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Einsatzrohr für Geschützrohre
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verkleinerung des Kalibers von Geschützrohren.
Es sind bereits derartige Vorrichtungen zur Verwendung kleinkalibriger'Munition sowie die Mittel zur Befestigung der Einsatzrohre im Lauf der üblichen Geschütze bekannt (franz. Patentschrift Nr. 1. 085. 762). Auf Grund der mit diesen Einrichtungen gewonnenen Erfahrungen ist das erfindungsgemässe Einsatzrohr, insbesondere für dieVerwendung bei-Mörsern, wesentlich vereinfacht und genormt, derart, dass unter Verwendung einer nur sehr geringen Zahl von Einzelteilen die genormten Teile in entsprechender Zusammenfügung für Mörser auch verschiedener Art und unterschiedlicher Kaliber benutzt werden können.
Die Erfindung betrifft eine Verbesserung bekannter Vorrichtungen zur Verkleinerung des Kalibers von Geschützrohren, besonders für das Schulschiessen mit Mörsern, bei welchem ein Einsatzrohr in koaxialer Lage durch mindestens zwei Zentrierringe gehalten wird, von welchen sich der eine in der Nähe der Geschützmündung und der andere in einer mittleren Lage befindet.
Wesentlich für die Erfindung ist, dass das Einsatzrohr aus einem Einsatzlauf und einer an seinem Ende angeschraubten und gesicherten Anschluss manschette, sowie einem Ansatzrohrteil, der aus einem in die Anschlussmanschette eingeschraubten Ansatzrohr gebildet wird. besteht, das sich gegen das Bodenstück des Geschützes abstützt und eine Schalgbolzenvorrichtung aufnimmt.
Nach dem Gegenstand der Erfindung wird der Aufbau des Einsatzrohres wie auch dessen Einbau und die praktische Verwendung ganz wesentlich vereinfacht.
Weiterhin ergibt sich, dass das Einsatzrohr in zwei Untergruppen teilbar ist, nämlich einmal in einen "Einsatzrohr-Teil", bestehend aus dem eigentlichen Einsatzrohr mit dem vorderen Zentrierring in Nähe der Mündung und einer aufgeschraubten Anschluss manschette, die unveränderlich fest an dem hinteren Teil des Einsatzrohres angeschlossen ist und auf welcher sich der mittlere Zentrierring befindet, und anderseits in einen"Ansatzrohr-Teil". Letzterer umfasst ein Ansatzrohr, das in der Anschlussmanschette eingeschraubt ist und sich gegen das Bodenstück des Mörsers abstützt ; in diesem Anschlussrohr ist auch der Schlagbolzen gelegen.
Das erfindungsgemässe Einsatzrohr bietet einmal eine sehr beträchtliche Materialersparnis und Möglichkeit der Normung, insbesondere für die Verwendung in Mörsern verschiedener Modelle, wie auch eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Bedienung und auch beim Einbau und der Demontage. Der Ein- satzrohr-Teil kann unverändert, mit Ausnahme der dem Kaliber anzupassenden Zentrierringe, in allen Mörserarten verwendet werden, ebenso der Schlagbolzen-Teil. Man kann die Teile somit bei allen, gleichen ballistischen Geschossbahnen unterliegenden Mörsern verschiedener Art zum Übungsschiessen verwenden.
Im einzelnen sind die Teile des erfindungsgemässen Einsatzrohres und deren Vorzüge aus der nachstehenden Beschreibung zu entnehmen, sowie an Hand derbeispielsweise wiedergegebenen Darstellungen in den Zeichnungen, u. zw. zeigt : Fig. 1 zum Teil geschnitten, den Aufriss eines Mörserrohres mit einmontiertem erfindungsgemässen Einsatzrohr ; Fig. 2 in vergrössertem Massstabe einen Schnitt durch die Anschlussmanschette ; Fig. 3 in noch vergrössertem Massstabe die Ansicht des vorderen Zentrierringes ; Fig. 4. die Teilansicht im Schnitt des Schlagbolzen ; Fig. 5 den Aufriss eines Einsatzrohres zur Verwendung bei einemlängeren Mörsermodell mit Abzugsvorrichtung ; Fig. 6 eine Teildarstellung, zur Hälfte geschnitten. der Anschlussmanschette ;
Fig, 7 im Schnitt die Schlagbolzenvorrichtung und Fig. 8 eine Teilansicht, zur Hälfte geschnitten, des hinteren Zentrierringes und des Schlagmechanismus.
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Aus den Fig. 1-4 ist ersichtlich, dass sich das Einsatzrohr zur Verwendung in einem Mörser 1 aus zwei
Teilen zusammensetzt, nämlich dem eigentlichen "Einsatzrohr-Teil" mit dem Rohr 3 und der Anschluss- manschette 13, und einem "Ansatzrohr-Teil", der aus einem Ansatzrohr 23 gebildet ist und sich auf dem
Bodenstück 2 des Mörsers abstützt und den Schlagbolzenteil mitumfasst, welcher noch im einzelnen wei- ter unten beschrieben wird.
Das Einsatzrohr 3 hat in Nähe seiner Mündung eine Anzahl Entspannungsschlitze 4, die z. B. einge- fräst sind, und in gewisser Entfernung rückwärts von diesen Schlitzen einen vorderen Zentrierring 5 von doppelkonischer Form an den Seiten und einem zylindrischen Mittelteil. In dem ,Zentrierring ist eine
Feststellschraube 6 angeordnet und ein Verstärkungs- und Haftgurt 7 vorgesehen, der zum Festhalten des
Einsatzrohres bei Rückstoss oder Rücklauf des Mörserrohres dient. Dieser Haftgürtel liegt in einer eingear- beiteten Nut in dem mittleren zylindrischen Teil des Zentrierringes und wird durch zwei versenkte
Schrauben 8 und 9 zu beiden Seiten der Stellschraube 6 gehalten (Fig. 3).
Ausserdem weist der Zentrier- ring noch wenigstens einen Kanal oder eine Durchbohrung 10 für den Luftdurchgang auf..
Der rückwärtige Teil des Einsatzrohres ist bei 11 mit Gewinde versehen und endet in einem konischen
Sitz 12, dessen Öffnungswinkel a ungefähr 30 beträgt. Auf diesen mit Gewinde versehenen rückwärtigen -Teil ist die Anschlussmanschette 13 fest aufgeschraubt und gegenüber dem Einsatzrohr 3 durch eine Fest- stellschraube 14 gesichert (Fig. 2). Auf dieser Anschlussmanschette ist möglichst, genau in der Mitte der mittlere Zentrierring 15 mit einer versenkten Feststellschraube 16 befestigt. Der Ring selbst hat eine Form ähnlich der des vorderen Zentrierringes 5, abgesehen davon, dass seine zylindrische Fläche 17 keinen Ver- stärkungsgürtel trägt. Auch in diesem Ring befindet sich wenigstens ein Luftkanal 18.
Der Ringkörper selbst besteht aus einem verhältnismässig weichen und leichten Metall, wie beispielsweise Aluminium, durch welches der Mörserlauf nicht zerkratzt werden kann.
Das Ansatzrohr23 weist gleichwie das Einsatzrohr 3 am Ende 21 ein Gewinde auf, mit welchem es in die Anschlussmanschette IS eingeschraubt ist und damit das Rohr selbst verlängert. Es endet in einem kc- nischen Sitz 22, dessen Öffnungswinkel b ungefähr 450 beträgt. Das Bodens. : 24 des Ansatzrohres, das aus einem massiven Rohrstück besteht und unter leichter Reibung in den vorderen Teil des Ansatzrohres 23 ein- greift. hat einen Kragen 25 mit zwei abgeschrägten Seitenrändern. die sich gegen den schrägen Sitz 12 des Ein- satzrohres und den schrägen Sitz 22 des Ansatzohres abstützen.Die Umfangsfläche dieses Bodenstückes ist mit
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Dieser rohrförmige Führer erstreckt sich in der Seele des Einsatzrohres 3 bis zu einer bestimmten Entfernung von dessen MUndung. Am vorderen Ende des rohrförmigen Führers 30 ist, beispielsweise durch Schweissung, ein Zentrierstern befestigt, der aus einem Rohr 31 mit beispielsweise vier Flügeln 32 besteht (Fig. 4), welche sich gegen die Innenwand des Einsatzrohres 3 abstützen. In der Öffnung des Rohrstückes 31 sitzt die Stange 33 des Schlagstiftes 34 in einem konischen Sitz 35. Die Stange 33 ist an ihrem freien Ende mit Gewinde 36 versehen, über welches eine Schraubenmutter 37 zur Blockienung oder Festhaltung aufgeschraubt ist.,, 0
Die Montage des so ausgestatteten Einsatzrohres ist überaus einfach.
Sie besteht lediglich darin, das Ansatzrohr 23 in die Anschlussmanschette 13 einzuschrauben, nachdem der Zentrierstern und der rohrför- mige Führer 30 in das Einsatzrohr eingebracht sind. Der Kragen 25 des Bodenstückes ist dann zwischen die beiden konischen Sitze 12 und 22 festgeklemmt und verkeilt. Die Öffmmgswinkel dieser Sitze und der entsprechenden Stossflächen des Kragens sind so gehalten, dass sie einen festen Sitz oder eine Blokkierung gegenüber dem Einsatzrohr sichern und gegenüber dem Ansatzrohr 23 zu gleiten vermögen. Diese Anordnung sichert zugleich das Festhalten, eine Abdichtung und eine unverrückbare Zentrierung der Schlagbolzenvorrichtung.
Während des Umganges mit diesen beiden Teilstücken oder auf dem Transport bleiben diese stets aneinandergeschlossen und nur zur Säuberung ist das Ansatzrohr 23 abzuschrauben, welches durch die Klemmschraube 27 verbunden das Bodenstück um die gesamte Schlagbolzeneinheit 30-37 mit sich führt.
Die Einführung des Einsatzrohres in den Mörserlauf kann leicht gleitend erfolgen, wobei die Luftkanäle in den Zentrierringen das Entweichen der in dem Mörser voandenen Luft'ermöglichen.
Dasselbe Einsatzrohr mit derselben Anschlussmanschette'kann zur Kaliberverringerung in Mörsern der unterschiedlichsten Kaliber und erschiedener lypenverwendet werden. Es sind dann lediglich die Zentrierringe auszutauschen und dem jeweiligen Kaliber anzupassen und die Ansatzrohre zum Ausgleich der unterschiedlichen Laufgängen zu wechseln. Auch dasBndenstück und die Schlagbolzenvorrichtung bleiben
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in gleicher Weise unverändert. Der Schalgbolzen befindet sich so immer in gleicher Entfernung von der Rohrmündung, so dass gleichbleibende ballistische Kurven für alle Rohrarten erhalten werden.
Weiterhin ist das Lager für Ersatzteile wesentlich verringert, soweit es das Einsatzrohr, die Anschlussmanschetten und das Bodenstück betrifft, da diese Teile für alle Modelle gleich sind und damit einheitlich ausgetauscht werden können.
In den Fig. 5-8 sind die Teile eines Einsatzrohres wiedergegeben, die für ein Mörsermodell von verhältnismässig langer Lauflänge vorgesehen sind, sei es mit Abzug- oder automatischer Zündung. Für gleiche Teile der beschriebenen Ausführung sind wieder gleiche Bezugsziffern verwendet.
Aus Fig. 5 ist wieder das Einsatzrohr 3 mit dem vorderen Zentrierring 5 mit Verstärkungsgürtel und Haftfläche 7 zu entnehmen, sowie die Anschlussmanschette 13, welche den Zwischenzentrierring 15 trägt.
Das hier verhältnismässig lange Ansatzrohr 23'hat einen unteren Zentrierring 40, welcher in allen Einzelheiten dem mittleren Ring 15 entspricht.
Das Bodenstück 24 (Fig. 6) ist unverändert, jedoch ist der rohrförmige Führer 30 durch ein Schlagbolzenrohr 42 verlängert. Der Zentrierstern 31-3ruz (Fig. 7) ist ebenfalls gleich geblieben, doch ist hier der Schlagbolzen 43 leicht gleitend und reibend in dem Rohr 31 beweglich gehalten und die Stange 44 mit Dichtungsrillen 45 am Ende des Schlagbolzenrohres 42 befestigt. Der untere Teil dieser Stange (Fig. 8) trägt einen Zapfen 46, der in einem Amboss 47 eingeschraubt ist. Letzterer gleitet in einem Rohrstück 48, das in einem Ring 49 eingeschraubt ist. Dieser Ring wird in dem. Ansatzrohr 23'durch die Klemmschraube 41 des hinteren Zentrierringes 40 festgehalten.
Ausserdem bildet der Ring die Umfassung für eine Feder zur Zurückhaltung des Schlagbolzens, wobei die Feder zwischen einem Anschlagring 51 des Ringes 49 und einem grösseren Vorsprung 52 des Ambosses gespannt ist, gegebenenfalls unter Zwischenfügung einer oder mehrerer Einstellscheiben 53.
Wie ersichtlich, befindet sich die Abschlussfläche des Amboss 47 normalerweise in gleicher Ebene mit der Abschlussfläche des Rehrstückes 48, welch letztere dazu bestimmt ist, die erste Abstützung im Bodenstück des Mörsgrs zu bilden, welcher mit strichpunktierten Linien 55. angedeutet ist.
Der Schlagbolzen 56 des Mörsers befindet sich in zurückgezogener Stellung und auch der Schlagbolzen 43 des Einsatzrohres (Fig. 7) ist zurückgezogen.
Wenn nun der Schlagbolzen 56 des Geschützes, ausgelöst wird, schlägt er auf den Amboss 47, welcher diese Einwirkung über das Rohr 42 auf den Schlagstift 43 überträgt. Hiebei sichert die Feder 50 die Rückholung. Bei automatischer Zündung ist der Schlagbolzen 56 der Waffe in Eingriff mit dem Bodenstück 55 gehalten und hält damit auch den Amboss etwas eingedrungen, und damit auch den Schlagstift 43 selbst.
Bei nicht wirksamer oder gestörter Einstellung des Schlagstiftes kann man die Dicke der Einstellscheiben 53 verändern oder entsprechend mehrere auf den Amboss 47 auflegen.
Die Erfindung ist nicht auf die erläuterten und dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern kann vielfach in ihren Einzelheiten geändert werden, wie auch hinsichtlich der Verwendung. So ist das Einsatzrohr insbesondere nicht auf die Benutzung bei Steilfeuergeschützen begrenzt, sondern es kann auch für Flachfeuerwaffen Verwendung finden. Anderseits ist die Benutzung nicht nur zum Instruktionsschiessen vorgesehen, sondern auch zum Scharfschiessen auf kleinere Entfernung. Gewisse Einzelheiten der erfindungsgemässen Ausbildung sind in solchem Falle von besonderer Bedeutung, wie beispielsweise die Abdichtung gegen die Treibgase, welche die vorn ausgeweitete Ausbildung des Rohrendes des Bodenstückes bietet.
Dieser Teil bildet nämlich tatsächlich gewissermassen einen elastischen und nachgiebigen Ansatz, der sich radial unter der Einwirkung des Gasdruckes deformieren kann und damit einen absolut dichten Verschluss bildet, indem er sich gegen den konischen Sitz andrückt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Verkleinerung des Kalibers von Geschützrohren, besonders für das Schulschiessen mit Mörsern, bestehend aus einem Einsatzrohr, das in koaxialer Lage durch mindestens zwei Zentrierringe gehalten wird, wovon sich einer in der Nähe der Geschossmündung und der andere in einer mittleren Lage befindet, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem Einsatzrohrteil, bestehend aus einem Einsatzlauf (3) und einer an das Ende des'Einsatzlauies angeschraubten und gesicherten Anschlussmanschette (13) und aus einem Ansatzrohrteil gebildet ist, welcher aus einem in die Anschlussmanschette eingeschraubten Ansatzrohr (23) besteht, das sich gegen das Bodenstück (2) des Geschützes ibstützt und in welchem sich eine Schlagbolzenvorrichtung (56)
befindet.