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Verbandstoff
Neben den gebräuchlichen gewebten Verbandstoffen ist auch bereits Verbandmaterial bekannt, das eine wundseitig aufzulegende glatte Oberfläche aufweist. Dieses Material besteht beispielsweise aus Kunststoffbändchen oder-faden, aus denen eine geschlossene, nicht saugfähige, jedoch feuchtigkeitsdurchlässige Schicht gebildet ist. Ferner sind Wundauflagen vorbeschrieben, die aus einer nicht saugfähigen Folie bestehen, die mit Durchbrechungen versehen ist ; die glatte Kunststoffolie ist nicht saugfähig, ermöglicht jedoch durch die Durchbrechungen den Durchtritt von Wundsekret, Blut usw. Bei beiden Verbandstoffarten ist es erforderlich, die nicht saugfähige Wundauflage mit saugenden Material, wie Zellstoff, Watte usw., zu hinterlegen, um so Wundsekret aufnehmen zu können.
Bei Verbandstoffen, deren Wundauflage z. B. aus Fäden besteht, die eine verschiedene Saugkraft besitzen, wirkt sich diese dahin aus, dass die wundseitig liegenden Fäden unter dem Feuchtigkeitseinfluss ihre Lage ändern, wodurch der Heilprozess gestört werden kann.
Demgegenüber bildet den Gegenstand der Erfindung ein Verbandstoff insbesondere für die Wundbehandlung aus teilweise nicht saugfähig gemachtem Fasermaterial, bei dem das saugfähige Fasermaterial durch Prägung örtlich so verfestigt ist, dass auf der der Wunde zugekehrten Seite nicht saugfähige Stellen ausgebildet sind, die gleichzeitig die Wundabdeckung in einem Abstand von der Wunde abstützen.
Die nicht saugfähigen Stellen der Oberfläche können vorzugsweise aus Abstützpunkten bzw. Stützkanten für die saugfähigen Stellen des Materials bestehen ; beschichtete Stützkanten sind mit einem physiologisch neutralen Überzug aus feuchtigkeitsbeständigen Kunststoffen versehen. Die Aufhebung der Saugfähigkeit kann auch durch eine örtliche Imprägnierung des Materials an den Abstützpunkten bzw. -kanten erreicht sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes überragen die Abstützflächen bzw. -kanten die saugfähigen Flächen nach der Wundseite hin, also gleichsam in der senkrechten Ebene, so dass ein Prägemuster aus saugfähigen Feldern und nicht saugfähigen Abstützflächen bzw. -kanten vorliegt. Das Prägemuster kann in der jeweils zweckmässigen Form ausgebildet sein.
Nach einer weiteren Ausführungsform des Verbandstoffes ist das in sich verfestigte Fasermaterial, sei es als glattes oder geprägtes Verbandmaterial ausgebildet, so ausgestaltet, dass glatte oder mustergleich geprägte Lagen des Verbandstoffes dicht aufeinandergelegt eine durchgehend örtlich saugfähige und nicht saugfähige Wundabdeckung bilden. Auf diese Weise wird z. B. die Saugkraft an den saugfähigen Stellen verstärkt. Es lassen sich so durch dichtes Übereinanderlegen Verbandstoffe beliebiger Stärke zur Anpassung an die jeweilige Wundbehandlung ausbilden.
Die der Wunde abgekehrte Seite des Verbandstoffes kann eine nicht saugfähige Beschichtung aufweisen, wobei dafür Sorge getragen wird, dass auf der Wundseite die Saugfähigkeit erhalten bleibt.
Die saugfähigen Teile können auch medikamentöse Zusätze enthalten, ohne dass dadurch deren Saugfähigkeit aufgehoben ist. Je nach der Zweckbestimmung wird der Verbandstoff in Rollen oder Zuschnitten hergestellt ; letztere können auch mit anhängenden Haftstreifen versehen sein, die einen klebenden Aufstrich tragen können. Auch wäre es möglich, die nicht saugfähigen Stellen örtlich klebend auszubilden.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele des Verbandmaterials, und zwar jeweils in einer Ansicht und in Schnittdarstellungen. Die Ansichten sind mit Fig. 1 bis 4, die Schnittdarstellungen mit Fig. 5 bis 9 bezeichnet.
Ferner zeigen die Fig. 1 und 5 ein quadratisches Prägemuster mit spitzen Abstützkanten auf der Wund-
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seite, die z. B. durch starke Prägung hergestellt sind, Fig. 2 und 6 ein flach geprägtes, in Quadrate unterteiltes Muster, Fig. 3 eine Prägung in Form flacher Pyramiden, deren Form sich aus der Schnittdarstellung in Fig. 7 ergibt. Die Schnittdarstellung Fig. 9 zeigt gleichsam ein negatives quadratisches Prägemuster mit auf den Spitzen der Pyramiden angeordneten Auflagen 13 aus feuchtigkeitsbeständigem Material oder sonstigen geeigneten Kunststoffen. Die Stützkanten bzw. Stützpunkte sind flächermässig der jeweiligen Zweckbestimmung des Verbandmaterials angepasst.
Fig. 4 zeigt ein Prägemuster mit näpfchenartigen Vertiefungen, deren Profil aus der Schnit-. derstellung in Fig. 8 ersichtlich ist. Stattdessenkönnten auch rund geprägte Näpfchen oder eine sonst zweckmässige Form Anwendung finden.
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-kanten mi : : 11wundneutralenKunststoffen abgedeckt sein. Gemäss Fig. 4 ist auf die Stützflächen 11 wundseitig eine Auflage aus wundneutralen Kunststoffen, Klebstoffen od. dgl. 13 aufgetragen. Die saugfähigen Stsllen weisen dann die Form der geprägten Näpfchen 15 auf.
Der Verbandstoff kann in beliebigen Zuschnitten hergestellt werden, z. B. auch in Form von Streifen als Wundauflage abgeschnitten werden. Hiebei besteht die Möglichkeit, angeformte bzw. überstehende Ränder 14, z. B. zur Herstellung von Schnellverbänden mit einem klebenden Aufstrich zu versehen.
Der Erfindungsgedanke ist durch nachfolgende Beispiele erläutert : Beispiel l : Ein von einem grösseren Zuschnitt abgetrennter mit einem Prägemuster gemäss Fig. 4 versehener Zuschnitt wird auf die Wunde so aufgelegt, dass die mit einer neutralen Kunststoffabdeckung 13 versehenen Stützflächen auf der Wunde aufliegen. Die näpfchenartigen saugfähigen Vertiefungen 15 nehmen dann das Wundsekret auf. Sind mehrere gleichgeprägte Zuschnitte unmittelbar aufeinander gelegt, so befinden sich die Stützflächen 13 bzw. die saugfähigenNäpfchen 15 stets in Übereinanderlage. Es können deshalb Verbandstoffe mit beliebig gesteigerter Saugfähigkeit durch Übereinanderschichten erzielt werden.
Durch die bedeutende unmittelbare Saugkraft wird in kurzer Zeit ein schnelleres Abtrocknen der Wunde und damit eine Beschleunigung des Heilprozesses erreicht. Bei der Erneuerung des Verbandes ist eine Störung der Wunde ausgeschlossen.
Beispiel 2 : Ein mit einsm Prägemuster gemäss Fig. 2 versehener Schnellverband, z. B. in Rollen- form wird ruit den klebenden Rändern 14 neben der Wunde angeheftet. Die Wunde ist dann durch die saug- fähigen Flächen 10 geschützt. Für Schnellverbände wird vorteilhaft eine Ruckenbeschichtung 12 angewendet. Auf diese Weise ist ein gegebenenfalls hautfarbiger Schnellverband mit abwaschbarer Oberfläche erzielt.
Der Verbandstoff besteht aus in sich verfestigtem Fasermaterial, das vorzugsweise ohne Fremdstoffe, z. B. nach den Verfahren, die in den deutschen Patentschriften Nr. 902427 und Nr. 921826 angegeben sind, hergestellt ist. Das Material ist aussen völlig glatt, so dass ein Einwachsen von vorstehenden Fa- sern in die Wunde nicht erfolgen kann. Die Herstellung kann je nach der Anzahl der in sich verfestigten Vlieslagen in wechselnder Stärke erfolgen und kann zusätzlich die erwünschte Saugfähigkeit durch die Übereinanderschichtung des Materials erreicht werden, wobei das Prägemuster die Sicherheit bietet, dass stets die saugfähigen und die nicht saugfähigen Stellen unmittelbar übereinanderliegen.
Die Anpassung an die Wundgrösse, die Versorgung besonders tiefer und stärker blutender oder absondernder Wunden ist individuell möglich.
So gewährleistet beispielswiese eine in dem Material erzielte Proengrösse von etwa 60-100 eine überragend grosse Saugkraft, wobei durch die Wahl des Präiemusteis eine weitere Anpassungfähigkeit hinsicht- lich derVerteilung von saugfähigen und nicht saugfähigen Stellen gegeben ist. Fernerlässt sich die Saugfähigkeit z. B. durch steilere und flachere Pyramidenprägungen dosieren. Die saugfähigen Poren sind völlig gleichmässig über die Verbandstoffläche verteilt, so dass ein unbesorgtes Arbeiten gewährleistet ist.
Gegenüber bekannten gewebten und Folienverbandstoffen wird der Vorteil erreicht. dass eine einlagige Wundauflage im allgemeinen genügt, was die Wundversorgung und die Vorratshaltung wesentlich vereinfacht. Da die Oberfläche des Verbandmaterials gleichsam chemisch geglättet ist, sind Auffaserungen beim Gebrauch nicht zu befürchten.
Die Verfestigung der Kanten 11 kann auch durch eine Einlage von feinen Metalldrähten verstärkt sein. Die auf die Wunde aufzulegende Seite des Verbandstoffes kann eine besondere Färbung aufweisen.
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