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Hochfrequenz-Navigationsverfahren und Einrichtung zur Durchführung desselben
Die Erfindung betrifft ein HochfrequenzNavigationsverfahren, bei dem wenigstens zwei Sender verwendet werden, die in harmonischer Beziehung zueinander stehende, frequenzmässig synchronisierte Wellen aussenden, deren gegenseitige Phasenlage in einem ortsveränderlichen Empfänger zur Anzeige ausgewertet wird.
Bei einem bekannten Verfahren dieser Art werden sonderseitig von zwei ungerichteten Antennen frequenzmässig synchronisierte Wellen abgestrahlt, die zueinander in harmonischer Beziehung stehen und dadurch ein Netz von Rasterlinien festlegen, welche dem geometrischen Ort jener Punkte entsprechen, in denen nach Frequenzangleichung der Wellen im Empfänger phasengleiche Wechselspannungen erhalten werden. Mit Hilfe einer Zählvorrichtung werden die Durchgänge der Empfangsspannungen durch die phasengleiche Beziehung gezählt. Die Anzeigegenauigkeit ist bei diesem Verfahren prizipiell auf den Abstand der Rasterlinien beschränkt und kann nur durch Verkürzung der Betriebswellenlänge oder durch Erhöhung der Frequenzvervielfachung im Empfänger im beschränkten Ausmass verbessert werden.
Bei einem anderen bekannten HochfrequenzNavigationsverfahren werden zwei oder mehr örtlich gegeneinander versetzte Sender verwendet, die mit verschiedenen Trägerfrequenzen betrieben und mit einer gleichen, tieferen Frequenz moduliert werden. Empfangsseitig erfolgt hiebei ein kontinuierlicher Phasenvergleich der nach getrennter Demodulation erhaltenen frequenzgleichen Wechselspannungen. Hiebei sind jedoch relativ grosse Bandbreiten der Sender und Empfänger erforderlich, was, abgesehen von organisatorischen Schwierigkeiten hinsichtlich der Unterbringung dieser Bänder in den beschränkten, für kommerzielle Dienste zur Verfügung stehenden Frequenzbereichen, eine erhöhte Störanfälligkeit zur Folge hat.
Demgegenüber betrifft die Erfindung ein Hochfrequenz-Navigationsverfahren, das eine prinzipiell unbegrenzte Anzeigegenauigkeit ergibt und im Gegensatz zu dem erwähnten bekannten Verfahren auch unmittelbar den Richtungssinn von allfälligen Änderungen der Lage des Empfängers bezüglich einer vorgegebenen Führungslinie erkennen lässt. Zu diesem Zweck wird gemäss der Erfindung für den einen Sender ein Strahlungsdiagramm mit zumindest einer als Leitlinie dienenden Nullzone verwendet, zu deren beiden Seiten das Strahlungsfeld gegenphasig ist, und empfangsseitig wird die Lage zu dieser Nullzone durch Phasenvergleich der Wellen dieses Senders und der in harmonischer Beziehung zu diesen stehenden Wellen eines weiteren Senders nach Frequenzangleichung dieser Wellen ermittelt.
Die Sendeeinrichtung besteht demnach aus einem Antennensystem mit einem Strahlungsdiagramm, das zumindest eine Nullzone aufweist, und aus einem zweiten Antennensystem, dessen Betriebsfrequenz zu der des ersten Systems in harmonischer Beziehung steht und dessen Strahlung die Nullzone des Strahlungsdiagrammes des ersten Systems überdeckt. Die Phasenlage der Speisung des zweiten Antennensystems wird zweckmässig derart gewählt, dass die beiden Strahlungen im Empfänger nach Frequenzangleichung der Empfangsspannungen Vergleichsspannungen ergeben, die auf der einen Seite der Führungslinie gleich-und auf der anderen Seite gegenphasig zueinander sind.
In der Empfangseinrichtung werden die von den beiden Sendern aufgenommenen Wellen in getrennten Kanälen verstärkt und in an sich bekannter Weise durch Frequenzwandlung auf gleiche Frequenzen gebracht ; sie wirken sodann auf eine Einrichtung, welche die kontinuierliche Amplitudenänderung und sprungweise Phasen- änderung der einen Vergleichsspannung bezüglich der anderen kontinuierlich auswertet und dadurch eine Anzeige ergibt, die sich bei Kursabweichung von der Führungslinie kontinuierlich mitändert.
Zu diesem Zweck werden beispielsweise die frequenzgleich gemachten Empfangsspannungen gleich-und gegensinnig addiert und die resultierenden Wechselspannungen wirken auf getrennte Gleichrichter, deren Ausgangsspannungen miteinander verglichen werden.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung näher beschrieben ;
in dieser zeigen Fig. 1 das Feldschema von drei gemäss der Erfindung angewendeten Sendeantennen, Fig. 2 die mathematischen Beziehungen, die das Phasenverhältnis der Wellen von zwei der drei Sender nach Fig. 1 in einem
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entfernten Punkt bestimmen, Fig. 3 ein Zeiger- diagramm, welches die Phasenbeziehung zwischen den Wellen der drei Sender erkennen lässt, Fig. 4 die Änderung des Phasenverhältnisses zwischen den beiden vom Fahrzeug aufgenommenen
Wellen bei Änderung seiner Lage bezüglich der
Führungslinie, Fig. 5 das Schaltschema einer Aus- führungsform der Empfangseinrichtung für ein
Fahrzeug zwecks kontinuierlicher Anzeige all- fälliger Kursabweichungen und Fig. 6 ein Zeiger- diagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise des zur Phasenauswertung dienenden Teiles der
Empfangseinrichtung nach Fig. 5.
Bei dem in den Fig. 1 und 3 dargestellten Aus- führungsbeispiel der Erfindung sind drei Sende- antennen A, B und C auf einer geraden Linie angeordnet. Die Antennen A und B sind im Ab- stand S voneinander und die Antenne C ist in deren Mitte aufgestellt. Die in Fig. 1 ein- gezeichneten, im wesentlichen radial verlaufenden
Linien bedeuten das Schema eines Feldes, welches durch synchronen Betrieb der Antennen A und B mit gleicher Frequenz erzeugt wird. Jede dieser
Linien stellt den Ort aller jener Punkte dar, in denen das Phasenverhältnis zwischen den von den Antennen A und B abgestrahlten Wellen konstant ist.
Die in Fig. 1 eingetragenen Zahlenwerte entsprechen dem Phasenverhältnis der beiden Wellen, wenn der Abstand S gleich einer Wellenlänge ist und die Antennen mit einem Phasenunterschied von 180 arbeiten. Die Linien konstanten Phasenverhältnisses sind praktisch gerade Linien bis auf denjenigen Teil, welcher dicht bei den Antennen A und B verläuft und deutlich die Hyperbelform erkennen lässt.
Gemäss Fig. 1 bewegt sich ein Flugzeug P auf einer Linie, welcher ein Phasenunterschied von 1800 zwischen den von den Antennen A und B ausgesandten Wellen entspricht. Dem Diagramm der Fig. 2 liegt die Annahme zugrunde, dass sich das Flugzeug in solcher Entfernung von den Antennen befindet, dass deren Abstand S im Verhältnis zu dieser Entfernung vernachlässigbar ist. Die Richtung der Bahn, auf welcher sich das Flugzeug bewegt, und seine Entfernung von der Antenne C ist in Fig. 2 durch den Pfeil R gekennzeichnet. Die Pfeile Rl und R2 bezeichnen die Länge der von den Antennen A und B zum Flugzeug P gezogenen Linien.
Wenn die Länge von R im Verhältnis zum Antennenabstand S gross ist, so sind die Linien Rl und R2 praktisch parallel zueinander ; da diese Linien gleich lang sind, kommen gleichzeitig von den Antennen A und B abgestrahlte Wellen auch gleichzeitig im Standort des Flugzeuges P an und haben daher im Punkt P das gleiche Phasenverhältnis wie im Augenblick ihrer Abstrahlung von den Antennen A und B.
Wenn sich dagegen das Flugzeug auf einer gegen die Linie P um einen Winkel a gedrehten Linie bewegt, so stellen die gestrichelten Linien R', Rl'und R2'die Richtung und die Länge der von den Antennen C, A und B zum Flugzeug
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R 2'können wieder als parallel angenommen werden und verlaufen unter einem Winkel a gegen die Linien R 1 und R 2 gedreht. Der Abstand R T zwischen Flugzeug und Antenne A ist jedoch jetzt um die in der Fig. 2 mit d bezeichnete Strecke grösser als der Abstand R' zwischen Flugzeug P und Antenne C. Anderseits ist der Abstand R 2'zwischen Flugzeug und Antenne B um die Strecke d verkürzt.
Das Flugzeug befindet sich daher in grösserer Entfernung von der Antenne A als von der Antenne B und der Unterschied dieser beiden Entfernungen beträgt 2 d. Daraus ergibt sich, dass gleichzeitig von den Antennen A und B abgestrahlte Wellen zu verschiedenen Zeiten im Flugzeug eintreffen und dass die Welle der Antenne B zuerst eintrifft.
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längen ausgedrückt wird, dann entspricht der Unterschied in den Ankunftszeiten 720 d elektrischen Graden.
Der Phasenwinkel zwischen den Wellen von A und B im Standort des Flugzeuges P kann daher ausgedrückt werden durch : == < e+360 S. sin x, worin o die Phasenverschiebung zwischen den von den Antennen abgestrahlten Wellen und S der gegenseitige Abstand der Antennen A und B in Wellenlängen ist.
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einem gewählten Ziel verlaufende Linie < . = +1800 ist. Bei der Anordnung nach Fig. 1 ist beispielsweise der Abstand S zwischen den Antennen A und B gleich einer Wellenlänge und der Phasenunterschied c = 1800 gewählt.
In Fig. 2 ist das Phasenverhältnis zwischen den von den Antennen A und B ausgesandten Wellen durch ein Zeigerdiagramm dargestellt. Es ist dabei angenommen, dass der Strom in der Antenne A dem Strom in der Antenne C um 90 voreilt, während der Strom in der Antenne B dem Strom in der Antenne C um 900 nacheilt. Die mit A und B bezeichneten Zeiger stellen daher das Phasenverhältnis zwischen den von A und B abgestrahlten Wellen und damit auch das Phasenverhältnis zwischen den Wellen auf einem beliebigen Punkt der Linie = =) = 180 dar.
Wenn sich das Flugzeug P im Uhrzeigersinn um die Antenne C bewegt, verkleinert sich der Winkel (b und die Phase der Wellen der Antennen A und B kann durch die Zeiger A'und B' dargestellt werden. Die Resultierende dieser Wellen entspricht dem Zeiger A+B'und der Phasenwinkel T zwischen dieser Resultierenden und dem Zeiger C ist 180 .
Wenn sich anderseits das Flugzeug P aus der in Fig. 1 ersichtlichen Lage entgegen dem Uhrzeiger um die Antenne C bewegt, so vergrössert sich der Winkel ( & auf einen Wert grösser als 180 , und das Phasenverhältnis zwischen den Wellen im Standort des Flugzeuges kann durch
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die gestrichelten Zeiger A"und B"dargestellt werden. Die Resultierende dieser beiden Zeiger ist der Zeiger A"+B", dessen Phasenwinkel mit dem die Welle der Antenne C darstellenden Zeiger 0 ist.
Das Phasenverhältnis zwischen den durch den gleichseitigen Betrieb der Antennen A und B den von der Antenne C erzeugten Wellen beträgt daher entweder 180 oder 0 , je nachdem, ob sich das Flugzeug auf der einen oder der anderen Seite der 180 -Kurslinie befindet.
Dieses Verhältnis ist durch das Diagramm in Fig. 4 veranschaulicht, in welchem die Werte des Winkels T als Ordinaten und die Werte der Winkel < x und (D als Abszissen aufgetragen sind.
In der Zone links von der Ordinatenlinie or = 0 0,
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einen konstanten und unveränderlichen Wert von 0 hat. Der Übergang des Winkels T von
180 auf 0 ist äusserst unvermittelt und tritt genau im Augenblick des Überquerens der Linie y, = 0'bzw. (P =-180'ein.
Dieser Umstand kann für die Führung des
Flugzeuges auf der Kurslinie nutzbar gemacht werden, indem auf dem Flugzeug ausser einer
Einrichtung für den Empfang der aus dem gleich- zeitigen Betrieb der Antennen A und B resultierenden Wellen auch eine solche für den getrennten Empfang der Wellen der Antenne C vorgesehen wird. Wenn die Phasen dieser beiden Wellen verglichen und angezeigt werden, so ergibt sich daraus eine Anzeige für die Lage des Flugzeuges P in bezug auf die Kurslinie. Dem Diagramm nach Fig. 2 liegt die Annahme zugrunde, dass die Antenne C mit gleicher Frequenz wie die Antennen A und B betrieben wird. Unter diesen Umständen würde es unmöglich sein, die Wellen der Antenne C getrennt von denjenigen der Antennen A und B zu empfangen.
Die Antennen A und B werden deshalb mit einer in harmonischer Beziehung zur Frequenz der Antenne C stehenden Frequenz betrieben.
Dementsprechend wird ein Hochfrequenzempfänger des Flugzeuges P auf die Frequenz der Wellen von A und B und ein zweiter auf die Frequenz der Wellen von C abgestimmt, so dass beide Wellen getrennt empfangen werden können.
Der Betrieb der Antennen A, B und C wird hiebei derart durchgeführt, dass zwischen den Wellen von C einerseits und denjenigen von A und B anderseits eine gewünschte multiple Phasenbeziehung aufrecht erhalten wird.
Der gewünschte Phasenvergleich zwischen den Wellen A+B einerseits und C anderseits kann dadurch erzielt werden, dass zuerst die Frequenz der Wellen von C vervielfacht wird, um sie der Frequenz der resultierenden Wellen von A+B gleichzumachen.
In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel der Empfangs-und Phasenvergleichseinrichtung dargestellt, die für den getrennten Empfang der Wellen von A+B und C bzw. für eine optische Anzeige von deren Phasenunterschied besonders geeignet ist. In dieser Figur sind die Heizstromkreise nur angedeutet und die Quellen für die Schirmgitter-und Anodenspannungen an die Pfeile S+ bzw. B+ angeschlossen zu denken.
Die in Fig. 5 dargestellte Empfangseinrichtung hat zwei Hochfrequenzkanäle, die beide an die Empfangsantenne 101 des Flugzeuges P angeschlossen sind. Mit dieser Antenne ist die Primärwicklung 102 des Eingangstransformators 103 verbunden, die ihrerseits mit der Primärwicklung 104 eines zweiten Eingangstransformators 105 in Reihe geschaltet ist.
Die Transformatoren 103 und 105 sind mit den beiden im Nachstehenden als der obere und der untere Kanal bezeichneten Empfängerteilen verbunden.
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verstärker. Die Eingangsspannung erhält dieser
Kanal von der Sekundärwicklung 109 des Ein- gangstransformators 103, seine Ausgangsspannung wird der Primärwicklung 110 des Kopplungs- transformators 111 zugeführt. Vom Trans- formator 111 gelangt die Spannung zu einer aus den Röhren 112 und 113 bestehenden Frequenz- verdopplungsstufe, welche die Primärwicklung 114 des Kopplungstransformators 115 mit einer
Spannung speist, deren Frequenz doppelt so gross ist wie jene der durch die Röhren 106, 107 und 108 verstärkten Spannung.
Die Ausgangs- spannung des Transformators 115 wird der
Verstärkerröhre 116 zugeleitet, deren Ausgang 'mit der Transformatorprimärwicklung 117 ver- bunden ist.
Der untere Kanal enthält die zu einem fünf- stufigen Hochfrequenzverstärker verbundenen Röhren 118-122. Die Eingangsspannung wird diesem Kanal von der Sekundärwicklung 123 des Eingangstransformators 105 zugeführt, während sein Ausgang mit der Transformatorwicklung 124 verbunden ist.
Der obere Kanal wird auf die Arbeitsfrequenz der Antenne C, der untere Kanal auf die Arbeitsfrequenz der Antennen A +B abgestimmt. Der untere Kanal soll normal mit hoher Verstärkung arbeiten, da die resultierende Welle A+B verhältnismässig schwach ist, wenn sich das Flugzeug in der Nähe der Kurslinie befindet.
Zur Änderung der Gittervorspannung einer oder mehrerer der Verstärkerröhren 118-122 von Hand aus können Regelwiderstände 125 und 126 vorgesehen werden ; diese ermöglichen es, die Verstärkung zu schwächen, wenn sich das Flugzeug in einer solchen Entfernung von der Kurslinie befindet, dass die Wellen von A +B beträchtliche Stärke haben. Der obere Kanal wird vorzugsweise mit einer selbsttätigen Verstärkungsregelung zwecks Erzielung einer im wesentlichen konstanten Ausgangsspannung ausgerüstet. Diese Regeleinrichtung umfasst einen Diodenteil in der Röhre 116, welcher an der Regelleitung 127 eine negative Spannung erzeugt, die proportional der Amplitude der an der
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Transformatorwicklung 117 auftretenden Hoch- frequenzspannung ist.
Die Leitung 127 dient als Erdrückleitung für die Gitter der Röhren 107 und 108 und zur Änderung der Gittervorspannung dieser Röhren und somit der Verstärkung in diesem Kanal. Hiedurch wird an der Wicklung 117 unabhängig von Änderungen in der Stärke der von der Antenne 101 aufgenommenen Wellen eine im wesentlichen konstante Spannung erzielt.
Die Zwischenstufenkopplung beider Kanäle und die Kreise zur Erzeugung der Gittervor- spannungen sind möglichst phasenstabil auf- gebaut. Die Konstanten der verschiedenen
Kreiselemente werden ebenfalls so gewählt, dass die Wellen bei ihrem Durchgang durch die
Kanäle eine möglichst geringe ungewollte Phasen- verschiebung erleiden.
Der obere Kanal enthält vorzugsweise ein
Organ zur Phasenverschiebung, das aus dem kleinen variablen Kondensator 128 besteht, der zur Sekundärwicklung 109 parallel geschaltet ist. Dieser kann dazu dienen, den Eingangskreis der Röhre 106 schwach zu verstimmen, um eine verhältnismässig grosse Phasenverschiebung der dem Gitter der Röhre 106 zugeführten Spannung zu bewirken. Auf diese Weise kann eine beträchtliche Phasenverschiebung der Spannung erzielt werden, ohne dass die Abstimmung des Eingangskreises wesentlich beeinflusst wird. Der Kondensator 128 wird normal so eingestellt, dass eine mit der Ausgangsspannung des unteren Kanals in der Phase übereinstimmende Ausgangsspannung erhalten wird. Bei der Einrichtung nach Fig. 5 sind die zur Empfangseinrichtunggelangenden Wellen immer entweder in Phase oder in Gegenphase.
Die Nullanzeige wird durch Gegenphase der Wellen von A und B, also durch die Feldstärke Null (Nullzone) bewirkt.
Die der Transformatorprimärwicklung 117 entsprechende Sekundärwicklung 129 ist einseitig durch die Leitung 130 mit den Anoden der beiden Gleichrichterröhren T 1 und T 2 verbunden. Ihr anderes Ende ist durch die Leitung 131 über den Widerstand 132 geerdet, zu dem vorzugsweise ein Kondensator 133 parallelgeschaltet ist.
Die inneren Enden der Transformatorsekundär- wicklungen 134 und 135 sind z. B. durch einen Kondensator 136 miteinander verbunden und durch die Leitung 137 an Erde gelegt. Das äussere Ende der Wicklung 134 ist an die Kathode der Röhre T 1 und das äussere Ende der Wicklung 135 an die Kathode der Röhre T 2 angeschlossen. Wie angegeben, ist das innere Ende der Wicklung 135 durch die Leitung 137 geerdet und das innere Ende der Wicklung 134 z. B. durch die Leitung 138 über den Widerstand 139 mit der Leitung 131 verbunden. Die Leitung 138 ist auch über einen hochohmigen Widerstand 141 zum Gitter der Verstärkerröhre 140 geführt.
Die Arbeitsweise dieses Teiles der Empfangseinrichtung wird durch das Zeigerdiagramm gemäss Fig. 6 veranschaulicht. In diesem Dia- gramm stellt EC die Spannung dar, die den von der Antenne C ausgesandten und an der Wick- lung 129 auftretenden Wellen entspricht. Die
Zeiger +EAB und-EAB stellen die Span- nungen dar, die an den Wicklungen 134 und 135 auftreten und den resultierenden Wellen der
Antennen A und B entsprechen.
Durch Einstellung des Kondensators 128 soll der Zeiger EAB in Phase mit dem Zeiger EC gebracht werden. Im Diagramm nach Fig. 6 sind die Zeiger jedoch mit einer kleinen Phasenverschiebung dargestellt und voneinander getrennt, um ihre Beziehung zueinander deutlicher erkennen zu lassen.
Die zwischen Kathode und Anode der Gleichrichterröhre T 1 auftretende Spannung entspricht bei geeigneter Polung der Wicklungen 124, 134 und 135 der geometrischen Summe der Spannungen EC und +BAR, die durch den Zeiger ET 1 dargestellt ist, während die Spannung zwischen Anode und Kathode der Gleichrichterröhre T 2 der vektoriellen Summe der Spannungen BC und -BAR entspricht, die durch den Zeiger ET 2 dargestellt ist.
ET 1 ist grösser als ET 2, so dass der die Röhre T 1 durchfliessende Gleichstrom grösser als der die Röhre T 2 durchfliessende Gleichstrom ist. Infolgedessen wird im Widerstand 139 ein Gleichspannungsabfall auftreten, der grösser als der entsprechende Gleichspannungsabfall im Widerstand 132 ist. Wenn diese Widerstände gleich gross sind, so stehen die an ihnen auftretenden Spannungsabfälle im gleichen Verhältnis wie die Zeiger ET 1 und ET 2 zueinander.
Die Gleichströme verlaufen durch die in Reihe geschalteten Widerstände 132 und 139 in entgegengesetzter Richtung, d. h. von deren freien Enden zu den miteinander verbundenen Enden.
Daraus ergibt sich, dass die Polarität der an diesen Widerständen entstehenden Spannungen entgegengesetzt ist und dass die zwischen der Leitung 138 und Erde gemessene Spannung den Unterschied zwischen den an den Widerständen erzeugten Spannungen darstellt.
Bei dem in Fig. 6 dargestellten Verhältnis, d. h., wenn die Spannung am Widerstand 139 diejenige am Widerstand 132 überschreitet, hat die Leitung 138 ein positives Potential gegen Erde. Dies entspricht dem Fall, dass sich das Flugzeug P rechts von der Linie or = 0', (P = - 1800 befindet, wobei + EAB mit ET in Phase ist. Wenn sich dagegen das Flugzeug auf die andere Seite der Kurslinie bewegt, so tritt eine plötzliche Änderung des Winkels T von 0 auf 180 ein und die Zeiger +EAB und - RAB nach Fig. 6 vertauschen ihre Lage, so dass BT grösser als ET wird.
Dadurch erfolgt eine Umkehrung des Grössenverhältnisses der Gleichspannungen an den Widerständen 132 und 139 und die Leitung 138 erhält ein negatives Potential gegen Erde. Die Polarität der an der Leitung 138 auftretenden Spannung ist daher eine Anzeige dafür, auf welche Seite der Kurslinie sich das Flugzeug befindet.
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Damit diese Spannung optisch angezeigt wird, wird sie dem Gitter der Röhre 140 durch den
Widerstand 141 zugeführt. Diese Röhre ist in den Anzeigekreis eines Galvanometers oder eines sonstigen, eine optische Anzeige liefernden
Instrumentes 142 gemäss Fig. 5 eingeschaltet.
Das Galvanometer 142 ist als Abgleichs-Anzeige- vorrichtung in einem Wheatstone-Brückenkreis eingeschaltet, bei dem drei von den vier Brücken- widerständen unveränderlich sind, während der vierte durch den Anodenwiderstand der Röhre 140 gebildet wird. Diese Röhre arbeitet normal mit Vorspannung auf dem geraden Teil der
Gitter-Anoden-Kennlinie, so dass, wenn die gegen
Erde positive Spannung der Leitung 138 in eine gegen Erde negative Spannung übergeht, sich auch der Anodenwiderstand der Röhre 140 ent- sprechend ändert.
Die Werte der Brückenwiderstände sind so gewählt, dass eine Nullanzeige des Galvanometers 142 auftritt, wenn das Gitter der Röhre 140 auf Erdpotential gehalten wird. Der Galvanometerzeiger schlägt daher nach rechts oder links aus, je nachdem, ob die Spannung an der Leitung 138 positiv oder negativ wird. Das Anzeigeinstrument 142 liefert somit eine optische Anzeige der Lage des Flugzeuges P in bezug auf die Kurslinie, und es kann nur dann auf Null zeigen, wenn sich das Flugzeug genau auf dieser Linie befindet, wobei die Spannungen +.AB und-EAB gleich Null, ET1 und ET2 beide gleich EC sind und die Leitung 138 sich auf Erdpotential befindet.
Der beschriebene Anzeigestromkreis ist äusserst empfindlich, weil die Wellen, die zu dem die Röhren Tl und T2 enthaltenden Phasenvergleichskreis gelangen, beim Übergang des Flugzeuges P von einer Seite der Kurslinie zur anderen plötzlich eine Änderung von"in Phase"zu "Gegenphase"erfahren.
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im Abstand von sechs Wellenlängen voneinander angeordnet sind und dass die Strahlungsintensität dieser Antennen das Fünffache derjenigen der Antenne C beträgt. Weiter soll angenommen werden, dass ein Spannungsunterschied zwischen
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um am Galvanometer einen vollen Zeigerausschlag zu bewirken, so wie dass ein Ausschlag von
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eindeutige Anzeige dafür gibt, ob er sich auf der Kurslinie bewegt oder nicht.
Setzt man weiter voraus, dass die Kurslinie auf der Linie ( = -180 0, i,'0'00'liegt, so ergibt sich eine eindeutige Anzeige im Betrag von 10% des vollen Skalenausschlages am Galvanometer 142 dann, wenn das Flugzeug auf einen Kurs übergeht, bei welchem 5, = 0'01'beträgt, falls beide empfangene Wellen gleich verstärkt werden.
Um den Grad der Empfindlichkeit zu veranschaulichen, sei angenommen, dass die Leitstrahlanlage in London derart ausgeführt ist, dass die Kurslinie y = 0'00'nach Berlin verläuft, welches ungefähr 1000 km von London entfernt ist. Die Kurszone bzw. die Zone, innerhalb welcher es für den Piloten schwer ist, festzustellen, ob er sich rechts oder links der Kurslinie befindet, ist ein Winkelsektor mit einer Öffnung von 00 02'. Diese Zone hat bei einem Radius von 1000 km eine Weite von ungefähr 500 m.
Die bisherige Beschreibung basiert auf der Annahme, dass der Strom der Antenne C dem Strom der Antenne B um den gleichen Betrag voreilt, um welchen er dem Strom in der Antenne A nacheilt.
Diese Annahme erfolgte zu dem Zweck der Herstellung einer phasengleichen Beziehung zwischen den Spannungen +EAB und EC. Dieses Phasenverhältnis zwischen der Antenne C und den Antennen A und B ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, weil der Kondensator 128 eine Einstellung der Phase zwischen den Wellen ermöglicht, durch die +EAB und EC in Phase zueinander gebracht werden können. Tatäschlich erforderlich ist nur die Aufrechterhaltung einer solchen Phasen-
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möglichst mit +EAB übereinstimmt.
Aus dem Vorhergehenden ist ersichtlich, dass die erfindungsgemässe Hochfrequenzanlage dem Zweck dient, eine Kurslinie festzulegen, welche die Grenze zwischen benachbarten Zonen bildet, in welchen der Phasenunterschied zwischen zwei getrennten und verschiedenen Hochfrequenzwellen genau entgegengesetzt dem Phasenunterschied dieser Wellen in der anderen Zone ist, wobei
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**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.