) werden miteinander vermischt. Nach 1/2 Stunde Rührdauerist die Temperatur stetig bis auf   70 C   gestiegen, ohne dass Aufschäumen   und sturmisches   Sieden stattfindet. Nach zweistündigem Stehen ist die Lösung durch Aluminiumhydroxyd leicht getrübt. 



  Der Feststoffgehalt der Lösung beträgt   290/0.   Die Lösung, welche das Keton-Aldehyd-Harz in der überschüssig angewendeten Keton-Komponente gelöst enthält, wird dem Kernsand zugemischt. Die Weiterverarbeitung erfolgt im Sinne des Beispiels 1. 
 EMI4.1 
 
5 :(40%ige wässerige Lösung) und 0,2 Gew.-Teilen Ätznatron zugemischt, Nunmehr   folgt eine mildewärme-   behandlung bei etwa50 C unter weiterem Durchmischen. Nach etwa 1/2 Stunde ist die Sandmasse rieselfähig und staubfrei. 



   Beispiel 6: 96 Gew.-Teile Sand werden mit 4   Gew.-Teilen   feinstgepulvertem Novolak-Hexa- 
 EMI4.2 
 gang noch   10 - 20   Minuten weitergeführt, wobei sich die Sandkörner mit geschlossenen Harzfilmen überziehen und die Temperatur durch die Reibungswärme auf etwa   30 - 350C ansteigt.   Nun wird Luft durch die Mischung geleitet, wobei das Methanol in etwa   10 - 20   Minuten abgetrieben wird. Das Cyclohexanon verbleibt in den Harzfilmen, macht diese weich und zugleich elastisch und verhindert die Versprödung des Harzfilmes und Bildung von Abriebstaub. Der erhaltene Formsand ist gut rieselfähig, staubfrei und backt nicht zusammen. 
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 Abklingen der Umsetzung bewirkt werden muss. Nach etwa 20 Minuten ist die exotherme Kondensationsreaktion beendet.

   Das gebildete Harz bleibt in überschüssigem Aceton gelöst. b) 75   Gew.-Teile Giessereisand werden   mit einer Mischung von 2,6 Gew.-Teilen Lignin-Novolak (bestehend aus   400/0   Lignin und   601o   Phenol-Formaldehyd-Harz) mit Hexamethylentetramin im Gewichtsverhältnis   100 : 12, 5 trocken   vermengt. 



   Nunmehr wird das Produkt aus a) mit dem Produkt aus b) unter Rühren zusammengegeben. Nach ausreichender Durchmengung, die im allgemeinen maximal 1/2 Stunde dauert, werden unter Weiterführung des Mischvorganges   1   5   Gew.-Teile   Methanol in feiner Verteilung dem Reaktionsgut zugeführt und der Mischvorgang unter Luftzufuhr etwa 20 Minuten weitergeführt. Man erhält dann ein staubfreies gut rieselfähiges Mischgut, das unter leichtem Druck nicht zusammenbackt. Der Gehalt an Lignin-PhenolFormaldehydharz beträgt etwa 3, 3% des Gesamtbindergehaltes. 



   An Stelle von Methanol kann auch ein Gemisch von Aceton und Wasser (1 : 1) verwendet werden. 



   Beispiel 8: 9,0 Gew.-Teile Aceton, 4,0 Gew.-Teile wässeriger Formaldehyd (30loig) und 0, 04 Gew.-Teile Natriumaluminat (in   0, 02 Gew.-Teilen   Wasser suspendiert) werden analog Beispiel 7 mit einem Gemenge von 75 Gew.-Teilen Giessereisand mit   2, 6 Gew.-Teilen   Lignin-Novolak (bestehend aus   501a   Lignin,   501o   Phenol-Formaldehyd-Harz) und Hexamethylentetramin (Mischungsverhältnis 100 : 12, 5) verarbeitet. Der erhaltene Formsand entspricht dem nach Beispiel 7 erhaltenen Formsand. 
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 :Gew.-Teile Ätznatron (in 0, 020 Gew.-Teilen Wasser gelöst) werden. im Wasserbad unter Rückfluss zur Reaktion gebracht und die Lösung nach Abklingen der Reaktion gekühlt.

   Der Gehalt der Lösung an Feststoffen beträgt   19, 34%.   b) 75   Gew.-Teile Kernsand werden   mit einer Mischung   von2, 0 Gew.-Teilen feinpulverigemLignin-   Novolak   (50je   Lignin und 50% Phenol-Formaldehyd-Harz) mit Hexamethylentetramin (Mischungsverhältnis 100 : 12, 5) trocken vermischt. 



   Nunmehr wird das nach a) erhaltene Kondensat zugemischt und mit vorgewärmter Luft getrocknet, bis das Produkt rieselfähig ist (Trocknungszeit etwa 1/2 Stunde). 



   Der   Harzgehalt dieser   Mischung   beträgt2, 9%.   Der Formsand liefert   Gusskerne von   so hoher Festigkeit, wie sie mit der doppelten Menge von reinem Phenol-Formaldehyd-Harz nicht herstellbar sind. 



   Beis piel 10 : 3, 0 Gew.-Teile eines durch Hydrolyse aus katalytisch luftoxydiertem Triisopropylbenzol erhaltenen Reaktionsproduktes, 1,5 Gew.-Teile Paraformaldehyd, 0, 04 Gew.-Teile Natronlauge 

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   (50 < oig), 0, 4 Gew.-Teile   Methanol und   0, 1 Gew.-Teil   Wasser werden im Wasserbad unter Rühren langsam zum Sieden gebracht. Nach einstündigem Rückfluss wird die klarbraune Lösung gekühlt und eine trockene 
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5   Gew.-Teile   Hexamethylentetramin (beide in grober Vermahlung) gleichmässig bei etwa 400C eingetragen und das Gemisch so lange verrührt, bis eine einheitliche plastische Weichharzmasse entstandenist, die etwa einer kolloidalen Lösung entspricht und eine Viskosität zwischen 2000 und 5000 cp besitzt. 



   96, 5 Gew.-Teile Kernsand mittlerer Körnung   (0,     15-0, 2 mm)   werden mit der vorstehend gekennzeichneten kolloidalen Weichharzlösung vermischt und die Mischung in üblicher Weise getrocknet. Man erhält einen gut rieselfähigen Sand, bei dem jedes Korn einen glatten Harzüberzug aufweist. 



   Die Herstellung von Formsand für das Maskengussverfahren unter Verwendung von phenolfreien Kunstharzen, insbesondere Keton-Aldehyd-Harzen, bietet eine Reihe von Vorteilen. Die Keton-Aldehyd-Harze können einerseits als Harzbinder für die   Sandkörner,   anderseits als Plastifizierungsmittel für anderweitige z. B. in Staubform auf die Sandkörner aufgebrachte Kunstharze Verwendung finden. Im letzgenannten Fall bleiben sie beim Verdunsten der flüchtigen Bestandteile auf den die Sandkörner umhüllenden Kunstharzfilmen zurück und verleihen diesen besonders wertvolle Eigenschaften. 



   Im Vergleich zu den bisher in der Praxis verwendeten Phenol-Formaldehyd-Kunstharzen besitzen die Keton-Aldehyd-Kunstharze den Vorzug, dass die damit hergestellten Formsande bei ihrer praktischen Anwendung keine gesundheitsschädlichen Wirkungen auf die Arbeiter ausüben. Dies gilt auch dann, wenn sie in Kombination mit phenolarmen Kunstharzen, z. B. Novolak-Harzen und insbesondere Lignin-NovolakHarzen, zur Anwendung gebracht werden. 



   Das vorliegende Verfahren ist einfach in seiner Durchführung und liefert   Kunstharzüberzüge   auf den Sandkörnern, die sich durch besondere Vorzüge auszeichnen. Man kann erfindungsgemäss harzumhüllte Sande von gewünschten Eigenschaften herstellen und die   Harzüberzüge   z. B. mit Bezug auf den Schmelzpunkt, das Haftvermögen, die Härtungsgeschwindigkeiten, die Festigkeit, die Weichheit, Elastizität und die Zersetzungsgeschwindigkeitenin gewünschter Weise beeinflussen. Mit Hilfe der erfindungsgemäss hergestellten Formsande kann man Masken und Kerne sowohl im Schüttverfahren als auch durch maschinelles Schiessen herstellen.

   Ein besonderer Vorzug der Erfindung besteht auch darin, dassdie für die Erzeugung der die Sandkörner   einschliessenden     Harzhullen   erforderliche Menge an Kunstharz im Vergleich zu den bisher gebräuchlichen Phenol-Aldehyd-Kunstharzen erheblich vermindert werden kann und trotzdem Formsande erzielt werden, welche ebenso gute, ja noch bessere Eigenschaften besitzen als die bisher bekannten und gebräuchliche Formsande.

   Die Verminderung der Harzanteile bewirkt eine mengenmässig geringere Bildung an Zersetzungsgasen, die für die Gussstücke von schädlichem Einfluss sind, sowie eine grössere Porosität der Formkörper, die das Entweichen der Zersetzungsgase aus den organischen Bestandteilen des Sandes erleichtern und die Gefahr des Einschlusses kohlenstoffreicher gasförmiger Stoffe in die sich bildende Gusshaut vermindern und eine unerwünschte Aufkohlung der Gusshaut   hintanhalten.   



   Ein weiterer grosser Vorzug der Erfindung besteht darin, dass auf die bisher übliche Feinstmahlung der Kunstharze und das Aufbringen derselben in Staubform auf die Sandkörner verzichtet werden kann, wodurch der Arbeitsprozess erheblich vereinfacht wird und die mit der Staubbildung verbundenen gesundheitsschädlichen Wirkungen in Wegfall kommen. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von Formsand für das Maskengussverfahren, der aus Sandkörnern besteht, welche in dünne Kunstharzhüllen eingeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass als Kunstharzbinder Zwischenkondensate von Ketonen mit Formaldehyd verwendet werden, die in nicht ausgehärtetem Zustand zur Anwendung gebracht werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Keton-Aldehyd-Kunstharze, gelöst in organischen Lösungsmitteln, vorzugsweise in der im Überschuss angewendeten Keton-Komponente, zur Anwendung gebracht werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenprodukte der Keton-Aldehyd-Kunstharze, vorzugsweise in gelöster Form, unmittelbar auf die Sandkörner aufgebracht werden. <Desc/Clms Page number 6>
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildung der Keton- Aldehyd-Harze auf den Sandkörnern in situ erfolgt, derart, dass man Bildungsgemische, z. B. Keton und Formaldehyd abspaltende Stoffe, mit den Sandkörnern zusammenbringt und in das Kunstharz überführt.
    5. VerfahrennachdenAnsprüchenl bis4, dadurchgekennzeichnet, dassdieKeton-Aldehyd-Zwischen- kondensate durch Umsetzen von Keton, z. B. Aceton, mit Formaldehyd in Gegenwart basischer Konden- sationsmittel erzeugt werden, wobei die Keton-Komponente vorteilhaft in solchem Überschuss angewendet wird, dass der Überschuss zur Lösung des gebildeten Kunstharzes ausreicht.
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des Formaldehyds mit dem Keton in Gegenwart mild wirkender Katalysatoren, wie z. B. Natriumaluminat, Magnesia, Guanidin, Dicyandiamid, vorgenommen wird.
    7. Verfahren zur Aufbereitung von Formsand nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die die Sandkörner einschliessenden Kunstharzhüllen durch kombinierte Anwendung von Keton-Aldehyd- Kunstharzen mit andern Kunstharzen, wie z. B. Cumaron-und/oder Styrol-Harzen, erzeugt werden.
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die die Sandkörner einschliessenden Kunstharzhüllen durch kombinierte Anwendung von Keton-Aldehyd-Kunstharzen und Phenol-Formaldehyd-Kunstharzen, vorzugsweise Novolak-Kunstharzen, erzeugt werden, vorteilhaft derart, dass das Phenol-Formaldehyd-Kunstharz in feinstverteiltem Zustand auf die Sandkörner aufgestäubt wird und die Staubschichten auf den Körnern durch Verwendung oder Mitverwendung von Vorkondensaten aus Ketonen und Formaldehyd oder zur Bildung derartiger Vorkondensate geeigneten Komponenten in plastischen Zustand übergeführt werden.
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als phenolhaltige Kunstharze LigninNovolak-Kunstharze verwendet werden, die aus Novolaken durch Austausch von Phenol durch reaktionsfähiges Tieftemperaturlignin (Aktivlignin) gewonnen werden können.
    10. Verfahren nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Plastifizierung des in Staubform auf die Sandkörner aufgebrachten Kunstharzes Flüssigkeitsgemische verwendet werden, welche Vorkondensate von Ketonen mit Aldehyden, vorzugsweise Formaldehyd, oder zur Bildung derartiger Vorkondensate geeignete Stoffe, wie z. B. Aceton und formaldehydabspaltende Stoffe, z. B. Hexamethylen- tetramin, enthalten, und die leicht flüchtigen Bestandteile des Plastifizierungsmittels abgetrieben werden, während die Keton-FormaIdehyd-Kunstharzvorkendensate sich mit den in Staubform auf die Sandkörner aufgebrachten Kunstharzen vereinigen.
    11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, gekennzeichnet durch Anwendung von Flüssigkeitsgemischen, die höhersiedende Ketone enthalten und die Fähigkeit haben, einerseits die Plastifizierung der auf den Sandkörnern befindlichenKunstharzhlillen zu bewirken und anderseits die Fähigkeit haben, KetonAldehyd-Kunstharze zu bilden, die beim Verdunsten der leicht siedenden Bestandteile des Flüssigkeitsgemisches bei den bereits auf den Sandkörnern befindlichen Kunstharzen zurückbleiben.
    12. Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass phenolarme Kunstharze, vorzugsweise ein Lignin-Novolak-Kunstharz, mit Hilfe organischer Lösungsmittel in Weichharze übergeführt werden, diesen ein höhersiedendes zur Bildungvgn Keton-Formaldehyd-KunstharzenbefähigtesKeton, wie z. B. Cyclohexanon, und ein formaldehydabspaltender Stoff, z. B. Hexamethylentetramin, zugefügt werden und die Mischung mit Hilfe eines niedrigsiedenden Lösungsmittels, wie z. B.
    Aceton, auf eine für das Aufbringen des Lösungsgemisches auf die Sandkörner geeignete Viskosität gebracht wird, das Lösunggemischauf die Sandkörner aufgebracht wird und die niedrigsiedenden Bestandteile durch Verdunsten oder Verdampfen beseitigt werden, wobei die höhersiedenden Bestandteile unterEinschluss des gebildeten KetonAldehyd-Vorkondensats als Überzug auf den Sandkörnern zurückbleiben.
    13. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass dem Formsand noch Stoffe zugemischt werden, welche befähigt sind, als Härter auf die Kunstharzüberzüge zu wirken.
    14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Härter Stoffe verwendet werden, die primär durch Umsetzung von Formaldehyd mit einem Gemisch gewonnen worden sind, das bei der katalytischen Oxydation von Triisopropylbenzol (Cumol) in der flüssigen Phase mit Luft durch Hydrolyse des sich zunächst bildenden Cumolperoxyds entstanden ist und aus molekularen Mengen von Phenol und Aceton sowie geringen Mengen an Acetophenon besteht und sekundär noch mit Hexamethylentetramin reagiert hat.
    15. Formsand für das Maskengussverfahren, bestehend aus Sandkörnern, welche in dünne Kunstharzhüllen eingeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunstharzhüllen aus Keton-Aldehyd-, vorzugsweise Keton-Formaldehyd-Kunstharzen bestehen.
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