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Flüssigkeitsverdrängungskörper
Die Erfindung bezieht sich auf Flüssigkeitsverdrängungskörper, bestehend aus einem mit einem gasförmigen oder flüssigen Medium füllbaren flüssigkeits-und gasdichten Beutel, der vorzugsweise zur Beseitigung eines Luftvolumens in nur teilweise gefüllten, geschlossenen Behältern dient.
Derartige Vorrichtungen sind bereits bekannt. Ihre Anwendbarkeit scheiterte u. a. daran, dass die Beutel nicht die chemisch-physikalischen Eigenschaften aufweisen, welche eine betriebssichere Anwendung derselben verlangt. Es dreht sich hiebei im wesentlichen um das gleichzeitige Auftreten derEigenschaften der chemischen Resistenz gegenüber der Flüssigkeit im Behälter und der absoluten Flüssigkeits-und Gas- dichtheit.
Relativ-d. h. gegenüber gewissen Flüssigkeiten - chemisch resistente Stoffe, die auch flüssigkeitsund gasdicht sind, sind zwar bekannt, jedoch bereitet es vielfach Schwierigkeiten, einen Stoff zu finden, der gerade eine je nach der Flüssigkeit im Behälter ganz bestimmte chemische Resistenz aufweist, dabei noch flüssigkeits-untgasdicht ist und auch sonst Eigenschaften besitzt, die ihn zur Verwendung als Beutelmaterial geeignet erscheinen lassen.
Dieses Problem wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass man als Flüssigkeitsverdrängungskörper einen Beutel verwendet, dessen Wandung aus zwei oder mehreren Schichten besteht, von denen die äusserste gegenüber der zu verdrängenden Flüssigkeit chemisch resistent, beispielsweise säurebeständig sowie gegebenenfalls flüssigkeitsdicht, dagegen die inneren zumindest in ihrer Gesamtheit flüssigkeitsund gasdicht sind.
Für manche Fälle wird es zweckmässig sein, die einzelnen Wandschichten vor der Herstellung des Verdrängungsbeutels vollständig miteinander zu verkleben oder auf eine andere Art zu verbinden. Der Verdrängungsbeutel wird also demnach aus einer Mehrfachfolie hergestellt.
Eine andere Ausführungsmöglichkeit besteht darin, dass man zwei oder mehrere Beutel lose ineinandersteckt. Da es die Aufgabe einer der Innenschichten der Mehrfachfolie bzw. eines der Innenbeutel des Mehrfachbeutels ist, den Innenraum des beutelartigen Verdrängungskörpers gegen die Behälterflüssigkeit vollkommen flüssigkeits-und gasdicht abzuschliessen, muss auch eine gute flüssigkeits-und gasdichte Verbindung zwischen einer der Innenschichten der Mehrfachfolie bzw. einem der Innenbeutel des Mehrfachbeutels und dem Behälter rings um eine Öffnung desselben bzw. den Verschlussorganen einer solchen Öffnung vorhanden sein.
Die Lösung dieses Problems kann auf mehrfache Weise erfolgen. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Gummi als Material der Innenschichten bzw. der Innenbeutel. Gummi lässt sich mit Metall sehr gut durch Vulkanisieren verbinden. Man braucht daher lediglich die Umgebung der Behälteröffnung oder deren Verschlussorgane zumindest zum Teil aus Metall herstellen.
Schwieriger ist die Verbindung, wenn die gasdichten Innenschichten bzw. Innenbeutel aus Kunststoff sind. Eine dem Vulkanisieren ähnliche Verbindungsart existiert nicht. Man hat statt dessen die Möglichkeit der Verklebung unter Zuhilfenahme eines geeigneten Klebstoffes. Eine andere zuweilen günstigere Möglichkeit ergibt sich, wenn man eine der Innenschichten der Mehrfachfolie bzw. einen der Innenbeutel des Mehrfachbeutels aus schweissbarem Kunststoff herstellt. Man kann dann die Kunststoff-Folien mit andern härteren, ebenfalls schweissbaren Kunststoffteilen verschweissen, an welchen die Anbringung eines Gewindes möglich ist. Über dieses Gewinde lässt sich dann nach üblicher Art die vollkommen flüssigkeitund gasdichte Verbindung mit dem Behälter bzw. mit den Verschlussorganen einer Behälteröffnung herstellen.
Die Auswahl des Materials der Aussenschicht der Mehrfachfolie bzw. des Aussenbeutels bei Mehrfach-
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beuteln richtet sich nach der zu verdrängenden Flüssigkeit. Handelt es sich um Verdrängungskörper für Wein, so wird man weinbeständiges Material verwenden. Kunststoffe lassen sich hiebei in ; bevorzugtem Masse anwenden.
An Hand der Zeichnungen ist die Erfindung näher erläutert. Die Fig. 1 - 3 stellen im Längsschnitt drei verschiedene Verbindungsmöglichkeiten eines Doppelbeutels mit dem Deckel einer Behälteröffnung dar. Fig. 4 ist ein Längsschnitt und Fig. 5 ein Querschnitt durch eine Form zur Herstellung eines Plastikbeutels mit Längsfalten.
Gemäss Fig. 1 ist im Deckel 1 einer Öffnung des Flüssigkeitsbehälters ein Kunststoffrohr 2 aus hinreichend hartem Kunststoff eingeschraubt. Die Dichtung ist durch einen Gummiring 3 vervollkommnet.
Am unteren Ende des Kunststoffrohres 2 ist ein Beutel 4 aus absolut gasdichtem Kunststoff angeschweisst.
Über diesenInnenbeutel 4 wird ein Aussenbeutel 5 aus gegenüber der Behälterf1üssigkeit chemischresisten- tem Kunststoff angeordnet. Der Aussenbeutel 5 umfasst mit seinem oberen Rand den Innenbeutel 4 kragenartig und ist dort mit ihm verklebt. Ein Metallklemmring 6 dient zur Sicherung dieser Verbindung. Das Kunststoffrohr, welches im allgemeinen nur gas-und flüssigkeitsdicht, nicht aber chemisch resistent gegenüber der Flüssigkeit sein wird, kann mit einer Folie 7 aus chemisch resistentem Kunststoff verkleidet werden.
Die Länge des Kunststoffrohres 2 hängt von der Dicke der Behälterwandung ab. Man kann aber unter Umständen auch auf ein Kunststoffrohr 2 verzichten und den Beutel 4 direkt an den Deckel 1 anschliessen, allerdings zweckmässigerweise unter Zwischenschaltung eines nur ganz kurzen Gewindestückes aus hartem Kunststoff, an welches die Beutelfolie des Innenbeutels angeschweisst wird.
In Abwandlung der Ausführungsform nach Fig. 1 wird gemäss Fig. 2 der Innenbeutel 4 nicht an das Kunststoffrohr 2 angeschweisst, sondern Rohr und Beutel bilden eine organische Einheit. Ein derartiges Ge-
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Innenbeutel 4 aufgeblasen.
Der Aussenbeutel 5 ist bei diesem Ausführungsbeispiel mit seinem oberen Rand am Rohrstück 2 angeklebt und wiederum durch einen Metallring 6 gesichert. Das zwischen Deckel 1 und Aussenbeutel 5 befindliche Rohrstück ist gleichermassen wie bei Fig. 1 mit einer chemisch resistenten Folie 7 verkleidet.
Gemäss Fig. 3 ist am Behälterdeckel l ein aus demselben Material wie der Deckel bestehendes Rohr 8 angeordnet. Das untere Ende dieses Rohres ist mit einem Gewinde versehen, welches zur Aufnahme eines ebenfalls mit einem Gewinde versehenen rohrförmigen Kunststoffstückes 9 dient. Damit diese Gewindeverbindung absolut dicht ist, ist ein Dichtungsring 10 vorgesehen. An das rohrförmige Kunststoffstück 9 ist der Innenbeutel 4 aus schweissbarem, flüssigkeits-und gasdichten Kunststoff angeschweisst.
Da die meisten Kunststoffe nicht sehr stark dehnbar sind, werden sowohl der Aussenbeutel als auch der Innenbeutel im ungefüllten Zustand zumindest im Bereiche der oberen Verengung Längsfalten aufweisen.
Es können diese Falten aber auch über die ganze Länge der Beutel ausgebildet sein, wodurch sich bei Fül-
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Die Gewindeverbindungen zwischen dem Behältssrdeckel bzw. zwischen an diesen angeschlossenen Teilen und harten Kunststoffteilen erübrigen sich, wenn man als Material für den Innenbeutel Gummi und als Deckelmaterial Metall verwendet. Man kann statt der in den Fig. 1 - 3 dargestellten BeutelRohr-Kombination für den Innenbeutel einen Gummischlauch mit im oberen Bereich verstärkter Wand verwenden und auf den metallischen Deckel aufvulkanisieren.
Zu beachten ist, dass der Gummiinnenbeutel nicht zu stark aufgeblasen werden darf, damit nicht der schwer dehnbare Aussenbeutel gesprengt wird.
Bei einem Innenbeutel aus schwer dehnbarem Kunststoff besteht diese Gefahr, vorausgesetzt, dass ein übermässiger Innendruck vermieden wird, nicht. Allerdings muss man die Oberfläche des Innenbeutels, u. zw. zweckmässig sowohl hinsichtlich Breite als auch Länge, geringer dimensionieren, als die entsprechenden Grössen des Aussenbeutels.
Abweichend von den Ausführungsbeispielen in den Fig. 1-3 kann man beide Beutel auch am Behälter selbst rings um eine Öffnung desselben befestigen. oder man kann den Aussenbeutel mit dem Behälter, den Innenbeutel aber, wie dargestellt, mit dem Deckel der Behälteröffnung, verbinden.
Verwendet man nicht einen Doppel-oder Mehrfachbeutel, sondern einen einfachen, jedoch mit einer mehrschichtigen Folie als Wandung, so treten hinsichtlich der Befestigung mit dem Behälter bzw. mit dem Deckel der Behälteröffnung ähnliche Schwierigkeiten auf, wie bei der Verbindung des Innenbeutels mit den genannten Teilen. Auch hier lässt sich eine Lösung in ähnlicher Weise durch Verschweissen einer der
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Kunststoffinnenschichten mit einem harten gewindetragenden Kunststoffrohrstück erzielen, welches seinerseits dichtend mit dem Behälter oder dem Behälterdeckel verschraubt wird. Stellt man eine der Innenschichten aus Gummi her, dann kann man mit dem metallischen Behälter oder den Deckelteilen Vulkanisationsverbindungen erzielen.
Diese Mehrfachfolien dürfen aber trotz der Gummischichte nicht gedehnt werden, wenn die chemisch resistente Aussenschichte der Folie nicht auch dehnbar ist. Die Volumsvergrösserung darf dann nur durch Formveränderung, nicht aber durch Oberflächenvergrösserung erzielt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Flüssigkeitsverdrängungskörper, bestehend aus einem mit einem gasförmigen oder flüssigen Medium füllbaren flüssigkeits- und gasdichten Beutel, dadurch gekennzeichnet, dass seine Wandung aus zwei oder mehreren Schichten besteht, von denen die äusserste gegenüber der zu verdrängenden Flüssigkeit chemisch resistent, beispielsweise säurebeständig, sowie gegebenenfalls flüssigkeitsdicht, dagegen die inneren zumindest in ihrer Gesamtheit flüssigkeits- und gasdicht sind.