AT167623B - Verfahren zur Herstellung eines flüssigen, wasserglashältigen Klebemittels, insbesondere für Glas - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines flüssigen, wasserglashältigen Klebemittels, insbesondere für GlasInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung eines flüssigen, wasserglashältigen Klebemittels, insbesondere für Glas Zu seiner Herstellung wird Wasserglas mit Glaswolle vermengt und unter zeitweisem Umrühren bis zur Zersetzung der Glaswolle auf einer zwischen 50 und 800 C liegenden Temperatur gehalten. Nach Abkühlen und Stehenlassen bei etwa 20-25 C scheidet sich die Flüssigkeit in zwei scharf voneinander getrennte Schichten. Die obere Schichte ist eine wasserklare Flüssigkeit, die untere ist milchig trübe und enthält die nicht aufgelösten Anteile der Glaswolle, wie Erdalkalien, Tonerde und einen Teil der Kieselsäure. Durch Abhebern werden die Schichten voneinander getrennt. Beide Flüssigkeiten besitzen eine ausserordentliche Klebkraft und können zur Vereinigung der verschiedensten Materialien, ausgenommen Gummi, EMI1.1 Klebstellen durchsichtig bleiben sollen. Vor ihrer Verwendung kann diese wasserklare Flüssigkeit noch filtriert werden, um eventuell vorhandene mechanische Verunreinigungen zu entfernen. Auch die milchige Schicht ist als Klebemittel vorzüglich geeignet, z. B. für alle jene Gegenstände, bei welchen es auf eine Durchsichtigkeit der Klebstelle nicht ankommt. Ausführungsbeispiel : In einem Wassermantelkessel aus rostfreiem Stahl werden 40 Gew.Teile Wasserglaslösung von 370 Bé mit einem Gew.-Teil feinfaseriger, reinweisser Glaswolle ver- setzt. Der Kessel wird luftdicht verschlossen, mit einem Thermometer versehen und nun etwa zwei Tage hindurch auf 60-700 Cerwärmt. Während dieser Zeit wird der Kesselinhalt etwa 3-4 mal im Tage durchgerührt. Am dritten Tage wird die Wärmezufuhr abgestellt und die Flüssig- keit etwa einen halben Tag lang unter ruhigem Stehen auf 20 C abkühlen gelassen. Im Kessel haben sich zwei Schichten gebildet. Die obere Schichte ist wasserklar und hat eine Dichte von etwa 41 Bé, die untere Flüssigkeitsschicht ist milchig. Beide Schichten werden voneinander getrennt abgezogen. Die klare Flüssigkeit wird vor dem Abfüllen in Flaschen durch Filtrieren von mechanischen Verunreinigungen befreit. Sie kann vor dem Filtrieren durch Eindampfen auf eine höhere Dichte, z. B. auf 43 0 Bé, gebracht werden. Das Eindampfen erfolgt durch Erwärmen der Flüssigkeit in einem Kessel od. dgl., auf 60-700 C unter ständigem Umrühren. Ist die erwünschte Dichte erreicht, so wird der Kessel luftdicht abgeschlossen, noch etwa eine Stunde hindurch auf der erhöhten Temperatur gehalten und dann auf etwa 20 C abkühlen gelassen. Die Anwendung des Klebemittels ist eine ausserordentlich einfache. Die zu vereinigenden Teile werden gereinigt, besonders von Fett befreit, mit dem Klebemittel bestrichen, zusammengefügt und einige Stunden unter leichtem Druck gehalten. Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte Klebemittel hat eine ausserordentlich hohe Klebkraft. So kann z. B. mit Hilfe dieses Mittels auf Metall aufgeklebtes Leder ohne Zerstörung des Leders von seiner Unterlage nicht mehr abgezogen werden. Das Klebemittel, u. zw. sowohl die wasserklare als auch die milchige Flüssigkeit, ist für die <Desc/Clms Page number 2> Vereinigung von Glas, Steingut, Porzellan, Leder, Textilien u. dgl. ausgezeichnet verwendbar, wobei sowohl stofflich gleiche als auch stofflich verschiedene Gegenstände miteinander ausserordentlich fest verbunden werden können. Besondere Vorteile zeigt die wasserklare Modifikation bei ihrer Anwendung für optische Zwecke, z. B. beim Zusammenkleben von Linsen, oder bei der Herstellung von aus mehreren Schichten bestehenden splittersicheren Gläsern. Da sie den gleichen Brechungskoeffizienten wie Canadabalsam besitzt, kann sie an Stelle dieses Balsams zum Kitten optischer Gläser verwendet werden. Dabei ergibt sich neben den geringeren Kosten noch der Vorteil, dass das Kitten der Gläser mit dem erfindungsgemässen Klebemittel auf kaltem Wege durchgeführt wird und die Klebestelle nach dem Trocknen durch Witterungseinflüsse nicht verändert wird. Ebenso ist dieses wasserklare Klebemittel vorzüglich für die Fixierung von Edelsteinen in Fassungen oder für die Einbettung von Diamanten beim Schleifen geeignet. Bei dieser Verwendung ergibt sich der Vorteil, dass die Steine nach ihrer Bearbeitung wieder leicht aus den Bettungen gehoben werden können. Das Klebemittel hat nämlich die Eigenschaft, dass es noch einige Zeit nach seiner Verwendung durch die Einwirkung von Wasserglas gelöst werden kann. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung eines flüssigen, wasserglashältigen Klebemittels, insbesondere für Glas, dadurch gekennzeichnet, dass Glaswolle bis zur völligen Zersetzung mit Wasserglaslösung, zweckmässig unter zeitweisem Umrühren und Erwärmung auf 50-80 C, behandelt und anschliessend das Gemisch auf 20-25 C abgekühlt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung zweckmässig in einem luftdicht abschliessenden Wassermantelkessel, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl, unter ständiger Temperaturkontrolle durchgeführt wird und die beim Abkühlen und Abstehen der Reaktionsflüssigkeit gebildeten Schichten voneinander getrennt werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass 1 Gew. - Teil feinfaserige, reinweisse, eisenfreie Glaswolle in 40 Gew.-Teilen Wasserglaslösung von 37 Bé unter zeitweisem EMI2.1 Abstehen die obere wasserklare Flüssigkeitsschicht von der unteren milchigen Flüssigkeit- schicht getrennt wird.4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserklare Flüssigkeit vor der Filtration durch längeres Erwärmen unter Umrühren auf z. B. 41-450 Bé konzentriert, nach Erreichung der gewünschten Dichte etwa 1 Stunde hindurch unter Luftabschluss auf erhöhter Temperatur gehalten und dann auf etwa 20 C abgekühlt wird.5. Anwendung des nach einem der Ansprüche 1 bis 4 hergestellten Klebemittels für die Fixierung von Edelsteinen in Fassungen od. dgl., z. B. beim Schleifen von Diamanten.
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