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Einstell- und Arretiervorrichtung für Messwerke mit drehbewegliche System
Die im folgenden näher beschriebene Erfindung bezieht sich auf eine Einstellvorrichtung, mit der Anzeige- oder Regelanordnungen, die direkt von einem drehbeweglichen Messwerk angetrieben werden, zusätzlich von Hand verstellt werden können, wenn es die besonderen Umstände erfordern. Ein derartiger Fall ist beispielsweise bei einer photographischen Kamera mit eingebautem Blendenregler gegeben, wenn für besondere und gewollte Effekte die durch das elektrische Messwerk angetriebenen Blendenlamellen von Hand auf einen andern Wert eingestellt werden sollen als auf den, der den herrschenden Lichtverhältnissen entspricht und vom Regler automatisch eingestellt ist.
Diese neue Handeinstellvorrichtung zeichnet sich neben ihrem geringen Raumbedarf dadurch aus, dass sie in jeder beliebigen Stellung des Messwerkes mit diesem gekuppelt werden kann, wobei sich eine vorherige Rückstellung auf einen bestimmten Ausgangspunkt erübrigt. Durch Wegfall einer eigenen Drehwinkelbegrenzung ergibt sich ein besonders einfacher konstruktiver Aufbau ; ausserdem wird das Messwerk bei Betätigung der Handeinstellung mechanisch nicht überbeansprucht.
Gemäss der beigegebenen Zeichnung soll die Erfindung am Beispiel eines elektrischen Messwerks näher erläutert werden. Fig. 1 zeigt ein Kernmagnetmesswerk üblicher Bauart, das
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dem Eisenrückschluss gneten 2, den Stromzuführungsspiralen 3 und 4 und dem Drehspulrähmchen 5 besteht, Letzteres besitzt einen Achsenansatz 5a, über den beispielsweise die zu betätigenden An- zeige-oder Regelorgane mit dem drehbeweglichen System verbunden sind. Dieses Messwerk ist an seinem einen Ende mit dem deckelähnlichen Bauteil 6 abgeschlossen.
An der Innenseite dieses Deckels befindet sich eine Scheibe 7 mit einem kronenradähnlich gestalteten Rand 7a, die mit ihrer Rückseite an der Innenseite des Deckels 6 anliegt und durch eine Öffnung mit der Achse eines un- ter dem Druck einer Feder 8 stehenden Einstellknopfes verbunden ist.
Fig. 2 zeigt die Mitnehmerscheibe 7 ir einer Seitenansicht. In diesem Falle besitz1 sie keine Verzahnung ; ihr äusserer Rand 7 ist lediglich aufgerauht.
Der Deckel 6 ist mit drei gleichmässig auf einer Kreislinie angeordneten Vertiefungen 10 versehen, die in die Sicken 11, die auf der Scheibe 7 angebracht sind, federnd einrasten,
An der Drehspule 5 ist ein Bügel 12 befestigt, dessen umgebogenes Ende 13 prismenförmig gestaltet ist und dem feinverzahnter bzw. aufgerauhten Rand der Scheibe 7 if einem geringen Abstand gegenübersteht.
Wird der Knopf 9 von Hand gedreht, sc gleiten die Sicken 11 entgegen dem Druck der Feder 8 aus ihren Vertiefungen heraus. Hiedurch wird die Scheibe 7 etwas nach der Drehspule zu bewegt, so dass der gezahnte oder aufgerauhte Rand mit dem prismenförmigen Ende 13 des Bügels 12 in Eingriff kommt und diesen einschliesslich der Drehspule und der mit ihr verbundenen Anzeigeoder Regelorgane in der Drehbewegung mitnimmt.
Der Knopf 9 wird durch die Feder 8 in jeder Stellung festgehalten und demzufolge auch die Drehspule mit den von ihr angetriebenen weiteren Bauelementen. Die Freigabe des drehbeweglichen Systems erfolg1 dann, wenn die Handverstellung wieder einrastet. Setzt man bei einem Messwerk einen Drehwinkel von etwa 900 voraus, so kann jeder beliebige Winkel innerhalb dieser 901 eingestellt werden, da die Vertiefung 10 und die Sicken 11 in einem Zentriwinkel von jeweils 1200 zueinander angebracht sind.
Der Bügel 12 ist in der Zeichenebene so elastisch ausgebildet und die Zahnung oder Aufrauhung der Scheibe 7 ist so fein, dass das prismen, förmige Ende 13 auf der Zahnung oder Aufrauhung springend entlanggleitet wenn das Rähmchen 5 durch Anliegen eines Teiles des beweglichen Systems an einem Endanschlag blockiert ist. Dadurch wird das
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Messwerk vor mechanischer Überlastung sicher geschützt ; eine besondere Drehwinkelbe- grer. zung für den Drehknopf 9 und die Mitnehmerscheibe 7 erübrigt sich somit.
Wird die beschriebene Handeinstellung betätigt, so kann durch sie das drehbewegliche System nach links oder rechts verdreht werden, ohne Rücksicht darauf, welche Stellung das Messwerk entsprechend dem es durchfliessenden Messstrom gerade eingenommen hatte.
Mit dieser neuen Verstellvorrichtung kann aber nicht nur eine Verstellung des drehbe- wcglichen Systems und der mit ihm verbundenen Anzeige- oder Regelorgane erfolgen, sondern auch ein Festhalten des angezeigten bzw. eingeregelten Messwertes. Durch einen einfachen Fingerdruck auf das Handrad 9 gegen den Druck der Feder 8 wird die Mitnehmerscheibe 7 auf das Bügelende 13 zu bewegt und hält damit die Drehspule in der Stellung fest, die sie momentan entsprechend dem sie durchfliessenden Strom gerade einnimmt.
In der Praxis hat dieses "Festhalten" beispielsweise bei einem Blendenregler für Kinokameras folgenden Zweck :
Der Filmamateur will einen Turm aufnehmen, indem er die Kamera zuerst auf den Fuss des Turmes richtet und sie dann langsam nach oben schwenkt. Bei Beginn der Aufnahme wird die Blende, die über den Achsansatz 5a betätigt wird, entsprechend dem gemessenen Lichtwert richtig eingeregelt sein. Schwenkt der Photograph bei laufendem Film seine Kamera langsam nach oben, wird in den meisten Fällen die Helligkeit des immer mehr im Bildwinkel erscheinenden Himmels gegenüber der des Turmes überwiegen, so dass die Blendenöffnung automatisch immer kleiner werden würde. Damit würde aber der bildwichtige Teil der Aufnahme, nämlich der Turm selbst, immer mehr unterbelichtet werden.
Ist dagegen eine Kinokamera mit Blendenregler mit der neuen Handeinstellvorrichtung versehen, genügt bei Beginn der geschilderten Aufnahme ein Finger druck auf den Knopf 9, um die Blendenautomatik zu blockieren. Dadurch wird die Aufnahme trotz sich ändernder Lichtverh ltnisse, die normalerweise den Regelmechanismus beeinflussen würden, immer mit der gleichen Blendenöffnung gemacht.
Die vorliegende neue Handverstellvorrich- tung ist selbstverständlich nicht auf die Anwendung bei Kernmagnetmesswerken be- schränkt ; sie lässt sich vielmehr bei Messwerken jeglicher Art mit drehbeweglichen System anordnen, sofern sie in axialer Richtung angebracht werden kann.
PATENTANSPRL CHE :
1. Einstell- und Arrelier. m1'richtung für Messwerke mit drehbeweglichem System, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Seite des Messwerkes in axialer Richtung ein drehbarer Einstellknopf mit einer kronenradähnlichen fein verzahnten oder gerauhten Mitnehmerscheibe angebracht und das drehbewegliche System mit einem federnd umgebogenen Arm versehen ist, dessen prismenförmiges Ende bei Betätigung des. gegen einen Federdruck axial verschiebbaren Drehknopfes mit der Mitnehmerscheibe kraftsch'ühsig verbunden wird.