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Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Baumaterialien und Zementformkörpern, welche freien Kalk enthalten
Um Baumaterial wasserabstossend zu machen, sind verschiedene Verfahren vorgeschlagen worden. In gewissen Fällen sind die erzielten Ergebnisse unvollkommen. Man hat festgestellt, dass als Folge des Vor- handenseins von freiem Kalk gewisse wasserabstossend machende Stoffe, wie z. B. die organischen Sili- ziumverbindungen, ziemlich rasch zerstört werden und ihre wasserabstossend machende Wirkung zum Ver- schwinden gebracht wird.
Das belgische Patent Nr. 542. 765 hat ein Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Baumaterialien zum Gegenstand, das in zwei Phasen verläuft. Der erste Teil dieses Verfahrens besteht in der Anwendung einer Substanz, die die Zersetzung der organischen Siliziumverbindungen durch den in den Baumaterialien enthaltenen freien Kalk verhindert. Im zweiten Teil wendet man ein Organo-Polysiloxan an.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Baumaterialien und Zementagglomeraten, welche freien Kalk enthalten, in einem Arbeitsgang und besteht darin, dass man eine wässerige Polysiloxanemulsion aufträgt. Gemäss der Erfindung fügt man der Polysiloxanemulsion ein Vinylkunstharz (z. B. Acrylharze, Methacrylharze usw. ) oder Chlorkautschuk zu. Das Verfahren bietet gegenüber dem erwähnten bekannten Verfahren den Vorteil, den Arbeitsvorgang leichter in einem einzigen Prozess zu bewerkstelligen. Die am Aufbau der Emulsionskomposition beteiligten Polysiloxane gehören der Gruppe der Alkyl- und der Phenylpolysiloxane an.
Um die Wirksamkeit der Wasserabstossung der Baumaterialien abzuschätzen, bedient man sich zweier Bestimmungen :
1. Die Tropfenbildung, d. h. die Bildung von Tropfen auf der Oberfläche der behandelten Materialien, die man qualitativ bestimmt,
2. Die Bestimmung der Wasserabsorption nach der Besprühung durch einen Wasserstrahl, die man quantitativ bestimmen kann.
Die Ergebnisse, die mit dieser Erfindung, Baumaterial wasserabstossend zu machen, erzielt wurden, waren sehr gut ; die Wirkung der Behandlung hielt bei gewöhnlicher Temperatur mehrere Monate an. Um die Wirkung der verschiedenen angewendeten Gemische besser beurteilen zu können, wurde ein Versuch zur künstlichen Alterung durchgeführt. Er besteht darin, die wasserabstossend gemachten Platten in einem Autoklaven in einer mit Wasserdampf gesättigten Atmosphare während zwei Stunden oder noch länger auf 1100 zu erwärmen.
Die Menge der angewendeten Emulsionen beträgt stets 50 g/m2. Die Konzentration der gebrauchsfertigen Silikon-Emulsion beträgt 4% und der Gehalt an andern Zusätzen zwischen 2% und 2, 8%. Bei gewissen Versuchen wurden die Konzentrationen der angewendeten Stoffe innerhalb weiterer Grenzen variiert. Pro Quadratmeter Oberfläche werden 0, 5-20 g Polysiloxan und 0, 5-20 g Vinylharze oder Chlorkautschuk aufgetragen.
Die folgenden Beispiele beziehen sich auf die Behandlung von Platten aus Asbestzement. Es versteht sich von selbst, dass das Verfahren dieser Erfindung auf alle Baumaterialien angewendet werden kann, welcher Art sie auch sein mögen, und die freien Kalk oder andere Stoffe enthalten können, die die OrganoPolysiloxane zu zerstören fähig sind.
Die in den Anwendungsbeispielen angewendeten Emulsionen sind :
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Emulsion A :
EMI2.1
<tb>
<tb> Methyl <SEP> - <SEP> Phenyl <SEP> Silikon <SEP>
<tb> (Methyl <SEP> : <SEP> Phenyl <SEP> = <SEP> 60 <SEP> : <SEP> 40 <SEP> ; <SEP> (Methyl <SEP> + <SEP> Phenyl)
<tb> : <SEP> Si=1, <SEP> 6) <SEP> 15 <SEP> %
<tb> Toluol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Xylol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> 0/0 <SEP>
<tb> Stearinsäure <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Morpholin <SEP> 1, <SEP> 1 <SEP> % <SEP>
<tb> Carboxymethylzellulose <SEP> 0, <SEP> 03 <SEP> % <SEP>
<tb> Natriumdioctylsulfosuccinat <SEP> 0,7 <SEP> %
<tb> Wasser <SEP> 65,67 <SEP> %
<tb>
Emulsion B :
EMI2.2
<tb>
<tb> Phenylsilikon <SEP> (Phenyl <SEP> :
<SEP> Si <SEP> = <SEP> 1, <SEP> 6) <SEP> 15 <SEP> %
<tb> Toluol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Xylol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> %
<tb> Oleinsäure <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Morpholin <SEP> 1, <SEP> 1 <SEP> % <SEP>
<tb> Natriumdioctylsulfosuccinat <SEP> 0, <SEP> 7 <SEP> % <SEP>
<tb> Carboxymethylzellulose <SEP> 0, <SEP> 035 <SEP> % <SEP>
<tb> Wasser <SEP> 65, <SEP> 67 <SEP> % <SEP>
<tb>
Emulsion C :
EMI2.3
EMI2.4
<tb>
<tb> Äthylsilikon <SEP> (Äthyl <SEP> :
<SEP> Si <SEP> = <SEP> 1, <SEP> 4) <SEP> 15 <SEP> 0/0 <SEP>
<tb> Toluol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Xylol <SEP> 7, <SEP> 5 <SEP> %
<tb> Stearinsäure <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb> Morpholin <SEP> 1, <SEP> 1 <SEP> % <SEP>
<tb> Carboxymethylzellulose <SEP> 0,035 <SEP> %
<tb> Natriumdioctyisulfosuccinat <SEP> 0,7 <SEP> %
<tb> Wasser <SEP> 65, <SEP> 5 <SEP> % <SEP>
<tb>
Beispiel l : Schwarze Platten aus Asbestzement.
Mittels eines Pinsels werden pro m2 ungefähr 2 g Silikon aufgetragen. Nach einer Trocknung an der Luft unterwirft man die Muster während 15 Tagen einer Lagerung in Stapeln in einem abgeschlossenen Raum, dann während 2 Stunden einer Alterung in einem Autoklaven bei 1100 und feuchter Atmosphäre.
Die Ergebnisse waren die folgenden :
Die Tropfenbildung nach der Lagerung ist, ausser bei dem Probemuster, gut. Die Wasserabsorption ist in Gramm angegeben und bezogen auf Platten von 20 x 20 cm.
EMI2.5
<tb>
<tb>
Muster <SEP> ohne <SEP> Alterung <SEP> 8, <SEP> 3 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> 5, <SEP> 5 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Methylmetacrylat <SEP> 3, <SEP> 1 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> B <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Acrylharz <SEP> 2, <SEP> 2 <SEP> g <SEP>
<tb>
Beispiel 2 : Graue Platten aus Asbestzement (sehr porös).
Die Versuche werden unter den gleichen Bedingungen wie im Beispiel l durchgeführt. Die Tropfenbildung war, ausser bei den Musterplatten, nach der Lagerung gut.
Die Ergebnisse der Wasserabsorption waren :
EMI2.6
<tb>
<tb> Muster <SEP> 25, <SEP> 6 <SEP> g <SEP>
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> 11, <SEP> 8 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> und <SEP> Chlorkautschukemulsion <SEP> 3, <SEP> 6 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Acrylharz <SEP> (1, <SEP> 2 <SEP> g/m2) <SEP> 3, <SEP> 2 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Acrylharz <SEP> (4 <SEP> g/m2) <SEP> 2,6 <SEP> g
<tb>
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Beispiel 3 : Graue Platten aus Asbestzement.
Die-Versuche wurden unter den gleichen Bedingungen wie bei den vorhergehenden Beispielen durchgeführt, die Art der Asbestzementplatten war verschieden.
EMI3.1
<tb>
<tb> Muster <SEP> 16, <SEP> 8 <SEP> g <SEP>
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> 11, <SEP> 2 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> A <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Acrylharz <SEP> 2,8 <SEP> g
<tb> Emulsion <SEP> B <SEP> + <SEP> Emulsion <SEP> von <SEP> Methylmetacrylat <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> g
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Baumaterialien und Zementformkörpern, welche frei- en Kalk enthalten durch Auftragen von wässerigen Polysiloxanemulsionen, dadurch gekennzeichnet, dass der Polysiloxanemulsion eine Vinylharz- oder eine Chlorkautschukemulsion zugemischt wird.