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Fungizide Kupferspritzmittel
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bindungen des Kupfers als protektive Fungizide, wie z. B. Kupferoxychlorid, basische Kupfersulfate, basische Kupfercarbonate oder Kupferoxydul, im Gebrauch. Diese Verbindungen haben gegenüber der Bordeaux-Brühe für den Anwender den Vorteil einer vereinfachten Herstellung der spritzfertigen (wässerigen) Brühe und sind auch generell besser pflanzenverträglich als die Bordeaux-Brühe. Ihr Nachteil besteht aber darin, dass sie bei Anwendung gleicher Mengen Kupfers eine geringere fungizide Wirkung haben und dass die auf den zu schützenden Pflanzen erzeugten Spritzbeläge weniger regenfest sind als die der BordeauxBrühe. Als Folge davon ist die Wirkungsdauer dieser Kupferpräparate im Felde geringer als die gleicher Mengen Kupfers in der Form der Bordeaux-Brühe.
Dem in jungerer Zeit zunehmenden Gebrauch wassersparender Spritzgeräte sowie dem Einsatz des Flugzeuges im Pflanzenschutz entstehen bei der Anwendung von Kupferpräparaten der zur Zeit gebräuchlichen Art Schwierigkeiten deshalb, weil sich Brühen der beim Einsatz solcher Apparate notwendigen hohen Konzentrationen nicht störungsfrei ausbringen lassen. In Gebieten mit besonderen Schwierigkeiten in der Beschaffung der für die Spritzung notwendigen Wassermengen ist man in jüngster Zeit dazu übergegangen, pflanzenverträgliche Öle als Trägersubstanz bei der Ausbringung von Fungiziden zu verwenden.
Dadurch wird gleichzeitig auch die Regenfestigkeit der Spritzbeläge beachtlich erhöht. Kupferpräparate der bisher gebräuchlichen Zubereitungsart lassen sich aber in für diese Anwendung geeigneten Ölen nur ungenügend dispergieren, so dass der angestrebte fungizide Effekt nicht oder nur ungenügend erreicht werden kann.
Zur Verbesserung der fungiziden Wirkung und zur Erhöhung der Regenbeständigkeit der Spritzbeläge solcher Kupferpräparate sind nun eine Reihe von Wegen bekannt :
1. Verringerung der Teilchengrösse ; die fungizide Wirkung ist auf weite Strecken eine Funktion der Teilchengrösse, d. h. mit abnehmender Teilchengrüsse der"unlöslichen"Kupfersalze steigt ihre fungizide Wirkung an.
2. Zugabe von Haftmitteln : die RegenbeständigkeiL vor allem lässt sich durch Zugabe von sogenannten Haftmitteln verbessern. Es sind für diesen Zweck schon zahlreiche Substanzen der verschiedensten Art (z. B. leimartige Substanzen, Methylzellulose, Tylose, Polyalkohole, Oleate usw.) vorgeschlagen und verwendet worden.
Alle bisher bekannt gewordenen Vorschläge zur Erhöhung der fungiziden Wirkung und Verbesserung der Regenbeständigkeit von Kupferpräparaten haben aber bisher noch nicht zu einer praktisch befriedigen- ien Lösung geführt.
Eine grössere Feinheit des Teilchens lässt sich z. B. im Falle des Kupferoxychlorids nur erreichen lurch schonendes Fällen, wobei vorzüglich die bei der Fällung herrschenden Temperaturen sowie die CuKonzentration in der der Fällung unterworfenen Mutterlauge von Bedeutung sind. Bei Einhaltung optima- . er Fällungsbedingungen ergibt sich aber eine erhebliche Zunahme der für die Fällung notwendigen Zeit sowie ein wesentlich höherer Aufwand für das Volumen der Reaktionsgefässe.
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B.1) Schwebevermögen und Haftfestigkeit in vitro : a) Schwebevermögen. Wässerige Brühen werden in 1000 cms Glaszylinder eingefüllt und gut umge- schüttelt. Nach 30 Minuten Standzeit werden die oberen 9/10 des Volumens abgehebert und der Trockensubstanzgehalt im restlichen 1/10 ermittelt.
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Präparat <SEP> Konzentration <SEP> der <SEP> Brühe <SEP> Bodensatz <SEP> nach
<tb> in <SEP> Ufo <SEP> Kupfer <SEP> 30 <SEP> Minuten
<tb> A <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> 13-25% <SEP>
<tb> C <SEP> 0. <SEP> 25 <SEP> 12% <SEP>
<tb>
b) Haft- bzw. Beregnungsfestigkeit. Gleiche Volumina kupfergehaltsgleicher Brühen werden auf völlig entfettete Glasplatten gleichen Formats aufgebracht. Nach Abtrocknen bei gleicher Temperatur und relativer Luftfeuchte werden die Platten entweder für bestimmte Zeit in Wasser eingetaucht oder mit einer Beregnungsapparatur künstlich (Aqua dest.) beregnet. Es wird der durch diese Behandlung eingetretene Verlust an Gesamtsubstanz ermittelt.
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<tb>
<tb>
Präparat <SEP> Konzentration <SEP> der <SEP> Brühe <SEP> Abgewaschen <SEP> % <SEP> der <SEP> Trockensubstanz <SEP> nach
<tb> in <SEP> % <SEP> Kupfer <SEP> Tauchen <SEP> Beregnen
<tb> A <SEP> 0,25 <SEP> 30-60 <SEP> 40-90
<tb> C <SEP> 0,25 <SEP> 20,8 <SEP> 24,1
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2) Fungizide Wirkung und Regenbeständigkeit in vivo :
Die Versuche wurden an Tomatenpflanzen neuer künstlicher Infizierung mit dem Pilz Phytophthora infestans durchgeführt. Die Präparate wurden stets mit der gleichen Aufwandmenge an Brühe (600 Liter ; ha) bespritzt und trockneten unter den gleichen Bedingungen ab. 24 Stunden nach der Bespritzung wurden die zu beregnenden Pflanzen auf einem Drehtisch aus zwei Düsen im spitzen Winkel von vorn und senkrecht von oben beregnet.
In 8 Minuten wurden auf vier Pflanzen 3, 3 Liter Aqua dest. verregnet. Nach der Beregnung trockneten die Pflanzen 24 Stunden ab, wurden mit einer Zoosporangienaufschwemmung infi- dert und bei 100 % rel. Luftfeuchte und 18 - 200 C inkubiert. Auswertung am sechsten Tage nach der hfizierung. Der Befall wurde in % des Befalls der unbehandelten Kontrolle ausgedruckt, deren Befallsgrad = 100 gesetzt wurde. Im nachfolgend aufgeführten Versuch Nr. 2 wurden die Bedingungen noch in- ofern verschärft, als die zu beregnenden Pflanzer nach dem Antrocknen des Spritzbelages und vor dem Beregnen über Nacht in einer Feuchtzelle bei 100 % rel.
Luftfeuchte aufgestellt und die Spritzbeläge da- lurch "vorgeweicht" wurden.
Versuch 1 :
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<tb>
<tb> Präparat <SEP> Aufwandmenge <SEP> an <SEP> Befallsgrad <SEP> Wirkungsverlust <SEP> in <SEP> "/0
<tb> Kupfer <SEP> kg/ha <SEP> unberegnet <SEP> beregnet <SEP> nach <SEP> Beregnung
<tb> A <SEP> 3,0 <SEP> 40 <SEP> 45 <SEP> 12,5
<tb> 1, <SEP> 5 <SEP> 49 <SEP> 58 <SEP> 18, <SEP> 3 <SEP>
<tb> B <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> 39 <SEP> 47 <SEP> 20, <SEP> 5 <SEP>
<tb> 0, <SEP> 75 <SEP> 39 <SEP> 51 <SEP> 30, <SEP> 7 <SEP>
<tb> C <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> 40 <SEP> 40 <SEP> 0
<tb> 0, <SEP> 75 <SEP> 42 <SEP> 41 <SEP> 0
<tb> Unbehandelte-100 <SEP> 100 <SEP>
<tb> Kontrolle
<tb>
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EMI4.2
<tb>
<tb> Präparat <SEP> Aufwandmenge <SEP> an <SEP> Befallsgrad <SEP> Wirkungsverlust <SEP> in
<tb> Kupfer <SEP> kg/ha <SEP> unbergnet <SEP> beregnet <SEP> nach <SEP> Beregnung
<tb> A <SEP> 3,0 <SEP> 34 <SEP> 56 <SEP> 64,
7
<tb> 1544 <SEP> 5218, <SEP> 2 <SEP>
<tb> 0,75 <SEP> 49 <SEP> 60 <SEP> 22,4
<tb> B <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> 32 <SEP> 40 <SEP> 25 <SEP>
<tb> 0. <SEP> 75 <SEP> 43 <SEP> 49 <SEP> 14
<tb> C <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> 32 <SEP> 32 <SEP> 0 <SEP>
<tb> 0, <SEP> 75 <SEP> 37 <SEP> 39 <SEP> 5. <SEP> 4 <SEP>
<tb> Unbehandelte-100 <SEP> 100 <SEP>
<tb> Kontrolle
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