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Platzpatrone
In der deutschen Patenschrift Nr. 950716 ist eine Platzpatrone beschrieben, deren Hülse aus thermoplastischem Kunststoff in einem Stück gefertigt und vom geschlossen ist. Als thermoplastische Kunststoffe werden Polyäthylen und Polyvinylchlorid genannt. Die Patronenhülse aus Kunststoff muss eine solche Stabilität haben, dass sie in Schnellfeuerwaffen ein sicheres Funktionieren gewährleistet. Da bei Dauerfeuer in Maschinenwaffen eine starke mechanische Beanspruchung und eine Temperaturerhöhung in der Zuführung und im Ladungsraum eintreten, können ein Werfen und sogar ein Aufreissen der Hülsen eintreten, wobei auch durch die ungleiche Wärmeleitung des metallischen Bodenstücks und der Hülse aus Kunststoff Hülsenreisser auftreten können.
Um diese Schwierigkeiten zu beheben, kann man einerseits die Hülsenwand verstärken, was einen Mehraufwand an Kunststoff und Arbeit verursacht, anderseits kann man die Ladung derart verringern, dass ein Aufreissen nicht eintreten kann. Diese La- dungsverringerung erniedrigt aber den Gasdruck, der zum Rücklauf bei automatischen Waffen notwendig ist, so dass Rückstossverstärker angebracht werden müssen. Fernerhin tritt dadurch eine Ver-
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ein, so dass die Munition für Übungszwecke nicht brauchbar ist.
Es wurde nun gefunden, dass sich als thermoplastischer Kunststoff für die Herstellung von Platzpatronenhütsen hochnolekulare Polyolefine mit Molekulargewichten von 50. 000 und höher und Polyamide mit geringer Wasseraufnahme hervorragend eignen. Diese Kunststoffe haben neben den hohen mechanischen Festigkeiten hohe Wärmefestigkeiten, die hinsichtlich der Verwendung dieser Kunststoffe für Platzpatronenhülsen eine grosse Rolle spielen. Als hochmolekulare Polyolefine seien das Niederdruckpolyäthylen und das hochmolekulare Polypropylen genannt.
Diese Kunststoffe sind völlig weichmacherfrei, so dass ein EindifFundieren von Weichmachern aus der Kunststoffhülse in die Pulverladung nicht eintreten kann. Da diese Kunststoffe sehr hohe Fe-
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das Bodenstück mit seiner rohrförmigen Verlängerung ebenfalls aus Kunststoff hergestellt werden, und zwar vorzugsweise im Spritzgussverfahren. Auf dieses Bodenstück kann die Hülse in bekannter Weise aufgeschoben werden, wobei durch die zu- sätzliche Massnahme des Verklebens oder des Verschweissens ein absolut gasdichter Sitz erreicht wird.
Das Verschweissen kann z. B. in der Form vorgenommen werden, dass der Kunststoffhülse und der rohrförmigen Verlängerung des Bodenstückes ein Widerstandsdraht eingearbeitet ist, wobei bei der elktrischen Verschweissung keine grosse Wärme nach aussen übertreten wird. Von grossem Vorteil ist ferner, dass durch die Verwendung dieser Kunststoffe die ganze Platzpatrone aus einem Stück im Spritzguss hergestellt werden kann, wobei nach dem Füllen der Patrone diese am Vorderende zugeschweisst wird.
Die erfindungsgemässe Ausbildung der Patrone er, gibt eine Kunststoffpatrone, die besonders gut in automatischen Feuerwaffen verwendbar ist.
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