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Wundverbandmaterial und Vorrichtung zu seiner Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Wundverbandmaterial mit einer durch einen perforierten Wirkbelag abgedeckten, saugfähigen Faserstofflage bei satter Bindung derselben mit dem Wirkbelag mindestens im Umfangbereich der Perforationslöcher unter Freilassung derselben.
Die Erfindung besteht in einer wesentlichen Verbesserung eines derartigen Wundverbandmaterials und erzielt eine bessere Schmiegsamkeit desselben und ein Verhindern desZerstörens des Wirkbelages bei Gebrauch.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der Wirkbelag als Belag auf einer im Vergleich zum Wirkmaterial biegsameren und zugfesteren Trägerfolie angeordnet ist und diese Trägerfolie mit der Fa- sersiofflage unter Bindung bis zu deren freier Oberfläche zu einem aus Wirkbelag, Trägerfolie und Faserstofflage bestehenden Verbundkörper vereinigt ist, der auf seiner Wirkbelagseite zahlreiche Perforationslöcher aufweist.
Der Wirkbelag kann nach einem vorteilhaften weiteren Kennzeichen der Erfindung auf die Trjtgerfo- lie aufgedampft sein. Besonders vorteilhaft wird dieser Wirkbelag aus einem Metall wie Silber, Gold, Kupfer, Aluminium, Zink od. dgl. bestehen. Die wundheilende Wirkung von Metallen, wobei nur ganz dünne Metallfilme als Wundauflage nötig sind, ist allgemein bekannt. So ein Metallwirkbelag ist vorteilhaft im Hochvakuum aufgedampft.
Der Wirkbelag kann aqch aus einem andern baktericiden oder/und wundheilenden üblichen Wirkstoff ; wie beispielsweise Jodofoti, Bromchloroxychinolin, Pyoktanin oder Yatren bestehen.
Für die Teägerfolie kommt nach einem weiteren vorteilhaften Kennzeichen der Erfindung ein Poly- merisationsprodukt aus Äthylenglykol und Terephthalsäure in Betracht. Derartige Trägerfolien lassen sich
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sind vor allem ohne Nachteil bis zum Zusammenfalten biegungsfähig. Diese Trägerfolien sind auch gegen Feuchtigkeit unempfindlich.
Die Verbindung des Wirkbelages bzw. der diese tragenden Trägerfolie mit der Faserstofflage muss für den erfindungsgemässen Zweck besonders gut sein und ein Abziehen einzelner Faserstoffschichten vom Verbundkörper unmöglich machen.
Das erfindungsgemässe Wundverbandmaterial wird mit dem Wirkbelag auf die Wunde aufgelegt, wobei sich die bekannten heilenden Einflüsse der Wirkstoffe auch dann ergeben, wenn der Wirkbelag als solcher nur eine verschwindend geringe Stärke aufweist. Für die erwünschte Verhinderung eines Verklebens des Wundverbandmaterials mit der Wunde ist lediglich die glatte Wirkoberf1Jche von Belang, und es ist einleuchtend, dass hiefür ein glatter Belagfilm von allergeringster Stärke ausreicht. Der Wirkbelag ist mitsamt seiner Trägerfolie mit vielen Perforationsöffnungen versehen und die Trägerfolie mit der Faserstofflage derart verbunden, dass lediglich die Perforationsöffnungen einen freien Durchgang gewährleisten, jedoch bereits die Ränder jeder Perforationsöffnung mit der obersten Faserstoffschichte satt verbunden sind.
Es muss nun noch dafür gesorgt sein, dass die darunterliegenden weiteren Faserstoffschichten untereinander und mit der obersten Faserstoffschichte vereinigt sind, so dass durch die Bindung der letzteren mit der Trägerfolie und zugleich dem Wirkbelag die Einheit des Verbundkörpers gewährleistet ist. Um ein Aufsaugen der Wundsekrete durch die Perforationsöffnungen der mit dem Wirkbelag versehenen Trägerfolie hindurch in ausreichendem Mass zu gewährleisten, muss die Faserstofflage nicht nur aus Material von gro- sser Saugfähigkeit bestehen, sondern auch in mehreren übereinander gelagerten Schichten ausgebildet sein.
Würde die Verbindung dieser Schichten untereinander fehlen und nur die oberste Faserstofschichte mit der Trägerfolie beispielsweise durch eine filmdünne Klebeschichte verbunden sein, so wurden sich die
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oberste Faserstoffschichte allein könnte aber eine Saugwirkung im erforderlichen Ausmass nicht bewirken.
Eine ausreichend widerstandsfähige Verbindung der übereinanderliegenden Faserstoffschichten untereinander ist also unerlässlich ; sie muss jedoch in der Weise erfolgen, dass das lockere Gefüge der mehrschichtigen Faserstofflage nicht verlorengeht und die Saugwirkung im vollen Ausmass erhalten bleibt.
Nach einem weiteren besonderen vorteilhaften Kennzeichen der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass zur Bindung der Trägerfolie mit der Faserstofflage die übereinanderliegenden Schichten der letzteren miteinander in an sich bekannter Weise durch eine Serie von Längsfadennähten vereinigt und diese vereinigten Schichten mit der Trägerfolie unter Freilassung der Perforationslöcher durch einen Klebefilm verbunden sind. Hiebei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Faserstofflage aus für sich quer zur Richtung der Längsfadennähte gekreppten, hochsaugfähigen Verbandzellstoffschichten, vorzugsweise aus Kunstseidezellulose besteht und die Längsfadennähte aus in lockeren Fadenschlingen geführten Kettenstichen mit einfach gedrehten, ungeschlichteten Garnfäden gebildet sind.
Für die Erzielung des erfindungsgemässen Effektes ist eine besonders gute Haftverbindung der den Wirkbelag aufweisenden Trägerfolie mit der Faserstofflage erforderlich. Hiefür hat sich als Material für die Klebeschichte eine Mischung aus Latex und Kasein besonders vorteilhaft erwiesen, u. zw. insbesondere dann, wenn diese Schichte auf der Unterseite der Trägerfolie extrem dünn vorhanden ist. Dies wird dadurch erreicht, dass das Klebematerial von einer Walze, auf der, durch einen Abstreifer reguliert, ein dünner Film Klebematerial von einer zweiten Walze, die in ein Gefäss mit Klebematerial eintaucht, aufgetragen ist, auf die Unterseite der Trägerfolie aufgetragen wird.
Die Perforationslöcher des Verbundkörpers sollen in diesen von der Wirkseite her eingebracht sein und die Wirkfolie samt ihrer Trägerfolie zur Gänze durchsetzen. In der Faserstofflage sollen jedoch im Zuge
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;durchlaufen.
Die Perforationslöcher können eine beliebige Umrissform aufweisen. Besonders vorteilhaft haben sich
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stichnähte verbunden sind. Diese Faserstofflagen 7 können ungekreppt (Fig. 1) oder gekreppt, was wesentlich vorteilhafter ist (Fig. 2 und 3), ausgebildet sein.
Bei Verwendung des Wundverbandes liegt der Wirkbelag 1 auf der Wunde. Dank der plastischen Trägerfolie 2 kann er sich der Wunde voll anpassen. Da keine Faserstofflage 4, 7 direkt auf der Wunde aufliegt, wird ein Festkleben vermieden. Sekrete werden durch die Perforationslöcher 6 dank der Kapillarwirkung von der Faserstofflage aufgesogen.
In Fig. 1 wird eine Trägerfolie 2 mit Wirkbelag 1 verwendet, die bereits vor dem Verkleben mit den Perforationslöchern 6 versehen wurde. Die Trägerfolie mit Wirkbelag 1 der Ausführung gemäss Fig. 2 ist dagegen erst nach dem Verkleben mit der Faserstofflage mit den Perforationslöchern 6 versehen und hat vor der Lochung und nach dem Kleben das in Fig. 3 und 7 gezeigte Aussehen. Die Klebefolie 3 muss dabei auch mitgelocht und von den Perfbrationsöffnungen 6 durchsetzt sein.
In Fig. 4 ist eine vorteilhafte Vorrichtung zur Herstellung des Wundverbandmaterials dargestellt.
Zur Bildung der Faserstofflage 4 wird beim Ausführungsbeispiel eine Anzahl von Faserstoffschichten 7 übereinandergelegt. Der Übersichtlichkeit halber sind in den Ausführungsbeispielen nur wenige Schichten 7 dargestellt, in der Praxis finden beispielsweise zwölf und mehr Schichten Verwendung. Die lose über -
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tionsvorgang veranschaulicht. Die Faserstofflage 4, die aus mehreren Schichten 7 besteht, wie in den Fig. l-3 gezeigtist. wirdvonder Abnahmespule 10 über die Umlenkspule 25 zur Kettenstichmaschine geführt. Es ist auch möglich die einzelnen Schichten von verschiedenen Spulen abzunehmen, so dass diese erst auf der Umlenkspule 25 zu einer Stofflage 4 aus mehreren Schichten zusammenkommen.
Mit einem Kettenstichaggregat werden die einzelnen Schichten der Faserstofflage durch eine Reihe paralleler Kettenstichnähte locker verbunden. Fig. 6 zeigt in einem vergrösserten Detail in Draufsicht eine Serie von zur Bildung der Kettenstichnähte bestimmten Fäden 12 der Fadenführung und der Kettenstichmaschine, sowie die Faserstoffschicht im Bereich I-II von Fig. 4.
Jeder der Fäden 12 läuft von seiner Vorratsspule 11 über Umlenkorgane 13, die zur leichten Vorspan - nung des Fadens in üblicher Weise vorgesehen sind, zu einer zeitweise wirksamen Fadenbremsvorrichtung und weiter über die Umführungsrolle 14 zur Nadel 16 einer üblichen Kettenstichnähmaschine, deren Drükker 15 und Nähtisch 17 in der Zeichnung schematisch angedeutet sind. Damit werden die Faserstoffschichten in bekannter Weise mit Kettenstichen 5 versehen. Beim Kettenstichnähen ist es beim Nähen von dünnen zarten Verbandstoff notwendig, den Fadenlauf synchron mit den Nadelstichen dann, wenn der Faden durch das Gewebe durchgestochen ist, zu bremsen und später wieder freizugeben.
Zu diesem Zwecke enthält die Einrichtung für jeden Faden eine periodisch wirksame Fadenbremseinrichtung. Sie ist in Fig. 5 in Bremsstellung und in Fig. 4 in Freigabestellung gezeigt. Zur intermittierenden Wirksamkeit der Bremsenrichtung ist diese mit einem Exzenter 40 ausgestattet. Der Exzenter 40 läuft synchron mit den Nadelstichen und wirkt auf eine Hebestange 41, die in den Führungen 46, 47 geführt wird. Zwischen den Bremsbacken 43 und 44 läuft der Faden. Die Bremsbacke 43 ist an der Hebestange 41 befestigt. Wenn der Exzenter die Bremsbacke 43 über die Hebestange 41 gegen die Bremsbacke 44 drückt, wie dies in Fig. 5 gezeigt ist, so wird der zwischen den Bremsbacken 43, 44 laufende Faden gestoppt.
Dreht sich der Exzenter weiter, so drückt eine Feder 45 die Hebestange 41 wieder zurück und die Bremsbacken auseinander, wodurch der Faden wieder freigegeben wird, wie dies in Fig. 4 zu sehen ist.
Die durch eine Reihe von parallelen Längsfadennähten zur Faserstofflage 4 verbundenen Faserstoffschichten 7 werden weiter, beispielsweise über eine Umlenkrolle 28 zu Druckrollen 29, 30 und 31 geführt. Über eine Rolle 30 wird gleichzeitig die mit dem Wirkbelag 1 versehene Trägerfolie zugeführt. Diese Trägerfolie wurde bereits in einem früheren Arbeitsvorgang mit dem Wirkbelag versehen und auf eine Vorratsspule 9 aufgespult. Von dieser Vorratsspule 9 wird die mit dem Belag 1 versehene Trägerfolie 2 ab-
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wird durch eine Tauchwalze 21, die in ein mit Klebstoff gefülltes Gefäss 20 eintaucht und Klebstoff mitnimmt, auf diese übertragen. Überschüssiger Klebstoff wird durch den Abstreifer 23 entfernt, so dass nur ein dünner Klebfilm 3 auf die Trägerfolie übertragen wird.
Zwischen den Rollen 29, 30 und 31 wird die Faserstofflage und die Trägerfolie zusammengepresst und haftet darauf dank des Klebefilmes 3, Fig. 1-3.
Das Aussehen des Verbandmaterials in dem in Fig. 4 eingezeichneten Bereich m-IV bei nicht vorgestanzter Trägerfolie 2 mit Wirkbelag 1 zeigt In Draufsicht Fig.8, im Längsschnitt Fig. 3. Bei vorgestanzter Trägerfolie würde der Schnitt Fig. 1 gleichen.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Vorrichtung ist die Anwendung von vorerst nicht perforiertem Material
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vorausgesetzt. An Stelle einer in intermittierenden Stanzvorgängen erfolgenden Perforierung des aus der mit dem Belag versehenen Trägerfolie und der Faserstofflage bestehenden Verbundkörpers-wie dies früher erfolgt ist-sieht die in Fig. 4 dargestellte Einrichtung einen fortlaufenden Arbeitsvorgang vor. Der Perforierungsvorgang erfolgt bei ununterbrochen bewegter Bahn. Zu diesem Zweck wird der Verbundstreifen zwischen einer Perforierwalze 32 und einer Gegenwalze 34 hindurchgefihrt. Die Perforierwalze 32 ist mit Perforierzähnen 33 von pyramidenartiger Gestalt versehen. Diese Zähne müssen nicht unbedingt pyramidenartig sein, sie können z.
B. auch kegel- oder kreisförmig sein. Diese Zähne 33 drücken sich durch die Trägerfolie unter der Wirkung der Gegenwalze 34 über die Faserstofflage gegen die Perforierwalze und hinterlassen der Zähneform entsprechende Perforationen in Wirkbelag, Trägerfolie und Klebefilm.
Diese Perforierzähne 33 hinterlassen Löcher 6 nur durch Eindrücken ohne Ausstanzen'des Materials.
Diese Löcher 6 haben gegen die Faserstoffschichten konvergierende Wandungen. Die Zähne 33 der Perforierwalze 32 drücken sich also durch Wirkbelag 1, Trägerfolie 2 und Klebefilm 3 unter teilweisem Eindringen in die nachgiebige Faserstofflage 4 durch, wie aus Fig. 2 ersichtlich, welche einen Längsschnitt
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tionslöcher 6 haben eine solche Grösse, dass bei Auflage des Verbandstoffes auf eine Wunde die Sekrete durch die Löcher abgesaugt werden, die darunterliegende, unverletzte Faserstofflage jedoch nicht mit der Wunde in Berührung kommt und nicht mit dieser verkleben kann.
Durch dieLängsschneidewalzen 35, 36wird das nunmehr fertige Verbandmaterial inStreifen einer gewünschen Breite und durch das über einen Exzenter 38 angetriebene Querschneidemesser in die gewünschte Länge geschnitten. In Fig. 9 ist das Verbandmaterial im Bereich VU-VIT von Fig. 4 nach Durchlaufen der Längsschneidewalze mit den Längsschnitten 26 in Draufsicht gezeigt. Das abgeschnittene Material fällt auf den Stapeltisch 27, von wo es verpackt werden kann.
Das Ausführungsbeispiel des Wundverbandmaterials und der Vorrichtung zu seiner Herstellung stellt nur eine Möglichkeit dar, die mit vielen Variationsmöglichkeiten, insbesondere bei der Wahl des Wirkbelages, der Folie, der Perforation, der Faserstofflage und bei der Vorrichtung zur Herstellung bei der Ausbildung der Schneideteile, der Nähvorrichtung, der Klebevorrichtung und der Perforiereinrichtung ausgeführt werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Wundverbandmaterial mit einer durch eine perforierte Folie abgedeckten, saugfähigen Faserstofflage, die mindestens im Umfangbereich der Perforationslöcher unter Freilassung derselben satt anliegend mit der Folie verbunden ist, gekennzeichnet durch einen Wirkbelag (1) und eine im Vergleich zum Wirkbelag (1) biegsamer und zugfestere Trägerfolie (2) für das an diese gebundene Material des Wirkbelages (1), wobei diese Trägerfolie (2) mit der Faserstofflage (4) unter Bindung bis zu deren freien Oberfläche zu einem aus einem Wirkbelag (1), einer mit diesem verbundenen Trägerfolie (2) und einer Faser- stoffage (4) bestehenden Verbundkörper vereinigt ist, der auf seiner Wirkseite zahlreiche Perforationslöcher aufweist.