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Metallschalung
Die Erfindung betrifft eine Metallschalung für die Ausführung beliebiger Betonarbeiten, insbesondere aber zur Herstellung von Betondecken.
Es ist bekannt, Schalungselemente, die beispielsweise an besonderen Schalungsträgern oder an ohne- hin vorhandenen Trägern befestigt werden, aus Stahlblech herzustellen. Metallische Schalungskörper haben nun zwar den Vorteil hoher mechanischer Festigkeit, der Dauerhaftigkeit und der vielmaligen Verwendbarkeit. Anderseits aber sind sie auch mit grossen Nachteilen verbunden, weil sie rosten, im Betrieb deformiert werden und vor jedem Gebrauch unter hohem Arbeitsaufwand wieder hergerichtet werden müssen.
Im besonderen gilt dies für diejenigen, an sich bekannten Schalungselemente aus Stahlblech, die, als kasettenartige Hohlkörper gestaltet, zur Herstellung von Betondecken dienen. Sie werden sehr leicht verbogen bzw. verbeult, weil sie oft verhältnismässig schwer vom Beton abgezogen werden können. Naturgemäss gibt auch die Lagerhaltung geformter Schalungskörper Probleme auf, da diese zu vielen Tausenden benötigt werden und daher viel Raum beanspruchen. Ein störender Faktor liegt endlich darin, dass stählerne Schalungselemente ziemlich teuer sind und somit in grösserer Zahl viel Kapital festlegen.
Die Erfindung hat demgegenüber eine Metallschalung zum Geg enstand, die auf einem neuartigen Prin- zip beruht, nach welchem sie sich so billig herstellen lässt, dass sie nach dem Gebrauch unbedenklich weggeworfen werden kann.
Man erreicht dies dadurch, dass das einzelne Schalungselement als Körper aus geschichteten Blechabfällen gepresst ist, aus einem Material also, das überall wohlfeil zu haben ist. Leere Büchsen, Stanzabfälle, Karosserieteile, Kanister u. dgl. lassen sich ohne Umständlichkeit in einer Presse aufeinander legen, und können dann in einem einzigen Arbeitshub zu einer lamellierten Platte zusammengedrückt, sauber geschnitten und gegebenenfalls in eine gewünschte Raumform gebracht werden.
Weder das Ausgangsmaterial noch die Verarbeitung der neuen Schalung bietet demgemäss schwierige Probleme ; ihre Herstellung gestaltet sich vielmehr so wirtschaftlich, dass es im Regelfalle nicht lohnen würde, die Schalungselemente wiederholt zu verwenden. Man kann diese also unbedenklich am fertig abgebundenen Beton belassen, so dass sie beispielsweise bei Deckeaals zusätzl1cherFeuerschutz wirken. Damit entfallen naturgemäss nicht nur die Demontagearbeiten, sondern aucn Reparaturen, Entrostung und Lagerung.
Die praktische Erfahrung zeigt, dass das geschichtete Material nach seiner Verpressung schon infolge der gegenseitigen Verfilzung seiner Teile fest und formbeständig zusammenhält. Es mag aber von Fall zu Fall zweckmässig sein, die Blechabfälle zusätzlich miteinander zu verbinden. z. B. durch Punktschweissung, durch Kleben, durch Ringlochvernietung, od. dgl. Im letzteren Falle kann man vorteilhaft so vorgehen, dass man das Material schon bei der Verpressung, etwa in einem ersten Abschnitt des Pressenhubes, mittels Stiften in geeigneten Abständen durchlocht und die dabei entstehenden Grate dann während des restlichen Hubes glattdrückt und vernietet.
In welcher Gestalt die neuartigen Schalungselemente verwendet werden, ist für den Erfindungsge- danken zunächst ohne Bedeutung. Indessen Dietet dieser gerade dort erhebliche Vorzüge, wo die Schalungelemente vergleichsweise grosswandig sind, also z. B. bei kassettenartigen Hohlkörpern mit Randstegen, oder bei grösseren Tafeln. Hiebei ist es günstig, dass die Oberflache des neuen Schalungselementes ziemlich rauh ist und dass somit eine enge Verbindung mit dem Beton eintritt.
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Eine vorteilhafte Verwirklichung der Erfindung bestünde auch darin, dass das einzelne Schalungsele- ment aus zwei Tafeln besteht, die, je aus geschichteten Blechabfällen gepresst, zu beiden Seiten eines aus Leisten, vorzugsweise Holzleisten gebildeten Rahmens angeordnet sind. Dies ergibt ausserordentlich stabile Teile, zumal dann, wenn man die beiden gepressten Tafeln untereinander punktweise mechanisch ! verbindet.
Wenn die Schalungselemente am fertigen Beton verbleiben, ist es, vor allem für die Herstellung von
Decken, zweckvoll, wenn die einander gegenüberliegenden Kanten benachbarter Schalungselemente mit korrespondierenden Aussparungen zum Einfügen von Befestigungsmitteln, z. B. Dübeln, für eine Unter- decke versehen sind.
Zur weiteren Verdeutlichung des Erfindungsgedankens sind in der Zeichnung Ausführungsbeispiele dar- gestellt. Fig. l veranschaulicht perspektivisch und im Teilschnitt die Anordnung zum Giessen einer Kasset- tendecke aus Beton mitHilfe der erfindungsgemässen Schalung. Fig. 2ist die Ansicht eines einzelnen Scha- lungselementes. Fig. 3 zeigt eine weitere Anordnung von Schalungselementen gemäss der Erfindung. Fig. 4 ist ein Querschnitt durch eines der in Fig. 3 verwendeten Elemente.
In Fig. l ist mit 5 ein Teil einer zu giessenden Betondecke bezeichnet, die naturgemäss in bekannter
Weise durch Armierungseisen verstärkt sein muss. Die Decke stellt eine sogenannte Kassettendecke dar, ist also, von unten betrachtet, mit beispielsweise viereckigen Vertiefungen versehen, die durch Betonstege voneinander getrennt sind. Zur Herstellung der Decke werden Schalungselemente 6,7 usw. verwendet, die ausStahlblechhohlkörpernbestehen und in angemessenem Abstand voneinander auf Schalungsträger 8, 9, 10 aufgelegt werden.
Sobald die Decke gegossen und abgebunden ist, werden nach den bekannten Verfahren die Schalungs- träger und die kastenförmigen Schalungselemente entfernt. An ihre Stelle tritt im Regelfalle eine Unter- decke. Nach der Erfindung hingegen können die S chalungselemente dauernd an der Decke verbleiben ; denn während die Schalungselemente in der Form gemäss Fig. 1 bisher aus normalem Stahlblech gebogen bzw. gepresst worden sind. werden sie erfindungsgemäss aus Blechabfällen, insbesondere Stahlblechabfällen ver- schiedenster Art hergestellt.
Man häuft zu diesem Zweck die Blechabfälle in mehreren Lagen übereinander und presst sie dannzu einer Tafel geeigneter Stärke, z. B. von 1, 5-3 mm Dicke zusammen, wobei das Material je nach dem gewählten Arbeitsprozess entweder sofort anlässlich der Verdichtung oder in einem besonderen Arbeitsgang zu dem kastenförmigen Schalungselement geformt werden kann.
Fig. 2 veranschaulicht perspektivisch ein Beispiel des neuartigen Schalungselementes wie es in Fig. 1 verwendet wird. Der Hohlkörper 11, der ei. ner der Kassetten 6. 7 nach Fig. 1 entspricht, ist aus zahllosen
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Für die Herstellung des Schalungskörpers ist es praktisch bedeutungslos, ob das einzelne Blechstück 12,13, 14 usw. von Anfang an einen flachen bzw. tafelförmigen Teil darstellt, oder ob es sich dabei etwa um Raumkörper, z. B. Buchsen oder Kanister handelt. Infolge des hohen, z. B. bis zu 500 Tonnen betragenden Druckes der Presse wird das wahllos aufgehäufte Rohmaterial in jedem Falle zu einem tafelförmigen Gebilde zusammengedrückt9 wobei die willkürliche Verwendung der benutzten Abfallteile dafür sorgt, dass das zusammengepresste Material formbeständig bleibt, also fest miteinander verfilzt ist, auch wenn die einzelnen Metallstücke nicht miteinander verbunden sind.
Naturgemäss steht nichts im Wege, die einzelnen Blechstücke 12, 13, 14 in geeigneter Weise auch mechanisch miteinander zu verheften. So ist in Fig. 2 bei 16, 17 usw. angedeutet, dass man das Material durch Punktschweissung aneinander binden könnte. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, dass man das Ausgangsmaterial beim Zusammenpressen mit einem Kunststoffkleber untermischt oder dass man es über ein Bett aus hochstehenden Stiften schiebt. so dass die einzelnen Blechstücke durcblocht werden. Bei dieser Durchlochung bildet sich an der Austrittsstelle der Stifte aus dem Material ein Grat oder Bördelrand, der dann bei der Endverpressung des Materials nietartig flachgedrückt wird.
Das Schalungselement gemäss Fig. 2 kann, wie bereits erwähnt, ohne weiteres in der fertigen Decke verbleiben. Wenn daher an die Betondecke eine Unterdecke angesetzt werden soll, bedarf es natürlich geeigneter Befestigungselemente, z. B. Dübel. Es kann daher zweckmässig sein, wenn im Randsteg 15 des Schalungselementes Öffnungen 18, 19 ausgespart werden, die für sämtliche Schalungselemente an den gleichen Stellen liegen und gleich dimensioniert sind, so dass zwischen je zwei aneinandergesetzten Scha- lungskörpern Durchbrüche für das Einsetzen der Dübel 20. 21, usw. (Fig. l) freibleiben, die ihrerseits gleich beim Verschalen eingesetzt und dann z. B. durch Stifte 22 mit einbetoniert werden.
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In Fig. 3 ist eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei welcher das neuartige Schalungselement die Form einer ebenen Platte hat. Diese Platte besteht aus einer Oberschicht 23 und einer Unterschicht 24, die einem zwischen ihnen angeordneten Rahmengestell aus Leisten 25,26, 27 usw. (Fig. 4) anliegen.
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Fallesem Zweck werden-vgl. Fig. 4-in die beiden Tafeln gegeneinandergerichtete napfartige Vertiefungen 30, 31 eingepresst, die dann z. B. durch Punktschweissung miteinander verheftet sein können.
Auf diese Weise entsteht einausserordentl1chformbeständiger, trotz hoher mechanischer Festigkeit vergleichsweise leichter Schalungskörper, der sich in verschiedenster Weise zur Herstellung vertikaler oder horizontaler Betonwände verwenden lässt,
In Fig. 3 ist angedeutet, dass das dargestellte Schalungselement zum Giessen einer Betondecke Verwendung finden soll, u. zw. wiederum so, dass die Tafeln in der fertigen Decke verbleiben. Zu diesem Zweck mag es vorteilhaft sein, wenn z. B. die Vertiefungen 30, 31 mit einem Draht 32 bewehrt sind, der die Verschalung im Beton verankert.
Ausserdem werden zwischen die einander benachbarten Schalungselemente, die wiederum mit entsprechenden Einschnitten 33, 34 versehen sein können, Dübel 35 eingesetzt, an denen dann in bekannter Weise Latten 36, 37 befestigt werden können, die als Träger eines Rohrgeflechtes 38 und einer Putzschicht 39 dienen.
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formen der Erfindung wieder, ohne für deren Tragweite massgebend zu sein.
Dies gilt insbesondere für die Gestalt derSchalungselemente, die etwa auch einen polygonalen oder gewölbeartigen Querschnitt aufweisen könnten, PATENTANSPRÜCHE : l. Metallschalung für Betonarbeiten, insbesondere zur Herstellung von Betondecken, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalungselemente (6,7) als vorzugsweise dauernd in der Decke verbleibende Körper aus geschichteten Blechabfällen gepresst sind.