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Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Schüttgütern
Zur Wärmebehandlung von Schüttgütern sind Vorrichtungen bekannt, die für die Führung des Schüttgutes eine Wendelfläche um eine senkrechte Achse besitzen, deren Steigung geringer ist als der natürliche Böschungswinkel des Schüttgutes und die um ihre Achse derart hin- und herbewegt werden kann, dass das Schüttgut infolge dieser Bewegung allmählich längs der Wendelfläche herunterrutscht, wobei der Raum um die Wendelfläche von einem
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der Wendelfläche einen geschlossenen Kanal für das Schüttgut vorzusehen, so dass das Schüttgut von dem Wärmebehandlungsmedium getrennt bleibt. Die Erfindung bezieht sich auf solche Vorrichtungen.
Der Betrieb solcher Vorrichtungen kann dadurch erschwert werden, dass das Schüttgut während des Durchlaufs durch die Vorrichtung seine Rutschfähigkeit verändert. Die Erfindung bezweckt, diesen Nachteil zu beheben und überhaupt die Rutschgeschwindigkeit oder allgemein die Trocknung auf dem Wege des Schüttgutes durch die Vorrichtung zu beeinflussen. Das erfolgt gemäss der Erfindung durch Änderung der Bewegung der gewendelten Kanäle derart, dass Abschnitte der Kanäle mit getrenntem Antrieb versehen sind ; oder durch Änderung der Wärmebehandlung derart, dass Abschnitte der Kanäle mit verschiedener Zufuhr des Wärmebehandlungsmediums versehen sind.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gemäss der Figuren.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung gemäss der Erfindung ; Fig. 2 zeigt einen Schnitt nach der Linie lI-lI der Fig. 1.
In einem zylindrischen Gehäuse 1 mit senkrechter Achse ist eine konzentrische Hohlwelle 2 mittels eines Lagers 3 derart gelagert, dass sie um ihre Achse um einen Winkel gedreht werden kann. Die Hohlwelle 2 wird getragen von einer kegelförmigen Haube 20, die oben in einem Hohlzylinder 21 übergeht, der seinerseits in Lagern 3 gelagert ist. Auf dem Umfang der Hohlwelle 2 sind drei einander parallele schraubenförmige Kanäle 4 in gleichen Abständen voneinander befestigt. Der maximale Steigungswinkel der Kanäle ist etwas kleiner als der natürliche Böschungswinkel des Schüttgutes, das mit der Vorrichtung behandelt werden soll. In der Regel liegt, dieser Steigungswinkel zwischen 200 und 400. Für die Behandlung von Getreide kann er z. B. bei 250, für die Behandlung von Zement bei 300 liegen.
Die Kanäle 4 haben einen rechteckigen Querschnitt und eine solche radiale Länge, dass sie am Gehäuse 1 mehr oder weniger dicht anliegen. Zwischen den Kanälen und dem Gehäuse können unter Umständen Dichtungen vorgesehen sein. Die Kanäle 4 sind oben und unten offen. Der Abstand zwischen den öffnungen der Kanäle ist geschlossen (s. Fig. 2). Oberhalb der oberen öffnung ist als Aufgabe für das Schüttgut eine siebförmige Schurre 5 vorgesehen, die mit der Haube 20 fest verbunden und so ausgebildet ist, dass das durch eine Aufgabevorrichtung 6 laufend oder absatzweise zugeführte Schüttgut gleichmässig in solcher Menge auf die Kanäle 4 verteilt wird, dass es den Boden der Kanäle 4 in so dünner Schicht bedeckt, dass praktisch kein Wärmegefälle innerhalb der Schichtdecke besteht.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Kanäle 4 in ihrer Längsrichtung in zwei Teile geteilt ; der untere Teil der Kanäle wird auf einer Hohlwelle 22 befestigt, die von einer Welle 25 getragen wird, die konzentrisch die Hohlwelle 2 durchsetzt und in einem Lager 23 gelagert ist. Die Kanäle 4 der an den Hohlwellen 2 und 22 befestigten Teile der Kanäle 4 sind durch genügend elastische Kanalstücke 24 miteinander verbunden.
Am oberen Ende und in der Nähe des unteren Endes des Gehäuses 1 sind eine Abführung 7 bzw. eine Zuführung 8 für das Wärmebehandlungsmedium, z. B. das Heizgas, vorgesehen. Das untere Ende 9 des Gehäuses, in das die Kanäle 4 mit ihren unteren öffnungen münden, ist gegenüber dem Raum, durch den das Heizgas strömt, abgedichtet ; es ist konisch verengt und mit einem schliessbaren Materialaustrag 10 versehen. In den Teil 9 führen Leitungen 11 hinein, in die ein Gas, z. B. kalte
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Luft, eingeblasen werden kann, das die Kanäle 4 von unten nach oben durchströmt.
Oberhalb der oberen Öffnung det Kanal, -1 ist das Gehäuse 1 mit einer Leitung 12 versehen, durch welche die aus dem Schüttgut ausgetriebenen Gase und die durch die Leitung 11 zugeführte Luft abgeführt werden können.
Um die Wellen 2 und 22 intermittierend um den oben erwähnten Winkel in einer Richtung langsam und in der anderen Richtung plötzlich zu bewegen, sind der Hohlzylinder 21 und die Hohlwelle 25 mit je einem doppelartigen Hebel 13 bzw. 13'versehen, der an einem Ende mit einer Zugfeder 14 bzw. 14'verbunden ist und am andern Ende eine Rolle 26 bzw. 26'trägt, gegen den ein von einem Motor 15 angetriebener Nocken 27 bzw. 27' arbeitet, so dass der Hebel entgegen der Feder langsam eine Strecke mitgenommen wird ; nach einem gewissen Umdrehungswinkel rutscht die Rolle 26 bzw. 26' von dem Nocken 27 bzw. 27'ab ; der Hebel 13 bzw. 13'wird dann von der Feder 14 schnell in die Ausgangslage gegen einen festen Anschlag zurückgezogen.
Das Schüttgut wird daher bei jedem langsamen Vorwärtsbewegen der Hebel 13 und 13'und der damit verbundenen Wellen 2 und 22 mitgenommen ; bei jedem Zurückschnellen der Hebel 13 bzw. 13'kann das Schüttgut jedoch infolge seiner Massenträgheit dieser Bewegung nicht folgen und wird allmählich durch die Kanäle 4 nach unten bewegt.
Am unteren Ende der Vorrichtung fällt es durch den konischen Teil 9 iut Austragsöffnung 10.
Die durch die Leitung 7 abgeführten Heizungsgase werden vorzugsweise nicht ins Freie gelassen, sondern der Vorrichtung zum Aufheizen der Heizgase zugeführt ; sie können auch zum Teil den durch die Leitung 8 zuzuführenden Heizgasen beigemischt werden. Die durch die Leitung 12 abgeführten Gase können gegebenenfalls für die Aufheizung der Heizgase verwendet werden, sei es zur Aufheizung der der Heizvorrichtung zuzuführenden Verbrennungsluft, sei es durch unmittelbare Beimischung zum Heizgas ; letzteres dürfte in der Regel wohl nur in Betracht kommen, wenn das durch die Leitung 12 abgeführte Gas keinen Wasserdampf enthält.
Die Hohlwelle 22 ist in ihrem unteren Teil mit Öffnungen 17 und 18 versehen, durch die ihr Inneres einerseits mit dem vom Heizgas durchströmten Innenraum des Gehäuses 1 und anderseits mit den Kanälen 4 in Verbindung steht. Falls eine nur indirekte Wärmebehandlung (z. B. Erwärmung oder Trocknung) des Schüttgutes gewünscht wird, können die Öffnungen 17 und 18 fortgelassen werden ; vorzugsweise sind sie verschliessbar. Durch die öff- nungen 11, 18 tritt ein Teil des Heizgases in die Kanäle 4 ein und bewirkt eine direkte Erwärmung des Schüttgutes. Eine solche Anörd- nung kommt nur für solche Fälle In Betracht, in denen das Heizgas weder das Schüttgut noch die durch die Abfuhr 12 abgezogenen Gase in unerwünschter Weise beeinträchtigt.
Man kann auch einen Teil des Heizgases den Leitungen 11 zuführen, so dass dieser Teil des Heizgases das Innere der Kanäle 4 durchströmt und eine direkte Heizung des Schüttgutes bewirkt. Wenn eine Behandlung des Schüttgutes mit dem Heizgas wegen dessen hoher Temperatur unerwünscht ist, kann man entweder das Heizgas hoher Temperatur mit Kaltluft mischen oder den Leitungen einen Teil des durch die Leitung 7 abströmenden, erheblich abgekühlten Heizgases zuführen.
Man kann die gesamte Anlage so einrichten, dass durch einfaches Umschalten einiger Ventile die jeweils zweckmässige Art der Zumischung frischen Heizgase :) oder von Abgasen der Vorrichtung, sei es zwecks direkteWärmebehandlung des Schüttgutes, sei es zu Ausnutzung noch vorhandenen Wärmeinhalt, in der Vorrichtung, zum Aufheizen der Heit- gase oder in Wärmeaustauschen möglich ist.
Durch die Art des Antriebs der Welle, insbesondere durch die Grösse des Bewegungimpulses und die Grösse des Bewegungswin- kels, der bei entsprechendem Anteil beispielsweise bis 3600 vergrössert werden kann, kann man die Geschwindigkeit, mit welcher das Schüttgut transportiert wird, und auch das Mass mit dem es bei diesem Transport umgewälzt wird, in weiten Grenzen regeln. Die beschriebene Art der Bewegung der Wellen 2 und 22 ist dabei lediglich als beispielsweise anzusehen.
Eine Weiterbewegung 3es Schüttmaterials kann auf beliebige andere Weise erfolgen. In manchen Fällen genügt es, die Kanäle mit einer Rüttelvorrichtung zu versehen.
Der Querschnitt der Kanäle kann, statt rechteckig zu sein, auch eine andere Form haben, die dem Schüttgut oder der gewünschteh Behandlungsart angepasst ist. Er kann beispielsweise rund, halbrund oder muldenförmig sein.
Eine andere Möglichkeit einer direkten Wärmebehandlung besteht darin, dass der Boden der Kanäle 4-gegebenenfalls nur auf einen Teil ihrer Länge-mit feinen Öffnungen 28 versehen wird und der Druck der Wärmebehandlungsmedien gegenüber dem in den Kanälen herrschenden Druck so hoch gehalten wird, dass ein Austritt des Schüttgutes durch die öffnungen 28 mit Sicherheit ausgeschlossen wird. Das durch die Schüttgutschicht hindurch- strömende Heitgas wirbelt das Schüttgut hoch und sorgt daher für eine ständige gute übertta- gung der Temperatur. Die Schüttgutschicht kann daher grosser sein als bei rein indirekter Wärmebehandlung.
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