AT200249B - Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen

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  Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen 
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 auch vorteilhaft als Nachgerbstoff Verwendung finden. Diesogegerbten Leder bzw. nachgegerbten Leder zeichnen sich durch eine bemerkenswert hohe Fülle und grosse Festigkeit aus, und der Auswaschverlust ist gering. Bei der Ausführung dieses Gerbverfahrens werden Gelatine, Leim, Hautabfälle oder andere Eiweiss- stoffe einem weitgehenden sauren oder alkalischen Abbau unterzogen und dann mit pflanzlichen und/oder künstlichen Gerbstoffen vermischt. Diese Mischung wird als Gerbstoff oder als Nachgerbstoff beim Gerben von vegetabilischen Ledern eingesetzt. 



   Es ist auch bekannt, Lederabfälle mit Mineralsäuren und Dampf zu behandeln und das erhaltene koaguliert Produkt mit Alkali in eine gelatinöse Lösung überzuführen, die die stark abgebauten Eiweisskörper enthält und als Lederbeize (oder als ein Füllmittel) Verwendung finden soll. In diesem Vorschlag ist weder eine Angabe über die für den Aufschluss erforderliche Säurekonzentration zu finden noch irgendein Hinweis auf gerberische Eigenschaften der erhaltenen Produkte. Durch diese Produkte, die sich für das Gerben (Ausgerben oder Nachgerben) gar nicht eignen, wird daher eine Gerbwirkung auch nicht nahegelegt. 



   Es wurde gefunden,   dass-man   zu Mischungen von Gerbstoff und abgebautem Eiweiss vorteilhaft auch dann gelangt, wenn man vegetabilisch und/oder synthetisch gegerbte Lederabfälle einem besonderen Aufschluss in wässerig-saurem Medium unter milden Einwirkungsbedingungen unterwirft und das aus der sauren Lösung sich abscheidende, aus Eiweissabbauprodukten und Gerbstoffen bestehende Gemisch mit Alkali   auf einen pH-Wert von 8 bis 8, 5 einstellt. Unter milden Einwirkungsbedingungen ist das Behandeln der Lederabfälle mit wässerigen Säuren unter Erwärmung auf Temperaturen von höchstens 800 C zu verstehen.   



  Hiebei erfährt das Ledereiweiss einen proteolytischen Abbau und geht alsbald in Lösung. Es erweist sich dabei als   günstig,   mit einer stark verdünnten Säure zu arbeiten, um einen weitgehenden Abbau zu vermeiden. Zu diesem Zwecke kann man vorzugsweise eine bis etwa 1   loige Schwefelsäurelösung   verwenden. Der in den Lederabfällen enthaltene Gerbstoff, der unter den Einwirkungsbedingungen lediglich abgehoben, aber nicht zerstört wird, wird in der Lösung in Form von feinen Flocken in Schwebe gehalten. Nach einiger Zeit verbindet sich das in Lösung gegangene Eiweiss mit dem Gerbstoff zu einem unlöslichen zähen Kuchen, der sich am Boden des Reaktionsgefässes absetzt. Lagen fetthaltige Lederabfälle vor, so bildet sich dieser Kuchen in Form einer breiigen Masse aus einzelnen kleineren Koagulaten an der Oberfläche der sauren Flotte.

   Der Kuchen wird dann vom Säurewasser getrennt und danach durch Zusatz von Wasser und Natronlauge zu einer schwach alkalischen Lösung von Gerbstoff und abgebautem Eiweiss aufgelöst. Diese Lösung kann aber auch durch einen geeigneten Trocknungsprozess,   z. B.   durch Wal zentrocknung, in Pulverform überführt und so als Gerbstoff oder Nachgerbstoff eingesetzt werden. 



   Die als Rohmaterial verwendeten Lederabfälle fallen bei der Herstellung und bei der Verarbeitung von vegetabilisch gegerbten Ledern an, beispielsweise als Falzspäne oder Schneidabfälle. Verwendungsmöglichkeiten für diese Abfälle bestehen im allgemeinen nicht, weshalb sie meistens durch Verbrennen vernichtet werden. Sie sind daher sehr billig und können durch das erfindungsgemässe Verfahren einem 

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 nützlichen und wirtschaftlich wichtigen Verwendungszweck zugeführt werden. 



   Weiterhin wurde gefunden, dass man Gemische von Eiweissabbauprodukten mit vegetabilischen und/ oder synthetischen Gerbstoffen mit besonders hohen und gleichmässig in allen Zonen des Leders fixierenden Eigenschaften dann erhält, wenn man das nach obigem Verfahren erhaltene Endprodukt einem enzymaischen Abbau durch Proteinase, Pankreas-Proteinasen (Trypsin), unterzieht. Hierdurch werden die bei dem oben geschilderten Verfahren nur schwach abgebauten Eiweissbestandteile bis zu Peptonen und höhermolekularen Polypeptiden, jedoch nicht weiter, abgebaut, die in dieser Form durch Gerbstoff noch gefällt werden, dabei aber infolge der durch den enzymatischen Abbau erfahrenen molekularen Verkleinerung in das Leder gut eindringen und dadurch eine bessere und in den Innen- und Aussenzonen des Leders gleichmässige Fixierung des Gerbstoffes bewirken. 



     Beispiel 1 : 100 kg lohgare Falzspäne mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 10 bis 20%, die in   der Gerberei beim Falzen als Abfallprodukte anfallen, werden in einen geeigneten Duplikatkessel gefüllt und   500 1 Wasser hinzugefügt.   Dieser Mischung werden 2, 5 kg konzentrierte Schwefelsäure zugegeben und dann bis auf 700 C erhitzt. Nach etwa einer Stunde sind die Falzspäne in Lösung gegangen. Nach weiteren ein bis zwei Stunden hat sich am Boden des Kessels ein unlöslicher Kuchen gebildet, der aus einem   Fällungsprodukt   von abgebautem Eiweiss mit Gerbstoff besteht. Der Kuchen wiegt etwa 120 kg und besitzt einen Wassergehalt von etwa 35   %.

   Das   Säurewasser wird dann durch Abhebern abgezogen und der Kuchen darauf mit 40 1 heissem Wasser und etwa 10 - 11, 5 kg Natronlauge von 400 Bé unter Umrühren in Lösung gebracht. Die resultierende Lösung hat einen PH-Wert von 8 bis 8,5 und kann als Gerbstoff oder als Nachgerbstoff nach bekannten Verfahren verwendet werden. 



     Beispiel 2 : 100   kg mit vegetabilischen und synthetischen Gerbstoffen ausgegerbte trockene Falzspäne mit einem Fettgehalt von etwa 20 % werden in einem Duplikatkessel aus säurefestem Stahl mit 500 1 Wasser und 3 kg konzentrierter Schwefelsäure auf 800 C erhitzt. Nach zwei Stunden hat sich an der Oberfläche des Säurewassers eine breiige Masse abgesetzt, die aus dem Fällungsprodukt von abgebautem 
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   Lösung gebracht, dass das entstehende Produkt einen p-Wert von 8 bis 8,5 aufweist. Es kann als Gerbstoff oder Nachgerbstoff nach bekannten Verfahren verwendet werden.   



     Beispiel 3 :   200kg mit vegetabilischen und synthetischen Gerbstoffen gegerbte Falzspäne von ungefetteten Ledern mit einem Wassergehalt von etwa 60 % werden in einem Doppelmantelkessel aus säurefestem Stahl mit 5001 Wasser und 2 kg konzentrierter Schwefelsäure bei einer Temperatur von 65 bis 700 C behandelt. Nach etwa 3 Stunden hat sich ein zusammenhängender, zäher Klumpen gebildet, der von der sauren Flotte abgehebert wird. Der so gebildete Kuchen wiegt etwa 100 kg und hat einen Wassergehalt von etwa 35 %. Er wird noch warm in 50 1 heissem Wasser, dem man vorerst 9 kg Natronlauge von 400 Bé zugesetzt hat. unter Umrühren in Lösung gebracht, was dann leicht und vollständig gelingt, wenn man durch weitere Dosierung von Natronlauge den    p -Wert   der bereits gebildeten Lösung auf 8-8, 5 hält.

   Man   erhält.'so etwa 18C kg'Endprodukt, das   nunmehr   dem'erfindungsgemässen enzymatischen Aufbau   unterzogen wird. Zu diesem Zweck werden dem Endprodukt 50 g Trypsin mit 80   Willstätter-Einheiten   pro Gramm eingerührt und bei einer Temperatur von 450 C innerhalb 8 Stunden abgebaut. Das so abgebaute Produkt wird nun bis   800   C erhitzt, so dass die Enzyme zerstört werden und eine Filtration durch ein Drahtnetz mit einer lichten Maschenweite von 0,35 mm möglich ist. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung eines Gerbmittels aus vegetabilisch und/oder synthetisch gegerbten   Lederabfällen, dadurch   gekennzeichnet, dass die Lederabfälle einem wässerigen sauren Aufschluss unter milden Einwirkungsbedingungen bei Temperaturen von höchstens 800 C, vorzugsweise mit einer stark verdünnten Säure,   z. B.   mit Schwefelsäure bis etwa   10/0,   unterworfen werden, so dass sich aus der Säurelösung ein aus Eiweissabbauprodukten und Gerbstoff bestehendes Gemisch abscheidet, das sodann mit Al-   kali auf einen pH-Wert von 8 bis 8,5 eingestellt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das erhaltene Stoffgemisch einer weiteren Behandlung mit Proteinase, bevorzugt Pankreas-Proteinasen, unterzieht.
AT200249D 1955-03-04 1956-02-17 Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen AT200249B (de)

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